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schrieb am 29.04.02 12:05:23
Einen Hinweis von mir verdient die Aktie der SCHOELLER-BLECKMANN AG
(WKN 907391). Die österreichische Gesellschaft hat sich seit Mitte
der 90er Jahre von einem niedergegangenen Stahlkonzern zu einem
hochspezialisierten Zulieferer für die Erdölförderung gewandelt,
wobei das Schwerpunktgeschäft auf dem vor politischen Krisen
vergleichsweise sicheren amerikanischen Kontinent liegt.
Der Konzern konnte seinen Umsatz 2001 gegenüber dem Jahr 2000 (und
dieses war schon ein Rekordjahr) um immerhin 27,7% von 169,5 Mio.
EUR auf 216,5 Mio. EUR steigern, der operative Gewinn vergrößerte
sich um 38,6% (von 26,4 Mio. EUR auf 36,6 Mio. EUR) und der Gewinn
pro Aktie erhöhte sich von 1,1 EUR auf 1,5 EUR. Wenn man bedenkt,
daß das Jahresergebnis 2001 eigentlich durch den 11. September, die
Rezession in Nordamerika und den zu der Zeit noch danieder
liegenden Ölpreis eigentlich hätte verhagelt sein müssen, tun sich
hier riesengroße Perspektiven auf.
Der Kurs bewegt sich derzeit um die 8,50 EUR auf niedrigem Niveau.
Selbst bei pessimistischen Ausblicken für die Zukunft, die
eigentlich nicht mehr gerechtfertigt sind, liegt damit das künftige
KGV um die 5!
Jetzt noch das Sahnehäubchen! Auf der am 26.04.2002 abgehaltenen
Hauptversammlung wurde entgegen der von Analysten erwarteten
Dividende von 0,30 EUR eine Dividende von 0,50 EUR vorgeschlagen
und angenommen. Dies ist eine Dividendenrendite von 5,8%,
die
man bei einem Kauf vor dem Ex-Tag, dem 08.05.2002 gleich noch mit
einstreichen kann.
Hier ist auch noch der Chart der aus dem Dornröschenschlaf zu
erweckenden Aktie, an dem es auch technisch nichts zu bemängeln
gibt:
Es grüßt Euch nazard,
der von dieser Aktie (ganz entgegen seiner sonstigen Nüchternheit)
ausdrücklich begeistert ist!
schrieb am 29.04.02 17:48:57
Hallo! Bevor ich lange nachlese, frage ich mal ganz dumm! Ich bin
mir bisher sehr sicher gewesen, dass für die Auszahlung der
Dividende entscheidend ist, ob ich am Tag der Hauptversammlung die
Aktie habe oder nicht. Wieso kann man die Aktie auch noch später
kaufen und Dividende bekommen? Oder ist das eine Besonderheit bei
Aktien aus Österreich? Danke schon mal für die Antwort!
schrieb am 01.05.02 17:01:40
Hallo, hallo ... ich bitte um eine kurze Antwort auf meine Frage.
Oder war die Frage gar nicht so einfach? Danke!
schrieb am 01.05.02 21:58:33
Das Geschäft von Schöller-Bleckmann scheint extrem zyklisch zu
sein. Gewinn je Aktie:
1997: 6,9€
1998: 4,6€
1999: 0,1€
2000: 1,1€
2001: 1,5€
Der folgende Ausblick ist vom 27.3. und klingt doch sehr verhalten.
Zu diesem Zeitpunkt stand der Ölpreis immerhin bei ca. US$ 25 und
die Stimmung in den USA war besser als heute.
The economic slowdown emerging already in early summer of 2001
was accelerated by the
disastrous events of September 11. In view of the fact that around
80 % of SBO‘s global sales
volume is generated directly or indirectly in America, bookings
over the past months reflected the
repercussions of that situation. The order backlog as of December
31, 2001 was approximately €
54 million, which is below the record figure of the previous year
(€ 73 million), but compared with
the five-year average (€ 37 million) still remains high.
Because of the current global economic situation it is extremely
difficult for us to assess the
business year ahead. Numerous economists and industry analysts
believe that while the downturn
in the US will largely continue over the first half of 2002 the
economy should regain some
momentum in the second half.
Applied to SBO’s business this would indicate volatile bookings up
to mid-year but a growth in
orders for the second half of the year. Depending on whether the
upswing will occur at the
beginning or toward the end of the second half, 2002 may become
either a rather promising or
challenging year.
However, all this will be conditional on whether or not and at
which rate the US economy as the
driving force will pick up again and invigorate both the oil price
and drilling activities. The cut in oil
production as of early 2002 which was agreed by OPEC and non-OPEC
countries jointly for the
first time should in the long run result in stable and higher oil
prices provided that pledge will be
observed and consumption will rise.
schrieb am 01.05.02 23:46:27
Guten Abend, klepper63 und Mandrella
@Mandrella
Freut mich, daß ich doch nicht der einzige bin, der sich mit der
Aktie aktiv beschäftigt hat.
Am 01.10.1999 gab es einen Aktiensplitt, bei dem von 1.625.000
Aktien auf 13.000.000 Aktien umgestellt wurde. Deshalb wirken die
Ergebnisse pro Aktie vor 1999 nur scheinbar besser als die
Ergebnisse für 2000 und 2001. Eine bessere Vergleichsgröße erscheit
mir der operative Gewinn zu sein, bei dem die Reihe dann so
aussieht:
1997 * 10,6 Mio. EUR
1998 * 12,4 Mio. EUR
1999 * 0,9 Mio. EUR
2000 * 26,4 Mio. EUR
2001 * 36,6 Mio. EUR
Es handelt sich nach meinem Gefühl eher nicht um einen Zykliker,
sondern ein stetig wachsendes Unternehmen mit einem vergleichsweise
schlechten Jahr, nämlich 1999. Die Gründe dafür habe ich in der
Unternehmenshistorie nicht erforscht, eine gewisse Abhängigkeit von
eher wenigen Auftraggebern scheint jedoch nicht von der Hand zu
weisen zu sein.
Was den Ausblick betrifft, gehe ich davon aus, daß
SCHOELLER-BLECKMANN nicht so sehr vom Ölpreis, sondern von der
Ölfördermenge (Verschleiß von Bohrgeräten) und der Erschließung
neuer Ölvorkommen profitiert.
@klepper63
Am Tag der Ausschüttung ermäßigt sich der Kurswert der betreffenden
Aktie rein rechnerisch (also ohne andere Einflüsse auf die
Kursfeststellung) um die Höhe der Bruttodividende. Auf dem
Kurszettel wird dies mit dem Zusatz "ex Dividende" festgehalten.
Dividendenberechtigt ist derjenige, der am Ausschüttungstag die
Aktie im Depot hat.
Bitte verstehe die Dividende aber tatsächlich als "Sahndehäubchen"!
Nur wegen der Dividende sollte man eine Aktie nämlich nicht kaufen,
wie ein älterer Artikel aus der schweizerischen Sonntagszeitung
zeigt:
http://www.sonntagszeitung.ch/1999/sz35/S89-3574.HTM.
Ich nehme die Dividende gerne mit, habe die Aktie aber wegen der
meiner Ansicht nach erstklassigen Prognose gekauft und auch
deshalb, weil ich aus charttechnischer Sicht ein Abgleiten unter
die 7,90 EUR wegen des extrem festen Bodens für überaus
unwahrscheinlich halte, während der Weg nach oben offen ist.
Gruß nazard
schrieb am 02.05.02 00:01:43
@nazard
In dem oben zitierten Ausblick wird ausdrücklich die Abhängigkeit
vom Ölpreis erwähnt. Bei höherem Ölpreis haben die
Ölforderunternehmen mehr Geld für Investitionen. Außerdem lohnt
sich dann die Erschließung weiterer Vorkommen, die bei niedrigerem
Preisniveau nicht profitabel auszubeuten wären.
Bei niedrigerem Ölpreis verlagert sich die Ölproduktion in Richtung
der arabischen Staaten, weil diese die mit den geringsten
Förderkosten arbeiten. Darunter leiden u.a. die von
Schoeller-Beckmann belieferten nordamerikanischen Unternehmen.
schrieb am 02.05.02 16:26:23
@Mandrella
Hallo Mandrella,
ich habe in der gestrigen Nachtsitzung Deine Antwort noch
wahrgenommen, habe mir aber vor einer Entgegnung eine
Überlegungs-Auszeit genommen, bevor ich dadurch eine
"Ölpreisentwicklungsspekulationsdiskussion" in diesem Thread
ausgelöst hätte. Von mir wäre es aber reichlich witzlos eine solche
Spekulation anzuzetteln, denn die Ölmarktlage nehme ich immer nur
über die Benzinpreisentwicklung an der Tankstelle wahr und da liege
mit meiner Einschätzung, ob der Sprit morgen billiger oder teurer
wird, mal richtig und mal verkehrt. Insofern achte ich beim Tanken
nicht mehr darauf, ob es heute oder morgen ist, sondern das richtet
sich ausschließlich nach der Benzinstandsanzeige.
Mandrella, wenn ich meine weitere Betrachtung als scheinbare
Banalität jetzt auf dem Thema "richtig tanken" aufbaue, fühle Dich
bitte nicht verulkt, denn das ist ausdrücklich nicht meine
Absicht:
Meine Grundüberlegungen beim Tanken und zum Benzinpreis:
1. Ich suche in meinem Einzugsgebiet vorzugsweise die Tankstellen
auf, von denen ich weiß, daß sie fast immer um ein paar Cent
geringere Preise als der Durchschnitt der Markentankstellen
haben.
2. Die Benzinmarke ist mir schnuppe - aber Wasser tanke ich
nicht.
3. Empfinde ich den Benzinpreis als stark angestiegen, tanke ich
nicht voll, sondern nur so viel, daß ich denke, damit über die
nächste halbe Woche oder Woche zu kommen. Da ich vermute, daß sich
andere bei Schmerzgrenzen-Preisen ähnlich verhalten, werden glaube
ich, daß Mineralölgesellschaften unter anderem anhand eines
Indikators über die Mengenabgaben messen, wieviel Preiserhöhung sie
dem Autofahrer zumuten können.
4. Hätte mich jemand am 02.05.1992 gefragt, ob ich vermuten würde,
daß der Benzinpreis nach Inflationsausgleich heute höher oder
niedriger als damals sein würde, hätte ich vermutet, höher.
5. Hätte mich derjenige gefragt, ob ich mir dessen absolut sicher
sei, hätte ich "Nein, aber ziemlich sicher" geantwortet.
6. Wenn ich den Tankwart fragen würde, ob das Benzin morgen teurer
sein werde, würde er mir sagen, daß er das nicht wisse. Er würde
mir aber sagen, daß er es vermute, wenn sich der Benzinpreis gerade
auf relativ niedrigem Niveau bewegt. Aber: Ich frage den Tankwart
nicht, weil ich weiß, daß er nicht die Preise macht.
7. Würde eine Mineralölgesellschaft heute früh über die Zeitung
verbreitet haben, daß sie heute einmalig das Benzin um 5,8%
billiger anbietet, würde ich heute zur Tankstelle fahren.
8. Würde eine Mineralölgesellschaft heute früh über die Zeitung
verbreitet haben, daß sie am 01.06.2002 das Benzin um 5,8% billiger
gegenüber dem Vortagespreis anbietet, würde ich nicht gerade an den
zwei Tagen zuvor volltanken, sondern mit verhältnismäßig leerem
Tank abwarten, um dann entweder an der Tankstelle der betreffenden
Gesellschaft oder an einer Billigtankstelle zu tanken, je nachdem,
ob der Marktpreis in den Tagen zuvor kräftig angestiegen ist oder
nicht.
So einfach ist das (im direkt übertragenen Sinne) bei mir jetzt
auch mit dem Kauf der SCHOELLER-BLECKMANN-Aktie:
1. Die Aktie notiert vergleichsweise günstig.
2. Der Konzern produziert etwas, was auf dem Markt nachgefragt ist
und macht damit Gewinn.
3. Die mittelfristige Marktsituation erscheint eher bearish als
bullish.
4. Ich vermute, der Konzern wird in 10 Jahren gewachsen sein - mehr
als viele andere Konzerne. Ich vermute, die Aktie wird in 10 Jahren
gewachsen sein - mehr als viele andere Aktien.
5. Ich weiß es nicht, aber ich bin mir da ziemlich sicher und falls
ich mir da nicht mehr so sicher bin, werde ich die Aktie
verkaufen.
6. Die von Dir gepostete Prognose von SCHOELLER-BLECKMANN wirkt auf
mich ehrlich und in ihrer verhaltenen Aussage nicht abschreckend.
Den Kurs hat die Prognose bei ihrer Veröffentlichung in keine
Richtung erheblich beeinflußt.
7. Vor der Dividende ist besser als nach der Dividende, da ich mir
sicher bin, daß die technische Unterstützung bei etwas unter 8 Euro
halten wird.
8. Ich habe bei meiner Kaufentscheidung nicht mit günstigeren
Einstiegskursen gerechnet und es gab sie seither auch nicht
mehr.
Es grüßt Dich nazard,
der Dich jetzt fragt, ob Du die Kaufentscheidung so o.k. findest.
schrieb am 03.05.02 14:49:23
Hallo Nazard! Danke für die Belehrung mit der Dividendenzahlung und
den Hinweis auf den Zeitungsartikel. Für einen Kauf mit
Dividendenanspruch habe ich jetzt noch bis Dienstag Zeit. Das Fazit
aus Deinem Tankstellenverhalten hättest Du besser nicht so
umständlich schildern sollen. Du hast Dich bei Punkt 3 auch noch
versehen, denke ich. Wolltest Du nicht sagen, "3. Die
mittelfristige Marktsituation erscheint eher bullish als bearish" ?
Dein Fazit ist ganz einfach: MAN KANN DIE ZUKUNFT NICHT
VORHERSEHEN, DOCH MAN KANN CHANCEN ERKENNEN. Diese Aktie ist auch
noch bei einem Kurs im Moment von 8,96 € eine Chance. Mach`s gut!
schrieb am 04.05.02 14:08:54
Hallo nazard, hallo zusammen!
Ich muß ja sagen, der nazard findet immer wieder interessante
Werte, die SCHOELLER-BLECKMANN AG scheint zunächst sehr gut auch zu
meinem Konzept bei der Aktienauswahl zu passen, welches da
lautet:
Kontinuierliches (auch Gewinn-!)-Wachstum bei niedriger Bewertung,
Unternehmensumsätzen möglichst über der 0,5 Mrd-Schwelle,
gleichzeitig attraktiver Dividendenrendite und freundlicher
Chartverlauf auch bei allg. schlechtem Umfeld.
Natürlich sind selbst dieses keine Allheilmittel gegen
Börsenverluste, welche man jedoch auf jeden Fall begrenzen
sollte.
Schade daß ich im Moment nicht die Zeit habe, mich mal ausführlich
mit der SCHOELLER-BLECKMANN zu beschäftigen, doch der Wert macht
mich neugierig..

und
ich werde es voraussichtlich noch am Wochenende tun und mich wieder
melden.
Bis dahin
grüßt alle
der dubaro
PS: nazard, eM
![]()
il for
you....
schrieb am 04.05.02 15:09:37
@klepper63
Du liegst richtig. Nicht auszudenken wäre es gewesen, wenn mir die
Verwechslung eines Bullen mit einem Bären in der freien Natur
passiert wäre!
@dubaro
Ich freue mich schon auf Dein Statement.
@alle
... falls sonst noch jemand eine Meinung hat ...
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