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    Fuchs Petrolub konjunkturresistent?

    eröffnet am 31.05.02 10:33:45 von
    pantarhei

    neuester Beitrag 17.09.14 19:44:03 von
    MdBJuppZupp
    Beiträge: 2.180
    ID: 593.097
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    pantarhei
    schrieb am 31.05.02 10:33:45
    Beitrag Nr. 1 (6.529.347)
    Wieso kann Fuchs auch bei einem Konjunktureinbruch wachsen?

    ciao
    panta rhei

    FUCHS: Beschleunigtes Wachstum und starker Gewinnanstieg im ersten Quartal 2002

    Die weltweit im Schmierstoffbereich tätige FUCHS PETROLUB AG in Mannheim hat im ersten Quartal 2002 erfolgreich gearbeitet und zeigt eine gute Umsatz- und Gewinnentwicklung. Gleichzeitig wurde auf Internationale Rechnungslegungsstandards (IAS) umgestellt, was der Transparenz der Berichterstattung sowie der besseren Vergleichbarkeit im internationalen Wettbewerb zugute kommt. Der Umsatz stieg um 13,1 % auf 265,7 Mio € (234,9), der operative Gewinn um 23,4 % auf 19,5 Mo € (15,8) und der Quartalsüberschuss um 35,3 % auf 4,6 Mio € (3,4). Dabei wurden die Firmenwerte nach IAS erstmals in voller Höhe zu Lasten des Gewinns zeitanteilig abgeschrieben. Der Quartalsgewinn je Aktie erhöhte sich auf 3,0 € (2,4) vor bzw. 1,8 € (1,3) nach Firmenwertabschreibungen.

    Träger der Umsatzsteigerung war mit 10,8 % konsolidierungsbedingt das externe Wachstum. Das interne Wachstum steuerte 1,5 % bei, die Effekte aus der Währungsumrechnung lagen bei 0,8 %. Den größten absoluten Umsatzanstieg erwirtschaftete die Region Europa (+ 24,6 Mio €), eine ebenfalls signifikante relative Umsatzsteigerung von 13,9 % wies die Region Asien-Pazifik/Afrika aus.

    Die Ertragsentwicklung des Konzerns im ersten Quartal 2002 verlief sehr positiv. Die Gründe für die kräftige Erhöhung des operativen Ergebnisses liegen in der Umsatzsteigerung, einer Verbesserung der Bruttomarge sowie in einer rückläufigen Kostenbelastung. Die operative Marge erhöhte sich auf 7,3 % vom Umsatz (6,7).

    Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 16,4 Mio € (13,9) liegt um 2,5 Mio € oder 18 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.

    In der regionalen Ergebnisbetrachtung zeigen sich deutliche Ergebniszuwächse vor allem in der Region Asien-Pazifik und Afrika. Aber auch Europa verzeichnet erfreuliche Ergebnissteigerungen, was sowohl für West- als auch Mitteleuropa gilt.

    Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände beliefen sich im ersten Quartal auf 4,4 Mio € (6,1). Schwerpunkte waren der Werksneubau in Kaiserslautern sowie Werksausrüstungen in den USA.

    Zum 31. März 2002 waren im FUCHS-Konzern 4.145 Personen (3.952) beschäftigt. Die Mitarbeiterzahl hat sich konsolidierungsbedingt gegenüber dem Vorjahresstichtag um 193 Personen (+ 4,9 %) erhöht. Auf das Inland entfielen 1.147 und auf das Ausland 2.998 Mitarbeiter.

    Die Perspektiven des FUCHS PETROLUB-Konzerns für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2002 sind gut. Zwar bleiben die weitere Entwicklung der Konjunktur in Westeuropa, den USA und Asien-Pazifik ebenso abzuwarten wie die der Währungskurse und ölpreisabhängiger Rohstoffmärkte; dem Konzern kommen in diesem Umfeld jedoch weiterhin sein hochwertiges Geschäftsportfolio, seine technische Leistungskraft und Spezialisierungsführerschaft sowie seine globale Präsenz zugute. Der Konzernumsatz wird erstmals 1 Mrd € übersteigen und gegenüber dem Jahr 2001 mit erhöhten Gewinnen einhergehen.

    Mannheim, den 31. Mai 2002

    FUCHS PETROLUB AG
    Avatar
    goldmine
    schrieb am 01.06.02 21:27:56
    Beitrag Nr. 2 (6.537.916)
    Mal nachrechnen:

    Gewinn pro Aktie in Q1 € 3,00 ohne die Firmenwertabschreibungen, die in 2002 oder spätestens in 2003 nach US GAAP entfallen.

    Gewinne sind quartalsweise wenig unterschiedlich, also Gewinn
    2002 ca. € 12,-
    2003 ca. € 13,- aufgrund leichter Konjunkturverbesserung.

    Dividende Vorzüge € 4,38 ex am 13.06.02, Kurs exD ca. € 64.

    KGV 2003 ca. 4,9.

    Technisch wäre ein starkes Kaufsignal bei Überschreiten von € 70 gegeben.

    Soweit ich das richtig nachgelesen habe, sind die Wandelschuldverschreibnungen Ende 2002 fällig. Die Wandlung in Aktien setzt aber Kurse über Wandlungspreis von > € 90 voraus. Auch wenn dies eintreten sollte, so wären die gut 500.000 neuen Aktien (aktuell 2,388 Mio Aktien) nicht nennenswert ergebnisverwässernd, da die Zinsaufwendungen entsprechend sinken würden.

    CU, goldmine
    Avatar
    goldmine
    schrieb am 02.06.02 23:03:56
    Beitrag Nr. 3 (6.542.084)
    Übrigens liegt die Umsatzbewertung (KUV) bei 14,4% des geschätzen Umsatzes 2002 von € 1.065 Mio.

    Das beste ist wohl, daß es fast keinen interessiert.

    Hauptabnehmer ist die dt. Autoindustrie, bei der man Weltmarktführer für Schmieröle ist. Weltweit gibt es noch über 1.000 Anbieter, die Konzentration schreitet jedoch stark voran, da die kleineren technologisch nicht mitkommen. Evt. beantwortet das die Frage nach der Konjunkturabhängigkeit.

    CU, goldmine
    Avatar
    pantarhei
    schrieb am 03.06.02 08:47:53
    Beitrag Nr. 4 (6.543.248)
    Hallo goldmine,
    danke für die vielen Fakten! :)
    Avatar
    pantarhei
    schrieb am 03.06.02 10:14:48
    Beitrag Nr. 5 (6.543.844)
    Fuchs Petrolub AG - Gegen den Trend - 31. Mai 2002 17:00
    Schmierstoff-Hersteller steigert Umsatz und Konzerngewinn
    (smartcaps-Redaktion Düsseldorf)

    Trotz sinkender Schmierstoffnachfrage und schwacher Konjunktur läuft im Konzerngetriebe der Mannheimer Fuchs Petrolub AG weiterhin alles glatt: Der führende unabhängige Schmierstoffhersteller steigerte seinen Umsatz im Auftaktquartal 2002 um 13,1 % auf 265,7 Mio. Euro, der operative Gewinn stieg um 23,4 % auf 19,5 Mio. Euro. Die Mannheimer halten an ihrer Umsatzprognose von erstmals mehr als einer Milliarde Euro für das gesamte Geschäftsjahr 2002 fest. 2001 hatte der Konzern 940 Mio. Euro erwirtschaftet.

    Schon mit den Jahreszahlen für 2001 hatte sich Fuchs Petrolub gegen Branchentrend und Konjunkturflaute behauptet (siehe smartcaps-Bericht vom 27. März 2002: Fuchs-Petrolub AG - Entwicklung wie geschmiert). „Wir schauen weniger auf das konjunkturelle Umfeld, sondern arbeiten mit internen Maßnahmen am Konzernergebnis", erklärt Unternehmenssprecher Hubertus Stärk gegenüber smartcaps. Hierzu gehörten die Straffung von Vertriebswegen und F&E sowie die „Beseitigung von Verlustbringern", um eine „gesunde gute Basis" zu bilden. Das sei in Asien bereits vielfach gelungen, als nächstes werde man sich Frankreich vornehmen.

    Externes Wachstum dominiert

    Daneben beweist das ehemalige Familienunternehmen ein glückliches Händchen bei Zukäufen. 10,8 Prozentpunkte der Umsatzsteigerung um 13,1% entfielen auf das externe Wachstum. Besonders stark wuchs Fuchs auf dem europäischen Markt: Dort wurden mit 174,2 Mio. Euro knapp 25% mehr Umsatz erwirtschaftet als im Vergleichsquartal 2001. Auffällig gut ist mit einer Umsatzsteigerung von 13,9% auch die Entwicklung im asiatisch-pazifischen Raum. In Nord- und Lateinamerika ist der Umsatz mit 56,3 gegenüber 54,4 Mio. Euro fast unverändert.

    Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) legte ebenfalls deutlich zu: Mit 16,4 Mio. Euro ist es um 18% höher als im ersten Quartal 2001. Regional betrachtet stieg das Ergebnis in der Region Asien-Pazifik stärker als in Europa. Der Quartalsüberschuss stieg von 3,4 auf 4,6 Mio. Euro. Dabei wurden im Zuge der Umstellung auf internationale Rechnungslegung (IAS) erstmals die Firmenwerte zeitanteilig in voller Höhe zu Lasten des Gewinns abgeschrieben.

    Auch langfristig optimistisch

    Auch für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2002 gibt sich Fuchs Petrolub optimistisch: „Die Perspektiven sind gut." Langfristig gehe man nach einer gesunkenen Schmierstoffnachfrage in 2001 von einer weltweiten Bedarfssteigerung um jährlich 0,5 - 1,0 % aus. Zu Gute komme dem Konzern in der schwierigen konjunkturellen Lage seine globale Präsenz und sein breites Geschäftsportfolio. Risikofaktoren bleiben jedoch neben der Konjunktur die Entwicklung der Währungskurse sowie ölpreisabhängiger Rohstoffmärkte.

    Der Aktienkurs der im neuen S-Dax notierten Vorzugsaktien reagiert positiv auf die Quartalszahlen und steigt in Frankfurt immerhin um 1,5% auf knapp 67 Euro. Dennoch seien die positive Gewinnentwicklung und die guten Prognosen bislang unzureichend im Kurs reflektiert, plädiert der Unternehmensvorstand für eine Neubewertung. Er wird der Hauptversammlung am 12. Juni für 2001 eine gegenüber 2000 unveränderte Bardividende von 3,87 Euro je Stamm- und 4,38 Euro je Vorzugsaktie vorschlagen.

    © smartcaps 2002
    Avatar
    Heulsusi
    schrieb am 03.06.02 23:05:13
    Beitrag Nr. 6 (6.549.458)
    Hallo pantarhei!

    Ich verfolge schon länger (Passiv, bin erst seit gestern registriert) Deine Postings. Die gefallen mir sehr gut, ebenso die Auswahl Deiner Aktien.
    Habe mir aufgrund der wirklich beeindruckenden Fundamentaldaten eine Portion Fuchs ins Depot gelegt. Nach Lynch ist es nicht unbedingt ein Nachteil, wenn eine Aktie nicht im Rampenlicht von Analysten steht. Mir fallen auch die zuletzt steigenden Umsätze auf, könnte dies mit der bevorstehenden HV zusammenhängen (Dividende??)?

    Gruss

    Heulsusi
    Avatar
    Mandrella
    schrieb am 03.06.02 23:17:22
    Beitrag Nr. 7 (6.549.545)
    @goldmine
    > Firmenwertabschreibungen, die in 2002 oder spätestens in 2003 nach US GAAP entfallen.

    Wieso US-GAAP :confused:
    Fuchs Petrolub hat in 2002 auf IAS umgestellt.
    Avatar
    Mandrella
    schrieb am 03.06.02 23:28:42
    Beitrag Nr. 8 (6.549.624)
    Hat sich erledigt; habe eben den Hinweis im Quartalsbericht entdeckt:

    "Mit der erwarteten Anpassung der Firmenwertbehandlung
    unter IAS an die Regeln von US-GAAP,die vielleicht noch in
    diesem Jahr,spätestens aber in 2003 greifen sollten,würde
    keine ratierliche Firmenwertabschreibung mehr erfolgen."
    Avatar
    goldmine
    schrieb am 03.06.02 23:46:29
    Beitrag Nr. 9 (6.549.742)
    @Mandrella

    Siehe Seite 9 des Q1/02 Berichtes:

    dort steht, daß man dies auch nach IAS erwartet - also eine Anpassung der G/W Behandlung an USGAAP.

    Zumindest ich als Anleger (Buffet sieht es übrigens auch ganz klar so und ist mit der Neufasung der USGAAP bez. des G/W zufrieden. War m.W. nach bis Anfang der 70er Jahre auch schon so geregelt) rechne die G/W AfA nicht ergebnismindernd. Fast alle DAX100 Firmen buchen den G/W bereits seit längerem ergebnisneutral oder haben keinen nennenswerten abzuschreiben. 2 Bsp.: Gehe und Fresenius mit sehr hohen G/W Beträgen.

    Bei Fuchs Petro ist das aber eine wichtige Größe in der GuV und ist auch nicht weiter steuerrelevant (steuerlich ist das in Dt., EU und USA abschreibungspflichtig und daher steuermindernd). Latente Steuern entfallen somit.

    Wie also auch immer IAS angepaßt wird oder ob Fuchs auf USGAAP wechselt oder man es im Finanzbericht - so wie bereits jetzt von Fuchs übersichtlich präsentiert auf Seite 16 - einfach erläuternd darstellt, wirtschaftlich ist das Gewinn (nach Steuern).

    Daher bleibe ich bei der Zahl € 13 eGewinn pro Aktie 2003.

    Ergänzend ist auch der Buchwert, der über dem Kurs liegt, zu beachten. Die Aktie hat sich halt per Saldo 10 Jahre nicht bewegt, obwohl die company sich verbessert hat. Auch ist die blöde Parallelgesellschaft in der Schweiz mit Fuchs Mannheim verschmolzen und man hat die Beteiligungen / JV - mit DEA - aufgestockt oder übernommen und damit die quotale (und eigentlich unübliche) Konsolidierung dieser Umsätze bereinigt.

    CU, goldmine
    Avatar
    Mandrella
    schrieb am 04.06.02 00:50:45
    Beitrag Nr. 10 (6.550.152)
    @goldmine
    Einige Faktoren sprechen dagegen, dass man das Ergebnis des 1. Quartals einfach mal vier nehmen kann:

    - im 1. Quartal profitierte Fuchs Petrolub von einem starken Dollar
    - im 1. Quartal profitierte Fuchs Petrolub von niedrigen Ölpreisen
    - im 1. Quartal profitierte Fuchs Petrolub von einer vorübergehend starken US-Konjunktur (z.B. künstlich angeheizter Automobilmarkt)

    Alle drei Faktoren sind heute nicht mehr gegeben. Der Dollar steigt und steigt, der Ölpreis ist wegen der Nahost-Ängste wieder angezogen, und der US-Automobilmarkt entwickelt sich im Mai wieder deutlich schwächer.

    Ab Ende 2002 wird die mit 4,13% finanzierte Wandelanleihe zu refinanzieren sein. Eine Zinserhöhung um 2-3% entspräche einer verschlechterung des Finanzergebnisses um 1-1,5 Mio. €. Der Konzern ist hoch verschuldet (Verschuldungsgrad rund 200%, EK-Quote nur 24%) und könnte durch Basel II und durch mögliche Zinserhöhungen bei anziehender europäischer Konjunktur einen wesentlich höheren Zinsaufwand zu tragen haben.

    Unter Herausrechnung der Goodwill-Abschreibungen bleibt die Aktie aber trotzdem recht preiswert. Ich könnte mir ein 2003er KGV von ca. 6,5 vorstellen, sofern die Weltkonjunktur einigermaßen stabil bleibt.