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BREXIT Brexit? No Problem! EU-Austritt wäre „keine Katastrophe für Großbritannien“

18.02.2016, 13:05  |  3920   |   |   

„Should I stay or should I go now? If I go there will be trouble, and if I stay it will be double“ - sang Mick Jones von The Clash in den frühen 1980er Jahren. Nun, rund 35 Jahre später müssen sich die Briten diese Frage stellen: Bleiben, oder nicht? EU oder Brexit?

Bis spätestens Ende 2017 wird die Bevölkerung Großbritanniens in einem Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union entscheiden. Beide Lager rühren fleißig die Trommeln. Während die einen vor den fatalen Folgen eines EU-Austritts warnen (siehe auch: EU vor Zerreißprobe? "Brexit-Referendum wird Großbritannien schaden, egal wie es ausgeht), frohlocken die anderen ob der künftigen neuen Freiheiten. Nach aktuellen Meinungsumfragen halten sich Befürworter und Gegner eines „Brexits“ die Waage.

Brexit? No Problem!

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU, der der sogenannte „Brexit“, sei für das Land verkraftbar, so der britischen Botschafters in Berlin, Sebastian Wood. „Premierminister David Cameron hat deutlich gemacht, dass Großbritannien durchaus in der Lage ist, auch außerhalb der EU zu überleben“, sagte Wood den Zeitungen der FUNKE Mediengruppe. „Wir haben die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt, wir sind ein permanentes Mitglied im UN-Sicherheitsrat, wir haben das bedeutendste Zentrum für Finanzdienstleistungen der Welt“, so Wood. Der „Brexit“ wäre „keine Katastrophe für Großbritannien“. Allerdings, so ergänzt er, wäre es für sein Land besser, „bei einer reformierten EU“ in der Gemeinschaft zu bleiben. Dies gelte vor allem mit Blick auf die Sicherheitspolitik und die Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus. Großbritanniens Premierminister Cameron sieht sich aktuell in der komfortablen Position, eine Reihe von EU-Reformen mit mehr Kompetenzen für die Mitgliedstaaten zu fordern. Für diesen Fall hat er angekündigt, seinen Landsleuten einen Verbleib in der EU zu empfehlen.

Notbremse gegen „Sozialleistungstourismus“

Besonders strittig ist Camerons Anliegen einer „Notbremse“, die bei außergewöhnlich starker Zuwanderung von EU-Bürgern nach Großbritannien gezogen werden kann (Lesen Sie hierzu auch: "Wünsch dir was" im Brexit-Poker: Großbritannien fordert, EU liefert). Damit könnten Sozialleistungen für diese Gruppen beschränkt werden. „Wir müssen Sozialleistungstourismus, also den Missbrauch der staatlichen Zahlungen in Europa verhindern“, sagte der britische Botschafter der FUNKE Mediengruppe. Dieser Punkt sei den Briten besonders wichtig. In osteuropäischen EU-Ländern - vor allem in Polen - regt sich dagegen Widerstand. Darüber hinaus drängten die Briten darauf, von der Verpflichtung ausgenommen zu werden, sich immer weiter in die EU integrieren zu müssen, so Wood weiter. „Sie wollen nicht, dass immer mehr Souveränitätsrechte an Brüssel abgegeben werden müssen.“

Brexit - Das Aus für den Finanzplatz London?

Was, wenn die Bürger Großbritanniens für den Brexit votieren? Warnen auf der einen Seite Politiker und Experten seit Monaten vor den Gefahren eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU (siehe: „Alle würden verlieren!“ – hier lauert die wahre Gefahr für Europa), sieht das ING-Ökonom James Knightley das Unheil sogar früher aufziehen. Seiner Meinung nach ist nicht allein der Brexit das Problem, sondern das Referendum an sich. Allein die Abstimmung werde Großbritannien großen Schaden zufügen, warnt er (mehr dazu hier). Laut Knightley habe gerade das schottische Unabhängigkeitsreferendum gezeigt, dass es ausländische Investoren mit der Angst zu tun bekommen können und lieber die Finger von britischen Wertpapieren lassen.

Doch nicht allein das. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau sieht die Europäische Union gar vor einer Zerreißprobe. Da läge es ja nahe, diesem unfertiges Projekt„Good Bye“ zu sagen, oder nicht? Folkerts-Landau warnt: „Ohne Großbritannien hat der Rest schlechtere Chancen, auf der globalen Bühne ernst genommen werden.“ (Mehr dazu hier.) 

Während der britische Botschafter in Berlin bei einem Brexit davon ausgeht, dass London seine Stellung als „bedeutendste Zentrum für Finanzdienstleistungen der Welt“ zu behalten, treibt diese Vorstellung den Bankern den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Viele befürchten das Aus für London als Nummer eins der europäischen Finanzwelt (siehe: Brexit - Das Aus für den Finanzplatz London?). Schon als die Brexit-Gerüchte erstmals hochkochten, spielten zahlreiche Banken einen Abschied aus London durch (siehe: EU-Austritt bedroht Finanzplatz London - Banken planen Absprung). Wie wallstreet:online berichtete, wollen Großbanken nun mit umfangreichen Geldspritzen den Austritt Großbritanniens aus der EU verhindern (mehr dazu hier). Anders die Hedgefonds, die für einen Brexit trommeln. Sie zum Beispiel der Gründer von CQS, Sir Michael Hintze, der sich durch einen EU-Austritt Großbritanniens mehr Handlungsspielraum durch den Wegfall der Kontrolle aus Brüssel erhofft (mehr dazu hier).

Schluss mit Brexit, her mit Brentry!

Sean Shepley von Credit Suisse wagte Anfang Juni vergangenen Jahres in einer Notiz eine kühne Behauptung. Während Europa über diverse Ausstiegsszenarien debattiert, hält Shepley das Gegenteil für möglich, sozusagen einen Brentry. Der Stratege sagte einen Euro-Beitritt Großbritanniens voraus. Wörtlich sagte er dem „Business Insider“: „Unserer Ansicht nach wird Großbritannien ein Euro-Mitglied, vorausgesetzt der Euro besteht noch in 20 Jahren und Großbritannien bliebt in der EU.“ Eine durchaus steile These, wenn man bedenkt, dass den Briten ihre Währung und die damit verbundene Unabhängigkeit vom Euro eigentlich heilig ist. (siehe: Brentry statt Brexit: „Großbritannien wird dem Euro beitreten“)
 



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BREXIT Brexit? No Problem! EU-Austritt wäre „keine Katastrophe für Großbritannien“

Großbritanniens Premierminister Cameron trommelt für seine Version von Europa und einem speziellen Status für seines Landes. Weniger Einmischung, mehr nationalen Kompetenzen, kein Sozialleistungstourismus. Ein EU-Austritt wäre ein kein Problem.

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