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Depotabsicherung ein paar Fragen


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Hallo Zusammen,
ich bin noch recht neu an der Börse (ca. halbes Jahr).
Nach den ersten 1-2 Monaten habe ich auch keine lust mehr auf die Zockerei, da ich mich auch viel zu wenig auskenne.
Mittlerweile habe ich zu 95% Aktien von Unternehmen wo ich auf lange frist überzeugt bin und diese auch nicht vorhabe zu verkaufen.
z.B. Church & Dwight, Gilead, BASF...
Trotzdem bin ich am überlegen ob ich ein Teil meines Depot über (put-optionsscheine?) absichere und dafür ca. 5% gebühr für die Optionsscheine in Kauf nehm dafür aber abgesichert bin.

folgender Gedanke:
Kauf eines put-optionsschein für DAX-Performence Baisispreis 10000 Laufzeit 12 Monate.
z.B CW6NL0

Wenn der DAX auf ca.9000 fallen würde also ca.10%
hätte ich laut den Optionsscheininfos nur ca.2%+

Wenn dre DAX auf ca.8000 fallen würde ca.20%
hätte ich laut den Optionsscheininfos ca.110%

Nun meine Fragen:
1.Hat dies mit der implizite volatilität zu tun?

2. Kann ich auch eine Absicherung machen die direkt einspringt und nicht erst vernünftig ab 9000?

3.Bin ich da mit Put-Optionsscheinen richtig überhaupt richtig?

Würde mich sehr freuen wenn Ihr mir ein paar Tips geben würdet
Hallo Mario,
sieh das Ganze mal wie eine Versicherung:
Du zahlst eine Prämie von 9,5% (Kurs 9,49 bei Absicherung zu 10.000 DAX-Punkten).
Die Prämie ist spätestens bei Fälligkeit des Scheins weg.

Eine Versicherung ohne Prämie gibt es nicht ... auch keine Depotabsicherung.

Eine Alternative ist aber bspw. die Laufzeit zu verkürzen ... ein Absicherung auf 6 Monate kostet Dich dann "nur" noch etwa 7%.

Rene
Hi Rene,
erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort:-)
stimmt ich hatte einen Denkfehler.......bekomm ja auch das eingestzte Kapital wieder zurück wenn er auf 9000 fällt.
Evtl. auch nur auf Basispreis 9000 oder sogar nur 8000 Absichern da ich ja von meiner Aktienauswahl auf lange Sicht überzeugt bin. Was meint Ihr? Bin mal gespannt auf eure Ratschläge und Meinungen
Direkte Stoppkurse für die Anlageobjekte kommen nicht in Frage? Absicherung kostet meist, ist schwer auszubalancieren und am Ende dann mit Gebühren teilweise teurer.

OGV
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.444.618 von Mario83x am 08.01.16 13:09:10
Zitat von Mario83xHi Rene,
erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort:-)
stimmt ich hatte einen Denkfehler.......bekomm ja auch das eingestzte Kapital wieder zurück wenn er auf 9000 fällt.
Evtl. auch nur auf Basispreis 9000 oder sogar nur 8000 Absichern da ich ja von meiner Aktienauswahl auf lange Sicht überzeugt bin. Was meint Ihr? Bin mal gespannt auf eure Ratschläge und Meinungen


Hm, eingesetztes Kapital zurück gibt es nicht. Der Wert des Optionsscheins, der jetzt die 9,45 Euro kostet, ist am Ende der Laufzeit (10.000 - Indexstand), kann aber nicht negativ werden. Also bei Indexstand 9.000 (10.000 - 9.000 = 1.000) 10,00 Euro und bei Indexstand 8.000 (10.000 - 8.000 = 2.000) 20,00 Euro. Bei Indexstand 10.000 oder höher verfällt der Schein wertlos.

Also Rene sagt es richtig, man kann das als Versicherungsprämie sehen. Man kann auch auf das Delta schauen, das sagt aus, wie sich der Wert des Scheins ANFANGS im Vergleich zum Basiswert verändert. Beie inem Schein mit Basispreis etwa gelich aktuellem Kurs, wird das Delta etwa -0,5 sein, also wenn der DAX sich 1 Prozent bewegt, steigt der Schein etwa ein halbes Prozent. auch die 20% Verlust auf 8.000 im Index würde der Schein nur zu etwa mehr als zur Hälfte abbilden.

Also man sieht schon, diese Absicherung ist recht teuer.
Vor allem bestimmt die implizite Volatilität den Preis der Option, also die erwartete Schwankungsbreite des DAX. Die kann hoch sein, vor allem, wenn der DAX zuletzt stark schwankte, dann sind die Marktteilnehmer nervös und rechnen mit weiterhin großen Schwankungen und die Preise der Optionen sind generell hoch (unabhängig vom Kurs des zugrundeliegenden Wertpapiers). Jeder will sich absichern und es wird eine hohe Schwankungsbreite impliziert. In ruhigen Zeiten hingegen, kann das Gegenteil eintreten, die beobachtete Schwankungsbreite ist gering, die Nachfrage nach Versicherungen geht zurück und bei den Preisen der Optionen wird nur eine geringe erwartetet Schwankungsbreite impliziert / einkalkuliert. Die Aufgelder der Scheine sind dann generell niedriger.

Will man sich nur für ein halbes Jahr absichern, kostet die entsprechende Option nicht etwa die Hälfte wie für ein ganzes Jahr, sondern eigniges mehr, vielleicht 2/3. Erst am Verfallstag entfällt das von Restlaufzeit und impliziter Volatilität abhängige Aufgeld, das über die Laufzeit der Option verloren geht, völlig.

Will man sich billig absichern, müsste man die Option mit einem Jahr Laufzeit kaufen und nach einem halben Jahr wieder verkaufen. Auch wenn die Option in dieser Zeit nicht gebraucht wurde, die Kurse zum Beispiel seitwärts tendierten, wird sie dann noch ein nennenswertes Aufgeld haben und deutlich mehr einbringen, als Basispreis minus Indexstand.

Stop Loss als Alternative zur teuren PUT-Option, ja, aber dann ist das Investment ja auch beendet. Der Dax zuckt mal runter wie letzte Woche, da wird man ausgestoppt, und die Woche drauf wieder hoch. Das geht ja über das ganze Jahr so, Griechenland, Russland, jetzt China, ein Weltuntergang nach dem anderen, der dann kurzfristig wieder abgesagt werden muss.

Vorteil der Optionen ist, dass man damit die Sache aussitzen kann, wieso also nicht gleich statt der Aktien eine Kaufoption nehmen. Da ist ja die Versicherung gegen Kursrückgänge unter den Basispreis ebenfalls enthalten. Man zahlt allerdings auch hier ein Aufgeld, bei Einzelaktien sogar nochmal mehr als für die Indexoptionen. Dafür sind die Calls meist günstiger zu haben, als die Puts. Es steckt in den Calls ja auch noch eine Kapitalersparnis, weil sie einen geringeren Kapitaleinsatz erfordern, als der direkte Aktienkauf. Nur sollte man sich dadurch nicht zu höheren Risiken verleiten lassen, indem man dann auch gleich mehr Calls nimmt, als man Aktien gekauft hätte!

Insgesamt kommt das viele Absichern nunmal teuer. Man muss auch einiges aushalten, die Schwankungen eben. Naja, wie beim Baden im Meer, erst ist der Wellengang ganz nett, aber wenn die Wellen höher werden, kann es einem auch schnell über den Kopf wachsen. Die Idee mit den soliden Einzelaktien ist sicher richtig, nur muss man sich rechtzeitig mögliche Fehleinschätzungen eingestehen und auch mal was verkaufen und dann nicht krampfhaft dran festklammern.


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