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--> Samstag, 6. März 2004
Wechsel zu Airbus denkbar
Die Fluggesellschaft Air Berlin plant einen Börsengang zur
Finanzierung ihrer ehrgeizigen Pläne. Geschäftsführer und
Miteigentümer Joachim Hunold sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus",
der Schritt sei in den nächsten zwölf bis 15 Monaten
vorgesehen.
Das Unternehmen wolle innerhalb von fünf Jahren 70 neue Flugzeuge
bestellen und dafür vier Milliarden Dollar ausgeben. Die Maschinen
sollten die bestehende Flotte von 44 Boeing-Flugzeugen ersetzen und
ergänzen.
Dabei könne er sich auch einen Wechsel von Boeing zum
europäischen Flugzeughersteller Airbus vorstellen, sagte Hunold
weiter.
--> 08.03.2004, 08.03.
Tabelle: EADS - Geschäftsjahr 2003
Gesamtjahr (31.12.) 2003 2002
Auftragsbestand (Mio) 179.280 186.339
Auftragseingang (Mio) 61.150 31.009
Umsatz (Mio) 30.133 29.901
EBITDA (Mio) 3.137 3.031
EBIT (Mio) 1.543 1.426
F&E Kosten (Mio) 2.189 2.096
Nettoergebnis (Mio) 152 (299)
Nettoergebnis vor Goodwill
und ao Posten (Mio) 769 696
Ergebnis je Aktie 0,96 0,87
Free Cash Flow vor
Kundenfinanz (Mio) 2.143 578
Nettoliquidität (Mio) 3.105 2.370
- Alle Angaben in EUR.
- Verluste stehen in Klammern.
- Als EBIT weist die EADS den Gewinn vor Zinsen, Steuern,
Goodwill-Abschreibungen und ao Posten aus.
vwd/8.3.2004/rne/nas
--> Mo, 8.3.2004, 8:52
EADS trotzt der Luftfahrt-Krise
Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat 2003 trotz der
Branchenflaute in der zivilen Luftfahrt seinen Gewinn stärker
gesteigert als erwartet. Der zweitgrößte Flugzeugbauer der Welt
erhöhte für dieses Jahr seine Gewinnprognose.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern,
Firmenwertabschreibungen und Sonderposten(Ebit) sei dank soliden
Wachstums der zivilen Flugzeugsparte Airbus und des
Verteidigungsgeschäfts im Jahresvergleich um acht Prozent auf 1,54
Mrd. Euro geklettert, teilte der Konzern am Montag mit.
"Wir befinden uns nun am Wendepunkt und erwarten mittelfristig
stärkeres Wachstum", sagten die beiden Co-Chefs Rainer Hertrich und
Philippe Camus. "Der für 2005 erwartete Aufschwung der zivilen
Luftfahrt ist in Reichweite."
Airbus punktet gegen Boeing
EADS hatte kürzlich zwei spektakuläre Erfolge gegenüber dem
US-Erzrivalen Boeing erzielt: Die Flugzeugtochter Airbus lieferte
im vergangenen Jahr mit 305 Maschinen erstmals mehr aus als die
Amerikaner. Beim Bieterwettstreit um einen milliardenschweren
Tankflugzeug-Auftrag der britischen Luftwaffe sicherte sich das
EADS-Konsortium außerdem exklusive Verhandlungsrechte.
Der anstehende britische Mega-Auftrag hat für die EADS strategische
Bedeutung, weil die Europäer in den milliardenschweren Markt für
Luftbetankungsflugzeuge einsteigen wollen. Boeing hat derzeit noch
eine Fast-Alleinstellung auf dem Tanker-Markt, während Airbus erst
im Dezember sein erstes Tankflugzeug A-310 MRTT (Multi Role Tanker
Transport) vorstellte.
Überschuss übertrifft die Erwartungen
Unter dem Strich kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück:
Der Überschuss lag 2003 bei 152 Mio. Euro, nach einem Verlust von
299 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit einem Gewinn von nur
21 Mio. Euro gerechnet. EADS war 2002 wegen der Krise der
Luftfahrtbranche, Abschreibungen und Problemen der
verlustträchtigen Raumfahrtsparte tief ins Minus gerutscht.
Der Umsatz sei 2003 leicht von 29,9 auf 30,13 Mrd. Euro gestiegen,
teilte die im MDax und an der Pariser Börse notierte EADS weiter
mit. Hauptstütze bleibt der Flugzeugbauer Airbus, der einen Umsatz
von rund 19 Mrd. Euro beisteuerte, nach 19,5 Mrd. im Vorjahr. Der
Auftragseingang verdoppelte sich auf 61,15 Mrd. Euro.
Rüstungsgeschäft federt Flaute in der Zivilluftfahrt ab
Der Auftragsbestand im Rüstungsgeschäft hat sich mit rund 46 Mrd.
Euro ebenfalls verdoppelt. Neben dem britischen Tanker-Auftrag
werden erste Umsätze aus der Entwicklung des Militär-Transporters
A400M gebucht. Außerdem helfen die steigenden Stückzahlen bei der
Produktion des Kampfhubschraubers Tiger, der Transporthubschraubers
NH90 und bei Lenkwaffen. Zudem steht der Abschluss der zweiten
Bauphase für den Eurofighter an. Das Rüstungsgeschäft ist für den
Flugzeugkonzern wichtig, um die Schwankungen im
konjunkturabhängigen zivilen Flugzeugbau abzufedern.
Die Raumfahrtsparte bleibt allerdings das Sorgenkind des Konzerns.
Sie weitete 2003 ihren Verlust auf 400 Mio. Euro aus, nach einem
Minus von 268 Mio. Euro im Vorjahr. Nach einer Sanierung mit einem
Abbau von 3300 Arbeitsplätzen sollte die Sparte eigentlich ein
Null-Ergebnis vorlegen. Dei technischen Probleme der Ariane-Rakete
sind aber offenbar noch nicht überwunden.
Für 2004 erhöhte EADS seine Gewinnprognose und stellte nun ein Ebit
von 1,8 Mrd. Euro nach bislang 1,7 Mrd. Euro in Aussicht. Der
Konzern bekräftigte, der Umsatz solle 2004 stabil bleiben,
ausgehend von einem Euro-Kurs von 1,20 $. Die in der Branche
vielbeachtete Nettoliquidität sei auf 3,105 (2,370) Mrd. Euro
gestiegen.
--> 08.03.2004, 08.03.
EADS/Camus: Großaktionäre werden Anteile nicht ändern
Paris (vwd) - Die Großaktionäre der European Aeronautic Defence and
Space Co, Lagardere und DaimlerChrysler werden nach Einschätzung
des Co-CEO Philippe Camus auf absehbare Zeit ihre Anteile nicht
ändern. "Die Großaktionäre haben keine Intention ihre Anteile zu
ändern", sagte Camus auf der Bilanzpressekonferenz am Montag in
Paris.
vwd/8.3.2004/rne/nas
--> 08.03.2004, 08.03.
EADS/Hertrich: Auftrag 2. Tranche für Eurofighter im
Sommer
Paris (vwd) - Die European Aeronautic Defence and Space Co NV
(EADS),Amsterdam, rechnet nach den Worten ihres Co-CEO Rainer
Hertrich "noch vor der Sommerpause" mit dem Produktionsauftrag der
Mitgliedsländer für die 2. Tranche für das militärische
Kampflugzeug Eurofighter. Einschließlich der Modifizierungen für
die volle Luft-Boden-Fähigkeit sollte der Entwicklungsvertrag zum
Jahresende abgeschlossen sein, sagte Hertrich am Montag in
Paris.
Der 2. Abschnitt des Eurofighter-Vertrag läuft über insgesamt 236
Flugzeuge, die an Großbritannien, Deutschland, Spanien und Italien
in den nächsten Jahren ausgeliefert werden. Insgesamt umfasst der
Vertrag 620 Jagdflugzeuge. In einer Tranche waren 148 Flugzeuge
vereinbart worden. Die Anteilseinger des Eurofighter-Konsortiums
hatten erst vor wenigen Wochen dem Unternehmen größere
Selbständigkeit eingeräumt, um die Effizienz zu steigern.
vwd/8.3.2004/rne/nas
--> 09.03.2004
EADS wächst über Europa hinaus
Von Dieter Fockenbrock
Der europäische Luft-und Raumfahrtkonzern EADS geht in die USA. Von
spektakulärer Verlagerung ist keine Rede, wohl aber von kleineren
Zukäufen von Technologiefirmen oder von der Endfertigung vor Ort.
Wäre EADS ein ganz normales Unternehmen, würden solche Nachrichten
niemanden aufschrecken. Dass Konzerne Standorte außerhalb Europas
aufbauen, ist Standard. EADS aber geht in die Höhle des Löwen.
Ist den Europäern der Erfolg ihres Airbus gegen Boeing jetzt so zu
Kopfe gestiegen, dass sie es nun sogar wagen, den einstigen
Weltmarktführer in seinem Stammland anzugreifen? Selbst in der
Militärtechnik geht das „alte Europa“ auf Verfolgungsjagd.
Realistischer ist eine andere Erklärungsvariante: Das
EADS-Management richtet sich auf harte Zeiten ein, auf einen
anhaltend starken Euro und auf ein Marktwachstum, das vor allem
außerhalb Europas stattfindet. Wer mit den USA ins Geschäft kommen
will, der muss Präsenz zeigen. Ein ziviler Airbus lässt sich
vielleicht noch als Exportschlager aus Europa verkaufen, sensible
Militärtechnik dagegen nur mit eigener Fertigung im Land des
Auftraggebers. Kein Verteidigungsminister der USA würde Waffen
ausschließlich „Made in Europe“ bestellen. Hinzu kommt der starke
Euro. Die eigene Produktion im Dollarraum aber mindert das
Währungsrisiko. Und das drückt die EADS gewaltig. Für die
europäischen Standorte gibt es deshalb keine Entwarnung – gerade
weil Airbus und Co. so erfolgreich sind. Wachsen wird der
EADS-Konzern weiter. Die neuen Jobs entstehen jedoch nicht in den
Stammländern Deutschland oder Frankreich.
Viel Spaß beim Lesen
ciao
alechandro