Der US-Medienriese TimeWarner zieht nach acht verlustreichen Jahren
einen Schlussstrich unter einen milliardenschweren Irrtum: Der
Konzern entlässt seine defizitäre Internet-Tochter AOL in die
Selbstständigkeit und verschenkt sie an seine Anteilseigner. AOL
werde am 9. Dezember aus dem Konzern herausgelöst und am folgenden
Tag als eigenständiges Unternehmen an der Börse gehandelt, teilte
TimeWarner am Montagabend (Ortszeit) nach Börsenschluss mit.
Wer zum Stichtag 27. November Aktien von TimeWarner besitzt, soll
jeweils einen neuen AOL-Anteilsschein für elf TimeWarner-Papiere
erhalten. TimeWarner will die verbleibenden Anteile auf dem freien
Markt verkaufen und die Einnahmen als Gewinn an die Aktionäre
ausschütten, denen Teile einer AOL-Aktie zugestanden hätten.
Außerdem erhalten die TimeWarner-Aktionäre eine unveränderte
Quartalsdividende von 0,1875 US-Dollar je Anteilsschein.
Jahrhunderthochzeit endet als teures Verlustgeschäft
Die einst 100 Milliarden Dollar schwere Fusion von AOL und Time
Warner war im Jahr 2001 als Jahrhunderthochzeit gefeiert worden.
Nach dem Platzen der Internetblase blieben gigantische Verluste,
die Ehe galt als gescheitert. Die Internetsparte leidet unter
sinkenden Nutzerzahlen und niedrigen Werbeeinnahmen. AOL bietet
Internetzugänge und Textinhalte im Web an. Diese bringen zwar viel
Onlineverkehr, allerdings verliert das Unternehmen jedes Quartal
Abonnenten im sechsstelligen Bereich.
Nach der Loslösung - das hatte der bisherige Mutterkonzern bereits
angekündigt - muss AOL sein Geschäft zunächst einmal auf Vordermann
bringen. Vor wenigen Tagen hatte TimeWarner für den Umbau weitere
bis zu 200 Millionen US-Dollar veranschlagt, die im ersten Halbjahr
2010 investiert werden sollen.
AOL will als Einzelkämpfer zum führenden Inhalteanbieter
aufsteigen
AOL will früheren Angaben zufolge nach der Trennung in den
kommenden zwei Jahren zum größten Anbieter eigener Inhalte im
Internet aufsteigen. Dazu sollen in neue Nischen expandiert und die
Videoproduktion ausgebaut werden. Neben den Inhalten sollen weitere
Schwerpunkte auf der Werbetochter Advertising.com und auf regional
abgestimmten Angeboten liegen. Auch das Geschäft als Anbieter von
Internetzugängen rückt nach Aussagen von AOL-Chef Tim Armstrong
wieder in den Fokus.
TimeWarner selbst steckt bereits seit längerem in einem Umbau. In
Europa hat sich der Konzern längst vom AOL-Geschäft mit
Internetzugängen getrennt. Auch die Kabelnetz-Sparte ist weg. Zum
Kerngeschäft von TimeWarner gehören TV-Sender (CNN), Magazine
("Time", "Fortune") oder Filmstudios (Warner Brothers). Im dritten
Quartal musste TimeWarner - nicht zuletzt wegen AOL - einen
Einbruch beim Nettoergebnis um fast 40 Prozent auf 661 Millionen
US-Dollar (444 Millionen Euro) hinnehmen.
http://satundkabel.magnus.de/medien/artikel/update-timewarne…
Etwas neuer, das hier
http://www.internetworld.de/Nachrichten/Unternehmen/Umstrukt…
Mal schauen wo es hin geht. Die Seitenline ist zur Zeit ein guter
Ort.