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Chartanalyse: Aktien steigen in 2017 weiter – das sind die Gründe!
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Chartanalyse Aktien steigen in 2017 weiter – das sind die Gründe!

Gastautor: Achim Matzke
19.12.2016, 11:18  |  1559   |   |   

DAX und Euro Stoxx 50 mit neuen Investment-Kaufsignalen
Die weltweit wichtigen Aktienindizes befinden sich unverändert in den seit März 2009 laufenden technischen Hausse-Zyklen. Hierbei hatte der S&P 500 im August 2016 die vorherige, 18-monatige Seitwärtspendelbewegung mit Investment-Kaufsignalen verlassen. Da die Faktoren steigender US-Dollar, weitere US-Leitzinserhöhungen und zuletzt deutliche Kursgewinne nicht außer Acht gelassen werden sollten, deutet sich für 2017 für den S&P 500 eine Fortsetzung der Hausse an. Jedoch sollte die Erwartung an die Aufwärtsdynamik nicht zu hoch sein, so dass sich nur ein technisches Kurspotenzial von 2350 bis 2400 Punkte andeutet. Der Nikkei 225 sollte seine technische Hausse bis in die Resistance-Zone von 20500 bis 21000 Punkten verlängern. Der Euro Stoxx 50, der im Jahr 2017 besonders unter dem Einfluss der Politik/Wahlen in Europa stehen sollte, hat zuletzt seine vorherige Baisse und die Bodenformation mit einem Investment-Kaufsignal abgeschlossen. Hier sollte in 2017 die Resistance-Zone von 3450 bis 3520 Punkten getestet werden. Der DAX hatte bereits im August 2016 die vorherige Baisse mit einem Investment-Kaufsignal beendet und zuletzt den neuen Aufwärtstrend ausgebaut. Hier deuten sich für 2017 eine intakte Hausse und ein Test der Resistance-Zone (12000 bis 12400 Punkte) an.

S&P 500: Der Hausse-Zyklus setzt sich fort
Der S&P 500 befindet sich seit März 2009 und einem Kursniveau von 666 Punkten in seinem weiterhin intakten Hausse-Zyklus. Dieser liegt vor, wenn der Index eine langfristige Aufwärtsbewegung durchläuft, wobei es nur zu trendbestätigenden Konsolidierungen (Index-Kursrückgang bis 10,0% vom Zwischenhoch) und Korrekturen (Index-Rückgang zwischen 10,0% und 20,0%) kommt. Der S&P 500 war nach den ausgeprägten Kursgewinnen in den Jahren 2012 bis 2014 ab dem Jahreswechsel 2014/2015 in eine technische Korrektur hineingelaufen. Diese wurde einerseits durch die gestaffelte Resistance- Zone von 2120 bis 2135 Punkten und andererseits durch die gestaffelte Support- Zone von 1810 bis 1820 Punkten begrenzt. Diese technische Korrektur, die eine Ausdehnung von ca. 300 Punkten besitzt, hatte einen trendbestätigenden Charakter nach oben. Anfang Juli 2016 (und damit vor der US-Wahl) brach der S&P 500 mit einem übergeordneten Investment-Kaufsignal aus dieser 18-monatigen Seitwärtspendelbewegung nach oben aus, so dass sich die Ausdehnung der Seitwärtspendelbewegung als zusätzliches, mittelfristiges Aufwärtspotential und damit die technische Zielzone von 2400 bis 2450 Punkte ergibt. Die Aufwärtsbeschleunigung nach der US-Wahl und die aktuelle gute US-Marktbreite (viele US-Aktienindizes befinden sich auf All-Time-Highs) haben mit einem Anstieg auf ca. 2260 Punkten bereits einen Teil dieses mittelfristigen Kurspotenzials geliefert. Da in der Vergangenheit die Kombination aus steigendem US-Dollar, weiter steigenden US-Leitzinsen und leicht ansteigenden US-Anleiherenditen im Regelfall das Aufwärtsmomentum an der Weltleitbörse etwas gedrückt haben, sollten mit Blick auf das technische Kurspotenzial des S&P 500 in 2017 leichte Abstriche gemacht werden. Insgesamt sollte sich die Hausse am USAktienmarkt fortsetzen, wobei der Index in die Zone 2350 – 2400 Punkte hineinlaufen sollte.

Nikkei 225: Resistance-Zone 20500 bis 20950 im Fokus
Die Nikkei 225 startete im Oktober 2008 bei Kursen um 6994 Punkte seinen bis heute intakten technischen Hausse-Zyklus, der den Index im Juni 2015 auf Kurse um 20950 (Resistance-Zone) geführt hatte. Trotz der sehr lockeren Geldpolitik der Bank von Japan und der weiter gefallenen Anleiherenditen drückte aber die Aufwertung des Yens den Nikkei 225 in der zweiten Jahreshälfte 2015 in eine technische Baisse. Diese mündete ab Februar 2016 an der mittelfristigen Support-Zone von 14500 bis 14900 Punkten in eine technische Bodenformation mit dem charttechnischen Charakter eines „Doppelbodens“ mit der leicht fallenden Resistance- Linie (ca. 17200 Punkten). Im Oktober 2016 sprang der Index – mit dem Rückenwind eines leichteren Yens und der Rekordfahrt an der Wall Street – mit einem Investment-Kaufsignal aus der Bodenformation und dem 14-monatigen Baisse-Trend. Zusätzlich wurde noch die leicht fallende 200-Tage-Linie überschnitten. Als technische Konsequenz etablierte der Nikkei 225 direkt wieder einen steilen Hausse-Trend, wobei sich das Aufwärtsmomentum abschwächen sollte. Trotzdem deutet sich für 2017 ein Test der Widerstandszone von 20500 bis 20950 Punkten an.

Euro Stoxx 50: Neues Investment-Kaufsignal
Der Euro Stoxx 50 konnte seit März 2009 (Start bei ca. 1765 Punkten) nur eine moderate langfristige Aufwärtsbewegung etablieren. Nicht nur die Euro-Schuldenproblematik sondern auch die Index-Zusammensetzung (hoher Anteil von Sektoren mit einer unterdurchschnittlichen Kursentwicklung; hoher Anteil von südeuropäischen Standardwerten) waren wichtige Gründe für diese moderate Kursentwicklung. Da sich in den letzten Jahren durch mehrere Wechsel in der Zusammensetzung die Index-Qualität verbessert hat, überrascht es nicht, dass sich in den letzten Monaten das mittelfristige technische Gesamtbild klar verbessert hat. Zunächst war der Index – ausgehend von dem Zwischenhoch im April 2015 bei ca. 3836 Punkten – parallel zur Kursentwicklung in vielen wichtigen europäischen Aktienindizes in eine technisch Zwischen- Baisse gedrückt worden. Hierbei kam es bis zum Februar 2016 zu einem „Sell-Off“ und Kursen um 2670 Punkte. In den Folgemonaten ging der Index unterhalb der gestaffelten Resistance- Zone von 3120 bis 3160 Punkten in eine Seitwärtspendelbewegung mit dem charttechnischen Charakter eines „Doppelbodens mit Plattform“ über. Nachdem sich der Index in den letzten Monaten schon in einem Trading-Markt direkt unterhalb dieser Resistance-Zone aufgehalten hatte, ist der Index zuletzt mit einem Investment-Kaufsignal sowohl aus dieser Bodenformation als auch dem (Zwischen-)Baisse-Trend herausgekommen (Sprung über 3120 – 3160). Der Index, bei dem zuletzt auch die jahrelange relative Schwäche im europäischen Vergleich ausgelaufen ist, deutet für 2017 ein technisches Kurspotenzial bis zur mittelfristigen Resistance-Zone von 3480 bis 3530 Punkten an.

DAX: Setzt in 2017 seine Klettertour fort
Der DAX befindet sich seit März 2009 und Kursen um 3599 Punkte in einem Hausse-Zyklus. Der jetzt fast achtjährige Hausse-(Zyklus-)Trend liegt zurzeit bei ca. 9350 Punkten. In den letzten Jahren hat sich zusätzlich die mehrfach getestete, gestaffelte Support-Zone von 8700 bis 9325 Punkten ergeben. Nach der Aufwärtsbeschleunigung im 1 Quartal 2015 mit einem Anstieg auf ca. 12400 Punkten (neue All-Time-Highs; neue Resistance-Zone) war aber auch der DAX in eine technische (Zwischen-)Baisse gedrückt worden. Mit den Tiefs von 8700 Punkten (Februar 2016) wurde aber die dreijährige Support-Zone getestet und bestätigt und der achtjährige Hausse-Trend verteidigt. Seit Februar 2016 hat der Index damit wieder einen Aufwärtstrend (Aufwärtstrendlinie aktuell bei ca. 9900 Punkten) herausgebildet. Mit Hilfe dieses Trends ist der Index Anfang August 2016 aus dem Zwischen-Baisse-Trend herausgelaufen und hatte danach die trendbestätigende Konsolidierung/Trading-Range (Support-Zone 10190; Resistance- Zone um 10800) herausgebildet. In den letzten Tagen hat der DAX mit einem qualitativ hochwertigen Investment-Kaufsignal (Sprung über 10800) seine Aufwärtsbewegung fortgesetzt. Aufgrund der guten technischen Gesamtlage – auch bei vielen Index-Schwergewichten – deutet sich für 2017 ein Test der Resistance-Zone von 12000 bis 12400 Punkten an.

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Achim Matzke leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research bei der Commerzbank. Nach dem Mathematik- und BWL-Studium startete er 1990 seine berufliche Karriere bei der Commerzbank. Er ist mit seinem Team maßgeblich für die Technische Analyse sowie die Erstellung von Prognosen und Strategien mit dem Schwerpunkt auf deutsche und europäische Aktien und Aktienindizes verantwortlich. 2014 wurde Achim Matzke von Thomson Reuters Extel Surveys erneut zum besten Analysten des Jahres für deutsche Aktien gewählt.

Achim Matzke ist in Printmedien (z.B. FAZ, Handelsblatt) ebenso als kompetenter Kolumnist tätig wie im TV als Interviewpartner bei ARD, CNBC und natürlich regelmäßig bei ideasTV.

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Leiter Technische Analyse, Commerzbank AG

Achim Matzke leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research bei der Commerzbank. Nach dem Mathematik- und BWL-Studium startete er 1990 seine berufliche Karriere bei der Commerzbank. Er ist mit seinem Team maßgeblich für die Technische Analyse sowie die Erstellung von Prognosen und Strategien mit dem Schwerpunkt auf deutsche und europäische Aktien und Aktienindizes verantwortlich. 2014 wurde Achim Matzke von Thomson Reuters Extel Surveys erneut zum besten Analysten des Jahres für deutsche Aktien gewählt.

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