Aufstand gegen „obszöne Gehälter“
19.04.2012, 10:14 Uhr
Den Top-Managern der US-Banken steht eine Sparrunde ins Haus. Nicht
nur bei Citigroup, auch bei der Bank of America wächst unter den
Aktionären der Widerstand gegen neue Boni. Ein Analyst spricht von
einem „Weckruf“.
New York
Die Citigroup wird in diesem Jahr 200 Jahre alt. Allerdings dürfte
Vorstandschef Vikram Pandit kaum zum Feiern zumute sein. Seine
Aktionäre meutern. Erstmals haben sie gegen sein Millionengehalt
und die Boni der Topmanager der Bank gestimmt. 55 Prozent der
Eigentümerstimmen votierten auf der Hauptversammlung gegen das
geplante 15-Millionen-Dollar-Gehalt für Pandit. Sie sind
unzufrieden: Die Citigroup war die einzige Großbank, die jüngst bei
den Stresstests der US-Notenbank durchgefallen war
Bankenkritische Analysten feiern das als ein richtungsweisendes
Ereignis: „Das ist ein Meilenstein für Corporate America“, sagte
Mike Mayo, Bankenanalyst bei CLSA. „Wenn Anteilseigner sich zu Wort
melden zu Dingen, zu denen sie bislang geschwiegen haben, ist das
ein Weckruf“, so der Experte, der in der Vergangenheit die Gehälter
vor allem bei der Citigroup lautstark kritisiert hatte. Nun könnte
den US–Großbanken ein heißer Mai blühen. Dann finden die meisten
Hauptversammlungen statt.
Eine wichtige Rolle bei der Niederlage der Citigroup-Führung
spielten die Aktionärsberatungsfirmen ISS und Glass Lewis & Co.
Beide hatten empfohlen, gegen die Vorschläge der Bank in Sachen
Boni zu stimmen. Die Dienstleister, an deren Vorschlägen sich viele
Fondsmanager orientieren, waren hart mit dem Institut ins Gericht
gegangen. „Die Bank bekommt eine (Schulnote) 6 für die Bezahlung
der Manager. Das Unternehmen bezahlte mehr als die vergleichbare
Konkurrenz, aber ihre Entwicklung war schlechter“, heißt es in der
Studie von Glass Lewis. Fondsmanager Brian Wenzinger von Aronson
Johnson Ortiz, der ebenfalls gegen Pandits Bezahlung gestimmt hat,
sagte: „Vorstandschefs verdienen ein gutes Gehalt. Aber es gibt
gute Gehälter und obszöne Gehälter.“ Die Citi-Führung hat
angekündigt, nun das Gespräch mit den Aktionären zu suchen.
Gegenwind könnte auf der anstehenden Hauptversammlung auch Brian
Moynihan entgegenwehen, dem Chef des zweitgrößten US-Instituts Bank
of America, die heute ihre Zahlen für das erste Quartal
präsentiert. Dessen Bezahlung hatte sich 2011 auf 18 Millionen
Dollar vervielfacht, obwohl die Bank zu den Instituten mit den
größten Problemen gehört. „Man könnte davon sprechen, dass
Bezahlung und Leistung bei Bank of America in der Tat entkoppelt
sind“, sagte Frank Glassner, Partner bei Meridian Compensation
Partners, einer Beratungsfirma für Managerbezahlung.
Für die Investmentbank Goldman Sachs dürfte die Abstimmung über das
Gehalt von Bankchef Lloyd Blankfein besonders wichtig werden. Und
das nicht so sehr wegen der absoluten Höhe, die um 35 Prozent auf
rund zwölf Millionen Dollar zurückging. Vielmehr haben sich die
Skandale und Skandälchen bei der weltgrößten Investmentbank in
jüngster Zeit derart gehäuft, dass die Abstimmung über das Gehalt
zu einer Abstimmung über die Führungsqualitäten Blankfeins werden
könnte.
Topverdiener unter den Wall-Street-Banken war im vergangenen Jahr
mit 23 Millionen Dollar Jamie Dimon, Chef der größten
US-Geschäftsbank JP Morgan. Da das Institut 2011 aber ein
Rekordergebnis erzielte, könnte dies von den Aktionären goutiert
werden. Die Empfehlung von ISS und Glass Lewis für die
Hauptversammlungen der drei Institute liegen noch nicht vor.
Unumstritten dürfte in jedem Fall die Bezahlung des derzeit wohl
erfolgreichsten Bankchefs in den USA sein: John Stumpf von Wells
Fargo. Schließlich eilt die Westküstenbank seit Jahren von
Rekordgewinn zu Rekordgewinn und ist mittlerweile an der Börse mehr
wert als der nach Bilanzsumme erheblich größere Konkurrent
JPMorgan. Glass Lewis jedenfalls empfiehlt den Aktionären, Stumpfs
stattliches Gehalt von 19 Millionen Dollar durchzuwinken.
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Die Citigroup ganz in ihrem Element: Die Kursziele vieler deutscher
Aktien werden trotz eines guten Ausblicks und einer guten
Wirtschaftsentwicklung von der Citigroup reduziert. Mir scheint,
daß die Citigroup auf fallende Kurse spekuliert und damit dicke
Gewinne einkassieren will. Ja, wie sonst können solch unsittliche
Boni und Gehälter gezahlt werden?
Und der normale Anleger? Er kennt die Zusammenhänge nicht und
glaubt alles, was die Analysten den ganzen Tag lang so schreiben.
Bemerken möchte ich noch, daß es sich bei den "Bösen" nicht nur um
die Citigroup handelt, sondern auch alle anderen "Schurken" und
besonders hervorgetan haben sich beim LänderRating die
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