13.04.2012 09:21
Anleger sorgen sich um China
Die Furcht vor einem schwächeren Wachstum in China hält die
Investoren von weiteren Aktienkäufen ab. Außerdem stehen
interessante US-Daten und Unternehmenszahlen von JP Morgan an:
Warum also etwas überstürzen?
Nach zwei Gewinntagen in Folge haben sich die Investoren vorerst
hinreichend mit Aktien eingedeckt. Der Dax büßte zum Handelsstart
einige Punkte ein. Dabei sahen die Vorgaben recht freundlich
aus.
Der Dow Jones legte 1,4 Prozent zu, der S&P 500 ebenfalls. Der
Nasdaq Composite gewann 1,3 Prozent. In Japan legte der Nikkei 1,2
Prozent zu. Auch die übrigen asiatischen Börsen, darunter Taiwan,
Hongkong und Korea gewannen.
Später wird wieder gewachsen
Frische Konjunkturdaten aus China nährten hingegen einen gewissen
Skeptizismus: Die Wirtschaft dort ist im ersten Quartal mit 8,1
Prozent deutlich langsamer als erwartet gewachsen. Es ist der
geringste Anstieg in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt seit
fast drei Jahren.
Thomas Gitzel, Senior Economist der VP Bank Gruppe, wiegelt
Bedenken ab: "Die Lockerung der Kreditrestriktionen der
chinesischen Notenbank und Infrastrukturprojekte der Regierung
werden aber einen scharfen Wachstumseinbruch verhindern. Wir
rechnen mit wieder höheren Wachstumsraten in der zweiten
Jahreshälfte."
Wie steht es um das Vertrauen der US-Verbraucher?
Aus den USA werden gegen Mittag die Quartalszahlen der
Investmentbank JP Morgan erwartet. Außerdem stehen um 14:30 Uhr die
Daten zu den US-Verbraucherpreisen an.
Um 16 Uhr wird die Investoren das Verbrauchervertrauen der Uni
Michigan beschäftigen. "Nach den zuletzt enttäuschenden Daten vom
US-Arbeitsmarkt und den anhaltend hohen Benzinpreisen erscheint uns
ein leichter Rücksetzer beim Verbrauchervertrauen wahrscheinlich.
Wir rechnen mit einem Indexstand von 76,0 und zeigen uns damit
etwas skeptischer als der Marktkonsens", schreiben die Fachleute
der DZ Bank.
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L'OREAL
94.20+1.00+1.07%
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BEIERSDORF
49.61+0.48+0.97%
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HENKEL
55.33+0.57+1.04%
L'Oreal treibt deutsche Konkurrenz
Die steigende Nachfrage nach Kosmetikprodukten in Schwellenländern
stärkt den französischen L'Oreal-Konzern. Der Umsatz stieg im
ersten Quartal um 9,4 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Auf
vergleichbarer Basis belief sich das Plus auf 6,4 Prozent. Auch für
das Gesamtjahr zeigte sich der Beiersdorf-Konkurrent
zuversichtlich. Dank der ausgabefreudigen Schwellenländer und des
wiedererwachten Appetits auf Luxusprodukte werde L'Oreal 2012
besser als der Markt abschließen, teilte das Management mit. Ein
Händler kommentierte: "Das sollte sich auch moderat positiv auf die
Aktien der deutschen Wettbewerber auswirken." Gemeint sind:
Beiersdorf und Henkel – beide Titel legen zu und liegen im Dax ganz
oben.
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SAP
49.34-1.33-2.62%
SAP ist Dax-Schlusslicht
SAP sacken um mehr als zwei Prozent ab. Händler verwiesen auf einen
Bericht vom Vorabend. Demnach gibt es erste Sorgen um die
Geschäftsentwicklung im ersten Quartal. Laut einer Studie haben die
meisten Partner des Softwareunternehmens ihre eigenen Erwartungen
im ersten Quartal verfehlt. Dadurch wachse die Unsicherheit,
kommentierte ein Händler.
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BAYER
51.56-0.23-0.44%
Klageflut gegen Bayer?
Die Bayer-Aktien könnten heute von einer Gerichtsentscheidung
belastet werden. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, dem
zufolge der Pharma- und Chemiekonzern mindestens 110 Millionen
US-Dollar zahlt, um rund 500 Klagen im Zusammenhang mit der
Antibabypille Yasmin beizulegen, die zu Blutgerinnseln geführt
habe. "Das ist in diesem Zusammenhang die erste Runde von insgesamt
über 11.000 Klagen", warnte ein Börsianer. "Für Bayer könnte das
sehr teuer werden." Bislang sinkt das Papier mit dem Markt.
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VOLKSWAGEN VZ
130.75-0.50-0.38%
Chinesen verzehren sich nach Audi und VW
Europas größter Autokonzern VW hat im ersten Quartal in China
633.000 Autos verkauft. Das sind 15,6 Prozent mehr als ein Jahr
zuvor, wie VW mitteilte. Die Tochter Audi steigerte die
Auslieferungen auf dem für die Branche wichtigsten Wachstumsmarkt
sogar um 40 Prozent auf 90.000 Stück. VW baut in China Autos in
Kooperation mit den lokalen Herstellern FAW Group und SAIC Motor
Corp.
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BAUER
20.44+0.67+3.38%
Bauer mit Gewinnsorgen
Aktien des SDax-Unternehmen steigen kräftig, obwohl wegen
Verzögerungen bei zahlreichen Großprojekten der Gewinn beim
Tiefbauspezialisten 2011 eingebrochen ist. Der Jahresüberschuss
betrug 34,1 Millionen Euro, das sind 14 Prozent weniger als im
Vorjahr, lag aber über der zuvor zweimal gesenkten Prognose. Das
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging auf 82,3 von 88,4
Millionen Euro zurück. Bei Bauer wirkten sich im vergangenen Jahr
die Unruhen in Nordafrika negativ aus, weil dadurch auf
Großbaustellen etwa in Ägypten die Arbeiten zum Erliegen kamen. Der
Umsatz stieg 2011 um fünf Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro.
Anleger lassen Sony abblitzen
Die Restrukturierungspläne von Sony haben die Anleger
offensichtlich nicht überzeugt. Die Papiere des Konzerns fielen am
Freitag in Tokio um gut fünf Prozent. Am Donnerstag hatte der neue
Sony-Chef Kazuo Hirai seine neue Strategie vorgestellt, mit der das
angeschlagene Unternehmen wieder auf die Beine kommen soll. Unter
anderem durch einen Stellenabbau und neue Geschäftsfelder soll die
Trendwende geschafft werden. "Ich kann hier nichts Neues sehen",
kritisierte Toshiyuki Kanayama von Monex Inc. Im Vergleich zu dem,
was sie vorher angekündigt hatten, habe sich nichts geändert.
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GOOGLE
497.69+9.71+1.99%
Google verdient Milliarden
Im ersten Quartal strich der US-Internetkonzern einen Nettogewinn
von 2,9 Milliarden Dollar ein - das sind 61 Prozent mehr als im
Vorjahreszeitraum. "Google hatte ein weiteres großartiges Quartal",
erklärte der amtierende Konzernchef Page. Die "großen Wetten" auf
das Handy-Betriebssystem Android, den Browser Chrome oder die
Videoplattform YouTube hätten sich ausgezahlt. Der Umsatz war um 24
Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar gestiegen - es ist das zweite
Mal nach dem Schlussquartal 2011, dass Google einen zweistelligen
Milliardenumsatz erwirtschaftete. Die Aktie legte nachbörslich
zu.
ts