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schrieb am 08.07.01 12:50:53
Da bisher noch kein Thread auf w:o über Zwack Unicum existiert
eröffne ich halt einen.
Zwack Unicum ist ein Ungarischer Spirituosenhersteller. Das
Hauptprodukt Unicum ist ein ungarischer Kräuterschnaps. Der Meiner
Meinung nach äußerst übel schmeckt!
Das Unicum trotzdem zu hohen Preisen an den Mann gebracht werden
kann, spricht für den extrem starken Markennamen von Unicum!
Der Konzern ist äußerst profitabel. Die Umsatz- und
Eigenkapitalrenditen sind ausgezeichnet, sinken aber in letzter
Zeit, wegen rückläufiger Gewinne(auf Grund gestiegener
Personalkosten). Meine Meinung ist aber, das Zwack einen gewissen
Preisgestaltungsspielraum hat um die Gewinne sogar leicht zu
steigern.
Das KGV beträgt ca.5-6. Die Dividendenrendite von ca. 10% ist auch
recht ansehnlich
Marktkapitalisierung ca.50Millionen Euro
Haupteigentümer ist CEO Peter Zwack, außerdem hält die
österreichische Firma Schlumberger ca.25% an Zwack Unicum.
Die Informationsbeschaffung über die Firma ist schwierig.
Einigermaßen brauchbare Informationen erhält man unter:
http://profiles.wisi.com/profiles/scripts/corpinfo.asp?cusip…
Die Aktie ist außerdem äußerst illiquide.
M.f.G. thomtrader
schrieb am 08.07.01 12:55:21
Um sich ein kleines Bild vom CEO Peter Zwack machen zu können
stelle ich nachfolgend ein Interview von Peter Zwack hierrein:
“Ich glaube an den Liberalismus...”
Interview mit Péter Zwack, Likörfabrikant und Politiker
Der Name Péter Zwack, oder wenigstens der Name seiner Familie, ist
in Europa unter den Liebhabern von Magenbittern und anderen harten
Spirituosen seit dem Ende des XVIII. Jahrhunderts ein Inbegriff.
Zwack selbst ist ein Unikum und - "nomen est omen"- eine wirklich
einzigartige Persönlichkeit unseres Zeitalters. Über sein Dasein
als erfolgreicher Geschäftsmann hinaus ist er ein weltoffener,
neugieriger Mensch, ein Bürger von Format, der sich gleichzeitig
auch mit Politik beschäftigt. Er wurde vor kurzem zur Wahl in den
geschäftsführenden Vorstand des SZDSZ vorgeschlagen, und sollte er
am 2. Dezember die hierfür erforderlichen Stimmen erhalten, könnte
er in wenigen Wochen zum Mitglied des obersten Gremiums der
ungarischen liberalen Partei avancieren. Auch darüber sprach Péter
Zwack in seinem Exklusivinterview mit der BZ.
Reden wir zunächst über die Grundlage aller Dinge, über das
Geschäft selbst…
Einleitend möchte ich gleich klären, dass ich zwar am politischen
Leben teilhabe, es aber andererseits eine Zwack Unicum AG gibt, in
der ich Co-Inhaber bin und das Amt des Vorstandsvorsitzenden
bekleide. Im Unternehmen wird aber in keiner Weise Politik
betrieben. Das ist übrigens auch so in unserem Kodex der
Betriebsethik verankert. Wir distanzieren uns dermaßen von der
Politik, dass es nicht einmal erlaubt ist, danach zu fragen, wer
sich als Mitglied oder Anhänger zu der einen oder anderen Partei
hingezogen fühlt. Wir sind dort ein Team von vierhundert Menschen,
und ich habe keine Ahnung, wer mit wem politisch symphatisiert; es
interessiert mich ja auch nicht im Geringsten… Dem Unternehmen geht
es übrigens gut. Vor einem Jahr wurden einige wichtige
Führungspositionen mit neuen Mitarbeitern besetzt. Wir haben uns
dadurch stark verjüngt. Die Zwack AG ist eigentlich von jeher ein
Familienunternehmen, deshalb wollte ich nicht, dass wir eventuell
von Umständen eingeholt werden, die manch anderen Familienbetrieben
nachgesagt werden, nämlich, dass die Firma vordergründig von den
Traditionen lebt und sich den Bedingungen der modernen
Marktwirtschaft nicht anpasst. Wir haben eine frische Garde in die
Geschäftsführung bestellt. Der Generaldirektor ist zum Beispiel
kaum über vierzig. Er kam von der Firma Unilever, ein äußerst
marketing- und sales-orientierter junger Mann. Unsere
Vertriebsdirektorin ist ebenfalls eine talentierte junge Dame.
Unser kommerzieller Direktor, der von Pepsi Cola überwechselte, ist
auch nur 33 Jahre alt. Mein Ziel ist es, dass sich unser
Familienunternehmen unter allen Umständen modernisiert!
Wieso das? Gab es irgendwelche Schwierigkeiten mit der Firma?
Keineswegs, ich denke nur stets an die Zukunft. Die Frage ist ja
nicht die, welche Aufgaben der Vorstandsvorsitzende wahrzunehmen
hat …, also, was mir obliegt. In das Tagesgeschehen schalte ich
mich ohnehin nur selten ein - nicht weil ich nicht wüsste, was
gerade läuft -, aber ich treffe dennoch keine täglichen
Entscheidungen. Das ist die Sache der Manager. Trotzdem bin ich von
früh morgens bis spät abends da. Ich fühle mich all den Dingen hier
sehr nahe …
Wenn Sie keine konkreten Entscheidungen treffen, widmen Sie sich
dann eher der Analysearbeit? Oder lässt das Auge des Wirtes einfach
nur das Vieh gedeihen…
Ich erteile Ratschläge. Man muss schon gut aufpassen, dass die
Zuständigkeiten richtig geklärt sind. Das ist ein empfindliches
Thema. Bei vielen Unternehmen werden nämlich die Entscheidungen von
Leuten getroffen, die damit nicht beauftragt wurden, nicht aber von
denjenigen die dazu berechtigt sind. Wem obliegt dann die
Verantwortung? Hier bei uns ist der Vorstand für die Entscheidungen
zuständig, er trägt aber auch die Verantwortung dafür...
Und was ist, wenn Ihre Ratschläge nicht befolgt werden? Theoretisch
wäre dies ja auch möglich…
Theoretisch ja.
Also nehmen wir an, Ihre Geschäftsführer erklären, sie seien mit
dem, was Sie sagen, nicht einverstanden. Sie bedanken sich zwar für
den Ratschlag, doch, Verzeihung, ab morgen wird man es doch anders
machen …
Schon gut, aber ab und zu gibt es doch Angelegenheiten, bei denen
man die Einstellung zu überprüfen versucht. Zwischen der
Geschäftsführung und den Eigentümern soll doch ein
Vertrauensverhältnis bestehen, das im wesentlichen einem täglichen
konstruktiven Dialog gleichkommt. Wir treffen uns jeden Morgen und
besprechen die anfallenden Dinge, doch die Entscheidung gehört
ihnen. Der Fall kommt überhaupt nicht vor, dass ich jemanden
anrufe, um ihm irgendwelche Anweisungen zu erteilen, dieses oder
jenes zu tun…
Das hört sich interessant an. Die Großunternehmer, die ich kenne,
haben nach gewisser Zeit die tägliche Maloche satt und widmen sich
eher dem Reisen, der Unterhaltung und den schönen Frauen… Sie
dagegen werken hier von früh bis spät geflissentlich. Warum
eigentlich?
Mein Leben ist eben so. Wenn ich ganz selten in den Urlaub fahre,
zum Beispiel nach Italien, wo ich immer noch mein Haus habe (Péter
Zwack lebte vor dem ungarischen Systemwechsel jahrzehntelang in
Italien und kam erst nach der Wende wieder nach Ungarn zurück, wo
er seine, Ende der 40er Jahre vom Staat einverleibte Likörfabrik
zurückkaufte - die Redak.), dann langweile ich mich innerhalb von
ein-zwei Tagen und komme schnell wieder hierher in die Fabrik
zurück.
In diesem Falle handelt es sich um eine emotionale Bindung…
Ja, das ist richtig. Ich habe etwas geerbt, das seit 1790 im Gange
ist, und behandle das Ganze irgendwie doch anders als ein noch so
begabter junger Manager zum Beispiel, für den es schließlich doch
nur einen Arbeitsplatz bedeutet. Für mich ist es das Leben.
Gehen wir nun vom "Homo oeconomicus" zum "Homo politicus" über!
Nach dem Systemwechsel waren Sie im Auftrag der damaligen
MDF-Regierung eine zeitlang ungarischer Botschafter in Washington.
Später wurden Sie wieder nach Ungarn zurückbestellt. Kurze Zeit
darauf wurde Ihre Budapester Wohnung in Brand gesteckt. Für eine
Weile waren Sie unabhängiger (parteiloser) Parlamentsabgeordneter
und Vorsitzender der Partei der Kleinunternehmer (Vállalkozók
Pártja), dann Mitglied des SZDSZ. Möglicherweise erhalten Sie in
einigen Wochen eine wichtige Rolle in der Führung des SZDSZ. Eine
regelrecht bunte Karriere…
Als ich von Ministerpräsident Antall zum Botschafter befördert
wurde, teilte ich ihm eindeutig mit, dass ich diese Verpflichtung
nur wahrnehmen würde, wenn ich parteineutral bleiben könnte. Ich
wollte mich weder von rechts, noch von links pressionieren lassen.
Ich hielt mich auch an diese Aussage. Zurückbestellt wurde ich u.a.
deshalb, weil man mich zu Dingen bewegen wollte, mit denen ich
nicht einverstanden war. Im Übrigen war ich nie MDF-Mitglied, und
trotz mancher Verleumdungen hätte ich niemals Geld dafür bezahlt,
um einen Botschafterposten zu erkaufen. Ein Anhänger des SZDSZ war
ich übrigens wieder nicht. Doch liberal auf jeden Fall, und das bin
ich heute auch noch. Als ich wieder nach Ungarn kam und als
unabhängiger Abgeordneter an der Politik teilnahm, musste ich bald
einsehen, dass ich im unabhängigen Status kaum Möglichkeit hatte,
den Lauf der Dinge auch nur im Geringsten zu beeinflussen. Lassen
wir allerdings nicht unerwähnt, dass ich damals als Erster vor der
Öffentlichkeit auf die Gefahren der um sich greifenden Korruption
aufmerksam machte. 1998 kam ich nicht ins Parlament. Ich
kandidierte wieder als unabhängiger Kandidat, schied jedoch in der
zweiten Wahlrunde aus. Ich trat dem SZDSZ 1998 gerade in dem Moment
bei, als er nach der schweren Wahlniederlage an seinem tiefsten
Punkt angelangt war. Weil ich liberal veranlagt bin, blieb mir
einfach keine andere Wahl. Ich bin immer für die Dinge und nicht
gegen sie. Auch jetzt bin ich nicht gegen den Fidesz, sondern für
das Ungarn ohne Privilegien. Ich glaube einfach an etwas, das
Liberalismus heißt und darum glaube ich auch an den SZDSZ. Ich habe
auch keine andere moralische Möglichkeit oder Wahl …
Was wird nun ein Péter Zwack im Team des Gábor Demszky anstellen?
Sie wurden ja von Demszky bei der Annahme seines Wahlvorschlages
zum Vorsitzenden des SZDSZ auch öffentlich als Mitglied der
künftigen Parteispitze genannt…
Wenn ich gewählt werden sollte, werde ich offensichtlich als
Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes ein Wort bei der
Gestaltung der allgemeinen poltischen Linie des SZDSZ und dem
Aufbau der Parteistrategie mitreden können und mich naturgemäß auch
an den Vorbereitungen für die Parlamentswahlen im Jahre 2002 aktiv
beteiligen. Ich habe keine Zweifel daran, dass gerade Demszky der
richtige Mann ist, der diese Partei von ihren jetzigen 5-6 % nach
oben bringen kann...
Eigentlich sind es im Moment kaum 4 % …
Also von dort auf 10-12 %. Und dadurch könnte der SZDSZ 2002 wieder
das Zünglein an der Waage spielen und somit einen Einfluss auf die
Politik ausüben, wie er es auch früher getan hat. Ausschließlich
der schlechten Kommunikation des SZDSZ ist es zu "verdanken", dass
den meisten Menschen die offensichtliche Tatsache vorenthalten
blieb, dass es in der Horn-Ära nur durch den Einfluss des SZDSZ
gelang, die Dinge in den richtigen Bahnen zu halten. Nehmen wir zum
Beispiel die Sache mit dem so genannten "Bokros Paket”. Ohne den
SZDSZ hätte es Horn damit mehrmals bewenden lassen. Ohne diese
Maßnahmen stünde die Wirtschaft des Landes nicht so da, wie sie
heute aussieht… Ja, die Kommunikation ist es, an der noch ziemlich
gefeilt werden muss. Der SZDSZ muss in der Lage sein, auch die
einfachen Menschen so anzusprechen, dass sie begreifen, was man
ihnen sagt und sich damit auch identifizieren. Wir müssen ein
glaubwürdiges Bild von uns vermitteln, das die Menschen überzeugt:
Ihre Wahl lohnt sich, weil die Stimme, die sie uns geben, nicht
verlorengeht.
Das hat zwar alles nicht viel mit der Unternehmensbewertung von
Zwack Unicum zu tun aber ich finde doch man kann sich in Etwa ein
Bild von Peter Zwack machen.
Ich habe vor ca. 2Jahren auch schon mal ein Interview von Peter
Zwack in Börse-Online gelesen, und kann mich noch schwach daran
erinnern das er schon damals einen sympatischen Eindruck
hinterlassen hat.
Ich denke mir Zwack Unicum ist eine ausgezeichnete Langfristige
Anlage! Die kurzfristigen Gewinnrückgänge sollten aber bald
gestoppt werden!
M.f.G. thomtrader
schrieb am 10.07.01 22:03:41
Na dann Prost !
Ich habe mir eben auch gerade einen Schluck Zwack Unicum
genehmigt. Über Geschmack lässt sich streiten, er hat irgendwie
so einen Spiritusnachgeschmack :-), nun ganz so schlimm ist
es auch nicht. Dafür sieht aber die Flasche toll aus.
Und es ist auf jeder ungarischen Speisekarte Werbung von
Zwack Unicum drin.
Dass die Eigenkapitalrendite fast so hoch ist wie der Alkohol
anteil ist mir auch schon aufgefallen, dafür ist Aktie im
Gegensatz
zum Produkt doch recht illequide. Ich habe letzten Monat 50
Stück bekommen, danach wurden tagelang keine Stücke verkauft.
Noch zwei Sachen:
Die Gewinne 2000 ware ausserordentlich hoch, die 2001er werden
wohl darunterbleiben, so dass das KGV sich etwas erhöhen
könnte.
Ungarn hat noch immer ein hohes Inflationsniveau (10%) und
damit
hohe langfristige Zinsen, was das KGV aller ungarischen Aktien
drückt, KGVs deutlich über 10 dürften erst bei niedrigeren
Zins und Inflationsniveau auftauchen. Aber Ungarn bemüht sich
die Inflation in den nächsten 3-4 Jahren drastisch zu senken,
was allerdings kursfristig das Wirtschaftdwachstum etwas hemmen
könnte.
deutsche aktuelle Infos zu Ungarn gibt es unter:
www.budapester.hu
Gruß
dak
schrieb am 11.07.01 13:32:19
Prost!
ich sehe die Sache so: Ungarn und Tschechien werden wohl die
nächsten Beitrittsländer in die EU sein. Die Inflation mus dann
zwangsweise runter. Da habe ich eigentlich keine großen
Befürchtungen das das den Regierungen nicht gelingt. Sinken
Inflationsraten und Zinsen, sollten auch die KGV´s erheblich
steigen. Im Worst-Case-Szenario bleiben die Infaltionsraten auf
hohem Niveau, sollte für Zwack aber auch kein Problem sein, da sie
aufgrund des starken Markennamens die Preise im Verhältnis zur
Inflationsrate anheben können.
Sollte sich das Wirtsschaftswachstum abschwächen, wäre Zwack davon
nur ihn sehr geringem Maße betroffen, da Zwack ein relativ
konjunkturunabhängiger Titel ist.
M.f.G. thomtrader
schrieb am 05.08.01 00:26:25
@thomtrader
Ich sehe es genauso, Tschechien und Ungarn werden die nächsten
Beitrittsländer. Allerdings wird das m.E. länger auf sich warten
lassen als wir alle denken, da es doch noch große Differenzen gibt.
Tschechien z.B. traue ich schon jetzt den theoretischen Beitritt
zu. Dann aber würden sich andere (vor allem Polen) zu Wort melden
uns auf einen zeitgleichen Beitritt aller osteuropäischen Länder
drängen. Polen stellt teilweise auch geradzu verrückte Forderungen.
Wir sollten auch nicht vergessen, daß wir selbst (als zerstrittene
Europäer) auch dem Beitritt im Wege stehen, die Deutschen wg. Angst
vor osteuropäischer Einwanderung und wg. der Agrarsubventionen.
Dier Spanier wegen ihren dann nicht mehr so üppig fließenden
EU-Subventionen usw.
Ein Beitritt Osteuropas ist auch nicht unbedingt vorteilhaft. Z.B.
zahlt ja Philip Morris CR hohe Spenden an die tschechischen
Parteien. Nebenbei bemerkt: Sie zahlen keine Steuern auf
Tabakimporte, BAT dagegen zahlt Steuern. Was ich damit sagen will:
Das jetzige System hält den internationalen Wettbewerb noch etwas
heraus und gibt den osteuropäischen Firmen einen geringen
Vorteil.
Jedenfalls sollte man keinen Pfennig aufgrund irgendwelcher
EU-Beitritte investieren. Das ist einfach Quatsch.
Vielmehr sollte man in vernünftige Einzelwerte investieren, was bei
Zwack ja aufgrund der hohen Dividendenrendite nicht so ganz falsch
sein sollte.
Zum Umfeld kann ich nur sagen, daß die Leute in Ungarn gar nicht so
viel anders sind als die in Westeuropa, die Währung wird über kurz
oder lang stabil werden (man lese dazu auch Kostolany, der immer so
stolz auf seine ungarische Herkunft war). Wenn ich sehe, daß Länder
wie Ungarn mit Südostasien und Lateinamerika unter dem Label
"Emerging Markets" in einen Topf geschmissen werden, habe ich
jedenfalls immer ein ungutes Gefühl. In Ungarn sieht es wohl doch
besser aus als in Thailand!
Gruß,
Saccard
schrieb am 07.08.01 23:19:32
@Saccard,
Volle Zustimmung zu deinem Posting!!
Ich habe weder in Tabak noch in Zwack zwecks der EU-Phantasie
investiert. Ich bin in beide Werte investiert da ich sie für gute
Firmen halte. Die EU-Phantasie war sozusagen das Sahenhäubchen
Das der EU-Beitritt evtl. sogar negative Auswirkungen auf Tabak
hat, das habe ich in der Tat bisher noch nicht in Betracht
gezogen
Das Polen Vorderungen an die EU stellt, das glaube ich nicht, denn
dazu sind sie nicht in der Position.
Wieso meinst du das Tschechien eher in die EU-Beitritt als Ungarn?
Ich denke beide sind ungefähr auf den gleichen Level. Tschechien
hat sich aber mit Temelin einige Feinde gemacht. Wenn Tschechien in
die EU kommt, dürfte wohl die Slowkai auch bald folgen. Slowenien
ist auch ein heißer Kandidat.
Diese Osteuropäischen Länder mit anderen Emerging-Markets zu
vergleichen ist wohl in der Tat hinrissig! Die Leute in Tschechien
oder Ungarn habe wohl ungefähr das selbe Ausbildungsniveau wie in
Deutschland. Die Löhne und Gehälter werden sich in den nächsten
Jahren(Jahrzehnten) stark an das westeuropäische Niveau
anpassen.
(Gut für Konsumwerte

)
Da die Leute in Tschechien und Ungarn in etwa so gut ausgebildet
sind wie die in Deutschland, werden zwangsläufig sehr viele Jobs in
diese Länder abwandern, da nur ein Bruchteil der Lohnkosten in
diesen Länder anfallen.
Wir sollten uns Fragen welche Firmen von dieser Entwicklung stark
profitieren. (Die Konsumwerte werden es nicht sein

)
M.f.G. thomtrader
schrieb am 02.09.01 23:08:46
@thomtrader
Ich habe beide AG`s PM und ZU in meine Watchlist aufgenommen.
Folgende Überlegungen stimmen mich aber skeptisch:
Einer meiner Bekannten war im letzten Monat in Russland, das
Preisniveau ist dort bis max. 50% im Vergleich zur EU tiefer, das
Lohnniveau ist um ca. den Faktor 10 tiefer.
Ein besseres, aber ähnliches Bild unterstelle ich auch für
Ungarn.
Nun will ich wissen wie viel Wert ZU in 10 Jahren ist.
Ungarn tritt der EU bei, das Preis und Lohnniveau gleicht sich an,
dadurch schmelzen aber die Gewinne dahin.
Ist dann ZU besser als z.b. Berentzen und Co.? Was macht die AG
sonst noch atraktiv? Die Werte sind sicherlich nach unten durch
hohe Dividendenrendite abgesichert, und an der Gewinnsituation wird
sich zumindest kurzfristig nicht viel ändern. Also bleibt die
Spekulation auf eine schnelle Aufwertung (2-3 Jahren), oder
Spekulation auf die EU-Beitrittseuphorie, wobei alleine der
EU-Beitritt der DDR-Wirtschaft z.b. nicht so gut getan hat(was ist
eigentlich mit dem Rotkäppchen Sekt?).
Übrigens in Russland gibt es kaum ausländische Spirituosa im Handel
(in der Provinz), da der Markt durch hohe Zölle total abgeschottet
ist.
schrieb am 03.09.01 09:04:46
oberossi,
da hast du ja in der Tat einige schlagkräftige Argumente die gegen
ein Investment in Zwack und Tabak sprechen. Diese Argumente haben
wirklich ihre Berechtigung, und ich kann sie nicht ganz
zerstreuen.
Nur soviel:
2000 Machten die Kosten für das Personal bei Zwack etwas weniger
als 10% der Bruttoumsätze aus. Sollte sich die Personalkosten um
100 bzw. 200% erhöhen müßte Zwack die Preise um 10 bzw. 20% anheben
um die Margen konstant zu halten. Und diese Preisflexibilität traue
ich Zwack absolut zu.
Du Vergleichst Zwack mit Berentzen. Ich meine Zwack hat den
wesentlich stärkeren Markennamen! Es kostet ja bereits heute eine
Flasche Unicum mehr als eine Flasche Berentzen Apfelkorn. Berentzen
ist eine Billigmarke. Wenn die Preise angehoben werden dann suchen
sich die Kunden(Säufer

)
einen anderen billigen Fussel. Ich würde Unicum eher mit Marken wie
Johnie Walker-Whiskie oder Jägermeister vergleichen die von jeher
schon mehr für ihre Alkohilika verlangen als z.B. Berentzen.
M.f.G. thomtrader
schrieb am 08.09.01 02:00:42
@thomtrader
Deine Rechnung ist nicht korrekt.
Du berechnest nur die direkte Personalkosten. Richtig ist aber das
alle Kosten wachsen werden, getrieben durch Erhöhung der Lohnkosten
und abgemildert durch Steigerung der Produktivität. Man bedenke
auch ,das zwischen dem Endverbraucher (Säufer) und dem Erzeuger in
der Regel noch Großhandel und Einzelhandel ihr Geld verdienen
wollen, und die direkten Personalkosten z.b. beim Einzelhandel
häufig 50% ausmachen.
Wie hoch ist eigentlich die Alkoholsteur in Ungarn?
M.f.G. oberossi