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Chartanalyse: Die Klettertour im DAX gewinnt an Stabilität – Technische Analyse Spezial vom 24. Oktober 2016
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Chartanalyse Die Klettertour im DAX gewinnt an Stabilität – Technische Analyse Spezial vom 24. Oktober 2016

Gastautor: Achim Matzke
24.10.2016, 11:26  |  864   |   |   

Technische (Zu-)Käufe bei HeidelbergCement, Linde und MTU
Der DAX bewegte sich seit April 2015 (Start bei 12390 Punkten) in einer technischen Zwischenbaisse, wobei bereits im Februar 2016 das Kurstief bei 8700 Punkten gesetzt wurde. Seitdem befindet sich der Index wieder in einer mittelfristigen Aufwärtsbewegung. Im August 2016 hat der DAX mit dem Sprung über die Resistance- Zone von 10350 bis 10450 Punkten auch den vorherigen, 17-monatigen Zwischenbaisse- Trend nach oben verlassen. Zuletzt hatte sich oberhalb der 200-Tage-Linie eine Konsolidierung mit der Kernhandelsspanne von 10400 bis 10650 Punkte ergeben. Da diese Konsolidierung einen trendbestätigenden Charakter nach oben aufweist, sollte es nicht überraschen, wenn sich der DAX demnächst nach oben absetzt und eine feine Jahresendrallye bis auf ein Kursniveau über 11000 Punkte liefert. Die Marktbreite, also die isolierte technische Lage bei den Standardwerten, unterstützt mit ihrer Verbesserung diese Gesamtlage. Vor diesem Hintergrund bleiben technische (Zu-)Käufe interessant. Neben Daimler, Henkel Vz. und HeidelbergCement, bei denen aufgrund der Verbesserungen eine Anhebung der mittelfristigen technischen Kursziele vorgenommen wird, sind z.B. noch Linde und aus dem MDAX MTU als attraktive technische Investments hervorzuheben.

HeidelbergCement: Technisches Kursziel anheben
HeidelbergCement produziert und vermarktet weltweit ein breites Angebot von Baumaterialien.Die Aktie befindet sich seit März 2009 und Kursen um €18,0 in einer Hausse- Bewegung, wobei sich seit November 2012 ein idealtypischer, moderater Hausse-Kanal herausgebildet hat. Ein technischer Hausse-Kanal liegt vor, wenn die mittelfristige Kursbewegung einer Aktie innerhalb zweier, parallel laufender Aufwärtstrends stattfindet. Ausgehend von Kursen um €38,4 liegt bei HeidelbergCement jetzt die untere Hausse- Kanallinie bei ca. €65,0. Innerhalb des Kanals liegt seit fast vier Jahren ein Wechselspiel von Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und mittelfristigen Konsolidierungen vor. HeidelbergCement, die zuletzt durch eine Großübernahme in Italien aufgefallen ist, steckte seit April 2015 wieder in einer Konsolidierung. Während der DAX eine technische Baisse mit Kursverlusten von mehr als 20,0% hinnehmen musste, verblieb HeidelbergCement mit einer relativen Stärke in einer Seitwärtspendelbewegung unterhalb der Resistance-Zone um €77,2. Diese hatte aus technischer Sicht die Form eines Aufwärtsdreiecks, wobei ein trendbestätigender Charakter nach oben vorlag. Deshalb überraschte es nicht, dass die Aktie mit einem Investment-Kaufsignal diese Konsolidierung nach oben verlassen hatte und sich der Hausse-Kanal mit dem ersten Etappenziel von €85,0 fortgesetzt hat. Aufgrund der hohen technischen Qualität der laufenden Aufwärtsbewegung sollte es nicht überraschen, wenn der Titel jetzt die obere Hausse-Kanallinie bei ca. €92,0 testet. HeidelbergCement bleibt deshalb ein technischer (Zu-)Kauf, wobei der strategische Sicherungsstopp jetzt bei €64,0 liegen sollte.

Linde: Im technischen Comeback
Die Linde AG, deren Geschäftsschwerpunkte einerseits im Angebot einer breiten Palette von industriellen und medizinischen Gasen und andererseits in Ingenieurdienstleistungen bestehen, gehört zu den defensiven technischen Wachstumsaktien. Linde, die zuletzt zusätzlich durch die Fusionsdiskussion mit einem US-Wettbewerber aufgefallen war, befindet sich seit März 2003 und Kursen um €21,3 in einer sehr langfristigen Hausse-Bewegung. Aus technischer Sicht kann diese 14-jährige Zeitperiode in vier technische Phasen eingeteilt werden. Zuerst der Hausse-Trend von März 2003 bis zum Juni 2008 mit einem Kursanstieg bis auf ca. €97. Bei der zweiten Phase handelt es sich um eine Zwischenbaisse, die Linde bis zum Oktober 2008 auf ein Low von €46,5 drückte (der DAX hatte sein Baisse-Tief erst im März 2009). Die dritte Phase war wieder eine technische Hausse, die die Aktie auf neue All-Time-Highs um €195,55 (März 2015) führte. Mit der danach einsetzenden Korrektur, die sich parallel zur DAX-Schwäche und begleitet von Unternehmensmeldungen wieder zu einer (Zwischen-)Baisse ausweitete, ergab sich die vierte Phase. Hierbei musste Linde einen Kursrückgang bis auf €113,5 (Februar 2016) hinnehmen. Diese Zwischenbaisse wurde von einem Baisse-Trend, der im August 2016 bei ca. €148 lag, begrenzt. Die beschleunigten Kursrückgänge zum Jahreswechsel 2015/2016 führten Linde auf das Baisse-Low, produzierten eine mittelfristig überverkaufte Lage und bildeten gleichzeitig den Übergang in eine technische Bodenformation. Diese hat die Form eines „Doppelbodens“ unterhalb der Resistance-Zone um €135,5. Im August 2016 verließ Linde diese Formation mit einem Investment-Kaufsignal und überwand dabei die 200-Tage-Linie. Ende August wurde dann der Zwischenbaisse-Trend mit einem zweiten Investment-Kaufsignal abgeschlossen. Als Konsequenz arbeitet Linde wieder an der Etablierung eines neuen, mittelfristigen Aufwärtstrends. Zuletzt ergab sich dabei im Umfeld um €150 eine Konsolidierung mit einem trendbestätigenden Charakter nach oben. Da sich als nächstes, mittelfristiges Etappenziel ein Test der Resistance-Zone ab €165 andeutet, ist Linde ein technischer (Zu-)Kauf. Trotz dieser attraktiven technischen Gesamtlage sollte aber jede Linde-Position mit einem strategischen Sicherungsstopp bei €125,0 belegt werden.

MTU: Auf dem Weg zu neuen Höhen
MTU Aero Engines AG, deren Geschäftsschwerpunkt die Entwicklung und die Produktion von Motoren sowie der gewerbliche Motorenservice ist, ist seit Juni 2005 mit dem Ausgabepreis von €21,0 am Aktienmarkt notiert. Der heutige MDAX-Wert befindet sich seit Oktober 2008 und Kursen um ca. €12,9 in einer Hausse-Bewegung. Hierbei hat sich ab August 2011 ein idealtypischer Hausse-Kanal herausgebildet. Bei MTU startete dieser Kanal bei ca. €40,0, wobei die untere Aufwärtstrendkanallinie zurzeit bei ca. €81,0 liegt. Innerhalb des Kanals hat sich ein klassisches Wechselspiel von mittelfristigen Aufwärtstrends wie z.B. von August 2011 bis Mai 2015 (Kursanstieg von €40,0 auf €79,6) und von März 2014 bis April 2015 (Kursanstieg von €62,5 auf €97,4) sowie mittelfristigen Konsolidierungen ergeben. Seit April 2015 befand sich MTU in einer solchen Konsolidierung in Form einer Seitwärtspendelbewegung. Diese hatte aus mittelfristiger technischer Sicht einen trendbestätigenden Charakter nach oben. In den letzten Handelstagen ist die Aktie von MTU angesprungen. Aufgrund dieses neuen Investment- Kaufsignals sollte sich der Hausse-Kanal fortsetzen und das nächste, mittelfristige Etappenziel in der Kursetablierung deutlich oberhalb von €100 liegen. Als technische Konsequenz ist MTU ein (Zu-)Kauf. Der strategische Sicherungsstopp für jede MTU-Position sollte bei €79,0 leicht unterhalb der unteren Hausse-Kanallinie liegen und in den kommenden Wochen mit dieser Linie sukzessive angehoben werden.

Produktideen: Classic Turbo-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE3LA5 Bull HeidelbergCement Hebel 6,4
CE3L9Y Bear HeidelbergCement Hebel 7,5

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Achim Matzke leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research bei der Commerzbank. Nach dem Mathematik- und BWL-Studium startete er 1990 seine berufliche Karriere bei der Commerzbank. Er ist mit seinem Team maßgeblich für die Technische Analyse sowie die Erstellung von Prognosen und Strategien mit dem Schwerpunkt auf deutsche und europäische Aktien und Aktienindizes verantwortlich. 2014 wurde Achim Matzke von Thomson Reuters Extel Surveys erneut zum besten Analysten des Jahres für deutsche Aktien gewählt.

Achim Matzke ist in Printmedien (z.B. FAZ, Handelsblatt) ebenso als kompetenter Kolumnist tätig wie im TV als Interviewpartner bei ARD, CNBC und natürlich regelmäßig bei ideasTV.

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