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schrieb am 13.10.09 21:24:57
Hallo zusammen,
im Fokus vieler Anleger stehen zwar die Stämme (593700), jedoch
erachte ich die Vorzüge (593703) als ebenfalls hochinteressant.
Im Oktober 2007 standen beide bei rund 120 Euro. Im Zuge der
allgemeinen Börsenbaisse gerieten Stämme und Vorzüge deutlich unter
die Räder.
Mittlerweile haben sich die Stämme bis auf 57 Euro zumindest wieder
etwas erholt. Die Vorzüge hingegen sind über den Status der
Bodenbildung nicht hinaus gekommen und bewegen sich mit ca. 42 Euro
in etwa 30% unter dem Kurs der Stämme.
Für mich sind die Vorzüge auf dem aktuellen Niveau ein Kauf.
VG
Prof.
schrieb am 13.10.09 21:47:43
MAN Stämme 141 Mio. Aktien
MAN Vorzüge 6 Mio. Aktien
VW hält 29,9% an MAN.
Ich gehe davon aus, daß über kurz oder lang die Stammaktie vom
Börsenzettel verschwindet, da MAN in den VW-Konzern integriert
wird.
Und nun wird die Vorzugsaktie interessant. Es gibt diverse
Optionen.
a) MAN unternimmt nochmals einen Versuch, die noch wenigen
verbliebenen Vorzugsaktien in Stammaktien zu wandeln. Beim letzten
Versuch wurden bis auf 6 Mio. Aktien bereits alle Vorzüge vor ein
paar Jahren in Stämme gewandelt.
b) Analog zur Jungheinrich-Aktie (als Bsp.) könnten die Vorzüge der
MAN SE ebenfalls eines Tages die einzig notierte Aktiengattung
sein; dann wäre ein Aufstieg der Vorzüge in den SDax oder MDax
denkbar. Der Freefloat beträgt 100%, die MK aktuell rund 240 Mio.
Euro.
c) VW führt nach einer Übernahme eine KE bei MAN durch - und zwar
nur eine KE der Vorzüge (z.B. um weiteres Wachstum zu finanzieren):
VW bringt dafür seinen Scania-Anteil (VW hält 68% an Scania) in MAN
ein (MAN hält 17% an Scania + 3% als Optionsrecht). Dies könnte
dazu führen, daß die Vorzüge die Stämme im Dax ersetzen.
Weitere Ideen, Meinungen, Ergänzungen.....
VG
Prof.
schrieb am 13.10.09 22:07:22
noch kurz eine Anmerkung in Sachen Kurs:
Die Vorzüge der MAN-Aktie haben sich von 120 Euro auf rund 42 Euro
nahezu gedrittelt. Und hier notiert die Aktie noch immer.
Dies zeigt, wie wenig die Vorzüge (nicht nur im Vgl. zur eigenen
Stammaktie) in den vergangenen Monaten von der allgemeinen
Börsenerholung profitieren konnten. Etliche Sustanz- und
Qualitätswerte haben sich zwar auch gedrittelt, aber sie stehen
schon lange nicht mehr auf diesem günstigen Kursniveau.
An MAN Vz. ging dies völlig vorüber. Schön ist dies auch im
Chartvgl. St./Vz. zu sehen. Vor einigen Monaten waren beide Pari,
danach ging es für eine Aktiengattung seitwärts (Vz.) und für die
andere aufwärts (St.).
Über kurz oder lang werden aber auch die Vorzüge wiederentdeckt.
Hiervon bin ich überzeugt.
VG
Prof.
schrieb am 18.10.09 12:54:34
Piech ist ein absoluter Profi in Sachen Übernahme/Zerschlagung.
Beigefügte Rechnung veranschaulicht, daß sich eine MAN-Übernahme
für VW von alleine rechnet:
VW hält rund 30% an MAN. Aktuell ist MAN mit 8,6 Milliarden Euro an
der Börse bewertet (8,3 Milliarden die Stämme und aufgrerundet 0,3
Milliarden die Vorzüge). Die noch benötigten 70% würden VW daher
rund 6 Milliarden Euro kosten. Rechnet man ein Agio hinzu, kommen
wir auf max. 7 Milliarden Euro.
Und was ist MAN wert bzw. was würde eine (Teil)Zerschlagung
bringen?
Die Angaben sind jeweils in Milliarden Euro
MAN Financial 0,1
MAN Nutzfahrzeuge 5,0
Gewinnrücklage 4,3
Kapitalrücklage 0,8
Liquide Mittel/Wertpapiere 0,7
Scania Option (3%) 0,2
Scania-Anteil (17%) 1,2
Ferrostaal-Anteil (30%) 0,2
manroland-Anteil (35%) 0,2
VW Trucks & Bus 1,3
Sinotruk-Anteil (25,1%) 0,6
Joint Venture Force Motors (50%) 0,1
Geplantes Joint Venture Rheinmetall (49%) 0,2
Power Engineering (Zusammenlegung Turbo Diesel) 2,0
Renk-Anteil (69%) 0,2
Macht zusammen 17,1 Milliarden Euro
Zieht man davon die langfristigen und kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3,7 Milliarden Euro ab,
verbleibt ein fairer Unternehmenswert von 13,4 Milliarden Euro.
Wohlgemerkt, gegenwärtig ist MAN an der Börse mit 8,6 Milliarden
Euro bewertet.
Würde VW also ein Übernahmeangebot für MAN abgeben und anschl.
einen Gewinnabführungs-/Beherrschungsvertrag (ab 75% möglich)
abschließen, könnte man über alle Vermögenswerte verfgügen und die
Erlöse bei Zerschlagung direkt nach Wolfsburg abführen.
So würde alleine die Veräußerung von folgenden drei Bilanzposten
den Kaufpreis für MAN von rund 7 Milliarden zum Nullsummenspiel
machen. Die Akquisition wäre somit für VW gratis:
Verkauf Power Engineering (TurboDiesel) 2,0
Auflösung der Gewinnrücklage 4,3
Auflösung der Kapitalrücklage 0,8
Ich gehe aber davon aus, daß VW auch die Restanteile an Ferrostaal,
manroland und Renk veräußern würde. Zudem die Anteile am geplanten
Rheinmetall-Joint Venture. Zudem würden die liquiden Mittel direkt
nach Wolfsburg gehen.
Im Anschluß würde VW Trucks & Bus, Scania und MAN in eine
eigene (neu zu gründende) Gesellschaft überführt. VW könnte hier
sein restliches Nutzfahrzeuggeschäft (Caddy, etc.) mit einbringen.
Dies natürlich alles unter dem Dach des VW-Konzerns. Somit hätte
Piech seinen Traum vom LKW-/Nutzfahrzeug-Giganten erreicht und VW
würde vom Polo bis zum Schwerlast-LKW alles anbieten. MAN wäre dann
die Marke Nr. 11 im Konzern. Und das quasi zum Nulltarif für
VW.
Dies zeigt auf, welches Potential noch in MAN schlummert. Die
Tatsache, daß die MAN Vorzugsaktie dabei nochmals rund 30% unter
dem Kurs der Stammaktie notiert, macht deren Kursbewertung bzw.
Kursunterbewertung besonders deutlich.
VG
Prof.
schrieb am 18.10.09 13:37:32
...Nachtrag:
Und an die Scania-Anteile (17% + 3% Option) von MAN käme VW somit
auch kostenlos.
Und das kürzlich an MAN verkaufte eigene Brasiliengeschäft VW
Trucks & Bus wäre somit auch wieder kostenlos zurückgeholt.
Und die chinesische Sinotruk-Beteiligung sowie das indische Force
Motors-Joint Venture gäbe es obendrein als Sahnehäubchen noch
zusätzlich gratis.
Ganz zu schweigen von den enormen Synergieeffekten in Höhe von rund
1 Milliarde Euro (Einsparung unter anderem bei den
Entwicklungskosten) durch die Zusammenlegung von VW Nutzfahrzeuge,
MAN und Scania.
Aber wem sage ich das....Piech hat das sicher schon alles ganz
genau durchgerechnet
P.S. Auch wenn die Stammaktie bei dem gesamten Szenario die größere
Rolle spielt (zumindest in Sachen Stimmechte, beim Grundkapital
kommen auch die Vorzüge wieder ins Spiel), so ist die Vorzugsaktie
doch ganz klar mein Geheimtip, da rund 30% günstiger als die
Stammaktie. Historisch gesehen, war der Spread noch nie so groß.
Wir werden sehen, wo sie in 1 Jahr steht.
Dies war zunächst mein letztes Posting zu diesem Themenkomplex.
Nun heißt es:
Geduld, Weitsicht und irgendwann ist Erntedankfest
Bis dann....
VG
Prof.
schrieb am 19.10.09 08:57:24
Antwort auf Beitrag Nr.:
38.201.235 von Professor_de_luxe am
18.10.09 12:54:34Woher stammen die Einzelbewertungen
(Quelle)?
schrieb am 19.10.09 16:57:51
Antwort auf Beitrag Nr.:
38.203.302 von EPB am 19.10.09
08:57:24Quellennachweis:
Geschäftsbericht
(Gewinnrücklage, Kapitalrücklage, liquide Mittel/Wertpapiere)
Quartalsbericht/Pressemeldungen
(VW Trucks & Bus, Sinotruk, Ferrostaal)
Zeitungsberichte
(Wert Power Engineering, JV Force Motors, JV Rheinmetall,
manroland)
Marktkapitalisierung an der Börse (Scania, Renk)
Benchmark (MAN Financial, MAN Nutzfahrzeuge)
VG
Prof.
schrieb am 19.10.09 22:25:19
So, ich habe heute nochmals nachgekauft und somit meine gewünschte
Gesamtanzahl an MAN Vz. im Depot "eingeladen" (4.400 Aktien à 43,08
Euro im Schnitt).
Meine Käufe - in insgesamt vier Tranchen - sind hiermit
abgeschlossen. Melde mich wieder, wenn ich meine Stücke verkauft
habe. Das kann aber dauern: Ich habe Zeit. Unter 60 Euro bekommt
niemand meine Vorzüge
Allen Investierten (ob St. oder Vz.) bis dahin eine gute Zeit und
gute Geschäfte.
VG
Prof.
schrieb am 23.11.09 20:15:21
samuellson schmeisst hin. wie sehen deine szenarien jetzt aus,
lieber prof?
grüsse
m-t
schrieb am 23.11.09 20:27:33
Antwort auf Beitrag Nr.:
38.440.850 von muellerthurgau am 23.11.09
20:15:21...daß Samuelsson geht, war zu erwarten.
Schmiergeldaffäre ist die offizielle Begründung. Wer`s
glaubt...
Die Wahrheit liegt woanders. Dieser Bericht hier ist einen Monat
alt. Nun mußte das Alphatier Samuelsson dem Ober-Alphatier Piech
weichen. Damit habe ich gerechnet. Läuft alles auf eine Übernahme
hinaus.
VG
Prof.
Lkw-Allianz
MAN pocht auf Eigenständigkeit bei Bündnis mit Scania
Bei der anstehenden Allianz von MAN und Scania kommt es zu
Misstönen. Nach Capital-Informationen will VW-Aufsichtsratschef
Piëch den geplanten Lkw-Konzern unter dem Dach des VW-Konzerns
ansiedeln. Doch MAN-Manager beharren auf einem eigenen Zugang zum
Kapitalmarkt.
"Die Frage ist aber, ob wir das wollen", erklärte ein
MAN-Top-Manager gegenüber Capital. Einen Mehrheitseigner VW könne
man sich in München noch vorstellen. Bei einem Anteil von 75
Prozent und mehr sei aber die Grenze erreicht.
Denn dann könnte VW einen Gewinnabführungs- und
Beherrschungsvertrag durchsetzen und MAN finanziell von VW abhängig
machen. Das wollen die Münchner verhindern. "Wir brauchen einen
eigenen Kapitalmarktzugang", sagte ein MAN-Manager. Die Antwort aus
Wolfsburg ist ebenso kurz wie eindeutig: "Diese Entscheidungen
fallen nicht in München." Volkswagen ist sowohl bei MAN als auch
bei Scania Hauptaktionär.
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