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schrieb am 15.01.12 16:24:38
27. Dezember 2011, Neue Zürcher Zeitung
Donnergrollen über Sibirien
Der Kampf um den russischen Bergbaukonzern Norilsk Nickel nimmt
epische Ausmasse an
Nickelstreit vor der Eruption? Heisse Schlacke aus der Giesserei in
Norilsk auf der Halde. (Bild: Keystone / Arcticphoto /
Alexander)
Der Konflikt um die Kontrolle über Norilsk Nickel zwischen zwei
russischen Magnaten dauert bereits lange. Auch die Schweiz wurde
zum Kampfschauplatz. Ein Ende ist nicht absehbar.
Gerald Hosp, Moskau
In den Bordmagazinen von Fluggesellschaften werden üblicherweise
Feriendestinationen oder die Region, aus der der Carrier kommt,
angepriesen. Die Passagiere der sibirischen Gesellschaft Nordstar
stolperten hingegen im November über eine Karikatur des russischen
Magnaten Oleg Deripaska, des Hauptaktionärs des Aluminiumkonzerns
UC Rusal . Im Artikel ist beschrieben, wie sich Rusal «schwarzer»
Public Relations bediene, um seine Ziele zu verfolgen. Der Beitrag
kommt indes nicht völlig überraschend, die Fluggesellschaft ist ein
Tochterunternehmen von Norilsk Nickel, Russlands grösstem
Bergbaukonzern. Rusal, das an Norilsk mit 25% plus einer Aktie
beteiligt ist, liegt mit dem Management des Nickel-, Kupfer- und
Palladiumproduzenten und einem weiteren Grossaktionär, Wladimir
Potanin, im Clinch um die Kontrolle über Norilsk. Die Spuren des
Konflikts lassen sich nicht nur in Sibirien finden, sie führen
unter anderem auch in die Schweiz.
Klage in der Schweiz
Ein Tochterunternehmen von Rusal hatte im August bei der
Bundesanwaltschaft in Bern eine Strafanzeige eingereicht. Die
Klägerin warf der Privatbank Hyposwiss, einer Tochter der St.
Galler Kantonalbank (SGKB), und der Anwaltskanzlei Bodmer Fischer
vor, im Zusammenhang mit einem Aktienrückkauf von Norilsk Nickel
als Drehscheibe zur Geldwäsche für Interros, das
Investitionsvehikel von Potanin, gedient zu haben. Die
Bundesanwaltschaft ging jedoch nicht darauf ein. Rusal zog die
Anzeige weiter an das Bundesstrafgericht in Bellinzona. Hans
Bodmer, der im Zentrum der Anschuldigungen steht, trat als
Verwaltungsrat der Hyposwiss zurück, die SGKB war wohl um ihre
Reputation besorgt. Die Untersuchung einer externen
Revisionsgesellschaft, die von der SGKB bei ihrem üblichen
Buchprüfer in Auftrag gegeben wurde, kam zum Ergebnis, dass keine
Geldwäsche vorliege. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma)
beschäftigt sich auch noch mit dem Fall.
Unterdessen doppelte Deripaska medial nach und kündigte bereits
eine zivilrechtliche Klage gegen Hyposwiss in Milliardenhöhe an,
falls auch die Berufung negativ ausfällt. Zudem bemüht Rusal auch
die Schweizer Politik und fördert peu à peu neue Häppchen an den
Tag, um den Fall am Köcheln zu halten. Interros will zunächst das
Berufungsverfahren abwarten und behält sich auch rechtliche
Schritte vor. Zumindest für Anwälte sowie PR- und Lobby-Agenturen
in der Schweiz und anderswo ist die Angelegenheit einträglich. Für
Rusal scheint die Klage in der Schweiz zu einem Schlüsselelement im
Kampf gegen den Kontrahenten Interros geworden zu sein.
Marianna Sacharowa, die im Verwaltungsrat von Norilsk und zudem in
der Geschäftsführung von Interros sitzt, wehrt sich gegen die
Vorwürfe und verweist darauf, dass die Schweiz nicht der einzige
rechtliche Schauplatz sei. Rusal brachte Klagen gegen Norilsk und
Interros in Russland, im Karibikstaat Saint Christopher and Nevis,
in Grossbritannien, in den Niederlanden und in den Vereinigten
Staaten ein, bisher ohne sichtbaren Erfolg. Zusätzlich wurde ein
Schiedsgericht in London bemüht, an dem Rusal von Interros
beschuldigt wurde, gegen eine Vereinbarung zum gemeinsamen
Management von Norilsk verstossen zu haben. Das Verfahren ist
vertraulich, Ergebnis ist keines offiziell bekannt. Die Vorwürfe,
die die zerstrittenen Seiten gegeneinander vorbringen, sind happig:
Rusal wirft Interros vor, gestohlen zu haben. Bei Interros wird
geargwöhnt, Rusal sei ein sogenannter «Greenmailer». Darunter wird
ein Akteur verstanden, der mit einem Übernahmeversuch droht, um
einen höheren Preis für die zuvor erworbenen Aktien zu
erzielen.
Der Streit mutet episch an, es geht auch um viel. Norilsk ist
Russlands grösster Bergbaukonzern, die Marktkapitalisierung betrug
Mitte Dezember 26,5 Mrd. $. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (Ebitda) belief sich für das erste Semester 2011 auf
3,74 Mrd. $. Rusal ist an der Börse 9,7 Mrd. $ wert. Somit ist
der Norilsk-Anteil von Rusal doppelt so viel wert wie das eigene
Aluminiumgeschäft.
Im Mittelpunkt der meisten zuletzt eingereichten Klagen Rusals
stehen der Anteil des niederländisch-schweizerischen
Rohstoffhändlers Trafigura und die von Norilsk durchgeführten
Aktienrückkaufprogramme. Ende vergangenen Jahres war Trafigura als
Käufer einer Beteiligung von 8,1% aufgetreten. Es ist derzeit aber
nicht klar, wer die Beteiligung tatsächlich hält. Der Buchprüfer
KPMG stellte im August fest, nicht in der Lage zu sein, den
endgültig wirtschaftlich Berechtigten zu eruieren. KPMG reichte die
Erklärung nicht aus, die Offshore-Unternehmen, die die Anteile
gekauft hatten, handelten im Interesse von Trafigura. Hinweise auf
eine grosse Beteiligung und auf umfangreiche Transaktionen in
diesem Zusammenhang lassen sich in den Büchern von Trafigura nicht
finden. Ende September will Trafigura mit nur 0,9% an Norilsk
beteiligt gewesen sein. Der Rohstoffhändler wollte zum Fall nicht
Stellung nehmen.
Rusal ist schon länger der Überzeugung, dass die
Offshore-Unternehmen dem Vehikel von Interros oder dem
Norilsk-Management zuzuordnen seien. Rusal geht auch davon aus,
dass Potanin und die Manager des Nickelproduzenten
zusammenarbeiten. Laut Rusal erwarben im Oktober 2010 zwei
Interros-Gesellschaften von einer Norilsk-Tochter das Recht zum
Kauf von einem Anteil von 8,1% an Norilsk. Im Zuge eines
Aktienrückkaufprogramms wurden diese Optionen ausgeübt. Mit dem
Hin- und Her-Verkauf zu unterschiedlichen Preisen soll Interros
Norilsk und die anderen Aktionäre um mehr als 1 Mrd. $ geschädigt
haben. Die Transaktionen dazu sollen über die Hyposwiss gelaufen
sein. Interros will die Verbindung zwischen der
Potanin-Gesellschaft und den Offshore-Unternehmen, die die Anteile
hielten, nicht kommentieren. Trotz den Klagen zog Norilsk zudem
ein weiteres Rückkaufprogramm durch, bei dem für 4,5 Mrd. $ ein
Anteil am Unternehmen von bis zu 7,71% eingesammelt wurde.
Früher waren bereits Anteile in der Höhe von 9,23% zurückgekauft
worden. Nach dem Aktienrückkauf scheint Interros im Vorteil zu
sein.
Das Vehikel von Potanin hatte vor dem Rückkaufprogramm rund 30%
an Norilsk, jetzt könnten es rund 27% sein. Bei Interros wird die
Beteiligung mit weniger als 30% angegeben. Zusammen mit dem
Trafigura-Anteil – wer auch immer diesen hält – und den
unternehmenseigenen Aktien hält wohl Interros die Mehrheit. Der
Trafigura-Anteil könnte auch grösstenteils zurück an Norilsk
verkauft worden sein. Mit dem aus der Aktion eingenommenen Kapital
könnte Interros zudem weitere Titel günstig zukaufen. Der
Aktienrückkauf hatte mit einer Prämie von rund 40% gegenüber dem
damaligen Börsenkurs stattgefunden.
Diskutiert wird ausserdem die Annullierung der unternehmenseigenen
Aktien. Auch Interros hält dies für sinnvoll. Dadurch könnte die
Gesellschaft ihren Anteil an Norilsk auf mehr als 30% schrauben,
ohne dass laut russischem Gesetz ein allgemeines Kaufangebot
getätigt werden müsste. Für Rusal wäre eine Annullierung
anstrebenswert, weil dann sichergestellt wäre, dass das Management
nicht mit diesen Anteilen stimmen könnte. Norilsk hatte aber
schon angekündigt, ein Paket von 7,4% in einem Repo-Geschäft an
Banken zu verpfänden. Interros hat auf alle Fälle einen
Vorteil.
Burgfrieden in der Krise
In der langen Geschichte des Konflikts, der 2007 begonnen hatte,
schien ein Ende schon mehrfach absehbar. Im Zuge der Auftrennung
der geschäftlichen Aktivitäten zwischen Potanin und seinem früherem
Partner Michail Prochorow gelangte Deripaska an die
Norilsk-Sperrminorität. Prochorow verkaufte seinen Anteil noch vor
dem Ausbruch der Finanzkrise und erzielte einen hohen Preis, der in
Bargeld und in Anteilen an Rusal entrichtet wurde. Deripaska hatte
zunächst den Norilsk-Anteil mit der Idee gekauft, die Unternehmen
zu einem russischen Bergbauriesen zusammenzulegen. Die industrielle
Logik würde nicht in der Nutzung von Synergien, sondern in der
Diversifizierung der Produktpalette liegen. Norilsk-Rusal hätte
sich in dieser Sichtweise einem breit ausgerichteten,
internationalen Bergbaukonzernen angeglichen.
Potanin hatte sich, um seinen Einfluss fürchtend, mit dem Argument
quergestellt, eine Fusion würde die Vorteile beider Unternehmen
unterminieren. Zugleich schlug Potanin eine Grossfusion mit dem
Stahl- und Eisenerzproduzenten Metalloinvest des Magnaten Alischer
Usmanow vor, deren industrielle Logik auch nicht offensichtlich
ist. Eine Zweier- oder Dreierfusion wurde angedacht und wieder
verworfen. Einen Vorteil erreichte Potanin 2008, als er Wladimir
Strschalkowski als CEO von Norilsk installieren konnte.
Strschalkowski hatte wenig Erfahrung im Bergbau aufzuweisen, hatte
dafür einen KGB-Hintergrund und anscheinend gute Verbindungen zu
Wladimir Putin. Strschalkowskis Aufgabe sollte die Sicherung der
Unterstützung durch die Politik sein, er gilt als personifizierte
Garantie für Potanin.
Ende 2008 einigten sich die zwei Streithähne überraschend auf ein
Abkommen, um «den Wert des Unternehmens wiederherzustellen und ein
dynamisches Wachstum zu garantieren». Dabei soll der Staat
Geburtshelfer gewesen sein. Dabei wurde auch Alexander Woloschin,
ein früherer Leiter der Präsidialverwaltung, zum
Verwaltungsratspräsidenten von Norilsk gewählt. Er sollte für
Äquidistanz sorgen, sozusagen die staatliche Garantie für
Deripaska.
Die Einigung kam durch den Zwang der Finanzkrise zustande. Beide
Seiten waren hoch verschuldet und kämpften darum, die Anteile
behalten zu können. Rusal war zudem davon absorbiert, den
Börsengang bis Anfang 2010 durchzuboxen. Im Juni 2010 brach jedoch
der Aktionärsstreit wieder offen aus. An einer Generalversammlung
unterstützte Interros nicht die Wiederwahl Woloschins, Rusal sprach
von einem Bruch des Abkommens. Zudem gab es unter anderem
Meinungsverschiedenheiten zur Dividendenausschüttung und zum
Budget. Danach begann Rusal mit einem wahren Feuerwerk an Klagen.
Auf alle Fälle leidet die Weiterentwicklung von Norilsk unter dem
Konflikt. Laut Maxim Sokow, Verwaltungsrat bei Norilsk und
Strategiechef von Rusal, wird Norilsk schlecht gemanagt. Interros
und Norilsk verweisen hingegen auf den Aluminiumkonzern, der mit
seinem Versuch der feindlichen Übernahme und den vielen Klagen die
Energie des Managements absorbiere.
Ein Ende des Konflikts ist sowohl mit den Klagen in der Schweiz
als auch mit der Erlangung der Mehrheit durch die Interros-Seite
nicht absehbar. Rusal hält trotz allem eine Sperrminorität.
Meist wird die Lösung des Streits darin gesehen, dass einer der
Hauptaktionäre den Anteil des anderen aufkauft. Solche
Gelegenheiten haben aber bereits beide Seiten verstreichen lassen.
Das Norilsk-Management hatte in der vergangenen Zeit ebenfalls
angeboten, Rusal den Anteil oder Teile der Beteiligung abzukaufen.
Zuletzt stand das Angebot, 15% an Norilsk für 8,8 Mrd. $ zu
erwerben. Die Bedingungen waren die gleichen wie für das jüngste
Aktienrückkaufprogramm, das dann alternativ durchgeführt wurde.
Rusal lehnte die Kaufofferten von Interros und Norilsk bisher ab.
Die Beteiligung wird als strategische Investition in ein
Firstclass-Unternehmen gesehen. Es sei beinahe unmöglich, einen
Anteil an einem Konzern mit ähnlicher Qualität zu erwerben, sagt
Rusal-Strategiechef Sokow.
Trotz den Äusserungen des Rusal-Managements spekulieren manche,
dass der Aluminiumkonzern im kommenden Jahr den Anteil verkaufen
werde. Es lastet immer noch ein Schuldenberg von 10,9 Mrd. $ (Ende
September) auf Rusal. Auch wenn das Unternehmen Kredite
refinanzieren konnte, Investoren wurden aufgeschreckt, als das
Unternehmen nach flexibleren Kreditvereinbarungsklauseln angesichts
der Schwäche am Rohstoffmarkt fragte. Mit dem Norilsk-Anteil könnte
Rusal die Schulden abbauen. Der Aluminiumkonzern ist aber auf alle
Fälle aufgrund der angespannten finanziellen Situation nicht in der
Lage, mehr Anteile an Norilsk zu kaufen. Zudem könnte es auch im
Aktionariat von Rusal unterschiedliche Meinungen geben.
Deripaska ist Vorstandsvorsitzender von Rusal und hält einen Anteil
von 47,41%. Prochorow hat 17,02%, der russische Milliardär Viktor
Vekselberg besitzt zusammen mit Partnern über die Gesellschaft Sual
eine Beteiligung von 15,8%. Der schweizerische Rohstoffhändler
Glencore ist mit 8,75% beteiligt. Vor allem Sual und Prochorow
könnten der Strategie Deripaskas überdrüssig sein. Laut der
russischen Zeitung «Kommersant» sollen Sual und Prochorow auch
gegen einen langfristigen Vertrag von Rusal mit Glencore gestimmt
haben. Die Vereinbarung hätte mit sich gebracht, dass der Schweizer
Konzern einen grossen Teil des Aluminiums von Rusal hätte
vermarkten können. Manche Beobachter deuten auch die Involvierung
von Trafigura als Schuss vor den Bug von Glencore.
Steigende Intransparenz
Wie der Disput weitergeht, ist unklar. Es wird jedoch über
mehrere Lösungsvarianten diskutiert. Zum einen wird über eine
Dekotierung nachgedacht, die wohl nur den Vorteil hätte, dass sich
die Gesellschafter dann nicht mehr den Bestimmungen eines an der
Börse geführten Unternehmens unterwerfen müssten. Dies wäre eher
eine Verschärfung der Lage als eine Lösung. Zum anderen wird der
Einstieg einer dritten Partei in Erwägung gezogen. Diese könnte den
Anteil Rusals übernehmen. Dadurch würde Deripaska nicht an Potanin
verkaufen müssen und das Gesicht verlieren. Oder die dritte Partei
wird ein weiterer Grossaktionär, der schlichtend wirkt. Als
möglicher Käufer wird Usmanow genannt, der je nach Opportunität die
eine oder andere Seite unterstützt. Dies könnte aber auch zu mehr
Problemen führen. Die russische Regierung sieht dem ganzen Treiben
derzeit noch unbeteiligt zu. Solange der Streit keinen Einfluss auf
die Erfüllung der sozialen Aufgaben des Unternehmens hat, wird der
Konflikt offenbar «laufengelassen». Dies könnte sich aber bald
ändern.
Auf der Strecke bleiben vor allem
Corporate-Governance-Überlegungen. Der Norilsk-Kurs wurde zwar
durch die mehrmaligen Aktienrückkäufe nach oben gepumpt, das
Unternehmen leidet jedoch unter der Intransparenz. Der Fall
zeigt auf, dass «Oligarchen-Aktien» immer wieder mit hohen Risiken
versehen sind. Analytiker der Investmentbank Renaissance Capital
beklagen auch das Fehlen einer klaren Strategie des
Managements. Rusal wird auf jeden Fall
nicht als Verteidiger der Rechte der Minderheitsaktionäre
wahrgenommen. Die Passagiere von Nordstar werden wohl
auch weiterhin mit Karikaturen über Deripaska versorgt werden.
schrieb am 26.01.12 21:19:57
Norilsk Nickel: Milliarden für mehr Wachstum
Moskau 19.01.2012 (www.emfis.com) Obwohl Norilsk Nickel bereits
Russlands größter Minenkonzern ist, hat das Unternehmen längst noch
nicht genug und setzt weiterhin auf Expansion, die man sich einige
Milliarden Dollar kosten lassen will.
Investierten die Russen im vergangenen Jahr insgesamt noch 2,8
Milliarden Dollar in die Ausweitung ihrer Geschäftsfelder, so will
die Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr drei Milliarden Dollar
in neue und bestehende Projekte investieren. Dies entspricht einer
Steigerung in Höhe von sieben Prozent.
Erkundung neuer Ressourcen
233 Millionen Dollar sollen Unternehmensangaben zufolge zur
Entwicklung des Chita-Kupfer-Projekts in Sibirien fließen, weitere
100 Millionen sollen der Erkundung neuer Ressourcen zugutekommen.
Die übrigen 2,5 Milliarden dürften in erster Linie der
Modernisierung bereits bestehender Minen dienen.
Insbesondere der letztgenannte Punkt ist für Norilsk Nickel von
enormer Wichtigkeit, da das Unternehmen – wie die meisten anderen
russischen Gesellschaften – noch mit veralteter Sowjet-Technik
auskommen muss, was in der Vergangenheit stets dazu führte, dass
man weniger produzierte als es möglich gewesen wäre.
schrieb am 28.01.12 12:40:54
Auch das wird Silber weiter beeinflussen:
26.01., 09:10 SOCIÉTÉ GÉNÉRALE
Gold, Nickel, Rohöl und Zucker - aktuelle Preisentwicklung
Paris (aktiencheck.de AG) - Gestützt auf Käufe japanischer
Investoren ist der Goldpreis am Montag auf den höchsten Stand seit
Dezember gestiegen, so die Analysten der Société Générale in
ihrer aktuellen Ausgabe von "Investment & Life Rohstoffe".
Eine Feinunze des Edelmetalls habe sich an der NYMEX auf rund
1.770,00 US-Dollar verteuert. Das Risiko bleibe groß, dass
Griechenland in den kommenden Monaten zahlungsunfähig werde. Die
Staatsschuldenkrise könnte dann ein weiteres Mal das Geschehen an
den Märkten bestimmen. Vor diesem Hintergrund könnte davon
ausgegangen werden, dass es weiterhin eine hohe Goldnachfrage geben
werde.
Von allen Industriemetallen habe Nickel im vergangenen Jahr die
größten Verluste verbucht. Die Preise für Nickel seien nun
erstmals seit Ende Oktober wieder über die Marke von 20.000,00
US-Dollar je Tonne gestiegen. Neben der besseren Marktstimmung
seien die geplanten Produktionskürzungen von Norilsk Nickel
(ISIN US46626D1081/ WKN 676683), dem weltweit größten
Nickelproduzenten, einer der Gründe. Aktuell notiere der Kurs
an der LME (Februar-Kontrakt) bei 20.400,00 US-Dollar auf dem
höchsten Stand seit vier Monaten.
Vor dem Wochenende sei der WTI-Future in den zweistelligen Bereich
gefallen. Auch zu Wochenbeginn sehe es nicht anders aus. So koste
das US-Öl der Sorte WTI (März-Kontrakt) zurzeit an der NYMEX rund
98,00 US-Dollar je Barrel. Anzeichen von Entspannung im Streit
zwischen dem Iran und dem Westen hätten die Sorgen um eine Blockade
der Straße von Hormus abklingen lassen. Daran hätten auch positive
Konjunkturdaten in den USA nichts ändern können.
Mehr Angebot als Nachfrage - dies löse seit Jahresbeginn einen
Preisrückgang von rund 27 Prozent aus. An der NYBOT notiere das
Pfund (März-Kontrakt) bei rund 25,00 US-Cents. Da aktuell das
US-Landwirtschaftsministerium als auch die internationale
Zuckerorganisation ICO bezüglich der diesjährigen Ernte
pessimistisch seien, würden die Märkte zukünftig von einer
verringerten Produktion ausgehen. Dieses Umdenken könnte sich in
steigenden Preisen niederschlagen. (Ausgabe 4 vom 25.01.2012)
(26.01.2012/ac/a/m)