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VW: "Liebesgrüße aus Wolfsburg"

eröffnet am 02.03.16 15:25:07 von
Desinvestment

neuester Beitrag 16.03.16 11:59:32 von
SkipBoe


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Desinvestment
02.03.16 15:25:07
Beitrag Nr. 1
Zahlreiche Geschädigte des sog. VW-Abgasskandals haben in den vergangenen Tagen Post von Volkswagen erhalten. Erstmals wird den Geschädigten darin von Volkswagen mitgeteilt, dass ihr Fahrzeug von einer Software betroffen ist "durch welche die Stickoxidwerte (NOx) im Vergleich zwischen Prüfstandlauf (NEFZ) und realem Fahrbetrieb verschlechtert werden". Davon, dass es sich bei dieser Software nach Ansicht des Kraftfahrtbundesamts (KBA) um eine illegale Abschalteinrichtung handelt, durch die ggf. sogar die Zulassung des Fahrzeugs gefährdet ist, ist in dem Schreiben keine Rede. Eine uneingeschränkte und rückhaltlose Aufarbeitung dieses Skandals sieht wahrlich anders aus,

Man fragt sich auch, weshalb die Volkswagen AG mit dieser Information ihrer Kunden so lange gewartet hat, denn inzwischen dürften zahlreiche der betroffenen Fahrzeuge von Kunden an Dritte weiterverkauft worden sein, und sich der Schaden dadurch nochmals vergrößert haben. Warum hat man die Kunden davor nicht rechtzeitig gewarnt?

In dem Schreiben kann Volkswagen außerdem nach wie vor keinen konkreten Termin nennen, zu dem das betroffene Fahrzeug "nachgebessert" werden soll. Es heißt dort nur, Volkswagen würde die Betroffenen zu gegebener Zeit in einem weiteren Schreiben noch einmal konkret dazu auffordern, umgehend einen Termin mit einem autorisierten Volkswagen Partner zu vereinbaren.

Hier meint Volkswagen also offenbar von den Geschädigten sogar noch etwas fordern und dazu Fristen setzen zu können. Tatsächlich ist aber niemand dazu verpflichtet sein Fahrzeug von Volkswagen nachbessern lassen. Er kann vielmehr das Fahrzeug unrepariert an Volkswagen übergeben und von Volkswagen wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung die Rückzahlung des gesamten von ihm damals geleisteten Kaufpreises zuzüglich Zinsen verlangen. Er muss sich nur die von ihm gefahrenen Kilometer als Nutzungen anrechnen lassen. Für die Geschädigten können sich hier ganz erhebliche Forderungen gegenüber VW ergeben und genau das versucht Volkswagen mit dem Schreiben zu verhindern.

Der letzte Satz im Schreiben von Volkswagen, der da lautet.

"Wir werden Sie weiterhin fortlaufen und transparent informieren, denn Ihr Vertrauen ist unser wichtigstes Ziel"

steht daher zu dem tatsächlichen Verhalten von VW klar in Widerspruch und ist an Arroganz und Ignoranz kaum zu überbieten.
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SkipBoe
02.03.16 15:52:52
Beitrag Nr. 2
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.882.855 von Desinvestment am 02.03.16 15:25:07
Das sieht der vorsitzende Richter am Landgericht Bochum anders:
"Das Landgericht Bochum nannte den Mangel der deutlich zu geringen Schadstoffangaben „nicht erheblich“ im rechtlichen Sinne."

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/vw-prozess-in-bochum-schummelsoftware-ist-kein-erheblicher-mangel/13041620.html
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Hufeisenmagnet
02.03.16 16:04:48
Beitrag Nr. 3
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.882.855 von Desinvestment am 02.03.16 15:25:07Der letzte Satz im Schreiben von Volkswagen, der da lautet.

"Wir werden Sie weiterhin fortlaufen und transparent informieren, denn Ihr Vertrauen ist unser wichtigstes Ziel"


einfach nur billige Schmähkritik, dazu noch falsch abgeschrieben......

"Wir werden Sie weiterhin fortlaufen........................

Der VW läuft und läuft und läuft.................................
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KOWAS
02.03.16 16:27:41
Beitrag Nr. 4
Ich halte VW uneingeschränkt die Treue !
Es mogeln nämlich alle Autohersteller, der Eklat bei VW wurde in den USA geschaffen, um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, denn gegen VW kommen die nicht anders an. Jeder Diesel-PKW hat ähnliche Strassen-Verbrauchswerte, davon bin ich überzeugt, möglicherweise stehen in den Papieren etwas andere Werte, die verkaufsfördernder sind , aber entscheidend (Umwelt) sind die Strassenverbrauchswerte.
Es ist mir (MaschinenbauIng.) ein Rätsel, warum man nicht einfach an den Auspuff eines verkauften Autos ein Analysegerät anschließt, das passt in jeden normalen Kofferraum, und die ganze Diskussion würde sich in Rauch auflösen. Noch einfacher wäre ein genauer Verbrauchstest , den jeder selbst machen kann, denn die Umweltbelastung ist direkt proportional zum Verbrauch.
Aber diese dämlichen Politiker (namentlich Dobrint) brauchen ja immer was zu tun, um nicht entbehrlich zu werden. Das hohe Gehalt macht´s erforderlich.
Freundliche Grüsse an alle Autofahrer!
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Hufeisenmagnet
02.03.16 16:31:02
Beitrag Nr. 5
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.883.701 von KOWAS am 02.03.16 16:27:41Ich stimme Dir zu. !

Und wir haben mit Matthias Wissmann den grössten Lobbyisten als Beifahrer der Automobilindustrie
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KOWAS
02.03.16 16:42:14
Beitrag Nr. 6
Ich muss Herrn Dobrint viielleicht etwas Abbitte leisten, denn noch schlimmer sind die gerissenen Rechtsverdreher, besonders in den USA !
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Desinvestment
02.03.16 16:50:43
Beitrag Nr. 7
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.883.200 von SkipBoe am 02.03.16 15:52:52In Bochum ging es um die Frage, ob es sich bei der Schummelsoftware um einen erheblichen Mangel handelt. Das blieb im Verfahren bislang übrigens offen und hängt außerdem womöglich vom jeweiligen Fahrzeugtyp ab (siehe: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/vw-prozess….

Beim Schadensersatz geht es dagegen nicht um die Frage, ob ein Mangel vorliegt, sondern darum, ob man das Fahrzeug auch dann gekauft hätte, wenn man von Volkswagen ordnungsgemäß darüber aufgeklärt worden wäre, dass

- in das Fahrzeug eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut wurde, um den Schadstoffausstoß im Testbetrieb zu manipulieren,

- der Schadstoffausstoß des Fahrzeugs tatsächlich deutlich über den offiziellen Angaben von VW liegt,

und

- ohne Beseitigung der illegalen Abschalteinrichtung in einer autorisierten Werkstatt dem Fahrzeug voraussichtlich die Zulassung entzogen wird.

Ich bin mir sicher, dass unter diesem Umständen niemand ein solches Fahrzeug erworben hätte, so dass man das Fahrzeug zumindest unter Schadensersatzgesichtspunkten sehr wohl zurückgeben kann.
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Hufeisenmagnet
02.03.16 17:00:55
Beitrag Nr. 8
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.884.079 von Desinvestment am 02.03.16 16:50:43Darüber werden sich gut bezahlte Juristen streiten.
Deine Meinung ist daher unerheblich.
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Desinvestment
02.03.16 17:23:24
Beitrag Nr. 9
Antwort auf Beitrag Nr.: 51.884.265 von Hufeisenmagnet am 02.03.16 17:00:55Auf fundierte juristische Stellungnahmen gehe ich gerne ein.
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KOWAS
03.03.16 12:20:34
Beitrag Nr. 10
Ob man das "illegale Abschalteinrichtung" oder z.b. "Software-Manipulation" nennt , ist technisch und im Ergebnis unerheblich, aber eben nicht juristisch unerheblich. Und Software-Manipulationen haben inzwischen schon einige Autobauer zugegeben (z.B. Mercedes). Und die Juristen werden darauf solange rumreiten, bis sie ihr Ziel wenigstens annähernd erreicht haben. Wenn ich die astronomischen Abfindungssummen sehe, auf die schon spekuliert wird (besonders in den USA), unterstreicht das noch meine Meinung im Beitrag 6 .


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