Die Lynas Corp. ist seit 1986 in Australien börsennotiert. Laut
eigenen Angaben besitzt Lynas in Mount Weld (West-Australien) die
weltweit größte Lagerstätte " seltener Erden"
LYNAS CORP. LTD. REGISTERED SHARES O.N. (871899) AU000000LYC6
Eine besonders ergiebige Lagerstätte, die vom Unternehmen Lynas
Corporation erschlossen wird, ist das Mt. Weld-Projekt in
West-Australien. Lynas Corporation (Börsenkürzel: LYC.AX) ist in
den letzten Zügen der Entwicklung der Mt Weld Mine, wird jedoch die
Produktion nach Malaysia verlagern, um die aktuellen chinesischen
Exportzölle von 10 % zu vermeiden. Da China mittlerweile die
Produktion zurückgefahren hat, sind die durchschnittlichen
Preisanstiege von über 60 % bei den "Seltenen Elementen" kein
Zufall.
Das Mt Weld-Projekt von Lynas mit nachgewiesenen Reserven von über
2 Millionen Tonnen kann die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage in
den nächsten Jahren schließen. Geht man von zukünftigen Preisen von
etwa 10 bis 15 USD/kg REO aus, so dürften die bisherigen Reserven
von Lynas bei einem Reinheitsanteil von konservativ geschätzten 15
bis 20 % alleine 2 Milliarden USD wert sein. Bei noch höheren
Reinheitsgraden und Preisen um 20 bis 25 USD könnten die
Lynas-Reserven sogar bis zu 5 Milliarden USD wert sein. Dies allein
würde Aktienkurse von etwa 3 bis 5 AUD (aktuell 0.6 AUD) in diesem
Wert rechtfertigen. Wenn es keine Verzögerungen gibt, sollte Lynas
bereits ab dem Jahr 2010 etwa 10.000 Tonnen pro Jahr, d.h. 10 % der
weltweiten Nachfrage liefern können. Bis zum Jahr 2015 könnte
dieser Anteil auf über 15 % ansteigen.
Die Mt. Weld Lagerstätten (ca 25 % Lanthanoxide, cac. 45 % Ceroxide
sowie 20 % Neodymoxide) sind die weltweit größte Fundstätte von
"Seltenen Elementen", wobei diese sogar in der Lage wären über
einen Zeitraum von 30 Jahren 20 % der weltweiten Nachfrage zu
decken. Somit dürfte Lynas in den nächsten Jahren in der Spitze
etwa 75 bis 100 Millionen USD pro Jahr verdienen. Aktuell beträgt
die Börsenkapitalisierung etwa 190 Millionen USD. Dies entspräche,
wenn der heutige Kurs herangezogen wird, in etwa einem
Kurs-/-Gewinn-Verhältnis von 1,4 bis 2,7. Besonders interessant an
der Strategie von Lynas ist, dass das Unternehmen die vertikale
Integration vorantreibt. Es will nicht nur als einer der weltweit
größten Lieferanten, sondern auch als Weiterverarbeiter auftreten.
Zur Absicherung dieser Strategie hat Lynas einen langfristigen
Liefervertrag mit dem französischen Spezialchemieunternehmen Rhodia
abgeschlossen.
"Seltene Elemente" werden oft als Nebenprodukt von schweren Sänden
gefunden, die Titan beinhalten, was vor allem in Australien der
Fall ist. Zusätzliches Potential dürfte Lynas deshalb das Crown
Polymetallic Resource-Projekt im Mt. Welt-Abbaugebiet geben,
enthält es doch große Ansammlungen von Niob (Legierungszusatz für
rostfreie Stähle, Einsatz in der Nukleartechnik), Tantal (Einsatz
in Kondensatoren), Zirkonium (Einsatz im Reaktorbau und bei
Brennstoffzellen) sowie Titan (Einsatz im Flugzeugbau).
Hightech-Rohstoffe
Im United States Geological Survey (USGS) wird hervorgehoben, dass
"Seltene Elemente" einer der kritischen Schlüsselfaktoren für die
Hightech-Industrien sind. Wenn die Nachfrage wie erwartet mehr als
10 % steigen sollte, so könnte es eine ernsthafte Knappheit geben,
die die Weltmarktpreise für REEs deutlich ansteigen lassen
wird.
Abhängigkeit der Hightech-Industrien von "Seltenen Elementen"
Artur P. Schmidt 09.02.2007
Australien greift Chinas heimliches Rohstoff-Monopol an
Auch wenn viele meinen, die Rohstoffhausse sei zu Ende, so lässt
sich heute schon prognostizieren, dass die verstärkte Nachfrage aus
China und Indien in zahlreichen Commodity-Marktsegmenten zu starken
Knappheiten führen wird. Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen
hat China in den letzten beiden Jahrzehnten eine führende Position
im Bereich der "Seltenen Elemente", den sogenannten "Rare Earth
Elements" (REE), aufgebaut.
Globale Produktion von "Seltenen Element"-Oxiden. Grafik: USGS
"Seltene Elemente", auch Lanthanoide (Lanthanähnliche) genannt, ist
eine Gruppenbezeichnung ähnlicher Elemente mit den Atomnummern 57
bis 71, zu denen das Lanthan und die 14 im Periodensystem folgenden
Elemente Cer, Praseodym, Neodym, Promethium, Samarium, Europium,
Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium,
Ytterbium und Lutetium zählen. Obwohl die 15 "Seltenen Elemente"
meistens zusammen auftreten, werden diese in zwei Gruppen
unterteilt: die leichten und mittelschweren (Atomnummern 57 bis 64)
und die schweren (Atomnummern 65 bis 71) Elemente. Zu den
Lanthaniden werden auch noch die Atomnummern 21 (Scandium) sowie 39
(Yttrium) gezählt. Der Gehalt an "Seltenen Elemente" wird
ausgedrückt durch den Begriff "Rear-Earth-Oxide" (REO) oder "Total
Rare Earth Oxide" (TREO).
Die Lanthanoide sind silbrig-glänzende, relativ weiche und
reaktionsfreudige Metalle. An der Luft oxidieren sie schnell und
werden matt. Im Wasser erfolgt die Zersetzung mehr oder weniger
schnell unter Freisetzung von Wasserstoffgas. Wegen ihren ähnlichen
physikalischen und chemischen Eigenschaften treten die "Seltenen
Elemente" und Yttrium meist gemeinsam in der Natur auf. Der Begriff
"Erden" bezieht sich hierbei auf die jeweiligen Oxide. Während das
betroffene Element die Endung "-ium" erhielt, wurde für das
zugehörige Oxid die Endung "-ia" verwendet (Beispiel: Element
"Yttrium", das zugehörige Oxid wurde "Yttria" genannt, zu deutsch
"Yttererde"). Die häufigsten und ökonomisch wichtigsten
lanthanoidführenden Minerale sind: Monazit, Xenotim, Bastnäsit,
Parisit, Allanit, Synchysit, Ancylit sowie Cerianit. Die weltweite
Produktion von "Seltenen Elementen" beträgt etwa 100.000 Tonnen
Rare Earth Oxyde (REO) pro Jahr. Von Yttrium wird jährlich nur etwa
2,500 Tonnen Yttrium Oxid (Y2O3) produziert.
Hightech-Rohstoffe
Im United States Geological Survey (USGS) wird hervorgehoben, dass
"Seltene Elemente" einer der kritischen Schlüsselfaktoren für die
Hightech-Industrien sind. Wenn die Nachfrage wie erwartet mehr als
10 % steigen sollte, so könnte es eine ernsthafte Knappheit geben,
die die Weltmarktpreise für REEs deutlich ansteigen lassen
wird.
"Seltene Elemente" spielen eine Schlüsselrolle für die
Elektronikindustrie (Magnetische Kühlung), die Telekommunikation
(Glasfaserkabel), die Mikrosystemtechnik (hochfeste
Präzisionsbauteile), den Automobilbau (Hybridantriebe), den
Umweltschutz (Emissionskontrolle) sowie die Petrochemie
(Prozesskatalysatoren). Eine besonders hohe Nachfrage wird nach
Cerium in Automobilkatalysatoren und Lathanum in NiMH-Batterien
erwartet. Aber auch die Nachfrage von "Seltenen Elementen" beim
Einsatz von Phosphor, Glasfasern und Keramiken dürfte die Preise
weltweit nach oben treiben. Viele Komponenten wie Batterien,
Magneten, Bildschirme werden durch "Seltene Elemente" immer
leistungsfähiger und wirken hierbei nachfrageerhöhend.
Was viele "Seltene Elemente" so schwer und teuer abbaubar macht
ist, dass diese oftmals zusammen mit strahlendem Material
auftreten. Deshalb sind die Preise so verschieden. Während Cerium
Oxid etwa 1,6 USD per kg kostet, liegen die Preise für Terbium Oxid
bei über 400 USD pro kg.
Seltene Elemente", die sogenannten "Rare Earth Elements" (REE)
Globale Produktion von "Seltenen
Element"-Oxiden. Grafik: USGS
Seltene Elemente Oxide. Bild: USDA
Die Abhängigkeit vieler Industrieländer, vor allem den USA, von
REEs aus China ist heute nahezu perfekt, insbesondere da die USA
nur in Kalifornien (Mountain Pass) und in Wyoming (Bear Lodge) über
nennenswerte Reserven verfügen, die dort vom Unternehmen Rare
Element Resources (Börsenkürzel: RES.V) abgebaut werden. Während
sich die USA im Jahr 1990 noch selbst mit "Seltenen Rohstoffen"
versorgen konnte, ist das Land heute zu 90 % von Importen aus China
abhängig.
Sich vom chinesischen Quasi-Monopol zu befreien, ist deshalb nur
möglich, wenn alternative Anbieter, die über nennenswerte Reserven
verfügen, wie Lynas und Arafura, schnellstmöglich in die Abbauphase
übergehen. Mit bisher nachgewiesenen Reserven von über 2 Millionen
Tonnen kann Lynas zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Chinesen
avancieren. Wenn es keine Verzögerungen gibt, sollte Lynas
Corporation bereits ab dem Jahr 2010 etwa 10.000 Tonnen pro Jahr,
d.h. 10 % der weltweiten Nachfrage liefern können. Der andere Key
Player Arafura Resources verfügt ebenfalls über erheblichen
Reserven an "Seltenen Elementen".
Damit möchte ich hier einen noch ungepushten Explorer mit einem
m.E. enormen Potentional zur Diskussion stellen.
Allen Anlegern ein schönes Wochenende und weiterhin viel
Erfolg,
Gruß JoJo