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Die Bevölkerungsexplosion



Es war schon ein großes Zukunftsthema der 60er Jahre: Wenn die Bevölkerung der Erde weiter wächst, wird in absehbarer Zukunft die Möglichkeit des Planeten, alle zu ernähren, überschritten. Eine unbequeme Tatsache, da die Diskussion darüber kaum im selbstgesteckten Rahmen der politischen Korrektheit zu halten ist.

Im Westen zog man es daher vor, zu anderen Themen zu wechseln: Selbst ausgedachte Bedrohungen wie kommende Eiszeit, Atomkraft, Waldsterben und aktuell die menschengemachte Klimaerwärmung, die es Politikern erlauben, sich durch freundliche Konzepte wie die Neuerfindung der Windmühle als Weltenretter aufzuspielen, und dabei eine Menge Steuergelder umzuverteilen.

CIA Direktor Michael Hayden erinnert daran, dass sich derweil die Erdbevölkerung weiter ihrer kritischen Grenze nähert. Der beunruhigende Artikel, erschienen in der Washington Post, findet in deutschen Medien kaum Wiederhall. Kein Wunder, denn in der realistischen Sichtweise des Amerikaners erscheint die durch teilweise forciertes Bevölkerungswachstum ausgelöste Einwanderungswelle, besonders nach Europa, eher als Bedrohung als, wie politisch vorgegeben, als Chance und Bereicherung.

Denn die kritische Bevölkerungsexplosion findet ausschließlich in Ländern statt, die selbst über keine Möglichkeiten verfügen, die daraus entstehenden Belastungen zu tragen. Instabilität und Extremismus sind die Folge, in den Ländern selbst, aber auch darüber hinaus, so Hayden bei einem Vortrag in der Kansas State University.

In europäischen Gesellschaften wird es zu einem unverhältnismäßigem Anwachsen besonders der muslimischen Einwanderergruppen kommen, während die nicht-muslimische Bevölkerung aufgrund geringer Geburtenraten weiter schrumpft. Die soziale Integration der Zuwanderer stellt eine bedeutende Herausforderung für diese Gesellschaften dar, wobei das Potential für Unruhen ud Extremismus wächst, so Hayden.

Auch die Entwicklung des transatlantischen Verhältnisses zwischen den USA und den europäischen Staaten sieht der CIA Direktor eher pessimistisch. Hier tut sich eine Kluft besonders in Hinblick auf die Bekämpfung des internationalen Terrorismus auf. Die USA sehen den Kampf gegen den Terrorismus als eine globale Kriegssituation, während euopäische Staaten darin eher eine Art Kriminalitätsproblem vermuten. Entsprechend unterschiedlich sind die Ansichten, wie der Gefahr am effektivsten zu begegnen sei. Eine gemeinsame Haltung zu einer gemeinschaftlichen Sicherheitspolitik ist nicht in Sicht.

Thomas B

Na ja, nicht ganz meine Meinung, aber interessant.

Die Bevölkerungsexplosion in China im 20. Jahrhundert

1. Demographische Bestimmungsgrößen in China

Um das Bevölkerungswachstum Chinas besser einschätzen zu können, ist ein Vergleich Chinas mit dem weltweiten Wachstum hilfreich. Dabei ist zu beachten, dass es neben Unterschieden zu europäischen Eigenheiten auch Gemeinsamkeiten gibt. Der Wissenschaftler Malthus stellt die ´hohe´ Sterblichkeit in China als ausschlaggebenden Faktor für die Begrenzung des Bevölkerungswachstums dar. Allerdings waren die Sterblichkeitsraten in China vor 1900 vergleichbar mit denen in Europa vor der industriellen Revolution. Laut Malthus gab es damals kaum Möglichkeiten Geburtenzahlen zu verringern, jedoch es gab Mechanismen, die ich im Folgenden anhand einer Gegenüberstellung von Fruchtbarkeit und Sterblichkeit erläutern möchte.1

Katastrophen, wie Überschwemmungen und Krankheiten, fallen oft sehr viele Menschen zum Opfer. In diesem Zusammenhang spielt die Siedelung in Überflutungsgebieten eine wichtige Rolle.2 Ferner reduzierte man wie in anderen Kulturen, wie zum Beispiel den alten Griechen, Römern oder Südamerikanern auch in China die Bevölkerungsgröße durch Kindermorde und erhielt dadurch einen geringeren Frauenanteil durch Selektion und einen höheren Anteil an Söhnen, die für ein Fortbestehen der Familien sehr wichtig waren, da nur sie den Namen und die Vorstellungen der Familie (z. B. bezüglich Macht) weitertragen konnten. Kindermord wurde früher wie eine nachträgliche Abtreibung gewertet.3 Heutzutage ist Kindermord in China verboten und gilt als unmoralisch. Zu einem Rückgang der Sterblichkeit führten die Verbesserungen im Gesundheitswesen. Seit dem 18. Jahrhundert gewann die Gesundheit von Kindern (z. B. das Stillen von der eigenen Mutter) zunehmend an Relevanz, was zu einem Reduktion der Kindersterblichkeit führte. Den Rückgang der allgemeinen Sterblichkeitsrate führte man größtenteils auf eine effizientere Krankheitsbekämpfung zurück.4

Der Sterberate steht die Geburtenrate gegenüber. Seit dem dritten Jahrtausend v. Chr. war die Heirat, wie auch Menzius später sagte, wichtig, um männliche Nachkommen hervorzubringen.5 In China heirateten fast alle Frauen, und dies relativ jung. Nur 2,3% der 30-jährigen Frauen waren um 1900 n. Chr. unverheiratet. In Europa dagegen waren es 15%. So ist es auch öffentliche Meinung, „nur eine verheiratete Frau könne glücklich leben“.6 Die Zahl der Geburten während einer Ehe waren bei den Chinesinnen im Durchschnitt geringer als bei Europäerinnen. Während einer Zeitspanne von 250 Jahren lag der Geburtendurchschnitt chinesischer Frauen bei einer Ehedauer von 20 – 50 Jahren bei weniger als sechs Kindern, bei europäischen Frauen hingegen bei ca. acht Kindern. Ein Grund hierfür war, dass man in China mit dem Zeugen von Kindern spät begann (drei Jahre nach der Heirat) und früh damit aufhörte (mit 34 Jahren). Außerdem waren die Abstände mit mehr als drei Jahren zwischen den Geburten größer.7 Laut Malthus sei das Wachstum abhängig von der Lebenserwartung und der Geburtenkontrolle durch Institutionen, was, wie ich weiter unten erläutern werde, erst im 20. Jahrhundert geschah. Für die Lebenserwartung und der damit verbundenen Entscheidung Kinder zu zeugen, spielten Getreidepreise und Ernteumfang eine entscheidende Rolle.8 Darüber hinaus machte man es davon abhängig, ein weiteres Kind zu zeugen, ob das erste Kind ein Junge oder ein Mädchen war. Im Gegensatz zu Europa, wo das Bevölkerungswachstum größtenteils durch Heiraten kontrolliert wurde, hatte man in China mehrere Möglichkeiten, wodurch verhindert werden konnte, dass trotz früher und häufiger Heirat, Chinas Bevölkerung nicht an seine Aufnahmegrenze stieß. Diese Möglichkeiten waren Kindermord (teilweise auch bei Jungen), eine geringere Fruchtbarkeit durch eheliche Zurückhaltung sowie eine geringere Anzahl von Männern, die heirateten. Die eheliche Zurückhaltung war in China weit verbreitet. Bereits Laotze und Menzius behaupteten, man müsse, um den Geist entwickeln zu können, die sexuelle Begierde kontrollieren. Dieser Grundgedanke ist auch in anderen chinesischen Religionen, wie dem Daoismus, Konfuzianismus und Buddhismus verwurzelt. Man war der Meinung, man fördere die eigene Gesundheit und verlängere seine Lebenserwartung, wenn man nur ein- bis zweimal im Monat Beischlaf ausübte.9

Nach Malthus ist das Bevölkerungswachstum auch an das Vorhandensein von Nahrung gebunden.10 Die starke Bevölkerungszunahme ab 1550 ging mit landwirtschaftlichen Neuerungen einher, wie Neuzüchtungen des Champa-Reises (kürzere Anbauperioden), Mehrfachanbau und Fruchtwechsel (Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit). Während die Durchschnittsgröße der chinesischen Bevölkerung um 1900 n. Chr. noch bei 163 cm lag, betrug sie 1980 bereits 171 cm. Hieraus lässt sich ein gestiegener Ernährungsstandard ableiten. Die Weizenproduktion stieg auf 260 kg pro Person im Jahre 1920 auf 390 kg pro Person im Jahre 1990.11In der gleichen Zeit stieg Chinas Bevölkerung von ca. einer halben auf eine Milliarde Menschen. Aus diesem Grund erscheint mir ein Konsumanstieg zweifelhaft.

Auch wenn Minderheiten bezüglich des Bevölkerungswachstums eine eher geringe Bedeutung haben, da 93% der chinesischen Bevölkerung Han-Chinesen sind, sind bei ihnen oft mehr Geburten pro Familie zu beobachten. Insbesondere ältere Frauen bekommen deutlich mehr Kinder als Han-Frauen.12

Im chinesischen Familiensystem wurden Entscheidungen über Heirat, Geburt, Konsum und Produktion (Arbeit) und sogar Tod von allen Familienmitgliedern getroffen, nicht vom einzelnen Ehepaar, wobei der Vater als Familienoberhaupt galt. Die Entscheidung richtete sich nach dem Wohlergehen aller.13 Es gab fünf Beziehungskriterien zu beachten: Herrscher – Untertan, Vater – Sohn, älterer Bruder – jüngerer Bruder, Ehemann – Ehefrau und zwischen Freunden. Daneben hatten folgende drei generelle Prinzipien Gültigkeit: Generation (Eltern über Kinder), Alter (Ältere über Jüngere), Geschlecht (Mann über Frau). So konnten Eltern jederzeit Kinder töten. Falls dies grundlos geschah, wurden sie lediglich mit 100 Bambusrohrschlägen oder durch Zahlung von 15 Unzen Silber bestraft. Wenn hingegen ein Kind seine Eltern schlug, konnte es bereits zum Tode verurteilt werden. Der Staat hatte die Kontrolle über das Volk. Heiratsalter und andere intime Dinge (z. B. eheliche Zurückhaltung, Kindermord, Umsiedlung) wurden den Familien manchmal sogar vorgeschrieben. Dadurch versuchte man das Wohlergehen des Volkes zu gewährleisten. Die Aufgabe des Staates war unter anderem die Versorgung der Bevölkerung mit Essen und Bekleidung sowie die Gewährleistung von Sicherheit.14 Hätte es keinen Kindermord gegeben oder eine gleich hohe Fruchtbarkeit der Frauen wie in Europa vorgeherrscht, wäre Chinas Bevölkerung um ein Vielfaches stärker gewachsen. Dies war aber die Basis für die Adoption. Man adoptierte Jungen, wenn man selbst keinen für die Familiennachfolge hervorbringen konnte. Man adoptierte Mädchen als spätere Bräute für ihre Jungen. Außerdem blieb auf diese Weise niemand kinderlos. Während im Westen nur 1% Kinder adoptiert wurden, stammten in China 10% der Kinder aus Adoptionen.15

2. Bevölkerungsentwicklung im 20. Jahrhundert

2.1 Die Zeit der Republik bis 1949

Die Zeit der Gründung der Republik bis zur Machtübernahme durch die Kommunisten unter der Führung Mao Ze Dongs war von Bürgerkriegen und Konflikten mit Japan, der Sowjetunion, der USA sowie den europäischen Ländern geprägt. Sun Yatsen, der „Vater der Republik“, und dessen Nachfolger Chiang Kaishek setzten kaum Reformen durch, die Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum gehabt hätten. So war zwar eine Bodenreform geplant, deren Umsetzung fand jedoch nie statt, u. a. wegen innerer Unruhen, die in China zwischen Generälen, Gentry, Bürgertum und Bauern herrschten. Aufgrund dieser unsicheren Lage wuchs Chinas Bevölkerung in diesem Zeitraum kaum stärker an, wie es auch vor der Gründung der Republik der Fall war. Man orientierte sich an den gesellschaftlichen Werten, die ich oben bereits dargelegt habe. Durch die medizinische Versorgung sank die Sterblichkeitsrate.16 Zu einem Wachstum führten sicher auch die gestiegenen Einkommensmöglichkeiten. Technologische Neuerungen und ein Wirtschaftswachstum sorgten für mehr Arbeitsplätze. Vor allem auf dem Land war ein großer Bevölkerungsanstieg festzustellen, da man auf bisher ungenutzten Feldern wirtschaftete und mehr Arbeitskräfte gebraucht wurden. Auf diese Weise gelangte die Landbevölkerung zu mehr Wohlstand und zu steigenden Bevölkerungszahlen. Eine Industrialisierung hingegen machte sich in dieser Zeit noch nicht bemerkbar.17 Zu dieser Zeit entbrannte über die „richtige“ Bevölkerungspolitik ein Streit. Auf der einen Seite standen Sozialwissenschaftler, die eine Überbevölkerung proklamierten, auf der anderen Seite die Republikaner, die ein hohes Bevölkerungswachstum forderten. Ihre Begründung lag darin, dass die Taiping-Revolution, Dürren und Überschwemmungen, die es in China Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben hatte, große Verluste gefordert hatten, die es auszugleichen gelte.18

2.2 Die kommunistische Partei

Als Moa Ze Dong 1949 die Macht übernahm, verfolgten die Kommunisten das Ziel das Bevölkerungswachstum anzukurbeln. Waren früher hohe Bevölkerungszahlen mit hohen Staatseinnahmen und besseren Möglichkeiten zur Abwehr von Eindringlingen verbunden, so sah Mao Ze Dong in einer großen Bevölkerung nationale Stärke. Bestärkt wurde er durch die Theorien von Karl Marx. Man war der Ansicht, durch die stark wachsende Produktion viele Probleme, wie Arbeitslosigkeit und einer auf Überbevölkerung basierenden Armut, lösen zu können.19 So verbot man Abtreibung und Sterilisation.20 1950 wurde eine Landreform durchgeführt, wodurch das Land kleineren Bauern zugeteilt wurde. Zu dieser Zeit wuchs Chinas Bevölkerung stark an, die meisten Geburten wurden dabei in ländlichen Regionen gezählt.21 In den Städten verbesserte sich die Lage aufgrund der raschen Industrialisierung. Hierdurch wurden 30 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen, was zu großen Bevölkerungszuwächsen in den Städten führte. Innerhalb von nur 10 Jahren konnte man einen Anstieg von 215% verzeichnen.22 Umsiedlungspläne, die Teile der zugewanderten Stadtbevölkerung in Randgebiete zu verteilen suchten, blieben ohne Erfolg, auch wenn diese erst 1980 endgültig eingestellt wurden.23 Die meisten Menschen wollten nicht an ihrem neuen Wohnort bleiben und kehrten in die Städte zurück.23 Trotz der Späht-Ehen-Propaganda von 1955 und der Produktion von Verhütungsmitteln stiegen die Geburtenzahlen weiter an, während gleichzeitig die Rate des Arbeitsplatzzuwachses abnahm.23 Die anfänglichen Familienförderprogramme endeten abrupt, als man 1959 zum „großen Sprung“ nach vorne ansetzte und durch den Masseneinsatz von Arbeitskräften fehlende Technik kompensieren versuchte. Als der damalige Rektor der Bejing Universität Kritik an der nachlassenden Geburtenkontrolle äußerte, wurde dieser kehrtwendend entlassen.23

2.3 Die Hungersnöte 1961

Die Hungerskatastrophe von 1961 war eine Folge menschlichen Versagens bei Planungen und natürlichen Katastrophen bei der Getreideproduktion. Sie forderte ca. 25 Millionen Tote und weitere Opfer starben durch die Folgen dieser Katastrophe. In diesem Zeitraum sank die Geburtenrate so stark, dass Chinas Gesamtbevölkerung um 13 Millionen Menschen schrumpfte.24 Eine Wirtschaftskrise und Massenentlassungen in den städtischen Betrieben waren die Folge. Man startete einen Neuansatz der Geburtenkontrolle und gründete 1964 die Geburtenkommision.25 Die Hungersnöte lösten 1963 einen Babyboom aus und man startete die „Ein-Kind“ Propaganda. Dadurch erreichte man einen schnellen Geburtenrückgang in den Städten.26 Auf dem Land hingegen wuchs die Bevölkerung unkontrolliert.27 Die Neuansätze endeten 1966 mit Beginn der Kulturrevolution, die bis 1969 fortdauerte.25 Die Folge war ein enormes Bevölkerungswachstum, das man folgenden Ereignissen zuschreiben kann: Durch die Gründung von Kommunen sank der Einfluss der Eltern und die Menschen erlangten größere individuelle Freiheit, arrangierte Ehen wurden verboten. Den Heiratspartner konnte man frei wählen, musste aber von der Kommune eine Heiratserlaubnis erbitten. Ein Ehegesetz verbot Polygamie, auch versuchte man die Familie als solche abzuschaffen, indem man Frauen und Männer in Kommunen trennte und Kinder in Schulen beherbergte. Durch die Landreform wurde der Privatbesitz von Feldern abgeschafft und diese wurden fortan durch die Kommunen verwaltet, in denen jedem Arbeiter eine Aufgabe zugeteilt wurde. Die Folge war, dass man sich weder um einen Arbeitsplatz noch um die Beschaffung von Nahrungsmitteln zu sorgen brauchte, da die Getreideernten pro Kopf berechnet wurden. Ferner waren Schulen sowie die Gesundheitsversorgung kostenlos.28

2.4 Kehrtwende und Geburtenkontrolle

Bis 1970 wuchs Chinas Bevölkerung mehr oder weniger unkontrolliert. Ein erfolgreiches Einschreiten fand erst statt, als Zhou Enlai eine Geburtenkontrolle forderte. Man begann mit Familienplanungskampagnen. Man betrachtete die Geburtenkontrolle nun nicht mehr unter gesundheitspolitischen Aspekten, sondern erörterte sie im Rahmen von Ernährungsfragen und Wirtschaftsplänen.25 Drei Ziele wurden verfolgt: Eine spätere Heirat, längere Intervalle zwischen den Geburten und weniger Kinder.26 Lag das durchschnittliche Heiratsalter 1949 noch bei 18,5 Jahren, so lag es 1979 bei 23 Jahren.29 Zwischen 1970 und 1979 wurden 210 Millionen Operationen, in aller Regel Sterilisationen, Abtreibungen und Spiraleneinsatz, durchgeführt. Durch eine gestiegene Verhütungsrate durch Sterilisationen, die Verwendung von Spirale und Pille (8%), sank die Abtreibungsrate. Ebenfalls Anteil daran hatten Aufklärungskampagnen.30 Angesichts der in China herrschenden Gesellschaftsordnung, nämlich die Kontrolle des Staates über das Volk, scheint es plausibel, dass die Bevölkerungspolitik des Staates für das Bevölkerungswachstum ausschlaggebend war und ist, sowohl für das Wachstum in den 60ern als auch nach der Kehrtwende in der Politik ab 1970. Das Ausmaß, das man dadurch erreichte war jedoch lediglich unter den Kommunisten derart von Bedeutung.31

2.5 Die Ein-Kind-Kampagne

Da der Rückgang des Bevölkerungswachstums nicht in dem Maße ausfiel, wie es sich die Regierung erhoffte, verstärkte man die Bemühungen, das Bevölkerungswachstum zu regulieren und begann mit der Ein-Kind-Kampagne. Da frühere Ansätze (und deren Wirkung) nur von kurzer Dauer waren, bezeichne ich die Periode ab 1979 als Zeit der Ein-Kind-Propaganda. Erstmals seit 1949 wurde die Familienplanung 1982 konstitutionalisiert. Laut Artikel 25 der Verfassung sollte der Staat durch Familienplanung das Bevölkerungswachstum in Einklang mit Wirtschafts- und Sozialwachstum bringen. Nach Artikel 49 haben sowohl der Ehemann als auch die Ehefrau die Pflicht, Familienplanung zu betreiben.32 Zwischen 1979 und 1983 entwickelte man ein System von Anreizen und Sanktionen, das mit Hilfe von Gewaltakten das Erreichen der Ziele sichern sollte.33 Abtreibung und Verhütungen waren Folgen der Limitation. Auf dem Land benutzten mehr als 15% Verhütungsmittel, in den Städten 35% bei einer Abtreibungsrate von 20%. Hohe Geburtenrückgänge erzielte man anfangs aufgrund späterer Heiraten nur in Städten, seit 1980 ist auch ein bemerkenswerter Rückgang auf dem Land festzustellen.32 Während dieses Zeitraumes kam es 1980/ 81 zu einer Entspannungsphase, die zu früheren Heiraten und durch die Ausweitung des Ausnahmekatalogs bezüglich der Genehmigung von zwei Kindern zu einem kleinen Babyboom führte.32 Zwischen 1984 und 1989 wurden die Gesetze weiter entschärft, als ausreichender Grund für die Erlaubnis, ein zweites Kind bekommen zu dürfen, war ein Geburtenabstand von vier Jahren ausreichend.34 Die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung kann man daraus erschließen, dass das Familienplanungsprogramm nicht kritisiert wurde als im Frühling 1989 Millionen Chinesen in Peking gegen die Regierungspolitik demonstrierten. Meistens haben die Abtreibungs- und Sterilisationsopfer das Mitgefühl der Bevölkerung, jedoch herrscht allgemeine Überzeugung, dass diese Vorgehensweisen notwendig sind.35 1990 verschärfte sich die Situation als man die Strafen erhöhte und die Sanktionen auch auf Randgruppen ausdehnte.34 Seit 1991 sind Beamte, denen Quoten vom Staat vorgegeben werden36, für das Erreichen der Vorgaben verantwortlich und können gegebenenfalls entlassen werden. Hierdurch wurde die Effizienz des Familienplanungsprogramms gesteigert und die Anwendungen von Sanktionen und Gewaltakten nahm zu.37 Aufrufe zur Einhaltung der Maßnahmen werden in allen Medien, wie Werbetafeln, Büchern, CDs, Filmen, Nachrichten und Internet verbreitet.38 Ab 1990 wurden auch wieder Spätehen propagiert, die bis zu diesem Zeitpunkt in den Hintergrund getreten waren. Ein mehrstufiges Genehmigungsverfahren für Geburten war in Städten ausgereift. Es beinhaltete die Selbstverpflichtung einer späten Schwangerschaft, der Geburt nur eines Kindes, der Garantieerklärung zur Verwendung von Kontrazeptivas und der Hinterlegung einer Kaution. Gründe für die Genehmigung eines zweiten Kindes sind meistens Arbeitskräftemangel, Probleme bei der Altersversorgung oder Fortführung einer Familienlinie. Bei Minderheiten werden oft drei, vier oder fünf Kinder genehmigt, die tibetische Landbevölkerung ist bis heute völlig freigestellt.39 Die Abtreibungsrate ist ähnlich wie in den USA mit 30 – 50% relativ hoch, da Prässare, Antibabypillen und andere Verhütungsmittel entweder zu teuer sind oder nachlässig verwendet werden. Anreize sind mit 60 Yuan pro Jahr als Belohnung oft zu gering, auf dem Land wird selten eine Belohnung bezahlt, da die Belohnung in Städten von den dort ansässigen Betrieben übernommen werden. Ein sinnvoller Anreiz für die Landbevölkerung wäre zusätzliches Land oder eine kollektiv getragene Altersversorgung. So überwiegen die Sanktionen, die mit 10% Lohnabzug über 14 Jahre für beide Ehepartner angesetzt werden. Sie können, je nach Ermessen, bis zum 6-fachen Jahresgehalt durch eine einmalige Zahlung abgeglichen werden. Ferner verliert man das Recht auf eine medizinische Grundversorgung im Krankheitsfall, das Anrecht auf eine schulische Ausbildung der Kinder und in einigen Fällen auch den Arbeitsplatz.40 Probleme ergeben sich aus der geringen Durchsetzbarkeit auf dem Land, der Privatsphäre von privatwirtschaftlich tätigen Personen, organisatorischen Problemen auf den Kreisebenen, fehlende finanzielle Mittel und Kompetenzzuordnungen. Außerdem führen die Ermessensspielräume der Beamten zu Korruption.41

3. Zukunftsperspektiven

Laut Untersuchungen durch chinesische Sozialwissenschaftler wurde ein Optimum von 700 Mio. Einwohnern festgesetzt, das man im Jahre 2070 erreichen will. Um dies zu erreichen ist man versucht, die Geburtenrate auf 2,16 Kinder pro verheiratetes Paar ab dem Jahre 2000 zu senken.42 Um das Jahr 2040 soll sich die Bevölkerungsanzahl bei 1,6 Mrd. stabilisieren.43 Auf diese Weise wird Chinas Bevölkerung ab 2030 ein hohes Durchschnittsalter haben, wohingegen nur 10% der Bevölkerung, nämlich staatlich Angestellte, eine Altersvorsorge haben. Ansonsten hofft man zur Altersversorgung immer noch auf die eigenen Kinder.44 Weitere Probleme ergeben sich dadurch, dass sich in den Städten eine Migrantenschicht bildet, die Benachteiligungen bei Sozialleistungen, Wohnverhältnissen und öffentlichen Dienstleistungen in Kauf nehmen müssen. Ein großes Unruhepotential liegt in der Gefahr eines möglichen Kampfes um Arbeitsplätze und Löhne. Eine drohende Massenarbeitslosigkeit birgt ein hohes innenpolitisches Unruhepotential und hätte eine steigende Kriminalität zur Folge.45 Dies kann nur verhindert werden, wenn die Einkommen aller kontinuierlich steigen.46 Übernutzung von Ackerboden führt zu Wasserverschmutzung, der übermäßige Einsatz von Kohleenergie führt zur Luftverschmutzung, Bodenerosionen und Entwaldungen zu einer Wüstenausbreitung. Werden keine Änderungen im Preis- und Finanzierungssystem für Getreideanbau vorgenommen, entstehen bei der Getreideversorgung Probleme.47 Die Folge wäre eine hungernde Landbevölkerung. Ein weiteres Konfliktpotential liegt in dem Spannungsverhältnis zwischen Niedriglohn- bzw. Hochbeschäftigungspolitik und Wirtschaftsreformen wie Einkommenserhöhungen und Produktivitäts-steigerungen.48 Weniger drastisch sind die Projektionen für die Belastungen durch die Altersvorsorge, da man nur einen Anteil von 17% der über 65jährigen für das Jahr 2040 erwartet. Dies entspräche einem Anteil wie er in Deutschland vorherrscht. Ein Rückgang des Bevölkerungswachstums ist daher keine Garantie für einen höheren Lebensstandart.49 Ein weiteres Problem ergibt sich aus einem Ungleichgewicht zwischen Jungen und Mädchen, das dadurch entsteht, dass bei Abtreibungen oft Ultraschalluntersuchungen zur Bestimmung des Geschlechts zu Rate gezogen werden, aber es gibt Bemühungen dieses zu beseitigen, wie zum Beispiel eines höheren Kindergeldes für Mädchen.50 Abschließend sei noch gesagt, dass es selbst in China eine immer stärker wachsende Bevölkerungsschicht gibt, die Kritik an Menschenrechtsverletzungen und Sanktionen, die die eigene Freiheit bezüglich der Sexualität und Fortpflanzung einschränken, übt. Die steigende Anzahl von egozentrischen Einzelkindern wird in Zukunft Grundwerte der chinesischen Werteordnung verändern.51

http://www.chinaweb.de/china_kultur/china_geschichte/bevoelk…
Mal ein grobes Konzept(Global)

Wir haben 700 000 000 ha Anbauflaeche frei.

davon konneten wir

200 000 000 ha aufforsten fuer Nutzholz.
(300 000 000 ha waeren besser)
vielleicht auch den Landverlust 10 000 000 ha eindaemmen.

mit bestehenden Waeldern, wuerde dass 1,2 Gt Heizöl entprechen.

Weitere 125 000 000 ha mit Ölpalmen.(Suedamerika, Afrika)
=ca. 600 000 000 cbm Biodiesel(ca 540 000 000 cbm Diesel)

100 000 000 ha mit Zuckerrohr (Sued- und Mittelamerika)
=ca. 600 000 000 cbm Ethanol ( ca 450 000 000 cbm Benzin)

Weitere 50 bis 100 000 000 ha in Europa und Nordamerika, mit Zuckerrüben.
=ca. ca 250 000 000 bis 500 000 000 cbm Ethanol

Dabei kann nach dem Verwerten im Ethanolwerk aus dem Rest Tierfutter hergestellt werden.
Siehe (PDF):
http://www.biomasseenergie.ch/Portals/0/1_de/03_Wie_nutzen/P…

Derzeit gehen ca. 40- 45% (EU 50%) des Rohölverbrauches in den Verkehrssektor.
Bei 4 GT also 1.8 GT

1 800 000 000 cbm Treibstoffe
- 540 000 000 cbm Biodiesel
- 500 000 000 cbm Ehtanol aus Zuckerrohr
- 250 000 000 cbm Ehtanol aus Zuckerrüben
-------------------------------------------
510 000 000 cbm verbl.Treibstoffe

Einsparung 1 290 000 000 cbm

Heizung
Weltweit 30-35% (Eu 35%)


ca 1 200 000 000 cbm Heizöl

50 % EFH und Kleinere Wohnbloecke mit Waremepumpe(Mittelwert der Hersteller 1 kWh= 5 kwh Heizleistung)

http://www.wei.at/
http://www.heatpumpcentre.org/

50 % groesere Anlagen mit Blockheizkraftwerken Holz (um den Erhoehten Strombedarf im Winter zu decken.40% Strom )
Verbraucht die 1,2 GT (Heizoel-aeqivelant) Holz und bringt zusaetzlich ( nach dem mehrbedrarf fuer die Waemepumpen) 2 400 Mrd. Kwh im Winter(hoeherer Verbrauch als im Sommer). Derzeit weltweit ca. 16 000 bis 17 000 Mrd. kWh. (waeren 14%).

Von meinem globalen Stromnetz mit Wind-, Sonnen-, Wasser- und Gaskraftwerken habe ich schon gesschrieben.
Kohle wird die naechste Jahre auch noch ein grosse Rolle spielen.

Landverbrauch (Global)

07 000 000 km2 Ungenutzt
-2 000 000 km2 Wald
-2 000 000 km2 Ethanol
-1 250 000 km2Palmõlplantagen
--------------------------------
1 750 000 km2 verbleibend ( ware sinnvoll diese Aufzuforsten)


Verbleibender Ölbedarf

04 000 000 000 t Derzeit
-1 200 000 000 t Heizung
-1 290 000 000 t Treibstoffeinsparung
-------------------------------
1 510 000 000 t verbleibender Rohölbedarf


Die Daten sind nur ungefaehr. Nicht zu einfach aktuelle Daten zu finden.
Nur 5 % der Weltfoerderung weden fuer Plastik und Lacke verwendet
Auch die ca. 150 000 000 t Kunstduenger koennten aus anderen Stoffen hergestellt werden.(zB. Reststoffe aus der
Ethanolproduktion.) Siehe PDF oben.
Umlaute Fehlen teilweise, zu muehsam jedesmal zu kopieren. Amie- Tastatur!!!

MFG
Pank
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.212.060 von yakima am 01.06.08 08:59:24Ist ja auch ein grobes Konzept
ohne viel Details, mit wahrscheinlich eingen Fehlern.
Die Reden von Waldrestholz, ich von Anbau bestimmter Sorten zB. Weiden, Pappeln usw. fuer Brennholz. Also global 2 000 000 ha. Wald. ca US Waldflaeche. Walrestholz habe ich gar nicht gerechnet, weil keine Daten bis jetzt.

Mein Konzept. Im Winter den Erhoehten Strombedarf+ den Bedarf fuer die 50% durch Waermepumpe decken.
Meine Heizkraftwerke sollen nur im Winter laufen.
40% Heizenergie
40% Stromenergie
20% Verlust
ist Realistisch
minus 20% (ca 2 400 Mrd. kWh) fuer die Waemepumen (Die auch im Winter Heizen)
macht 20% oder 2 400 Mrd. Kwh fuer den Strommarkt im Winter.(Nach Beheizung der aller Gebaeude, Zusaetzlich)
(winterlicher Mehrbedarf).
Generell Speilt OEl keine grosse Rolle auf dem Stommarkt.
Warmwasser im Sommer mit Sonnenkollektoren ( Vielleicht mit Heizungsunterstutzung).
Fotovoltaik beobachte ich auch.Dauert aber noch bis die ohne Zuschuesse auskommen. Und wie willst du die Energie vom Sommer bis zum Winter mit niedrigen Verlusten und Kosten Speichern?
Waelder haben auch noch andere Vorteile, auch wegen CO2.
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.212.380 von Pank24 am 01.06.08 11:23:11meiner Meinungnach ist das die einzige Lösung:
http://www.desertec.org/
was allerdings enorm wichtig ist und fehlt:
Meerwasserpumpspeicherkraftwerke in den Fjorden von Norwegen:
Zur Speicherung von
- Windenergie,
- Wellenenergie
- Sonnenenergie (vor allem aus der Sahara)

So ein Speicherkraftwerk kann man auf 3GW Leistung auslegen.
Das sind 2 Kernkraftwerke.

das sollte man den Norwergern mal erklären, dass sie die Gewinne aus dem Nordseeöl sicher invesieren, denn deren Öl hat auch den Peak überschritten.

Die Arbeit mit Meerwasser sollte kein technisches Problem mehr sein zumal man ja im Meer auch Öl fordert.

YK
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.212.380 von Pank24 am 01.06.08 11:23:11Aberrealisiert wird folgendes:
26 neue Kohlekraftwerke in Deutschland
http://vorort.bund.net/klimaschutz/publikationen/publikation…
pdf: http://vorort.bund.net/klimaschutz/publikationen/publikation…

Gruss
YK
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.212.681 von yakima am 01.06.08 12:59:26hier noch mal der 1.Link hier geht er:
http://vorort.bund.net/klimaschutz/publikationen/publikation…
Interessanter Thread.
Mein Scherflein dazu hier - ein reiner Zufallsfund. Ich bin kein Mitglied dieses Vereins und habe keine Ahnung, ob es ihn überhaupt noch gibt! Aber die Idee finde ich interessanter denn je, siehe die von mir gefetteten Sätze. Vielleicht waren die Leute ihrer Zeit ein wenig voraus...


>Solar Car Sharing

Informationen zum Projekt

Der Verein
Der gemeinnützige Verein zur Förderung regenerativer Energien wurde im Herbst 1997 von Menschen gegründet, die sich für eine vermehrte Nutzung der erneuerbaren und somit ökologischen Energiequellen einsetzen wollen. Sitz des Vereins ist Hamburg-Bergedorf. Unser erstes Projekt haben wir im Juni 1998 realisiert - eine über Spenden und Privat-Darlehen finanzierte Solarstromanlage auf dem Lichtwarkhaus, einem öffentlichen Gebäude, in Bergedorf.

Das neue Projekt: SolarCarSharing
Mit unserem neuen Projekt wollen wir zwei Konzepte zusammenführen, die die Umwelt entlasten - durch die gemeinsame Nutzung (CarSharing) eines Solarautos:

CarSharing:
Die Idee des CarSharing ist nicht neu - sie wird bereits in fast allen Städten Deutschlands und auch in Europa (insgesamt 250 Stationen) mit Erfolg praktiziert. Die Autos werden von vielen genutzt - aber nur dann, wenn das Auto gebraucht wird. Und bezahlt wird auch nur dann, wenn es benutzt wird. Das hat Vorteile - für jeden einzelnen und für die Umwelt: Weniger Ressourcenverbrauch durch weniger Autos, weniger Parkplätze, und weniger Schadstoffemissionen.

Solarautos:
Alltagstaugliche "Solarfahrzeuge" sind eigentlich keine echten Solarmobile (mit Solarzellen auf dem Dach), sondern Elektroautos, die mit Solarstrom fahren. Erst durch diese Kombination von Elektrofahrzeug und regenerativer Stromerzeugung werden E-Mobile zu wirklichen "Zero-Emission-Vehicles", d.h. Fahrzeuge, die bei der Nutzung keinerlei Abgase erzeugen.
Um die Jahrhundertwende gab es mehr Elektroautos als Autos mit Verbrennungsmotor. "Sie waren die Luxus-Autos der Vornehmen, da sie leise, abgasfrei und ohne Hilfskräfte (fürs Anlassen) fahren konnten." Seit 1896 wurden Elektroautos - bereits mit einer Reichweite von 60 km - als Taxis eingesetzt. Trotz der zahlreichen Vorteile der Elektromobile setzten sich mit der Erfindung des elektrischen Starters 1912 die Benzinautos immer weiter durch. Mit der Erschließung grosser Erdölvorkommen in Texas wurde ab 1901 Benzin allgemein verfügbar. Benzinautos zeichneten sich durch einen niedrigeren Preis und eine grössere Reichweite aus und liessen Elektroautos schon bald in Vergessenheit geraten. *

* Quelle: Solarmobil Mitteilungen, I+II/97

Verein zur Förderung regenerativer Energien e.V.
Auf dem Elektrofahrzeugmarkt hat sich, besonders in den letzten Jahren, viel getan. Inzwischen gibt es neben umgerüsteten, konventionellen Autos, die einen Elektromotor unter einer herkömmlichen Karosserie besitzen und verhältnismässig schwer sind, speziell entwickelte Elektrofahrzeuge. Mit den leichteren Karosserien, z. B. aus Verbundfaserkunststoff, lassen sich grössere Reichweiten pro "Tankfüllung" erzielen. Aus technischer Sicht sind Motoren und Batteriesysteme ausgereift.
Dank dieser Entwicklungen können Elektroautos heutzutage eine Renaissance erleben. Gerade in Städten, wo einerseites das Lokalklima durch die Abgase der Automassen gefährdet ist, andererseits aber keine grossen Strecken zurückgelegt werden müssen, stellen E-Mobile eine interessante Alternative zu benzin- oder dieselbetriebenen Fahrzeugen dar. Dazu kommt, dass sie - wenn auch die Anschaffungskosten etwas höher liegen - im Betrieb den "Benzinern" bei weitem überlegen sind. Die ersten 5 Jahre sind z.Zt. Kfz-steuerfrei, danach ist nur die Hälfte der Steuern zu bezahlen. Und dank des niedrigen Verbrauchs von umgerechnet 1,0-1,5 l pro 100 km sind sie im Betrieb unschlagbar günstig.
In welchem Rahmen Elektromobile eine umweltverträgliche Alternative zum jetzigen Kfz-Verkehr darstellen, wollen wir zur Diskussion stellen. Eine offene Frage ist z. B., ob Elektrofahrzeuge in der Gesamt-Ökobilanz herkömmlichen Fahrzeugen tatsächlich überlegen sind. Daneben wollen wir prüfen, ob sich Elektromobile, die häufig nachgeladen werden müssen, für CarSharing eignen.
Das Projekt wird von der Fachhochschule Bergedorf, Fachbereich Umwelttechnik, wissenschaftlich begleitet.
Wir wollen durch das Angebot, ein Elektromobil auszuleihen und in der Praxis zu testen, dieser Technik zu mehr Akzeptanz verhelfen.

Das Konzept
Das Projekt umfasst den Kauf eines Elektroautos, einer dem Verbrauch entsprechend dimensionierten Solarstromanlage sowie ggf. einer Stromtankstelle. Die am Projekt Teilnehmenden (die genauen Formalitäten müssen noch festgelegt werden) können - nach Rücksprache und Bezahlung einer Kilometerpauschale - das Elektroauto ausleihen.
Für den Bau der Photovoltaikanlage werden wir nach Möglichkeit die Förderung der HEW in Anspruch nehmen. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. An einer Solartankstelle können die NutzerInnen das Gemeinschaftsfahrzeug "betanken". Über das Jahr gesehen muss dabei die Menge des erzeugten und des abgegebenen Stroms gleich sein.
Als ersten Schritt wollen wir durch eine Umfrageaktion (sh. beigelegten Fragebogen) ausloten, welche Anforderungen an ein CarSharing-Projekt gestellt werden, wie hoch die Akzeptanz und die Beteiligungsbereitschaft ist. Ferner sind Veranstaltungen zu diesem Thema geplant, in denen wir die verkehrspolitischen Aspekte unserer Idee diskutieren wollen.
Danach werden wir mit der detaillierten Ausarbeitung des Konzeptes beginnen. Dazu gehört die Auswahl eines Fahrzeuges nach technischen, ökonomischen und ökologischen Aspekten, ein Finanzierungsplan sowie die genaue Festlegung der Teilnahmebedingungen. Der Kauf des Elektroauto sowie die Installation der dazugehörigen Solarstrom-Tankstelle ist für 1999 vorgesehen.
Eine umfassende Dokumentation sowie ein Erfahrungsbericht sollen später veröffentlicht werden.

Oktober 1998

Verein zur Förderung regenerativer Energien e.V.
z. Hd. Annette Vollmer
Mohnhof 20 Haus 3
21029 Hamburg

Tel. 040/721 94 93
Fax 040/724 28 20
Kontonr. 166 188-204, Postbank Hamburg, BLZ 200 100 20<
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.212.668 von yakima am 01.06.08 12:54:59Was die allgemeine Stromerzeugung angeht is dein Konzept besser.
Allerdings wuerde ich die Sonnen kraftwerke Global verteilen.
Wenn bei uns Nacht ist kommt der Strom aus Asien und Amerika.
Wenn die Nacht haben werden Sie von uns Mitversorgt. Spart die Speicherkosten.

Den Strom von dem ich rede, der kommt aus der Kraft-Waerme Kopplung. Von kleinen Blockheiskraftwerken die nur im Winter im Betrieb sind. Vor allem in Ballungszentren und groesseren Komlpexen.
die ca 2 400 kwh wureden nach Beheizung von 50% der Gebaeude und den ebenfalls im Winter anfallenden Bedarf der Waremepumpen noch uebrig bleiben. Da aber im Winter ein erhoehter Strombedarf besteht, koennte dieser dadur vermindert werden. Im Sommer sind deine Kaftwerke besser. Da kein Landverbrauch.

Aber im Moment sind noch zu viele Kohlevorkommen vorhanden!?

Hatte 50% Heizengie und 30% el. Energie gerechnet
Die Waermepumpen fuer 6 000 Mrd.kWh Heizengie benoetigen 1 200 Mrd. Kwh Strom.
Wurede man das komlpette Heizoel nur durch Waempumpen ersetzten.
1,2 Gt. brauchte man 2 400 kWh Mrd. Kwh Stom mehr.
Mit GDU (Gaskaftwerken, Wirkungsgrad 58%) braeuchte man 0,415 Gt gleicher Energie in Gas. 800 000 000 t Rohoel gepart mit gleichem Nutzen.
:eek:

2 000 000 km2 (Kanada,Russland,Skaninavien) Waldflaeche fuer Brennholz scheint mir auch nicht zu viel. Duerfte allerdings einige Zeit dauern, bis die ersten Holzernten kommen.
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