schrieb am 11.06.02 16:13:29
Hallo zusammen,
ich komme gerade von der HV der ElringKlinger AG in Stuttgart
zurück.
Ich darf sagen, ich bin wirklich froh, diese HV besucht zu haben,
denn es hat mir gezeigt, daß es auch in der heutigen Zeit, in der
man fast überall schlechte Nachrichten auf den HVs serviert
bekommt, noch Gesellschaften gibt, die gute Nachrichten bringen und
Geschäftsaussichten darstellen, die sich wirklich gut anhören.
Mir wurde heute richtig "warm ums Herz", meinem Nachbarn übrigens
auch, als der VV Dr. Lerchner verkündete, daß auch in Zukunft mit
weiter soliden Umsatz- und Gewinnzuwächsen gerechnet werden darf.
Und, da bereits in diesem Jahr die Zielvorstellung eines
Eigenkapitalanteils sowohl in der AG als auch im Konzern von 40 %
erreicht würde, die Gewinnverteilung in den nächsten Jahren weiter
kräftig wachsen würde.
Weiter meinte er, daß logischerweise dann auch der Aktienkurs
folgen müßte, da den Marktteilnehmern natürlich eine
Dividendenrendite von z.B. 10 % oder mehr auffallen und zu
Konsequenzen führen würde.
Dies bitte nur sinngemäß wiedergegeben.
Ich konnte meinem Nachbarn nach einem kurzen Blickwechsel seine
Gedanken aus dem Gesicht ablesen. Er bestätigte mir auf neugierige
Nachfrage meine Vermutung. Er überlegte, welche seiner
"Schrottaktien" er verkaufen könne, um weitere Aktien der
ElringKlinger AG zu kaufen.
Das müssen auch andere gedacht haben, denn nachmittags zog der Kurs
deutlich an.
Dies soll keine Kaufempfehlung darstellen, sondern nur eine
Anregung zum Nachdenken in dieser, von guten Firmennachrichten
armen Zeit. Es gibt sie noch, die "hellen Punkte" am
Nachthimmel.
gruss parade
schrieb am 12.06.02 09:14:30
Guten Morgen zusammen,
hier habe ich noch einen Nachtrag zu meinem gestrigen Bericht.
Wie von Dr. Lerchner ausgeführt wurde, ist einer der beiden größten
Konkurrenten in Insolvenz geraten. Scheinbar nicht durch das
Dichtungsgeschäft, sondern durch Schadensersatzforderungen an eine
dazugekaufte Asbest-Firma. Dadurch soll der "Laden" völlig
verschlampt" worden sein. Es besteht kein Interesse, die
Gesellschaft zu übernehmen, da man sich dabei "verschlucken"
würde.
Das bedeutet, daß eine enorme Nachfrage auf den Markt zukommt, die
auf ein ausgezeichnetes Leistungsangebot der ElringKlinger AG
trifft. Und das bedeutet wiederum, daß die Umsätze normalerweise
nur steigen können. Man sollte diesbezüglich darauf achten, daß EK
gerade eine Produktion für den amerikanischen Markt aufgebaut hat,
die zur Verfügung steht.
Ist das nicht schön.
gruss parade
schrieb am 12.06.02 09:59:16
Anbei ein Artikel aus der heutigen Online-Ausgabe des Reutlinger
General Anzeigers, was den positiven Eindruck des Unternehmens und
seiner Entwicklung bestätigt. Leider sind sie bei Investor
Relations noch nicht Spitze.
»Kursbeschwörung« vor Aktionären
Elring Klinger erwartet auch in 2002 weiteres Wachstum bei Umsatz
und Ertrag
Von Franz Pfluger
Stuttgart/Dettingen. (GEA) Die Elring-Klinger AG (Dettingen/Erms)
wartete bei der Hauptversammlung in Stuttgart mit guten
Perspektiven auf. Der Umsatz des Konzerns mit weltweit 2 800
Mitarbeitern soll um rund fünf Prozent, der Ertrag um rund zehn
Prozent zunehmen. Im vergangenen Geschäftsjahr waren 376,3
Millionen Euro Umsatz (plus 17,8 Prozent) erzielt worden. Das
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war um 38 Prozent auf
34,5 Millionen Euro gestiegen. Für die Aktie gibt es 1,25 Euro
Dividende, »das überzeugendste Argument für Investoren und solche,
die es werden wollen«, urteilte der Vorstandsvorsitzende Dr. Helmut
Lerchner.
Elring Klinger, Hersteller von Flachdichtungen, Abschirmteilen und
Kunststoffgehäusemodulen, konnte sich im vergangenen Jahr
weitgehend abkoppeln von der allgemein schlechten Konjunktur. Hinzu
kommt, dass zu den Hauptkunden von Elring Klinger ausgerechnet jene
Autohersteller gehören, die zumindest im Jahr 2001 noch deutliche
Zuwächse verbuchen konnten. Zugute kommt Elring Klinger auch der
Boom bei den Dieselmotoren, die besonders viel Abdichtungen
benötigen.
Im krassen Widerspruch zu den positiven wirtschaftlichen Eckdaten
und der nach Auffassung des Vorstandes guten Zukunftsperspektiven
steht der Aktienkurs des Unternehmens. Auch wenn das Papier in den
vergangenen Wochen etwas zulegte, es steht bei rund 27 Euro,
beträgt die Börsenkapitalisierung gerade einmal 135 Millionen Euro.
Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens äußerte sich
zuversichtlich, dass der Aktienkurs mittelfristig deutlich zulegen
werde. Lerchner wies auch in diesem Zusammenhang darauf hin, dass
der Konzern - in der AG ist das jetzt schon der Fall - aller
Voraussicht nach im Jahr 2003 sein Ziel, eine Eigenkapitalquote von
40 Prozent zu haben, erreicht haben werde. Es spreche viel dafür,
dass die Dividende in den nächsten Jahren noch beträchtlich höher
ausfalle. An diesem Mittwoch hält Lerchner in Frankfurt eine
Analystenkonferenz ab. »Solche Aktionen steigern den
Bekanntheitsgrad der Aktie.« Kritiker weisen jedoch in diesem
Zusammenhang darauf hin, dass nur 27 Prozent der Aktien im
Streubesitz sind. 30,51 Prozent hält Klaus Lechler, 34,7 Prozent
Walter Herwarth Lechler und zehn Prozent die Betal Netherlands
Holding. Der Vorschlag von Aktionär Matthias Gaebler: Durchführung
einer Kapitalerhöhung bei Verzicht der Großaktionäre auf die
Ausübung des Bezugsrechts.
Mit gebotener Zurückhaltung reagierte Helmut Lerchner auf Fragen
nach einer möglichen Übernahme, oder Teile davon, eines großen
US-Wettbewerbers, der Insolvenz beantragt hatte. »Sollte das
Unternehmen zerschlagen werden, werden wir uns nicht engagieren.
Das ist zu groß für uns.« Aber natürlich profitiere Elring Klinger
von der Angeschlagenheit des Konkurrenten. Das Dettinger
Unternehmen ist bei Flachdichtungen die Nummer drei auf dem
Weltmarkt, sieht sich aber bei Produktsegmenten oft ganz vorne.
Der Vorstandsvorsitzende ging gleichwohl auch auf einige Schrammen
ein, die sich der Automobilzulieferer geholt hat. Beispielsweise
schrieben die Töchter in Brasilien, Spanien und Kanada rote Zahlen.
»Dies ist noch kein Grund, eine Tochter zu schließen«, beschied
Lerchner den penetranten Fragesteller Gaebler. Bei allen
Investments spielten strategische Fragen eine große Rolle. Zudem
sei bei der einen oder anderen Gesellschaft eine positive Wende
absehbar. Fest steht angeblich der Rückzug aus dem chinesischen
Joint-Venture - »eine Form der Kooperation, bei der nicht selten
die Chinesen den Fluss und der Partner die Brücke liefern soll«,
merkte er ironisch an. Scharf zurück wies Lerchner die sehr
unwürdig vorgetragene Kritik von Gaebler, das Unternehmen habe mit
der Zahlung von 256 000 Euro in den Fonds für Zwangsarbeiter quasi
Geld aus dem Fenster geworfen. »Das ist die Geste eines
Unternehmens, das im Jahre 2004 sei 125-jähriges Bestehen feiert«,
konterte er. Dafür gab es herzlichen Beifall.
schrieb am 12.06.02 22:15:10
Anbei noch die Rede von der HV:
Hauptversammlung am 11. Juni 2002
Rede des Vorstandsvorsitzenden Dr. Helmut Lerchner
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
wir können Ihnen heute über erfreuliche Ergebnisse der
ElringKlinger-Gruppe im Geschäftsjahr 2001 berichten, und dies,
obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig waren.
Den schlechten Konjunkturverlauf im vergangenen Jahr brauche ich
Ihnen sicherlich nicht mehr ausführlich darzulegen. Ich darf dazu
auch auf die Ausführungen in unserem Geschäftsbericht verweisen.
Hier nur soviel: Die am Anfang des Jahres noch gehegten
Aufschwungshoffnungen verflüchtigten sich von Quartal zu Quartal.
Nach dem 11. September gerieten die großen Industrieländer der Welt
vollends in eine leichte Rezession, die erst im ersten Quartal
diesen Jahres zum Stillstand gekommen ist.
Anfang 2001, und dann noch einmal verstärkt ab September, bestanden
vor diesem Hintergrund besonders in der Fahrzeugindustrie große
Befürchtungen, dass es nach den vorangegangenen Boomjahren zu
scharfen Verkaufsrückgängen kommen würde.
Die tatsächliche Entwicklung verlief zum Teil glimpflicher als
befürchtet:
Die europäische Fahrzeugindustrie, wichtigster Teilmarkt der
ElringKlinger-Gruppe, konnte 2001 die Produktion gegenüber dem
Rekordvorjahr nochmals leicht um 0,6 % auf 17,2 Mio. Fahrzeuge
erhöhen.
Die deutsche Pkw-Produktion wuchs sogar um 3,3 %. Die
Nkw-Produktion ging zwar um 0,7 % zurück. Das Gesamtwachstum betrug
dennoch 3,0 %.
Zum Teil entsprach die Entwicklung den negativen Erwartungen:
In den USA, Kanada und Mexiko ging die Produktion im vergangenen
Jahr um beträchtliche 10,4 % auf 15,8 Mio. Fahrzeuge zurück.
Auch die wichtigen asiatischen Länder Japan und Südkorea
verzeichneten Produktionsrückgänge um 3,6 % bzw. 5,4 %. China legte
um 12,8 % zu. Asien lag insgesamt aber 2,5 % unter Vorjahr.
Die Welt-Automobilproduktion sank 2001 gegenüber Vorjahr in der
Summe um 3,9 %.
Für die Geschäftsentwicklung von ElringKlinger war jedoch nicht so
sehr die Gesamtmarktentwicklung maßgeblich, sondern die Entwicklung
bei den einzelnen ElringKlinger-Kunden und in unseren
hauptsächlichen Marktsegmenten.
Mehrere für ElringKlinger sehr bedeutende Kunden erzielten 2001
gegen den Trend überdurchschnittliche Produktionszuwächse, so Audi
mit 15,3 %, Peugeot mit 11,5 %, Ford mit 8,1 %, DaimlerChrysler mit
8 %, BMW mit 5 %. Mit diesen Kunden erzielten wir knapp die Hälfte
unseres Umsatzes mit der Fahrzeugindustrie. Mit den Kunden mit
rückläufigen Produktionszahlen, VW verzeichnete einen
Produktionsrückgang gegenüber Vorjahr um 2,7 %, GM um 8,4 % und
Fiat um 16 %, hingegen machten wir nur gut ein Fünftel unseres
Umsatzes.
Zugleich zog 2001 wiederum die Nachfrage nach Dieselmotoren an. Die
Anzahl der produzierten Dieselmotoren stieg 2001 gegenüber Vorjahr
um 13,1 %. Der Anteil der Benzinmotoren ging um 2 % zurück. In
Europa kann man feststellen, dass das Angebot von Dieselmotoren zum
entscheidenden Erfolgsfaktor eines Pkw-Herstellers geworden
ist.
Für ElringKlinger ergab sich aus der Kombination überwiegend
erfolgreicher Kunden und steigender Dieselanteile ein
Multiplikatoreffekt. Dadurch und mit dem Produktionsbeginn für
zahlreiche neue Produkte konnten wir trotz rückläufigem Markt und
rückläufiger Preise den Erstausrüstungsumsatz in Europa 2001 um 7 %
steigern und damit deutlich über dem Marktzuwachs abschneiden.
Im NAFTA-Raum, in dem die Fahrzeugproduktion gegenüber Vorjahr um
10,4 % schrumpfte, erzielte ElringKlinger 2001 mit
Produktneuanläufen, gefertigt in Deutschland, Mexiko, USA und
Kanada, sowie durch die Erstkonsolidierung der Ventilhauben-Umsätze
von ElringKlinger Sealing Systems, Inc., Kanada, gegenüber Vorjahr
sogar eine Umsatzsteigerung um 157 % auf Mio. € 47,6.
Hier trugen die frühzeitigen Weichenstellungen für den Aufbau
unserer Marktbeteiligung Früchte. Wie Sie sich sicher erinnern,
hatten wir im Großraum Detroit bereits 1994 ein Sales- und
Servicecenter gegründet. 1997 starteten wir in Livonia bei Detroit
unsere erste US-Produktion mit der Fertigung von Abschirmteilen.
Ebenfalls 1997 übernahmen wir alle Anteile unseres damaligen Joint
Ventures in Mexiko und begannen in einer neu errichteten,
hochmodernen Fabrik für Flachdichtungen in der Stadt Toluca mit der
Fertigung von Dichtungen. Ende 2000 erwarben wir den Hersteller von
Elastomerdichtungen und Kunststoffventilhauben Versatech, nunmehr
ElringKlinger Sealing Systems, Inc. In der ersten Jahreshälfte 2001
bauten wir dort in nur 6 Monaten eine Fabrik für
Zylinderkopfdichtungen neuester Technologie auf.
ElringKlinger ist dadurch inzwischen für General Motors und Ford
ein voll anerkannter nordamerikanischer Lieferant geworden. Die
beiden bedeutendsten Kunden haben wir aufgeschlossen.
In Nordamerika besteht für ElringKlinger das mit Abstand größte mit
den derzeitigen Kernkompetenzen erreichbare Wachstumspotenzial.
Dort werden etwa gleich viele Fahrzeuge produziert wie in
Westeuropa, jedoch mit mehr Wertvolumen aufgrund höherer Anteile
von V-Motoren und generell größerer Motoren. Unsere sehr guten
Akquisitionserfolge werden in den nächsten Jahren daher zu
Wachstumsschüben führen.
Auch in Asien konnten wir vergangenes Jahr unseren Umsatz gegen
rückläufigen Gesamtmarkt halten.
Insgesamt legten wir im Erstausrüstungsgeschäft trotz um 3,9 %
geschrumpftem Weltmarkt im Umsatz um 20,9 % zu.
Dies zum Erstausrüstungsgeschäft.
Weniger dynamisch verlief 2001 die Entwicklung im
Ersatzteilgeschäft. Der Umsatz lag leicht unter Vorjahr, das
allerdings ein Rekordjahr war. Das Ersatzteilgeschäft stellt nach
dem OE-Geschäft mit 19 % den zweitwichtigsten Geschäftszweig, am
Umsatz gemessen, im ElringKlinger-Konzern dar.
Von zwei erfolgreichen Weichenstellungen für ElringKlinger im Jahr
2001 ist zu berichten:
Die ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH in Bietigheim war bisher
überwiegend auf die Herstellung von Präzisionsteilen vorwiegend
kleiner und kleinster Abmessungen auf Basis von PTFE-Kunststoffen
spezialisiert. 2001 kamen wir mit den Gesellschaftern der Venus
Kunststoffverarbeitung GmbH, Heidenheim/Brenz, die überwiegend PTFE
in großvolumigen Anwendungen verarbeitet, überein, die beiden
Gesellschaften zusammenzulegen und gemeinsam fortzuführen. Der
Zusammenschluss wurde in der Weise strukturiert, dass die Venus
GmbH als Sacheinlage gegen Überlassung von entsprechenden Anteilen
an dem verschmolzenen Unternehmen eingebracht wurde. Entsprechend
der vorausgegangenen Bewertungen beider Firmen halten ElringKlinger
67 % und die Familie Dr. Metzger 33 % des Kapitals des
zusammengeschlossenen Unternehmens. Mit 50 % mehr Umsatz als bisher
kann die neue ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH den Markt nun
wesentlich breiter angehen. Zahlreiche Synergien in Vertrieb,
Beschaffung und Verwaltung wurden eröffnet. Die Positionierung des
zusammengeschlossenen Unternehmens ist deutlich besser als
vorher.
Unsere Bemühungen zur Veräußerung der Gewerbeparks haben zu einem
ersten Erfolg geführt. Trotz des im vergangenen Jahr
darniederliegenden Immobiliengeschäfts konnte zum Jahresende mit
Wirkung zum 01.02.2002 der Gewerbepark Tamm zu einem
zufriedenstellenden Preis an einen luxemburgischen Immobilienfond
veräußert werden.
Den Gewerbepark Kecskemet zu verkaufen, gelang trotz weit
gediehener Verhandlungen mit einem Stuttgarter
Immobilienunternehmen letztlich noch nicht. Der Interessent sprang
wegen zwischenzeitlicher Änderung seiner Geschäftspolitik wieder
ab. Nun laufen Verhandlungen mit anderen Interessenten zum Erwerb
von Teilflächen des Geländes erfolgversprechend. Wir werden Sie
über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.
Bezüglich des Gewerbeparks Ludwigsburg haben wir uns aus
steuerlichen Gründen und aufgrund seiner guten Erträge
entschlossen, ihn im Unternehmensverbund zu belassen. Eine
Veräußerung zum heutigen Marktwert würde in Ansehung niedriger
Buchwerte wirtschaftlich zu unvertretbaren Steuerfolgen führen.
Erfreulich ist, dass weitere Flächen langfristig an die Fa. Stihl,
Waiblingen, vermietet und die laufenden Mietverträge mit Stihl um
10 Jahre verlängert werden konnten, mit einer Option auf weitere 2
Zeiträume von 10 Jahren. Die Fa. Stihl führt mehrere bisher
dezentrale Läger in den ElringKlinger-Gewerbepark Ludwigsburg
zusammen und belegt nunmehr 60 % der Mietflächen des Geländes. Der
Gewerbepark Ludwigsburg hat auf dieser Basis als ertragsstarker
Geschäftszweig des im übrigen auf das Fahrzeuggeschäft fokussierten
ElringKlinger-Konzerns wirtschaftlich eine sinnvolle
Berechtigung.
Wenn ElringKlinger, meine Damen und Herren, sich in 2001 im
wesentlichen von einer allgemein stagnierenden bzw. rückläufigen
Entwicklung abkoppeln konnte, so möchte ich Ihnen nicht verhehlen,
dass wir auch einige Schrammen abbekommen haben.
Dem heftigen Preisdruck des Erstausrüstungsmarktes haben wir zwar
erbitterten Widerstand entgegengesetzt, jedoch mussten wir zur
Erhaltung wichtiger Lieferbeteiligungen letztlich doch
Zugeständnisse machen, teilweise sogar beträchtliche. Dies betraf
insbesondere unsere englische Niederlassung mit der Folge von
Ertragseinbußen.
Das Ventilhaubengeschäft bei ElringKlinger Sealing Systems, Inc.,
Kanada, blieb aufgrund unglücklicher Dispositionen der Kunden, wie
vorzeitige Produktausläufe und verschobene Produktanläufe und
schwacher Konjunktur in Umsatz und Ertrag hinter den Erwartungen
zurück.
Die Beauftragung der ElringKlinger Motortechnik, unseres im Jahr
2000 so erfolgreichen Dienstleistungsbetriebs, verzeichnete
aufgrund von Einsparungsaktionen wichtiger Kunden mit der Folge der
Streichung externer Prüfaufträge einen Umsatzrückgang von 18 %.
Der drastische Kursverfall des brasilianischen Real im
Jahresverlauf um mehr als 25 % führte bei unserer brasilianischen
Tochtergesellschaft zu einem Währungsverlust von rund T€ 500.
Unter dem Strich jedoch, meine Damen und Herren, und darauf kommt
es an, stellt sich das Ergebnis 2001 des ElringKlinger-Konzerns
sehr erfreulich dar: Umsatz +18 % auf Mio. € 367,3, davon die
knappe Hälfte internes Wachstum, die reichliche Hälfte aus
Erstkonsolidierungen, Ergebnis vor Ertragssteuern +38 % auf Mio. €
34,3, Jahresüberschuss +100 % auf Mio. € 18,9.
Allerdings erinnere ich daran, dass der Konzern-Jahresüberschuss
des Vorjahres durch Steuern auf die Ausschüttung von
Gewinnrücklagen und anderes im Zusammenhang mit der 2000 erfolgten
Verschmelzung belastet war. Ohne diesen Basiseffekt wäre der
Jahresüberschuss des Konzerns um 10,5 % gestiegen.
Der Brutto-Cashflow legte um 28 % auf Mio. € 73,3 zu. Die
Bilanzsumme wuchs unterdurchschnittlich um 3 % auf Mio. € 332,1,
was den optimierten Kapitaleinsatz belegt, das Eigenkapital stieg
um 24 % auf Mio. € 98,1. Damit erreichte im vergangenen Jahr das
Eigenkapital in der Konzernbilanz knapp 30 % der Bilanzsumme.
Mit diesen Ergebnissen wurde im Konzern eine Eigenkapitalrendite
nach Steuern von 23,8 % erzielt. Die Gesamtkapitalrendite nach
Steuern betrug 8,7 %, 78 % bzw. 36 % mehr als im Vorjahr.
Die ElringKlinger AG hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 8 %
auf Mio. € 250 gesteigert, das Ergebnis vor Steuern auf
vergleichbarer Vorjahresbasis um 56 % auf Mio. € 36,4 und den
Jahresüberschuss, wiederum vergleichbar gerechnet, um 77 % auf Mio.
€ 26,8. Der Brutto-Cashflow stieg auf vergleichbarer Basis um 36 %
auf Mio. € 59,4, die Bilanzsumme um 1 % auf Mio. € 309.
Im direkten Vorjahresvergleich der AG-Jahresabschlüsse sank das
Ergebnis vor Ertragssteuern um 17 %, der Jahresüberschuss um 6 %.
Dies ist auf den Basiseffekt der im Vorjahr vorgenommenen
Ausschüttungen von Gewinnrücklagen im Rahmen der Verschmelzung
zurückzuführen. Die aussagefähigeren Zahlen sind die um den
Basiseffekt bereinigten.
Das Eigenkapital stieg in der AG-Bilanz 2001 inzwischen auf 37 %
der Bilanzsumme. Damit ist unser Ziel einer Eigenkapitalausstattung
von 40 % bereits im Jahr nach dem Zusammenschluss nahezu erreicht
worden.
In der AG wurde eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 27,5 %
erwirtschaftet, 57 % mehr als der vergleichbar gerechnete
Vorjahreswert. Die Gesamtkapitalrendite nach Steuern betrug 11,5 %,
44 % mehr als der vergleichbar gerechnete Vorjahreswert.
Die erzielte Rendite liegt über den Kapitalkosten. Dabei legen wir
für die Eigenkapitalverzinsung ein "Kostenziel" von 25 % vor
Steuern zugrunde, eine hohe Messlatte. Der die Kapitalkosten
übersteigende Betrag, der sogenannte Mehrwert, betrug 2001 nach
Steuern Mio. € 6,3. Ein Ergebnis, wie es sich ein Aktionär nur
wünschen kann.
Mit der vorgeschlagenen Ausschüttung von € 1,25 pro Aktie werden
Sie, meine Damen und Herren Aktionäre, nach Zustimmung an diesem
Ergebnis mit Mio. € 6 partizipieren, eine Erhöhung gegenüber
Vorjahr von 22,5 %.
Darüber hinaus konnten 2001 alle Finanzkennziffern auf Konzern- und
AG-Ebene, wie Kapitalumschlag, Verschuldungsgrad, Umsatzrendite,
Umsatz je Mitarbeiter u. a. verbessert werden. Insgesamt ein
Ergebnis, das uns für einen Moment mit gewisser Zufriedenheit
erfüllt. Es wurde hart erarbeitet, mit knappen Mitteln, einem
enormen persönlichen Einsatz und in guter Zusammenarbeit der
Mitarbeiter in der gesamten Unternehmensgruppe. Allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei hierfür an dieser Stelle
ausdrücklich Dank gesagt. Sie haben hervorragende Leistungen
gezeigt.
Der ElringKlinger-Konzern hat damit seit 1997, also in den
vergangenen 4 Jahren, seinen Umsatz um gut 50 %, sein Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 63 %, seinen Jahresüberschuss um
263 %, das Eigenkapital um 206 %, die Gesamtkapitalrendite um 58 %,
die Eigenkapitalrendite um 29 % gesteigert und die
Ausschüttungssumme vervierfacht.
Der Kapitalmarkt hat diese stabile Aufwärtsentwicklung und die
damit nunmehr über Jahre erwiesene und auch in Zukunft absehbare
Ertragskraft von ElringKlinger allerdings immer noch nicht
angemessen honoriert. Zwar hat sich die Börsenkapitalisierung
gegenüber dem Niveau Ende 1997 / Anfang 1998 mehr als verdoppelt,
jedoch verharrt sie seit Mitte 1998 in der Bandbreite zwischen 100
und 130 Mio. €. In den letzten Tagen zog die Bewertung auf Mio. €
135 an. Dies ist aber immer noch nur ein gutes Drittel des
Konzernumsatzes bzw. ein bescheidenes Fünffaches des
Jahresüberschusses nach Steuern. Ein deutlich unter der Bewertung
vergleichbarer Unternehmen liegender Wert! Positiv formuliert, eine
gute Kaufgelegenheit für die ElringKlinger-Aktie.
Meine Damen und Herren, wir sind sehr zuversichtlich, dass der Kurs
der ElringKlinger-Aktie mittelfristig deutlich zulegen wird. Nicht
etwa nur, weil wir unsere Öffentlichkeitsarbeit intensiviert und
die Quartalsberichterstattung ausgebaut haben, Analystenkonferenzen
abhalten und unsere Internet-Infos ständig erweitern, sondern aus
folgendem, nahezu zwingendem Grund: Die Ausschüttung von Mio. € 6
stellt 22 % des Jahresüberschusses 2001 dar. Der überwiegende Teil
des Jahresüberschusses wird zur Tilgung von Verbindlichkeiten,
damit der Verminderung der Zinslast, und der Verbesserung der
Bilanzrelationen verwendet. Allerdings ist nicht erforderlich, den
Eigenkapitalanteil über 40 % der Bilanzsumme hinaus ansteigen zu
lassen. In der AG haben wir diesen Wert bereits 2001 nahezu
erreicht, dieses Jahr werden wir ihn überschreiten. Im Konzern
werden wir nach unseren Plänen im Jahr 2003 am Ziel sein.
Das bedeutet, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit die
Ausschüttungen in den Folgejahren beträchtlich werden steigern
können. Der Finanzierungsbedarf für das weitere
Unternehmenswachstum kann aus laufendem Cashflow gedeckt werden. Da
die ElringKlinger-Aktie bereits zum heutigen Kurs eine
Vor-Steuer-Rendite von 4,6 % abwirft, werden zukünftig
Dividendenerhöhungen den Kurs der ElringKlinger-Aktie bereits aus
Arbitragegründen deutlich ansteigen lassen. Der Kapitalmarkt kann
signifikante Renditeunterschiede nicht ignorieren. Wir bleiben also
in Bezug auf die zukünftige Börsenbewertung von ElringKlinger
optimistisch. Alternativ ist eine hohe Dividendenrendite auch nicht
zu verachten. Es dürfte sich jedenfalls nach unserer Einschätzung
lohnen, in ElringKlinger-Aktien investiert zu bleiben und weiter zu
investieren.
Ausblick 2002
Lassen Sie mich, meine Damen und Herren, noch etwas zum bisherigen
Verlauf 2002 sagen. ElringKlinger konnte wiederum gegen den Markt
wachsen. Der allgemeine Konjunkturabschwung kam zwar im ersten
Quartal 2002 zum Stehen. Die Fahrzeugproduktion in Europa,
besonders in Deutschland, war jedoch mit zweistelligen
Prozentsätzen weiter rückläufig. Die sich im Februar/März des
Jahres abzeichnende Aufhellung der Stimmung in der Wirtschaft
schlug sich in den Zahlen bisher nicht nieder. Die Hoffnungen
bekamen im Verlauf des April/Mai sogar wieder einen Dämpfer. Die
hart geführte Tarifauseinandersetzung der IG Metall belastete die
Erwartungen. Zur Zeit sieht es wieder besser aus. Der
ElringKlinger-Konzern hat, wie Ihnen kürzlich im letzten
Quartalsbericht mitgeteilt, vor diesem Hintergrund den Umsatz
gegenüber Vorjahr wiederum erfreulich gesteigert, überwiegend im
Geschäft mit der Fahrzeugindustrie und im Ersatzteilgeschäft.
Regional waren die Wachstumsschwerpunkte Großbritannien und der
NAFTA-Raum. Aber auch in den kleineren Märkten Brasilien,
Südafrika, Korea und China wuchs der Umsatz erfreulich.
Die Ertragsentwicklung war ebenfalls positiv. Sie verläuft
allerdings leicht unterproportional zum Umsatzzuwachs. Die Gründe:
Sonderkosten eines Produktionsanlaufs in Kanada und schwächeres
Kunststoffgeschäft, dadurch Fehlen der überdurchschnittlichen
Ergebnisbeiträge aus diesem Bereich.
Beide Faktoren sehen wir jedoch als vorübergehend an. Die
Anlaufschwierigkeiten in Kanada werden zunehmend überwunden. Die
Ergebnisbeiträge der Kunststofftechnik werden mit dem für die
zweite Jahreshälfte erwarteten Konjunkturaufschwung hoffentlich
wieder steigen.
Über alles sind wir für 2002 zuversichtlich, in Umsatz und Ertrag
erneut zuzulegen.
Wir können aus dieser über Jahre erfreulichen Entwicklung
schließen, dass wir bei ElringKlinger eine richtige und
erfolgreiche Strategie fahren. Wir sind ein Unternehmen, das auf
seinem Sektor nicht alles macht, aber das, was es macht, besser als
andere, vor allen Dingen schneller. Wir sehen uns mit unserem
fokussierten Produktangebot in Verbindung mit überlegenem
Kundenservice und weltweiter Präsenz im Wettbewerbsvorteil
gegenüber konkurrierenden Komplett- und Systemanbietern mit
tatsächlich großen Kompetenzlücken und Servicedefiziten.
Spitzen-Know-how in anspruchsvollen Anwendungsbereichen, Service
mit der Hand am Puls des Kunden, kurze Kommunikationswege, schnelle
intelligente Entscheidungen, hohe Marktanteile in spezialisierten
Produktsegmenten mit der Folge führender Kostenposition,
ausgeprägte Kostenorientierung und hohe Leistungsbereitschaft aller
Mitarbeiter/innen sind die Basis für unseren Markterfolg und das
wirtschaftliche Ergebnis Ihres Unternehmens. Konzept,
Unternehmensgröße, Marktpräsenz und Ressourcen von ElringKlinger
stimmen für unseren Markt. Wir bei ElringKlinger freuen uns mit
Ihnen, meine Damen und Herren Aktionäre, über unseren anhaltenden
Erfolg.
Damit möchte ich schließen. Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit.
Es gilt das gesprochene Wort!
Quelle: www.elringklinger.de
schrieb am 12.06.02 22:18:18
Neuerdings gibts es sogar Investorenkonferenzen und Berichte
darüber;
3. Kapitalmarktkonferenz der Baden-Württembergischen Bank AG, 12.
Juni 2002, Frankfurt a.M.
ElringKlinger weiter auf Wachstumskurs
Die ElringKlinger AG, Dettingen/Erms – weltweit tätiger Anbieter
von Flachdichtungen, Abschirmteilen und Kunststoff-Gehäusemodulen
für die Fahrzeugindustrie mit führender Marktposition sowie
bedeutender PTFE-Verarbeiter – konnte 2001 trotz
Konjunkturabschwung und Preisdruck der Fahrzeughersteller in Umsatz
und Ertrag wiederum kräftig zulegen. Der konsolidierte
Konzernumsatz wuchs gegenüber Vorjahr um 17,8 % auf Mio. € 367,3.
Wachstumsschwerpunkt war das Erstausrüstungsgeschäft, insbesondere
in Nordamerika.
Das Konzernergebnis vor Steuern nahm 2001 gegenüber Vorjahr um 38 %
auf Mio. € 34,3 zu. Der Konzern-Jahresüberschuss betrug Mio. €
18,9.
Dr. Helmut Lerchner, Vorsitzender des Vorstands, präsentierte das
Unternehmen auf der dritten Kapitalmarktkonferenz der
Baden-Württembergischen Bank AG in Frankfurt am 12. Juni 2002.
ElringKlinger verfolgt die Strategie, über eine führende
Marktposition und die Ausdehnung der Absatzgebiete kontinuierlich
ein ertragsstarkes Wachstum zu generieren und damit eine
überdurchschnittliche Kapitalrendite zu erzielen.
Der Konzern hat einen Anteil von 36 % am europäischen und 16 % am
weltweiten Markt für Flachdichtungen. Als Technologieführer
fokussiert sich ElringKlinger auf bedeutende Abnehmergruppen wie
die Fahr-zeugindustrie und die freien Ersatzteilmärkte.
Hightech-Know-how, Kostenführerschaft, Flexibilität und
Schnelligkeit in Entwicklung und Service, eine führende Position im
wachsenden Markt für Dieselmotoren sowie die weltweite Präsenz
zählen zu den Stärken von ElringKlinger, die das Unternehmen zu
einem in hohem Maße anerkannten Partner der Automobilindustrie
gemacht haben.
Aus Sicht von Anlegern ist ElringKlinger als ertragsstarkes
Unterneh-men mit hoher Dividendenrendite sehr interessant. Die für
die Folgejahre erwartete weitere Steigerung von Umsatz und Ertrag
dürfte zu weiter steigenden Ausschüttungen führen. Die
ElringKlinger-Aktie notierte am 10. Juni 2002 mit € 27,--. Dies
entspricht einer Börsenkapitalisierung von Mio. € 129,6.
Quelle: www.elringklinger.de
schrieb am 13.06.02 09:07:22
Hallo cheetah,
Du nimmst mir ja geradezu das Wort aus dem Munde. Was soll ich denn
jetzt noch sagen? Du hast ja nahezu schon alles gesagt.
Nur eine Aussage des Dr. Lerchner fiel mir noch ein. Er meinte, daß
sich die Position der Auto-Zulieferer in den letzten Jahren
beachtlich gewandelt hätte. Es wurde ja immer bemängelt, daß die
Zulieferer von der Autoindustrie beherrscht würde. Und daß deshalb
die Margen immer schlechter würden.
Dem sei nicht so, meinte er. Man verhandle inzwischen mit den
Abnehmern auf "gleicher Augenhöhe". Dazu las ich auch einen
entsprechenden Artikel in der Börsenzeitung. Dadurch, daß die
Produktionen so eng verzahnt sind zwischen den beiden Partnern,
kann die Autoindustrie auch nicht mal eben den Lieferanten
wechseln. Und daher auch nicht einfach die Preise drücken.
Da es nur noch ganz wenige Dichtungshersteller gibt, vor allem
welche, die auch wirkliche Qualität liefern können, ist die
Position von ElringKlinger absolut positiv zu werten.
Ist doch auch nicht schlecht, oder.
Insofern würde ich die Fragestellung im Titel dieses Threads aus
meiner Sicht und unter den augenblicklichen Umständen mit JA
beantworten.
gruss parade