anbei eine ältere Studie
http://www.yalta.ag/fileadmin/user/pdfs/boersenbriefe2009/St…
Geschäftsverlauf
Stirol hat allen Unkenrufen zum Trotz in 2008 bei einem Umsatz von
rd. 530 Mio. $ das
Nettoergebnis in Landeswährung um 270% steigern können – dies
bedeutet einen
Jahresüberschuss von rd. 72 Mio. $. Analysten hatten
zwischenzeitlich wegen der hohen
Gasabhängigkeit der Produktion bei stark steigenden Gaspreisen mit
deutlich weniger
Ergebnis gerechnet. Dies zeigt zum wiederholten Male, dass das
Unternehmen zum
einen in der Lage ist, Rationalisierungsreserven durch gezielte
Investitionen zu heben
und Effizienzzuwächse zu erzielen. Zum anderen hat man starke
Kostensteigerungen
seitens des Gaspreises in 2008 durch höhere Verkaufspreise
kompensieren können.
Trotz der hohen Investitionen der letzten Jahre hat das Unternehmen
nur geringe
Finanzschulden. Die schwache Inlandswährung Hrywna ist angesichts
der starken
Exportorientierung eher von Vorteil. Auch Stirol hat die Eintrübung
der Weltkonjunktur
3
im letzten Quartal zu spüren bekommen. Lagerreduktion bei den
Kunden und
Preisrückgang haben ein noch besseres Ergebnis verhindert. Die
starke Abwertung der
Hrywna zum Jahresende 08 hin macht die Zahlen in $ nur schwer
vergleichbar mit den
Vorjahren.
Im laufenden Geschäftsjahr leidet das Unternehmen aus 2 Gründen.
Zum einen sind
erstmals seit Jahren die Preise für Düngemittel deutlich gesunken,
zum anderen hat
man im ersten Halbjahr noch stark gestiegene Gaspreise an Naftogaz
bezahlen müssen,
obwohl die Gaspreise weltweit schon am Sinken waren. Die großen
ukrainischen
Düngemittelproduzenten haben daraufhin vorübergehend ihre
Produktion teilweise
gestoppt und in Verhandlungen eine neue, marktgerechtere
Gaspreisvereinbarung
erzielt. Aufgrund der genannten negativen Einflussfaktoren des
ersten Halbjahres gehen
die meisten Analysten für 2009 von einem leicht negativen
Jahresergebnis für Stirol aus,
obwohl sich die Verkaufspreise derzeit wieder erholen.
Aussichten
Das Unternehmen hat beste Chancen weiterhin am dynamischen
Düngemittelweltmarkt
zu partizipieren. Der vor einigen Monaten erfolgte Beitritt der
Ukraine zur WTO hilft bei
den Exporten (keine Strafzölle mehr) in strategische Märkte, wie
z.B. Brasilien oder
China, sehr deutlich, da die Branche seit jeher eine starke
Exportorientierung besitzt.
Stirol ist das erste Unternehmen der Branche in der Ukraine und
Europa, das die Vorregistrierung
nach REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction
of
Chemical substances) bei der EU erfolgreich durchlaufen hat (für 10
Produkte, Kosten
zwischen 0,4 und 2,4 Mio $ je Produkt!). Die EU hat außerdem wegen
Unterversorgung
die Antidumpingbeschränkungen für die Ukraine aufgehoben mit der
Folge verbesserter
Absatzchancen in der EU mit besseren Margen als bei anderen
Exporten. Durch hohe
Investitionen weist Stirol mittlerweile eine hohe Energieeffizienz
im Vergleich mit
anderen GUS-Wettbewerbern aus. Nach Abschluss des strategischen
Modernisierungsprogramms
in 2010 wird man auf Höhe der westlichen Konkurrenten sein. Der
Anschluss
an die Pipeline nach Odessa (Schwarzmeerhafen) ist für Stirol
logistisch und damit auch
kostenmäßig ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Das
Alleinstellungsmerkmal
in den CIS-Staaten, Ureagranulat herstellen zu können, wird in der
näheren Zukunft das
Geschäft weiterhin deutlich unterstützen.
Der hohe, prinzipbedingte Energieanteil an den Produktionskosten
wird bei steigenden
Energiepreisen weiterhin eine Belastung sein – dies trifft andere
nationale und
internationale Wettbewerber aber ebenso. Solange der Markt wegen
Nachfragewachstums
eine Preisüberwälzung von Energiekostensteigerungen wie in den
Jahren
2007 und 2008 ermöglicht, sind hieraus keine zu großen negativen
Auswirkungen zu
befürchten. Die aus der zwischenzeitlichen weltwirtschaftlichen
Krise entstandene
extrem negative Konstellation des Jahres 2009 mit steigenden
Inlandsgaspreisen im
ersten Halbjahr und sinkenden Verkaufspreisen für Düngemittel ist
die absolute
Ausnahmesituation. Da der Gaspreis infolge der gesunkenen
Erdölpreise mit zeitlichem
Versatz jetzt deutlich nachgibt und die Anpassung der ukrainischen
Gasbezugspreise aus
Russland an das Weltmarktniveau bereits vollzogen ist, kommen von
dieser Seite keine
Sonderbelastungen mehr auf die ukrainischen Düngemittelproduzenten
zu. Bei den
weltweiten Verkaufspreisen für Produkte der Düngemittelindustrie
ist eine deutliche
Stabilisierung mit leichter Aufwärtstendenz festzustellen.
Aufgrund der großen landwirtschaftlichen Flächen der Ukraine wird
das erst begonnene
Geschäft mit Biokraftstoffen eine weitere Ausweitung erfahren und
zusätzliche Erträge
generieren können.
All dies wird Stirol helfen 2010 wieder zu alter Ertragskraft
zurückzukehren.
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Kursziel
Die Börsenbewertung wurde schon vor dem Börsencrash in der Ukraine,
als die Aktie
noch bei 23 $ notierte, dem Unternehmen, das mittlerweile fast
schuldenfrei ist, im
Vergleich zu anderen Düngemittelherstellern nicht gerecht. Während
die Kurse von K&S,
Uralkali, Ammophos, Potash und anderen berechtigterweise zu
Höhenflügen ansetzten,
kam der Kurs von Stirol bedingt durch die schlechte
Börsenverfassung in Kiew unter die
Räder. Der starke Gaspreisanstieg in der Ukraine (von ursprünglich
weit unter
Weltmarktpreisen liegendem Niveau) hat wegen der damit verbundenen
Marktbefürchtungen
hinsichtlich der daraus resultierenden Ergebnisbelastungen Stirol
über
Jahre gegenüber Vergleichsunternehmen deutlich Performance
gekostet. Die mittlerweile
erreichte Marktposition, die stark verbesserte Energieeffizienz,
der künftige weltweite
Nachfrageüberhang nach Düngemitteln, sowie die damit verbundene
Fähigkeit,
Energiepreissteigerungen durch Verkaufspreiserhöhungen zu
kompensieren und die in
2008 erreichten Ergebnisse lassen die derzeitige Börsenbewertung
als ungerechtfertigt
erscheinen. Das KGV beträgt 3 auf Basis des Jahresergebnisses 2008.
Die für 2009 zu
erwartende deutliche Ergebnisverschlechterung stellt nur einen
einmaligen, exogen
verursachten Ausrutscher im langfristigen Aufwärtstrend des
Unternehmens dar. Dieser
Ansicht scheint sich in den letzten Tagen auch die Börse
anzuschließen – im Zeitraum
der Erstellung dieses Researchs hat der Kurs bereits deutlich auf
über € 5,- (62 Hrywna,
7,48 $) zugelegt. Dies dürfte aber erst der Anfang einer
durchgreifenden Neubewertung
sein.
Größe, Positionierung und vergleichsweise niedrige
Marktkapitalisierung machen Stirol
aus unserer Sicht in den nächsten Jahren zu einem attraktiven
Übernahmeziel – große
Marktteilnehmer werden an dieser ukrainischen Perle nicht mehr
lange vorbeischauen.
Stirol ist daher u.E. auch auf der jetzt erhöhten Basis ein Muss in
jedem Depot.
Wir erwarten als erstes Kursziel das Erreichen der Kursstände vor
Abchasienkonflikt und
Lehmandesaster - ca. € 12,- bei heutigen Wechselkursen.
Mittelfristig sollten die Höchststände
aus 2005 bei 25 € (damals ca. 150 Hrywna) anvisiert werden. Für
Anleger, die
nicht direkt in Kiew kaufen können und/oder wollen, gibt es auch
die Möglichkeit
kleinere Positionen von ADR´s in Frankfurt (Tagesumsätze zwischen
200 und 5000
stück) zu erwerben (Achtung: streng limitieren und dabei die
Vergleichskurse aus Kiew
beachte