schrieb am 26.04.12 08:15:35
Frankfurt am Main, 26. April 2012 Deutsche Bank erzielt im
ersten Quartal 2012 Gewinn nach Steuern von 1,4 Mrd €
Gewinn vor Steuern bei 1,9 Mrd €, nach Wertberichtigung im Bereich
Corporate Investments (CI) von 0,3 Mrd € bezüglich Actavis und
Belastungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten von 0,2 Mrd €
im Bereich Corporate Banking & Securities (CB&S)
Verlust vor Steuern im Bereich Consolidation & Adjustments
(C&A) von 431 Mio €, inklusive 319 Mio € aus buchhalterischen
Effekten, die sich im Lauf der Zeit revidieren
Vorsteuerergebnis von CIB und PCAM bei
2,6 Mrd €[/b]Tier-1-Kernkapitalquote (Core-Tier-1) mit 10,0%
auf gutem Weg, regulatorische Anforderungen vorzeitig zu erfüllen.
Inanspruchname des Risikokapitals im Bereich CIB deutlich unterhalb
der Limits
Fortschritt bei Rechtsstreitigkeiten und beim Risiko-Abbau sowie
erfolgreiche Ablösung des Actavis-Kredits
Eigenkapitalrendite vor Steuern (bezogen auf das durchschnittliche
Active Equity) bei 14%Corporate & Investment Bank
(CIB): Starke Erholung im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2011
belegt Stärke der breit gefächerten Kundenbasis unter
gleichzeitiger Wahrung strikter Risikodisziplin
Vorsteuerergebnis von 2,1 Mrd €, nach Belastungen im Zusammenhang
mit Rechtsstreitigkeiten von 0,2 Mrd €
Erträge in Sales & Trading von 4,1 Mrd € plus 160% gegenüber
dem vierten Quartal 2011 und minus 11% gegenüber Vorjahr trotz
einer Reduzierung des VaR um rund 30% im Vergleich zum Vorjahr
sowie anhaltend schwieriger Marktbedingungen
Nummer 3 weltweit im Emissions- und Beratungsgeschäft, die beste
jemals erreichte Position
Global Transaction Banking (GTB) erwirtschaftet mit 340 Mio € vor
Steuern Rekordergebnis für ein erstes Quartal wegen starker
Ergebnisse in den Produktbereichen und Regionen
Private Clients and Asset Management (PCAM): Positive
Volumen-Entwicklung bei weiter gedämpfter Anlagebereitschaft der
Privatkunden aufgrund des unsicheren Umfelds
Vorsteuerergebnis von 555 Mio €
Private & Business Clients (PBC): Vorsteuerergebnis von 413 Mio
€ getrieben von starkem Kredit- und Einlagengeschäft, aber
beeinflusst durch negative Effekte aus dem Risiko-Abbau der
Postbank und gedämpfter Anlagebereitschaft
Asset and Wealth Management (AWM): Vorsteuerergebnis bei 142 Mio
€
Asset Management (AM): Vorsteuerergebnis verringerte sich auf 54
Mio € auf Grund weiter schwacher Marktaktivität und gestiegener
Zurückhaltung bei den Investoren im Zusammenhang mit der
Fortführung der strategischen Überprüfung des Geschäftsbereichs
Private Wealth Management (PWM): Vorsteuerergebnis von 88 Mio €,
verbunden mit guter Ertragsentwicklung in Deutschland, EMEA und
Asien/Pazifik
Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DE / NYSE: DB) hat heute ihre
Ergebnisse für das erste Quartal 2012 vorgelegt.
Der Gewinn nach Steuern lag im ersten Quartal 2012 bei 1,4 Mrd €,
nach 2,1 Mrd € im ersten Quartal 2011. Das Ergebnis je Aktie
(verwässert) belief sich auf 1,44 €, nach 2,13 € im ersten Quartal
des Vorjahres. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern und bezogen auf
das durchschnittliche Active Equity betrug 14%.
Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank,
sagte: „Vor dem Hintergrund anhaltender Zurückhaltung auf den
globalen Finanzmärkten haben wir solide Ergebnisse erzielt." Er
fügte hinzu: „Wir setzen unsere Strategie des Abbaus von Altlasten
und der Stärkung unserer Kapitalposition fort, wie der Verkauf von
Actavis und die anhaltenden Fortschritte bei der Bewältigung von
Rechtsstreitigkeiten zeigen. Zugleich konzentrieren wir uns darauf,
neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen zu
vertiefen, sowie die Erträge aus den Investitionen in unser
Geschäft zu steigern und strikte Kosten- und Kapitaldisziplin zu
wahren".
Ertragslage des Konzerns
Im Konzernbereich Corporate & Investment Bank (CIB) gingen die
Erträge von 6,2 Mrd € im Berichtsquartal gegenüber dem
Vorjahresquartal (Erträge von 6,7 Mrd €) um 8% zurück. Angesichts
der anhaltenden Risikodisziplin der Bank und des im Vergleich zum
Beginn des Vorjahres ungünstigeren Marktumfelds, das zu niedrigerer
Kundenaktivität führte, ist dies ein sehr solides Ergebnis und
reflektiert eine gute Entwicklung in den wesentlichen
Geschäftsfeldern des Bereichs. Private Clients and Asset Management
(PCAM) verzeichnete im ersten Quartal 2012 Erträge von 3,4 Mrd €
nach 4,1 Mrd € im Vergleichsquartal des Vorjahres. Im
Vorjahresquartal war ein positiver Sondereffekt von 263 Mio €
enthalten, der im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Hua Xia
Bank und der erstmaligen Anwendung der Equitymethode entstand. Im
Berichtsquartal ergaben sich zudem Rückgänge aufgrund geringerer
Erträge im operativen Geschäft der Postbank, die zum einen den
Abbau von Risikopositionen und das niedrige Zinsumfeld, zum anderen
niedrigere Auflösungen von vor der Konsolidierung gebildeter
Risikovorsorge (als Zinsüberschuss ausgewiesen) widerspiegeln.
Außerdem beeinträchtigen die weiterhin zurückhaltende
Investmentaktivität privater Kunden, insbesondere in Deutschland,
sowie das weiter niedrige Marktniveau und die anhaltende
Unsicherheit das Vermögensverwaltungsgeschäft. Insgesamt blieben
die Konzernerträge mit 9,2 Mrd € im Berichtsquartal um 1,3 Mrd €
(12%) unter dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Zu dem Rückgang
trug auch eine im Konzernbereich Corporate Investments vorgenommene
Abschreibung in Höhe von 257 Mio € auf das Engagement an Actavis
bei.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im Berichtsquartal
auf 314 Mio €, was einem Rückgang von 16% gegenüber 373 Mio € im
Vergleichsquartal 2011 entspricht. Der Rückgang war hauptsächlich
auf eine geringere Risikovorsorge bei der Postbank zurückzuführen.
Er spiegelt auch die günstige Entwicklung des
Privatkundenportfolios inklusive positiver Effekte aus dem
erfolgreichen Verkauf notleidender Kredite wider. Diese Faktoren
wurden teilweise durch eine höhere, aber im Rahmen der Erwartung
gebliebene Risikovorsorge in CIB kompensiert. Im Zusammenhang mit
der Postbank werden Auflösungen von Wertberichtigungen, die vor der
Konsolidierung gebildet wurden, weiterhin nicht in der
Risikovorsorge im Kreditgeschäft, sondern im Zinsergebnis
ausgewiesen. Sie betrugen im Berichtsquartal 36 Mio €.
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen von 7,0 Mrd € waren gegenüber dem
Vergleichsquartal des Vorjahres in Summe nahezu unverändert. Der
Personalaufwand reduzierte sich deutlich um 622 Mio €. Dies war
vornehmlich auf niedrigere Aufwendungen für leistungsabhängige
Vergütungen aufgrund einer gesunkenen Performance zurückzuführen.
Sie beinhalteten auch einen im Vergleich zum Vorjahr geringeren
Effekt aus aufgeschobenen Vergütungskomponenten für Mitarbeiter,
deren Ansprüche zum Zeitpunkt der Begebung aufgrund der für sie
geltenden Planbedingungen unverfallbar waren. Diese rückläufige
Entwicklung wurde im Geschäftsbereich Corporate Banking &
Securities (CB&S) durch Belastungen im Zusammenhang mit
Rechtsstreitigkeiten (rund 210 Mio €) und durch höhere Aufwendungen
im Versicherungsgeschäft mit Abbey Life (korrespondierend zur
Ertragsentwicklung) teilweise kompensiert. Die zinsunabhängigen
Aufwendungen beinhalteten im ersten Quartal 2012 zudem in
Consolidation & Adjustments (C&A) Aufwendungen in Höhe von
73 Mio € für die Bankenabgabe in Deutschland, die im
Vorjahresquartal noch nicht angefallen war. Des Weiteren entstand
im Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC) eine
Belastung in Höhe von 40 Mio € im Zusammenhang mit einem bestimmten
geschlossenen Fonds.
Das Ergebnis vor Steuern betrug im Berichtsquartal 1,9 Mrd € und
war damit um 1,1 Mrd € niedriger als im ersten Quartal 2011. Die
Entwicklung reflektiert die vorgenannten Sondereffekte (Actavis und
Hua Xia Bank) sowie die im Vergleich zu dem starken Jahresauftakt
2011 schwächeren Bedingungen im ersten Quartal 2012, die von
anhaltender Vorsicht unter den Marktteilnehmern geprägt waren.
Der Gewinn nach Steuern belief sich im ersten Quartal 2012 auf 1,4
Mrd € gegenüber 2,1 Mrd € im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das
Ergebnis je Aktie (verwässert) betrug im Berichtsquartal 1,44 €
nach 2,13 € im Vorjahresquartal. Der Ertragsteueraufwand im ersten
Quartal 2012 betrug 478 Mio €. Die Steuerquote von 25,4% im
Berichtsquartal wurde durch Steuereffekte im Zusammenhang mit
aktienbasierten Vergütungen positiv beeinflusst. Im ersten Quartal
2011 belief sich der Ertragsteueraufwand auf 891 Mio €. Die
Steuerquote von 29,5% im Vorjahresquartal war von der teilweisen
Steuerbefreiung des Gewinns im Zusammenhang mit der Beteiligung an
der Hua Xia Bank begünstigt.
Die Tier-1-Kernkapitalquote ohne Hybridinstrumente (Core-Tier-1)
lag im ersten Quartal 2012 mit 10,0% höher als zum Jahresschluss
2011 (9,5%) und befindet sich damit auf gutem Weg, die
regulatorischen Anforderungen vorzeitig zu erfüllen. Die
Tier-1-Kapitalquote betrug per Ende März 2012 13,4% und verbesserte
sich damit um 55 Basispunkte verglichen mit dem Wert von 12,9% zum
Jahresende 2011. Die risikogewichteten Aktiva verringerten sich im
ersten Quartal 2012 aufgrund eines strikten Risikomanagements auf
368 Mrd € von 381 Mrd € im Vorquartal.
Die Bilanzsumme verringerte sich geringfügig auf 2.103 Mrd € zum
Ende des ersten Quartals 2012 von 2.164 Mrd € per Jahresende 2011.
Auf bereinigter Basis, das heißt nach Aufrechnung von Derivaten und
bestimmten anderen Bilanzpositionen, betrug die Bilanzsumme 1.256
Mrd €, was im Vergleich zum Jahresende 2011 einem Rückgang von 12
Mrd € entspricht. Die Relation von Bilanzsumme zu Eigenkapital
(Leverage Ratio) gemäß Zielgrößendefinition lag per Ende März 2012
unverändert zum Jahresende 2011 bei 21.
Die Liquiditätsreserve blieb mit über 195 Mrd € auf einem hohen
Niveau. 47% des Refinanzierungsplans für 2012 sind bereits
abgeschlossen.
Segmentüberblick
Konzernbereich Corporate & Investment Bank (CIB)
Corporate Banking & Securities (CB&S)
Die Erträge in Sales & Trading (Debt und sonstige Produkte)
lagen im Berichtsquartal mit 3,4 Mrd € um 301 Mio € (8%) unter dem
Wert des Vergleichsquartals 2011. Während das insgesamt gute
Ergebnis die im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2011 höhere
Kundenaktivität widerspiegelt, war das wirtschaftliche Umfeld
allerdings nach wie vor ungünstiger als im Vorjahresquartal. Das
Ergebnis im Handel mit Kreditprodukten war dank einer soliden
Kundenaktivität gut, gleichwohl gingen die Erträge im Vergleich zum
Vorjahresquartal infolge bewusst reduzierter Bestände zurück. Im
Geldmarktgeschäft wurden in allen Regionen erheblich höhere Erträge
als im Vorjahresquartal erzielt. Die gegenüber dem ersten Quartal
2011 höheren Erträge im Zinsgeschäft sind auf die gestiegene
Aktivität im kundenbezogenen Geschäft und bei für Kunden
entwickelten Lösungen zurückzuführen. Das erste Quartal 2012 war
damit für den Bereich das bislang zweitbeste. Im Devisengeschäft
lagen die Volumina auf Rekordhöhe. Dennoch blieben die Erträge
wegen niedrigerer Margen unverändert auf dem Niveau des
Vorjahresquartals. Im Anleihegeschäft mit Schwellenländern waren
die Erträge niedriger als im Vorjahresquartal, wobei die höhere
Aktivität im kundenbezogenen Geschäft durch eine rückläufige
Nachfrage nach für Kunden entwickelten Lösungen kompensiert wurde.
Die Erträge im Rohstoffhandel blieben gegenüber dem
Vorjahresquartal nahezu unverändert, und in allen Produktfeldern
wurden gute Ergebnisse erzielt. Die Erträge aus dem Geschäft mit
verbrieften Wohnungsbaukrediten (RMBS) lagen weit unter denen des
Vorjahresquartals, was auf eine gesunkene Kundennachfrage
zurückzuführen ist.
In Sales & Trading (Equity) sanken die Erträge im
Berichtsquartal gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um
218 Mio € (23%) auf 726 Mio €. Während sich das verbesserte
Marktumfeld in einem Anstieg wichtiger Aktienindizes
widerspiegelte, lag die branchenweite Kundenaktivität weiterhin auf
einem erheblich niedrigeren Niveau als im Vorjahresquartal. Im
Aktienhandel konnten die Marktanteile in Europa und den USA
gesteigert werden, dennoch wurden gegenüber dem ersten Quartal 2011
geringere Erträge erwirtschaftet. Dies ist auf gesunkene
branchenweite Marktvolumina sowie den Wegfall des einmaligen
Ertrags aus dem Verkauf der Beteiligung an der russischen Börse RTS
im ersten Quartal 2011 zurückzuführen. Auch im
Aktienderivategeschäft blieben die Erträge infolge der gesunkenen
Volumina im kundenbezogenen Geschäft und mit institutionellen
Kunden hinter den Vergleichszahlen des Vorjahres zurück. Im Bereich
Prime Finance blieben die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal
unverändert, da die größeren Volumina im Kundengeschäft durch den
wachsenden Margendruck kompensiert wurden. Im Verlauf des
Berichtsquartals wurde die Deutsche Bank in einer Umfrage des
Magazins Institutional Investor zur Nummer eins in den Bereichen
Aktienverkauf, -handel und -analyse in Europa gewählt.
Im Berichtsquartal gingen die Erträge aus dem Emissions- und
Beratungsgeschäft gegenüber dem ersten Quartal 2011 um 79 Mio €
(11%) auf 638 Mio € zurück. Dies war auf eine branchenweit
geringere Kundenaktivität zurückzuführen. Bezogen auf den Anteil am
Provisionsaufkommen in Corporate Finance belegte die Deutsche Bank
weltweit Platz drei und nahm damit in diesem Bereich den besten
Rang in ihrer Geschichte ein. Auch im M&A- und
Emissionsgeschäft (Equity) sowie (Debt) erreichte die Deutsche Bank
weltweit Top-5-Positionen. Im Beratungsgeschäft lagen die Erträge
bei 121 Mio € und damit um 24% unter der Vergleichszahl des
Vorjahresquartals. Ursächlich hierfür war die im Vergleich zum
Vorjahr verhaltene Marktaktivität. Im Berichtsquartal erreichte die
Deutsche Bank im Beratungsgeschäft Platz fünf. Im Emissionsgeschäft
(Debt) lagen die Erträge von 379 Mio € auf dem Niveau des
Vorjahresquartals. Die Deutsche Bank erreichte in den Kategorien
„All International Bonds“ und „All Bonds in Europe“ jeweils Platz
zwei (Quelle: Thomson Reuters). Die Erträge aus dem
Emissionsgeschäft (Equity) fielen gegenüber dem Vorjahresquartal um
23% auf 138 Mio € infolge geringerer branchenweiter Transaktionen
im Finanzierungsgeschäft mit Eigenkapital, obgleich die
Emissionstätigkeit aufgrund der geringeren Volatilität zum
Quartalsende zunahm. Die Deutsche Bank belegte in der globalen
Rangliste Platz fünf bei Aktienemissionen. Bei den Börsengängen
erreichte sie Platz eins (Quelle: Bloomberg). (Alle
Ranglistenpositionen gemäß Dealogic, sofern nicht anders
angegeben.)
Die Erträge im Kreditgeschäft beliefen sich im ersten Quartal 2012
auf 303 Mio € und gingen damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um
149 Mio € (33%) zurück. Ursächlich hierfür war das Zusammenspiel
mehrerer Faktoren wie reduzierte Bestände, negative
Marktwertanpassungen sowie Nettoeffekte aus Veränderungen der
Kreditrisikoprämien.
Die Erträge aus Sonstigen Produkten beliefen sich im ersten Quartal
2012 auf 162 Mio €, was einem Anstieg um 123 Mio € gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Diese Entwicklung
resultierte aus höheren Marktwertgewinnen bei Investments, die
Leistungen im Zusammenhang mit dem Versicherungsgeschäft von Abbey
Life decken. Dieser Effekt wird durch gegenläufige Beträge in den
Zinsunabhängigen Aufwendungen ausgeglichen.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im
Unternehmensbereich CB&S im ersten Quartal 2012 auf 85 Mio €
nach einer niedrigen Risikovorsorge von 12 Mio € im
Vergleichsquartal des Vorjahres.
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen betrugen im Berichtsquartal 3,4
Mrd € und lagen damit um 121 Mio € (3%) unter dem Vergleichswert
des Vorjahresquartals. Dieser Rückgang resultierte in erster Linie
aus niedrigeren Aufwendungen für leistungsabhängige Vergütungen
aufgrund einer gesunkenen Performance und einer Reduktion der
aufgeschobenen Vergütungskomponenten für Mitarbeiter, deren
Ansprüche zum Zeitpunkt der Begebung aufgrund der für sie geltenden
Planbedingungen unverfallbar waren. Diese Rückgänge wurden durch
Belastungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten in Höhe von
rund 210 Mio € und den vorgenannten Effekt in Bezug auf Abbey Life
teilweise aufgehoben.
Das Ergebnis vor Steuern in CB&S belief sich im Berichtsquartal
auf 1,7 Mrd € gegenüber 2,3 Mrd € im Vergleichsquartal des
Vorjahres.
Global Transaction Banking (GTB)
Die Erträge in GTB lagen im ersten Quartal 2012 mit 967 Mio € um
114 Mio € (13%) über dem Vergleichswert des Vorjahresquartals.
Ursächlich hierfür war der Anstieg der Provisions- und Zinserträge
über die Produktbereiche hinweg, was die Robustheit des
Geschäftsmodells von GTB unterstreicht. Die Zinserträge
profitierten im Vergleich zum Vorjahresquartal von größeren
Volumina im Kundengeschäft. Dem standen negative Effekte aus dem
anhaltend niedrigen Zinsniveau, insbesondere in den USA und der
Eurozone, gegenüber, während sich das Zinsniveau in Asien weiterhin
günstig auswirkte. In Trade Finance konnten dank des anhaltenden
Wachstums der Kundenvolumina und der Nachfrage nach
Finanzierungsprodukten hohe Erträge erwirtschaftet werden. In Trust
& Securities Services stiegen die Erträge aufgrund einer
starken Dynamik im Wertpapierverwahrungsgeschäft, insbesondere im
Wertpapierleihgeschäft, sowie höherer Transaktionsvolumina im
Wertpapiertreuhand-, Vermittlungs- sowie Verwaltungsgeschäft. In
Cash Management lagen die Erträge aufgrund höherer Transaktions-
und Einlagenvolumina über dem Wert des ersten Quartals 2011.
In GTB belief sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft im ersten
Quartal 2012 auf 33 Mio € gegenüber 21 Mio € im Vergleichsquartal
des Vorjahres. In beiden Zeiträumen standen die Aufwendungen
hauptsächlich im Zusammenhang mit dem in 2010 in den Niederlanden
erworbenen Firmenkundengeschäft. Die übrigen Geschäftseinheiten in
GTB verzeichneten eine Nettoauflösung, die den vorgenannten Anstieg
teilweise kompensierten.
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen in Höhe von 593 Mio € im ersten
Quartal 2012 lagen um 35 Mio € (6%) über dem Vergleichswert des
Vorjahresquartals. Dieser Anstieg ist vor allem auf Aufwendungen
für leistungsabhängige Vergütungen sowie transaktionsbezogene
Versicherungsaufwendungen zurückzuführen. Darüber hinaus trugen
Integrationskosten für die Akquisition in den Niederlanden zu
diesem Anstieg bei.
Das Ergebnis vor Steuern betrug im Berichtsquartal 340 Mio € und
lag damit um 67 Mio € (24%) über dem Vergleichswert des
Vorjahresquartals.
Konzernbereich Private Clients and Asset Management (PCAM)
Asset and Wealth Management (AWM)
Im ersten Quartal 2012 beliefen sich die Erträge im
Unternehmensbereich AWM auf 883 Mio €. Dies entspricht einem
Rückgang um 119 Mio € (12%) gegenüber dem Vergleichsquartal des
Vorjahres. Die Erträge aus Sonstigen Produkten sanken gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 87 Mio € (von 116 Mio € auf 29 Mio €). Davon
entfielen 57 Mio € (63%) auf den Geschäftsbereich Private Wealth
Management (PWM), der erheblich durch positive Effekte aus der
Neuausrichtung von Sal. Oppenheim in 2011 beeinflusst wurde.
Darüber hinaus trug der Geschäftsbereich Asset Management (AM)
aufgrund geringerer Gewinne aus dem Verkauf von Investments mit 30
Mio € zum Rückgang der Erträge aus Sonstigen Produkten bei. In AWM
gingen die Erträge aus dem Diskretionären Portfolio Management/Fund
Management um 40 Mio € (8%) zurück. Davon wurde in AM ein Rückgang
um 32 Mio € und in PWM um 9 Mio € verzeichnet. In beiden
Geschäftsbereichen war der Rückgang auf negative Markteinflüsse,
die sich in geringeren Mittelzuflüssen und erfolgsabhängigen
Provisionseinnahmen auswirkten, zurückzuführen. Die Erträge aus dem
Beratungs-/Brokeragegeschäft fielen um 31 Mio € (14%) auf 199 Mio
€. Dies war vor allem auf die gesunkene Kundenaktivität aufgrund
der Unsicherheit auf Seiten der Investoren zurückzuführen. Die
vorgenannten Rückgänge wurden teilweise durch einen Anstieg der
Erträge im Einlagengeschäft und Zahlungsverkehr um 32 Mio € (92%)
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausgeglichen. Dieser Anstieg
resultierte im Wesentlichen aus gezielten Initiativen für Produkte
der längerfristigen Refinanzierung. Bei den Erträgen aus dem
Kreditgeschäft wurde ein Zuwachs von 8 Mio € (8%) gegenüber dem
Vergleichsquartal des Vorjahres verzeichnet, hauptsächlich infolge
eines höheren Kreditvolumens in den Regionen Asien/Pazifik sowie
Nord- und Südamerika.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank im Vergleich zum
Vorjahresquartal um 18 Mio € auf weniger als 1 Mio €, was
größtenteils auf Sal. Oppenheim zurückzuführen war.
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen lagen im ersten Quartal 2012 bei
739 Mio € und damit um 52 Mio € (7%) unter dem Wert des
Vorjahreszeitraums. Der Rückgang resultierte einerseits aus
niedrigeren aufgeschobenen Vergütungskomponenten und geringeren
Abfindungszahlungen, andererseits aus einer Effizienzverbesserung
der Geschäftsplattform von AM.
AWM verzeichnete im ersten Quartal 2012 ein Ergebnis vor Steuern in
Höhe von 142 Mio €, nach 190 Mio € im Vergleichsquartal des
Vorjahres. Das Ergebnis vor Steuern ging in PWM um 28 Mio € und in
AM um 20 Mio € zurück.
Die Invested Assets in AWM stiegen im ersten Quartal 2012 um 7 Mrd
€ auf 820 Mrd €. In PWM beliefen sich die Invested Assets auf 278
Mrd €. Dies entspricht einem Anstieg von 9 Mrd € im Vergleich zum
31. Dezember 2011, der hauptsächlich auf einen Effekt in Höhe von
11 Mrd € aufgrund positiver Marktwertentwicklungen und auf
Nettomittelzuflüsse von 2 Mrd € zurückzuführen war. Diesem Anstieg
stand ein Rückgang der Invested Assets von 3 Mrd € aufgrund von
Wechselkursveränderungen gegenüber. In AM reduzierten sich die
Invested Assets um 2 Mrd €. Darin waren 10 Mrd €
Nettomittelabflüsse, die vornehmlich in Zusammenhang mit einem
einzelnen Kunden in Europa standen, und Rückgänge in Höhe von 8 Mrd
€ aufgrund von Wechselkursveränderungen enthalten, die größtenteils
durch einen Anstieg der Invested Assets um 16 Mrd € aufgrund
positiver Marktwertentwicklungen ausgeglichen wurden.
Private & Business Clients (PBC)
Die Erträge im ersten Quartal 2012 beliefen sich auf 2,5 Mrd € und
lagen um 571 Mio € (19%) unter dem Wert des Vorjahresquartals.
Ursächlich dafür war vor allem der Rückgang der Erträge aus
Sonstigen Produkten um 548 Mio €. Diese beinhalteten im
Vergleichsquartal des Vorjahres einen einmaligen positiven Effekt
von 263 Mio € aus der Bilanzierung der Beteiligung an der Hua Xia
Bank. Darüber hinaus entfielen 354 Mio € des Rückgangs auf die
Postbank, die im Berichtsquartal Erträge von 972 Mio € nach 1,3 Mrd
€ im Vergleichsquartal des Vorjahres erzielte. Der Rückgang war auf
geringere Erträge im operativen Geschäft, die zum einen den Abbau
von Risikopositionen und das niedrige Zinsumfeld, zum anderen
niedrigere Auflösungen von vor der Konsolidierung gebildeter
Risikovorsorge (als Zinsüberschuss ausgewiesen) widerspiegelen.
Darüber hinaus nahm die Postbank Abschreibungen auf griechische
Staatsanleihen in Höhe von 34 Mio € vor. Im
Beratungs-/Brokeragegeschäft sanken die Erträge um 33 Mio € (11%)
sowohl im Advisory Banking Germany als auch im Advisory Banking
International. Die Erträge aus dem Diskretionären Portfolio
Management/Fund Management verringerten sich hauptsächlich im
Advisory Banking Germany um 19 Mio € (26%). In beiden
Produktkategorien war die anhaltend niedrige
Investitionsbereitschaft von Privatkunden zu spüren. Die Erträge im
Einlagengeschäft und Zahlungsverkehr lagen mit 550 Mio € um 31 Mio
€ (6%) über dem Wert des Vergleichsquartals des Vorjahres. Dies war
vor allem auf höhere Einlagenvolumina in beiden Advisory
Banking-Bereichen zurückzuführen. Im Kreditgeschäft blieben die
Erträge gegenüber dem ersten Quartal 2011 im Wesentlichen
unverändert. Ertragssteigerungen infolge höherer Kreditvolumina
wurden durch Ertragsrückgänge aufgrund geringerer Margen in allen
wichtigen Regionen, in denen Advisory Banking vertreten ist,
kompensiert.
Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug im Berichtsquartal 194
Mio € gegenüber 320 Mio € im Vergleichsquartal. Davon entfielen 125
Mio € beziehungsweise 206 Mio € auf die Postbank. Der Rückgang der
Risikovorsorge der Postbank um 81 Mio € war auf Auflösungen von
nach der Konsolidierung gebildeten Wertberichtigungen für
Kreditausfälle zurückzuführen. Auflösungen von vor der
Konsolidierung gebildeter Risikovorsorge werden im Zinsüberschuss
ausgewiesen und betrugen 36 Mio € (gegenüber 117 Mio € im
Vorjahresquartal). Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft ohne
Berücksichtigung der Postbank ging im Vergleich zum
Vorjahresquartal um 44 Mio € zurück. Ursächlich dafür war in erster
Linie ein verbessertes Ergebnis im Konsumentenkreditgeschäft.
Darüber hinaus trug der Verkauf von Portfolien notleidender Kredite
mit 51 Mio € im Berichtsquartal gegenüber 33 Mio € im ersten
Quartal 2011 zu dieser positiven Entwicklung bei.
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen von 1,9 Mrd € im ersten Quartal
2012 lagen knapp unter dem Vergleichswert des Vorjahresquartals.
Der Rückgang beinhaltete 54 Mio € niedrigere Aufwendungen in
Zusammenhang mit der Postbank durch gesunkene operative Kosten und
Aufwendungen für Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im
Vorjahresquartal. Ohne Berücksichtigung der Postbank und der damit
zusammenhängenden integrationsbezogenen Aufwendungen, die in
Advisory Banking Germany ausgewiesen werden, erhöhten sich die
Zinsunabhängigen Aufwendungen um 31 Mio €. Dies ist in erster Linie
auf eine Belastung in Höhe von 40 Mio € im Zusammenhang mit einem
Rückkaufangebot für Anleger eines bestimmten geschlossenen Fonds
zurückzuführen.
Das Ergebnis vor Steuern betrug im Berichtsquartal 413 Mio € und
lag damit um 375 Mio € (48%) unter dem Wert des Vorjahresquartals.
Dieser Rückgang reflektiert vor allem den oben genannten einmaligen
positiven Effekt im Advisory Banking International aus der
Bilanzierung der Beteiligung an der Hua Xia Bank im ersten Quartal
2011. Advisory Banking International verzeichnete im
Berichtsquartal ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 127 Mio € nach
298 Mio € im Vergleichsquartal des Vorjahres. Advisory Banking
Germany erzielte ein Ergebnis vor Steuern von 191 Mio € nach 231
Mio € im Vorjahresquartal. In Consumer Banking Germany betrug das
Ergebnis vor Steuern 95 Mio € im ersten Quartal 2012 nach 258 Mio €
im Vergleichsquartal des Vorjahres.
Die Invested Assets stiegen im ersten Quartal 2012 um 5 Mrd € auf
308 Mrd €. Diese Zunahme beinhaltete 6 Mrd € aufgrund positiver
Marktwertentwicklungen und Nettomittelabflüsse in Höhe von 1 Mrd
€.
Die Zahl der von PBC betreuten Kunden belief sich auf insgesamt
28,5 Millionen, davon 14,0 Millionen Kunden der Postbank. Die Zahl
der Kunden von PBC war zum 31. März 2012 gegenüber dem 31. Dezember
2011 nahezu unverändert.
Corporate Investments (CI)
Die Erträge im ersten Quartal 2012 beliefen sich auf 4 Mio €
gegenüber 180 Mio € im Vergleichsquartal des Vorjahres. Im
Berichtsquartal wurde eine Abschreibung von 257 Mio € auf Actavis
verbucht. Dies wurde aufgrund des wesentlichen Fortschritts bei den
Vertragsverhandlungen mit Dritten über den Erwerb von Actavis
vorgenommen. Im Vorjahresquartal war ein Anteil am Nettoverlust in
Höhe von 55 Mio € im Zusammenhang mit dem Engagement bei Actavis
entstanden. Die weiteren Erträge enthielten in den beiden
Vergleichsquartalen im Wesentlichen die laufenden Erträge aus
Actavis, der BHF-BANK sowie aus den konsolidierten Beteiligungen an
The Cosmopolitan of Las Vegas und Maher Terminals.
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsquartal
auf 312 Mio € nach 344 Mio € im Vorjahresquartal. Der Rückgang ist
hauptsächlich auf eine Sonderbelastung im ersten Quartal 2011
zurückzuführen, die mit dem damals beabsichtigten Verkauf der
Konzernzentrale in Frankfurt am Main stand.
CI verzeichnete im ersten Quartal 2012 einen Verlust vor Steuern in
Höhe von 303 Mio € nach 165 Mio € im Vergleichsquartal des
Vorjahres.
Consolidation & Adjustments (C&A)
Im ersten Quartal 2012 verzeichnete Consolidation & Adjustments
(C&A) einen Verlust vor Steuern von 431 Mio € gegenüber 353 Mio
€ im Vorjahresquartal.
Die Erträge von C&A beinhalteten in beiden Perioden
signifikante negative Effekte aus unterschiedlichen
Bilanzierungsmethoden zwischen Managementberichterstattung und
IFRS. Diese Effekte betrugen im Berichtsquartal 319 Mio €, wovon
ungefähr die Hälfte auf die Entwicklung von US-Dollar-Euro Basis
Swap Spreads zurückzuführen war. Der Konzern finanziert sich in
erster Linie in Euro und konvertiert dann einen Teil dieser Mittel
am Basis-Swap-Markt in US-Dollar. Die Finanzierungsinstrumente und
die Basis Swaps sind ökonomisch abgesicherte Positionen, die
aufgrund unterschiedlicher Bilanzierungsmethoden zu materiellen
Ergebniseffekten in C&A führen können. Während das
Finanzierungsinstrument zu fortgeführten Anschaffungskosten
bilanziert wird, reagiert die Bewertung der zum beizulegenden
Zeitwert bilanzierten Swaps unmittelbar auf Kursschwankungen von
mittel- und langfristigen US-Dollar-Euro Basis Swap Spreads. Über
die Laufzeit der Positionen gleichen sich diese asymmetrischen
Ergebniseffekte aus. Der Marktwertverlust im Berichtsquartal
resultierte aus einer deutlichen Reduzierung der genannten Spreads.
Darüber hinaus beinhaltete das Ergebnis im Berichtsquartal
Marktwertverluste von circa 70 Mio € infolge verminderter
Risikoaufschläge bei bestimmten eigenen Verbindlichkeiten sowie
Effekte von circa 80 Mio € aus unterschiedlichen
Bilanzierungsmethoden für ökonomisch abgesicherte kurzfristige
Positionen, die aus Änderungen der kurzfristigen Euro-Zinssätze
sowie aus der Umkehrung von Bewertungseffekten aus Vorperioden
resultierten. Dieser Bilanzierungsunterschied war der Hauptgrund
für den Verlust vor Steuern von 353 Mio € im ersten Quartal in
2011. Die Erträge in beiden Quartalen beinhalteten zudem negative
Effekte aus der Währungsabsicherung des Kapitals bestimmter
ausländischer Tochtergesellschaften.
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen enthielten im Berichtsquartal
Belastungen von 73 Mio € für die deutsche Bankenabgabe, die im
Vorjahr erst ab dem zweiten Quartal zu berücksichtigen war. Der
positive Effekt in C&A aus der Umkehrung der im
Vorsteuerergebnis der Segmente abgezogenen Anteile ohne
beherrschenden Einfluss stand in beiden Quartalen hauptsächlich im
Zusammenhang mit der Postbank. Er reduzierte sich im Vergleich zum
Vorjahresquartal deutlich.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Deutsche Bank AG
Presseabteilung
Armin Niedermeier
Tel: +49 (0) 69 / 910 33402
E-Mail: armin.niedermeier@db.com
Christian Streckert
Tel: +49 (0) 69 / 910 38079
E-Mail: christian.streckert@db.com
Die Ergebnisse des 1. Quartals 2012 werden heute in einer
Analysten-Konferenz um 9.00 Uhr erläutert (MESZ). Die Konferenz
wird im Internet übertragen:
http://www.deutsche-bank.de/ir/video-audio
Der vollständige Zwischenbericht zum 31. März 2012 kann im Internet
abgerufen werden: www.deutsche-bank.de/1Q2012. Ebenso ein
Zahlenanhang (nur englisch):
www.deutsche-bank.de/ir/finanztabellen
Diese Presse-Information enthält zukunftsgerichtete Aussagen.
Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht Tatsachen der
Vergangenheit beschreiben. Sie umfassen auch Aussagen über unsere
Annahmen und Erwartungen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen,
Schätzungen und Prognosen, die der Geschäftsleitung der Deutschen
Bank derzeit zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen
gelten deshalb nur an dem Tag, an dem sie gemacht werden. Wir
übernehmen keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer
Informationen oder künftiger Ereignisse anzupassen.
Zukunftsgerichtete Aussagen beinhalten naturgemäß Risiken und
Unsicherheitsfaktoren. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu
beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von
zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa
die Verfassung der Finanzmärkte in Deutschland, Europa, den USA und
andernorts, in denen wir einen erheblichen Teil unserer Erträge aus
dem Wertpapierhandel erzielen und einen erheblichen Teil unserer
Vermögenswerte halten, die Preisentwicklung von Vermögenswerten und
Entwicklung von Marktvolatilitäten, der mögliche Ausfall von
Kreditnehmern oder Kontrahenten von Handelsgeschäften, die
Umsetzung unserer strategischen Initiativen, die Verlässlichkeit
unserer Grundsätze, Verfahren und Methoden zum Risikomanagement
sowie andere Risiken, die in den von uns bei der US Securities and
Exchange Commission (SEC) hinterlegten Unterlagen dargestellt sind.
Diese Faktoren haben wir in unserem SEC-Bericht nach „Form20-F“ vom
20. März 2012 unter der Überschrift „Risk Factors“ im Detail
dargestellt. Kopien dieses Berichtes sind auf Anfrage bei uns
erhältlich oder unter www.deutsche-bank.com/ir verfügbar
schrieb am 30.05.12 23:22:11
Auf Wiedersehen !
Die Aktionäre der Deutschen Bank können mit der Amtszeit des
scheidenden Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann kaum zufrieden
sein. Als der Schweizer im Mai 2002 die Nachfolge von Rolf-E.
Breuer übernommen hatte, war Deutschlands größte Bank an der Börse
50 Milliarden Euro wert. Zehn Jahre später sind es nur noch 27
Milliarden Euro. Dazwischen lag im Herbst 2010 eine Kapitalerhöhung
von 10 Milliarden Euro, was die Bilanz zusätzlich
verschlechtert. Doch auf der Hauptversammlung an diesem
Donnerstag wird wohl kaum die Halbierung des Börsenwerts im
Mittelpunkt stehen. Einmal mehr dürften angelsächsische Fonds und
andere institutionelle Investoren die unglücklichen Umstände in der
Nachfolgeregelung im vergangenen Herbst zum Thema machen.
Entsprechende Gegenanträge zur Nichtentlastung des Aufsichtsrats
sind gestellt.
Umso spannender wäre aber die Frage, welche strategischen
Weichenstellungen die künftige Doppelspitze aus Anshu Jain und
Jürgen Fitschen plant. Die Aktionäre müssen ebenso wie die
Führungskräfte der Bank noch auf die neue Marschrichtung warten.
Eigentlich hätte sie schon am 11. April rund 200 Führungskräften
präsentiert werden sollen. Doch dieses Treffen in Montreux wurde
Mitte März abgesagt, weil es wegen der zahlreichen Änderungen in
den Führungsgremien auch in den unteren Ebenen zu Umbesetzungen
kommt. Die Zusammensetzung der Führungskräfte im April wäre eine
andere gewesen als nun nach dem Machtwechsel. Bislang steht
lediglich fest, dass Jains Investmentbanker den neuen Vorstand und
das für das Tagesgeschäft verantwortliche Group Executive Committee
(GEC) dominieren werden.
Deutsche Bank - zukünftig aus London dominiert?
Dies nährt die Befürchtung, die Deutsche Bank werde in Zukunft von
London, dem Sitz des Investmentbanking, aus dominiert. Ähnliche
Sorgen hatte es auch schon vor einer Dekade gegeben, als der
Schweizer Ackermann als erster Ausländer das Zepter übernommen
hatte.
Außer Zweifel steht, dass das von Jain verantwortete
Investmentbanking für die Deutsche Bank entscheidend bleibt. Hier
spielt sie im internationalen Konzert der Großbanken mit und nimmt
in wichtigen Bereichen wie dem Anleihe- oder Devisengeschäft stets
einen Spitzenplatz ein. Der frühere Vorstandssprecher der
Deutschen Bank, Hilmar Kopper, würdigte vor kurzem als eines der
wichtigsten Verdienste Ackermanns den Ausbau des Investmentbanking.
Zu diesem Zweck hatte er ihn auch 1996 von der Credit Suisse zur
Deutschen Bank geholt.
Wie sehr das von der Entwicklung an den Kapitalmärkten abhängige
Investmentbanking die Ergebnisse der Deutschen Bank bestimmt,
zeigen die vergangenen Geschäftsjahre. Ein günstiges
Kapitalmarktumfeld sorgte 2007 für einen Rekordnettogewinn von 6,5
Milliarden Euro. Nur ein Jahr später musste die Bank im Zuge der
Finanzkrise einen Rekordverlust von 3,9 Milliarden Euro ausweisen.
Jains Investmentbanking trägt zum Ergebnis der Bank in der Regel
zwei Drittel bei - so auch im ersten Quartal 2012. Einzig im
vergangenen Geschäftsjahr waren es mit 2,9 Milliarden Euro nur 44
Prozent. Dafür zeigte sich das durch die Übernahme der Postbank
gestärkte Privatkundengeschäft umso besser, indem es seinen Gewinn
auf 1,8 Milliarden Euro verdoppelte.
Dass die Deutsche Bank nun neben Sparkassen sowie Volks- und
Raiffeisenbanken einer der Marktführer im deutschen Filialgeschäft
ist, kann als Verdienst Ackermanns gewertet werden. Schon kurz
nach seinem Amtsantritt stellte er klar, dass nur eine Bank im
Ausland Kunden überzeugen könne, die in ihrem Heimatmarkt die
unumstrittene Nummer eins ist. Und dies lässt sich nur über ein
schlagkräftiges Filialgeschäft erreichen, das die Deutsche Bank
noch vor der Ära Ackermann in die Discount-Marke Deutsche Bank 24
abgeschoben hatte. Auch Jain würdigte zuletzt die Bedeutung des
Privatkundengeschäfts und die Übernahme der Postbank.
Zweifel an der Kapitalaustattung
Ihm muss klar sein, dass es einer reinen Investmentbank in Zukunft
schwer fallen dürfte, die Investoren von ihrem Geschäftsmodell zu
überzeugen. Die hohen Rechtsrisiken der Deutschen Bank - vor allem
in Amerika - resultieren aus dem Investmentbanking. Die strengeren
Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden drücken auf die
Eigenkapitalrenditen und nähren Zweifel an der Kapitalausstattung
der Deutschen Bank. Konkurrenten wie UBS, Credit Suisse, Barclays
oder JP Morgan weisen höhere Kapitalquoten auf. Schließlich
verschaffen die Kundeneinlagen aus dem Filialgeschäft der
Investmentbank eine wichtige Finanzierungsquelle und damit den
nötigen Rückhalt, um Stürme an den Börsen zu überstehen. Nach der
im Herbst 2008 eskalierten Finanzkrise waren die Kapitalmärkte als
Finanzierungsquelle vorübergehend versiegt.
Schließlich sichert das Filialgeschäft zusammen mit der
Vermögensverwaltung dem Investmentbanking auch einen wichtigen
Vertriebskanal für Produkte wie zum Beispiel Zertifikate oder
börsengehandelte Indexfonds (ETFs). So wird die
Indexfondstochtergesellschaft DB-X-Trackers auf die
Publikumsfondsgesellschaft DWS übertragen. Dass die
Vermögensverwaltung künftig mit Michele Faissola ein
Investmentbanker und Vertrauter Jains leiten wird, verdeutlicht die
angestrebte engere Verzahnung.
Kein Trost für die Aktionäre
Fitschen und Jain wollen, so viel ist bislang bekannt, die
Silostrukturen der Bank aufbrechen. Investmentbanking und
Privatkundengeschäft sollen also keine Koexistenz unter einem
Konzerndach mehr führen, sondern stärker zusammenspielen. Das
erinnert an das Modell der beiden Schweizer Großbanken UBS und
Credit Suisse. Die beiden Institute bauen aber gerade im
Investmentbanking Tausende Stellen ab. Vor allem die UBS hatte sich
mit Verbriefungen amerikanischer Immobilienkredite schwer verhoben
und musste in der Finanzkrise vom Schweizer Staat aufgefangen
werden.
Dies spiegelt auch die Aktienkursentwicklung in den
vergangenen zehn Jahren wider. Unter Ackermann ist der
Deutsche-Bank-Kurs nicht so stark gefallen wie der von UBS oder
Credit Suisse. Dass dies die Aktionäre tröstet, darf bezweifelt
werden. Zumindest hat die Deutsche Bank die Finanzkrise ohne
direkte Kapitalhilfen des Staates überstanden und bewahrte sich
damit ihre geschäftspolitische Unabhängigkeit.
Leider hat sich dies nicht in einem höheren Börsenwert
niedergeschlagen.
Zu seinem Antritt hatte Ackermann noch das
Ziel ausgegeben, in die Phalanx der wertvollsten zehn Banken auf
der Welt vorzustoßen. Damals lag die Deutsche Bank auf Rang 14,
heute ist es nur noch der 35. Platz. An ihr vorbeigezogen sind
chinesische Banken und Institute wie zum Beispiel die amerikanische
Wells Fargo, die stark im Privatkundengeschäft verankert sind. Den
regionalen Schwerpunkt haben Jain und Fitschen schon auf Asien und
andere Schwellenländer gelegt. Dass die Investoren das
Privatkundengeschäft schätzen, zeigt Wells Fargo. Nun ist es an der
Zeit, dass die künftige Doppelspitze den Aktionären und
Mitarbeitern aufzeigt, wie die neue Bank auch in der
Börsenbewertung zur Spitzengruppe aufschließen will. Zwischen
Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke.
schrieb am 31.05.12 13:27:57
hier wichtig fackten
Datum
Gezeichnetes Kapital
Ausgegebene Aktien
Marktwert
31. März 2012
EUR 2.379.519.078,40
929.499.640
EUR 34,7 Mrd.
31. Dezember 2011
EUR 2.379.519.078,40
929.499.640
EUR 27,4 Mrd.
31. Dezember 2010
EUR 2.379.519.078,40
929.499.640
EUR 36,3 Mrd.
06. Oktober 2010
Abschluss Kapitalerhöhung
308,6 Mio. neue Namensaktien ausgegeben. mehr
EUR 2.379.519.078,40
929.499.640
EUR 38,2 Mrd.
31. Dezember 2009
EUR 1.589.399.078,40
620.859.015
EUR 30,7 Mrd.
31. Dezember 2008
EUR 1.461.399.078,40
570.859.015
EUR 15,9 Mrd.
31. Dezember 2007
EUR 1.357.824.256,00
530.400.100
EUR 47,4 Mrd.
31. Dezember 2006
EUR 1.343.406.103,04
524.768.009
EUR 53,2 Mrd.
31. Dezember 2005
EUR 1.419.610.291,20
554.535.270
EUR 45,4 Mrd.
31. Dezember 2004
EUR 1.392.266.869,76
543.854.246
EUR 35,5 Mrd.
31. Dezember 2003
EUR 1.489.546.869,76
581.854.246
EUR 38,2 Mrd.
31. Dezember 2002
EUR 1.591.946.869,00
621.854.246
EUR 27,3 Mrd.
31. Dezember 2001
EUR 1.591.215.221,76
621.568.446
EUR 49,3 Mrd.
31. Dezember 2000
EUR 1.578.275.957,76
616.514.046
EUR 55,2 Mrd
schrieb am 03.06.12 19:37:52
Soros: Deutschland hat drei Monate, um den Euro zu
retten
03.06.2012, 13:19 Uhr
US-Investorenlegende: Schlüsselrolle für Deutschland bei der
Euro-Rettung (Quelle: dapd)
Der US-Investor George Soros hat Deutschland die Hauptverantwortung
für die Rettung des Euro zugewiesen. Für die Korrektur der bisher
gemachten Fehler in der europäischen Schuldenkrise bleibe aber nur
ein Zeitfenster von drei Monaten, sagte Soros auf einer
Wirtschaftskonferenz in Trient. Deutschland und die Deutsche
Bundesbank säßen hier "auf dem Fahrersitz", weshalb nichts ohne
ihre Unterstützung getan werden könne.
Das Dreimonatsfenster ergibt sich für Soros aus der politischen und
wirtschaftlichen Entwicklung bis zum Herbst: Zwar werde bei der
Neuwahl in Griechenland am 17. Juni eine Regierung die knappe
Mehrheit bekommen, die sich an bisherige Zusagen halten wolle. Dies
hänge mit der Angst der Griechen vor einem Rauswurf aus der EU
zusammen. Für Griechenland sei es jedoch
unmöglich, die Bedingungen zu erfüllen, sodass die
Griechenland-Krise im Herbst einen neuen Höhepunkt erreichen
werde.
Im Herbst kann es schon zu spät sein
Zu diesem Zeitpunkt stehe jedoch auch die bisher boomende deutsche
Wirtschaft bereits wieder deutlich schlechter da. Dies werde es für
Bundeskanzlerin Angela Merkel schwerer machen, die deutsche
Öffentlichkeit von der Übernahme von mehr Verantwortung in Europa
zu überzeugen.
Nach Ansicht von Soros müssen die Spannungen im europäischen
Finanzsystem abgebaut werden. Dazu sollten die Banken direkten
Zugang zum europäischen Rettungsschirm ESM bekommen, um sich dort
zu refinanzieren. Hoch verschuldeten Staaten solle es außerdem
ermöglicht werden, ihre Finanzierungskosten zu drücken. Dazu
werde die Unterstützung der Bundesregierung und der Bundesbank
benötigt, sagte Soros.
Euro wird wohl dennoch überleben
Bisher zeichne sich jedoch lediglich ab, dass nur das Minimum des
Nötigen getan werde, um den gegenwärtigen Trend umzukehren - den
schleichenden Zerfall der Eurozone. Dennoch hält Soros es für
wahrscheinlich, dass der Euro überlebt, denn die Folgen eines
Auseinanderbrechens wären nach seiner Einschätzung verheerend.
Die ersten D-Mark-Scheine - Banknoten von 1948 bis 1961
Die Bundesbank könnte ihre Forderungen aus dem Target2-System
bei den ärmeren Ländern nicht mehr eintreiben, die sich bis Ende
des Jahres auf eine Billion Euro gesteigert haben
dürften, wie Soros sagte. Derzeit liegen sie bei rund 600
Milliarden Euro - durch anhaltende Kapitalflucht aus den
Krisenstaaten vergrößere sich jedoch das Ungleichgewicht. Außerdem
würde eine Rückkehr zur D-Mark deutsche Exporte wahrscheinlich
stark verteuern und damit im Wettbewerb ins Hintertreffen geraten
lassen.
Europa wäre nicht mehr, was es mal sein wollte
Die gegenwärtige deutsche Politik führt nach Ansicht des
US-Investors jedoch dazu, dass Deutschland die Eurozone dominiert,
während die ärmeren Länder weiter zurückfallen und künftig auf
permanente Transfers angewiesen wären. Diese Länder könnten nämlich
nicht durch Sparen, sondern nur durch Wachstum aus ihrer Krise
herauskommen. Es drohe ein deutsches Imperium in der
Mitte Europas mit der Peripherie als Hinterland, wie Soros es
ausdrückte. Das habe jedoch nichts mehr mit der ursprünglichen
europäischen Idee gemein
schrieb am 05.06.12 17:07:48
News bei comdirect
Di, 05.06.1216:49
Spanien kann sich nur schwer Geld beschaffen
Von Hubert Kahl, dpa
Madrid (dpa) - Spanien im Strudel der Finanzkrise: Das von Schulden geplagte Land hat erstmals Probleme bei
der Beschaffung von frischem Geld auf den Finanzmärkten offen
eingeräumt.
«Die Tür zu den Märkten steht uns derzeit nicht offen»,
sagte Finanzminister Cristóbal Montoro am Dienstag dem Radiosender
Onda Cero. Der Grund liege in den hohen Zinsen, die Spanien für
seine Staatsanleihen bieten müsse.
«Wir haben als Staat da ein Problem.» In der vorigen Woche
stieg der Satz, den Spanien für seine Zehn-Jahres-Anleihen bieten
musste, auf bis zu 6,7 Prozent. Auf die Dauer ist eine Belastung,
die nahe 7 Prozent oder darüber liegt, nicht zu tragen. Dies hatte
bereits die Entwicklung in anderen Euro-Krisenländer wie
Griechenland, Portugal oder Irland gezeigt.
Nach Ansicht des Madrider Ministers haben die EU-Institutionen es
in der Hand, Spanien den Zugang zu den Finanzmärkten wieder zu
öffnen. Montoro rief die EU zur Eile auf. «Die Zukunft des Euro
steht auf dem Spiel», sagte er. Eine internationale
Rettungsoperation wie in Griechenland, Portugal oder Irland schloss
er für Spanien aufgrund der Größe des Landes aus.
«Eine Rettung Spaniens ist technisch unmöglich», sagte
Montoro und fügte unter Anspielung auf die «Troika» von
Weltwährungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank
(EZB) hinzu: «Die Herren in Schwarz werden nicht nach Spanien
kommen.»
Das größte Problem in der spanischen Schuldenkrise sind die Banken,
die nach dem abrupten Ende des Immobilienboom eine Vielzahl von
«faulen Krediten» in ihren Bilanzen haben. Nach Ansicht des
Präsidenten der Großbank Santander, Emilio Botín, benötigen die
spanischen Geldhäuser eine Kapitalspritze von insgesamt 40
Milliarden Euro. Der Finanzminister wollte diese Summe
nicht bestätigen. «Was die Banken benötigen, ist eine nicht sehr
hohe Summe», sagte Montoro.
Er dementierte einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel»,
wonach Deutschland die spanische Regierung dazu gedrängt haben
soll, unter den EU-Rettungsschirm zu schlüpfen. «Sie (die
Deutschen) haben uns darum gebeten, unsere Hausaufgaben zu
erledigen. Und wir bitten Deutschland und die anderen Euro-Länder
darum, Europa voranzubringen.»
Spanien will erreichen, dass Gelder aus den EU-Rettungsfonds
direkt an kriselnde Banken fließen. Dies ist jedoch nach den
geltenden Verträgen nicht möglich. EU-Währungskommissar Olli
Rehn hatte die Möglichkeit angedeutet, dass in Zukunft eine
entsprechende Möglichkeit geschaffen werden könnte. Damit weckte er
in der spanischen Öffentlichkeit die Hoffnung, dass ein Ausweg aus
der Krise in Sicht ist. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass
dazu in einem aufwendigen und zeitraubenden Verfahren Verträge
geändert werden müssten. Zudem ist Deutschland dagegen.
Derweil drängten führende CDU-Politiker die Spanier zur Eile.
Madrid solle sich zügig entscheiden, ob es zur Bankenrettung weiter
den Kapitalmarkt anzapfen oder Kredithilfen aus dem
Euro-Rettungsschirm beantragen wolle. Das sagten die Vorsitzenden
der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament und der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Herbert Reul und Volker Kauder, in
Brüssel. «Zur Stabilisierung des Euro sind jetzt klare
Perspektiven notwendig», erklärten die Politiker. Falls Spanien
unter den Rettungsschirm schlüpfen müsse, sollten Mittel daraus auf
zwei Jahre begrenzt werden.
Radio-Interview, spanisch
schrieb am 11.06.12 09:38:51
Montag, 11. Juni 20122012-06-11 08:38:59
Vorarbeiten an einem Finanzgiganten
Goldman stößt Hedgefonds abAn der Wall Street verfolgen
Beobachter staunend die ersten Anzeichen für die Geburt eines neuen
Investment-Riesen: Unbestätigten Angaben zufolge arbeitet Goldman
Sachs an der Abspaltung der eigenen Hedgefonds-Sparte. Die Rede ist
von einem Finanzgiganten mit einem Gesamtgewicht von bis zu 700
Mrd. US-Dollar.
Die US-Großbank Goldman Sachs steht einem Zeitungsbericht zufolge
kurz vor einem Verkauf ihres Hedgefonds-Verwaltungsgeschäfts.
Gespräche mit State Street darüber seien weit fortgeschritten,
berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf mit den Plänen
vertraute Kreise.
Eine formelle Einigung sei allerdings noch nicht erreicht, hieß es.
Durch den Verkauf entstünde der größte Verwaltungsdienstleister für
Hedgefonds weltweit, hieß es in dem Bericht. Das fusionierte
Geschäft wäre demnach für die Verwaltung von Fonds im Volumen von
fast 700 Mrd. Dollar zuständig und würde damit Marktführer Citco
überholen.
Die Goldman-Sparte allein verwalte derzeit Vermögenswerte in Höhe
von 200 Mrd. Dollar und liege damit auf Rang vier der Branche.
Goldman sondiere bereits seit Monaten eine Veräußerung und habe mit
mehreren potenziellen Käufern gesprochen. Ein Goldman-Sprecher
wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
Umbauwochen an der Wall Street
Gerüchte über größere Verkaufspläne in der US-Bankenlandschaft
hatten vergangene Woche die Kurse der großen Geldhäuser an der Wall
Street beflügelt. Die Aktien von Morgan Stanley schnellten Mitte
der Woche zeitweise um 8,4 Prozent in die Höhe. Die US-Großbank
erwägt einem Medienbericht zufolge, einen Anteil ihrer
Rohstoff-Sparte zu verkaufen. Auch die Aktien von Goldman Sachs, JP
Morgan und Bank of America zogen in der Folge deutlich an.
Die Vorteile für die Banken liegen auf der Hand: Angesichts
wachsender Kritik an den offensichtlich schwer kontrollierbaren
Spekulationsgeschäften könnten sie sich durch die Abspaltung ihrer
Rohstoff- beziehungsweise Hedgefonds-Sparten wieder auf das
eigentliche Kundengeschäft konzentrieren und gleichzeitig
unübersehbare Verlustrisiken abstoßen. Zudem zeichnen weitere
Regulierungsvorstöße ab, die die Ertragschancen im
Hedgefonds-Geschäft einschränken dürften.
....Zuletzt erinnerte Deutschlands oberste Finanzaufseherin erneut
daran, endlich einen strukturellen Sprengsatz für das
Weltfinanzsystem zu entschärfen. "Wir können uns mit der
Regulierung von Schattenbanken keine Zeit mehr lassen, sagte
Bafin-Präsidentin Elke König vergangene Woche dem "Handelsblatt".
In diesem Bereich der Branche könnten Risiken aufgebaut werden,
"die zur einer Gefahr für die Stabilität des gesamten
Finanzsystems" führten.
Als Schattenbanken gelten Institute, die bankähnliche Aufgaben wie
Finanzierungen erledigen, ohne der Bankaufsicht zu unterliegen.
Dabei handelt es sich vorrangig um Hedgefonds oder Geldmarktfonds,
aber auch um Zweckgesellschaften - Institute also, die bekannt sind
für ihre riskanten Geschäfte.
Nach Expertenschätzungen hat sich das Finanzvolumen der
Schattenbanken zwischen 2002 und 2010 auf 46 Billionen Euro mehr
als verdoppelt. Und die schärfere Überwachung von "normalen" Banken
bietet zusätzliche Anreize, Geschäfte in den kaum regulierten
Schattenbankensektor zu verlagern.
Vor diesem Hintergrund warnte die Bafin-Chefin König vor den Folgen
eines nachlassenden Reformwillens. "Wenn wir nicht bald wesentliche
Fortschritte erzielen, ist es nur eine Frage der Zeit, dass sich
Krisenherde außerhalb unseres Radars bilden."
schrieb am 18.06.12 12:58:26
News bei comdirect
Mo, 18.06.1212:25
Dax nach Griechenland-Wahl im Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Die Erleichterung über den Wahlausgang in
Griechenland ist am Montag schnell wieder von der Realität der
Schuldenkrise eingeholt worden.
Hatte der Dax den Wahlsieg der Euro-Befürworter im frühen Handel
noch mit einem Sprung auf 6316 Punkte gefeiert, schmolzen die
Gewinne bis zum Mittag auf plus 0,69 Prozent und 6272 Punkte ab.
Zeitweise rutsche der deutsche Leitindex sogar minimal ins Minus.
Für den MDax blieb ein Zuwachs von 0,91 Prozent auf 10138 Punkte
und der TecDax verbesserte sich noch um 0,86 Prozent auf 733
Punkte.
Der Markt gebe ein ähnliches Bild ab wie in der vergangenen Woche,
nachdem die Wirkung eines Milliardenkredits für den spanischen
Bankensektor ebenfalls schnell verpufft war, sagte Händler Markus
Huber von ETX Capital. «Sobald eine Sache abgehakt wird, schwenkt
der Fokus sofort auf die nächsten Probleme. So erinnert der Markt
daran, dass weiterhin viele Unsicherheiten bestehen und noch immer
keine umfangreiche Lösung für die europäische Finanzkrise gefunden
worden ist.»
Vom politischen Europa wie auch von den asiatischen Börsen wurde
der Wahlsieg der Nea Dimokratia zwar begrüßt. Einige Experten
blieben jedoch skeptisch. Zusammen mit der
sozialistischen Pasok-Partei würden die Konservativen über eine
Mehrheit im Parlament verfügen. Sozialisten-Chef Evangelos
Venizelos schlug allerdings die Bildung einer möglichst breiten
Regierung aus Konservativen, Sozialisten, radikalen sowie
gemäßigten Linken vor, die die Radikallinken bereits als lächerlich
bezeichneten.
Die Berenberg Bank befürchtet entsprechend weitere
Turbulenzen bei der Regierungsbildung und auch die Helaba sieht
keine Wende in der Schuldenkrise. Auch der Euro ging nach
anfänglichem Sprung auf den höchsten Stand seit Ende Mai wieder auf
Tauchkurs - belastet von neuerlicher Schwäche an den Anleihemärkten
der noch entscheidenderen Krisenländer Spanien und Italien. In
Spanien kletterte die Rendite zehnjähriger Anleihen auf ein neues
Rekordhoch.
Bei einer geringen Anzahl von Unternehmensnachrichten gehörten die
Papiere von ThyssenKrupp mit plus 2,42 Prozent zu den Favoriten.
Der brasilianische Stahlkonzern CSN will möglicherweise das
hochdefizitäre Stahlwerk in Brasilien übernehmen. Auch der
Rohstoffkonzern Vale soll Interesse an der Anlage haben. Die Anlage
in Brasilien hat sich gemeinsam mit einem ebenfalls neu eröffneten
Werk in den USA als Milliardengrab erwiesen. Für den Standort im
US-Bundesstaat Alabama interessiert sich laut «Wirtschaftswoche»
der südkoreanische Stahlkonzern Posco.
Rheinmetall-Aktien kletterten in Erwartung eines
Panzer-Großauftrags mit plus 7,08 Prozent an die MDax-Spitze.
Saudi-Arabien will laut "Bild am Sonntag" noch viel mehr deutsche
Kampfpanzer kaufen als bisher bekannt.
Anfangs gesuchte Bankentitel rutschten sogar ins Minus - allen
voran Papiere der Commerzbank mit einem Abschlag von 2,61
Prozent.