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News - 03.11.09 13:03
ROUNDUP: Großbritannien pumpt weitere Milliarden in
Banken
LONDON (dpa-AFX) - Die britischen Steuerzahler müssen für die
Rettung der
heimischen Banken erneut tief in die Tasche greifen.
Der Staat
pumpt weitere
31,2 Milliarden Pfund (34,5 Mrd Euro) in die beiden größten
Sanierungsfälle des
Landes, die Royal Bank of Scotland (RBS) und die Lloyds Banking
Group . Im
Gegenzug für die Hilfen müssen sich die mächtigen Geldhäuser von
weiten Teilen
ihres Geschäfts trennen, wie das Finanzministerium am Dienstag in
London
mitteilte. Die Zerschlagung war nötig geworden, weil die EU
Wettbewerbsbedenken
angemeldet hatte.
Der größere Problemfall ist dabei die Royal Bank of
Scotland. Die Regierung
erhöht dort ihren Anteil von 70 auf 84 Prozent. Insgesamt
sichern
die
Steuerzahler jetzt gegen Gebühr problematische Wertpapiere über 282
Milliarden
Pfund ab.
Außerdem steckt die Regierung weitere 25,5
Milliarden Pfund direkt in
die Bank. Vor allem die Übernahme des niederländischen
Wettbewerbers ABN Amro
hatte die Royal Bank of Scotland (RBS) vergangenes Jahr in die
Katastrophe
gestürzt.
LLOYDS KOMMT UM SCHUTZSCHIRM HERUM
Der Rivale Lloyds wird dagegen nicht unter den staatlichen
Schutzschirm für
Schrottpapiere schlüpfen.
'Die Gruppe hat in
den vergangenen Monaten eine starke
Leistung gezeigt', sagte Bankchef Eric Daniels. Doch
auch Lloyds braucht
frisches Geld.
Daniels will insgesamt 21
Milliarden Pfund einsammeln,
vornehmlich bei privaten Investoren. Die britische Regierung
beteiligt sich
jedoch mit 5,7 Milliarden Pfund an einer
Kapitalerhöhung, um ihren Anteil am
Unternehmen bei 43 Prozent zu halten. Lloyds hatte sich in der
Finanzkrise mit
der Übernahme des heimischen Rivalen HBOS verhoben.
Die neuen Milliardenhilfen sind auch deshalb umstritten, weil
RBS erst am Vortag
angekündigt hatte, weitere 3.700 Stellen zu streichen.
Gewerkschaften fürchten,
dass durch die Zerschlagung der beiden Banken 25.000 Jobs auf dem
Spiel stehen.
Die Opposition kritisierte, die neuen Hilfen seien noch größer als
die des
Vorjahres. Es gebe aber immer noch keine Garantie, dass die
Kreditvergabe wieder
fließt. Premierminister Gordon Brown verteidigte dagegen die Linie.
Die
Regierung schaffe nun Wettbewerb, 'damit nicht die Öffentlichkeit
die Banken
finanziert, sondern die Banken der Öffentlichkeit die Schulden
zurückzahlen'.
BANKEN MÜSSEN SPARTEN ABGEBEN
Bereits im vergangenen Jahr hatten RBS und Lloyds mehrere
Milliarden vom Staat
erhalten. Es folgten monatelange Diskussionen, wie die beiden
Institute wieder
in die Spur gebracht werden können.
Finanzminister Alistair
Darling will nun mit
der Abspaltung profitabler Teile neue starke Banken im Land zu
schaffen.
RBS wird unter anderem Standorte in England und Wales, seine
NatWest-Filialen in
Schottland sowie Teile des Investmentbankings abstoßen. Die
Lloyds Bankengruppe
muss sich neben der Marke TSB unter anderem von ihren Cheltenham
&
Gloucester-Filialen trennen.
Bei beiden Banken zusammen stehen
mehr als 900
Filialen zum Verkauf.
Überdies müssen die
Großverdiener in den Häusern auf ihre
Bonuszahlungen für dieses Jahr verzichten.
Die Geschäftszweige dürfen auf Druck der EU aber nur an Neulinge
auf dem
britischen Bankenmarkt gehen.
Als
Interessent gelten Milliardär Richard Branson
mit seiner Virgin-Gruppe und die Supermarktkette Tesco
. Sie könnten sich mit
einem Schlag rund zehn Prozent am Privatkunden-Geschäft auf der
Insel sichern.Die BBC berichtete, dass auch Namen wie der des
deutschen Versicherungsriesen
Allianz oder der Versicherungskonzerne Generali und Zurich im
Gespräch
seien./das/re