Jetzt wäre das mal vorerst überstanden, aber ich fürchte das wars
noch nicht, so schnell gibt Roche nicht auf.
Mittwoch, 18. April 2012
Kampf um Illumina verlorenRoche wirft das Handtuch
Der Schweizer Pharmariese Roche erleidet im Kampf um den
amerikanischen Gentechnikspezialisten Illumina eine empfindliche
Schlappe. Nach dem Illumina-Management spricht sich auch die
Aktionärsversammlung gegen eine Verlängerung des Übernahmeangebots
aus.
Roche 135,96
Roche steht bei der feindlichen Milliarden-Übernahme des
US-Gentechnikspezialisten Illumina vor dem Aus. Nach einer
Niederlage auf der Illumina-Aktionärsversammlung entschied sich das
Management des Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzerns, das bis
zum Freitag dauernde Angebot von 51 Dollar je Aktie nicht zu
verlängern.
Damit zerschlagen sich die Hoffnungen auf eine erneute Aufbesserung
der Offerte. Das Illumina-Management erachtete das Angebot von
insgesamt 6,8 Milliarden Dollar als zu niedrig. Auch die Anleger
glauben nun nicht mehr an eine Übernahme. Die Illumina-Aktie sackte
deutlich ab. Der Roche-Genussschein legte dagegen zu.
Roche erleidet damit einen Rückschlag in seinen Bemühungen zur
Entwicklung von Medikamenten, die speziell auf bestimmte
Patientengruppen zugeschnitten sind. Illumina ist auf dem Gebiet
der Gensequenzierung tätig. Mit Hilfe des Genprofils kann
inzwischen bei manchen Krankheiten bestimmt werden, ob eine
Behandlung wirkt oder nicht.
Der Schweizer Konzern setzt stark auf dieses neue Feld der
personalisierten Medizin. Dank des eigenen Diagnostikgeschäfts kann
Roche im Gegensatz zu vielen anderen Pharmakonzernen die dazu
nötigen Gentests selbst entwickeln und anbieten. Roche ist
Weltmarktführer in der Krebsmedizin, einem Gebiet das als besonders
vielversprechend für auf den Patienten zugeschnittene Medizin gilt.
Aber auch Virus- und Autoimmunerkrankungen gelten als Kandidaten
für maßgeschneiderte Arzneimittel.
Großaktionäre halten Illumina-Chefs die Treue
Um den Widerstand des Illumina-Managements zu überwinden und die
Kontrolle über das Übernehmen zu erlangen, nominierte Roche eigene
Kandidaten für den Aufsichtsrat. Doch die Aktionäre sprachen sich
für die Kandidaten von Illumina aus. Ohne Empfehlung des
Illumina-Kontrollgremiums dürften Roche nicht genügend Aktien
angedient worden, um die Übernahme zu vollziehen.
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Ein Vertreter eines Hedgefonds, der auch Illumina-Titel hält,
sagte, die größten drei oder vier Aktionäre stünden hinter dem
Illumina-Management und dem Aufsichtsrat, so dass das Ergebnis der
Aktionärsversammlung keine Überraschung darstelle. In Erwartung
dieses Ergebnisses hätten viele Hedgefonds Illumina-Aktien leer
verkauft und damit gute Gewinne eingefahren. Ein anderer Aktionär
erklärte: "Roche hat noch keinen Preis geboten, der ausreichen
würde, um Verhandlungen aufzunehmen." Roche hatte angedeutet, die
Offerte erneut anzuhaben, falls der Konzern die Gelegenheit
erhalten würde, Gespräche aufzunehmen und die Bücher von Illumina
zu prüfen.
Doch dagegen sperrte sich Illumina. Ausgehend von den öffentlich
verfügbaren Informationen sei ein Preis von mehr als 51 Dollar
nicht im Interesse der Roche-Eigner, entgegnete Konzernchef Severin
Schwan. Noch ein anderer Grund könnte für Roche dafür gesprochen
haben, jetzt Härte zu zeigen. Falls Roche sich einen Ruf schaffe,
die ursprünglichen Angebote mehrmals zu erhöhen, leidet die
Glaubwürdigkeit des Unternehmens Investmentbankern zufolge bei
möglichen zukünftigen Transaktionen. Roche hatte bei der
Veröffentlichung des Angebots Ende Januar 44,50 Dollar je Titel
offeriert.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Roche-wirft-das-Handtuch-artic…