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Rheinmetall
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Rheinmetall
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Frankfurt (EUR), 20.05.13 | 08:03
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schrieb am 02.10.03 23:56:52
Das Geschäftsfeld.
HANDELSBLATT, Donnerstag, 02. Oktober 2003
Was geschieht mit der Wehrpflicht?
Schrumpfkur für die Bundeswehr
Die Zahl deutscher Soldaten wird im Rahmen der Bundeswehr-Reform
bis 2010 um rund 30 000 auf 250 000 verringert. Das hat
Bundesverteidigungsminister Peter Struck heute bekannt gegeben.
HB BERLIN. Die Zahl des zivilen Personals solle auf 75 000
verkleinert werden, kündigte Struck in einem Schreiben an die
Soldaten an. Die Verkleinerung sei Teil der Weiterentwicklung der
Bundeswehr, die 2004 begonnen und bis 2010 abgeschlossen sein
solle. Die gestiegenen Anforderungen durch die Einsätze und die
internationalen Verpflichtungen machten eine über das bisherige Maß
hinausgehende Umgestaltung der Bundeswehr notwendig. Struck, der
seine Pläne am Donnerstag vormittag der Presse erläuterte,
bezeichnete die Wehrpflicht von neun Monaten als weiterhin
bestimmenden Faktor der Planung. „Der Wehrdienst wird jedoch neu
ausgestaltet.“ Details dazu wurden zunächst nicht mitgeteilt.
Struck hatte angekündigt, angesichts des knappen Etats und der
neuen Sicherheitslage die Bundeswehr-Größe und ihre
Rüstungsprojekte zu überprüfen.
Die Bundeswehr wird in den nächsten Jahren noch viel mehr Standorte
auflösen als ursprünglich vorgesehen. Die geplante Reduzierung von
jetzt 530 auf 462 Standorte bis zum Jahr 2006 sei nicht haltbar,
sagte Struck. „Wir werden deutlich darunter gehen.“ Das neue
Stationierungskonzept soll Ende nächsten Jahres fertig sein. Die
Einsparungen durch die weitere Verkleinerung des Truppenumfangs um
rund 12 % bezifferte Struck auf mehrere 100 Mill. €.
Ziel sei eine neugestaltete Bundeswehr, die fähig sei, die
veränderten Aufgaben zu meistern. „Es wird kein leichter Weg, aber
wir werden dieses Ziel gemeinsam erreichen. Die Bundeswehr muss auf
eine solide Basis gestellt werden, von der die mit den
verteidigungspolitischen Richtlinien neu gewichteten Aufgaben
verantwortbar umgesetzt werden können,“ heißt es in Strucks Brief.
„Nur so erhalten alle Angehörigen der Bundeswehr eine überzeugende
Zukunftsperspektive.“ Es gebe keine tragfähige Alternative.
Unter Experten hatte es geheißen, eine Verkleinerung deutlich unter
die jetzige Truppenstärke von rund 280 000 Mann könne zu Problemen
mit der Wehrpflicht führen, da unterhalb einer - allerdings
umstrittenen Zahl - die Wehrgerechtigkeit kaum gewährleistet wäre.
Die Grünen fordern das Ende der Wehrpflicht. Im Entwurf ihres
Leitantrags für den Parteitag im November lässt die SPD-Führung die
Zukunft der Wehrpflicht offen.
schrieb am 02.10.03 23:58:57
Der Lieferant.
02.10.2003
Rheinmetall konzentriert sich auf Automotive und Defence
Preh an Deutsche Beteiligungs AG verkauft
Die Rheinmetall AG, Düsseldorf, wird sich künftig auf ihre beiden
umsatz- und
ertragstärksten Unternehmensbereiche Automotive (Kolbenschmidt
Pierburg AG) und
Defence (Rheinmetall DeTec AG) konzentrieren und sich aus dem
Bereich Electronics
(Aditron AG) zurückziehen. Im Zuge dieser Entscheidung ist die
Preh-Werke
GmbH & Co. KG, Bad Neustadt, an die Deutsche Beteiligungs AG,
Frankfurt am Main,
veräußert worden. Die Preh-Werke erzielten im Geschäftsjahr 2002
mit rund 1650
Mitarbeitern einen Umsatz von 219 Mio EUR. Über die Modalitäten der
Transaktion
wurde zwischen den Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart. Der
Vollzug des
Kaufvertrages steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des
Bundeskartellamtes.
Zuvor war bereits die Hirschmann Austria GmbH
(Rankweil/Vorarlberg), bisher eine
100%ige Tochtergesellschaft der Hirschmann Electronics-Gruppe,
Neckartenzlingen,
mit Wirkung zum
1. Januar 2003 verkauft worden. Die in Neckartenzlingen ansässige
Hirschmann
Electronics GmbH & Co. KG, die zusammen mit Preh den
bisherigen
Rheinmetall-Unternehmensbereich Electronics gebildet hat, soll
ebenfalls in eine neue
Partnerschaft eingebracht werden.
Die beiden Kerngeschäftsfelder der Rheinmetall AG, Automotive und
Defence,
erwirtschaften zusammen genommen ein Geschäftsvolumen von rund 3,5
Mrd EUR
und sind in den vergangenen Jahren zu profitablen und in ihrem
Produktportfolio klar
abgegrenzten Einheiten mit führenden Marktpositionen ausgebaut
worden.
Klaus Eberhardt, Vorsitzender des Vorstandes der Rheinmetall AG:
„Wir werden
unsere Kräfte auf die strategische Weiterentwicklung von Automotive
und Defence
konzentrieren und die Internationalisierung beider
Kerngeschäftsfelder vorantreiben.
Nach eingehender Prüfung verschiedener Optionen hat sich dies im
Sinne unserer auf
Profitabilität, Finanzkraft und Wertsteigerung ausgerichteten
Strategie als der
erfolgversprechendste Weg erwiesen.“
© Rheinmetall AG
schrieb am 03.10.03 00:23:17
Bezugsquelle für Taschenbuchfreunde.
Waffentechnisches Taschenbuch Rheinmetall
deutsch or english
ISBN 3-524-88037-1
Hrsg. Rheinmetall
Umschau & Braus Verlag
Hebelstraße 10
69115 Heidelberg (Ruf 06621 14080 Hr. Zebeck)
Vertrieb durch
Koch, Ness, Oettinger & Co. Verlagsauslieferung GmbH
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70506 Stuttgart
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<seip_k@rheinmetall-gmbh.de> Rheinmetall W&M GmbH
betreut.
schrieb am 03.10.03 00:43:54
Aus der historischen Praxis. Autofrettage.
Die 120 mm Kanone von Rheinmetall
Spätestens nach dem Erscheinen des Kampfpanzers T-62 mit seiner 115
mm Glattrohrkanone wurde klar, das als Bewaffnung des Nachfolgers
für den Leopard 1 nur eine erheblich stärkere Kanone in Betracht
kommen konnte. Im Jahre 1965 stellte die Firma Rheinmetall nach
grundsätzlichen Untersuchungen gesichert fest, das der geforderte
Leistungssprung gleichfalls nur mit einer glattrohrigen Kanone zu
erreichen sein würde. Deshalb wurde 1968 die Firma Rheinmetall
beauftragt eine solche Panzerkanone mit glattem Rohr und die
dazugehörige Munition zu entwickeln. Als Kaliber einigte man sich
auf 120 mm um genügend Entwicklungsreserven für die Zukunft zu
behalten.
Die zahlreichen Erprobungen in den Jahren 1975 bis 1977 zeigten,
das hier eine hervorragende Waffe entwickelt worden war. Bei
Vergleichsschießen mit den Mustern der USA und Großbritanniens
bewährte sich die neue Kanone eindrucksvoll. Das neue
flügelstabilisierte KE-Geschoss übertraf zum damaligen Zeitpunkt
alle Erwartungen und lag in Treffgenauigkeit und endballistischer
Leistung wesentlich über den Werten der 105 mm Munition. Die USA
entschlossen sich daraufhin im Jahr 1979 zum Nachbau dieser Kanone
für den neuen Kampfpanzer M 1. Auch die niederländischen
Streitkräfte waren schon früh zum Entschluß gekommen den neuen
Leopard 2 mit der 120 mm Kanone zu kaufen. Weitere Armeen
folgten.
Ausgangspunkt der Überlegungen war die Forderung nach einem hohen
ballistischen Leistungspotential, wobei die Ausmaße der Kanone und
ihre Rücklauflänge nicht wesentlich über denen der britischen L7
des Leopard 1 liegen durfte. Das war vor allem durch Anwendung
neuester Technologien möglich. In der bisher letzten Version des
Leopard 2 wurde das Rohr auf eine Länge vom 55 Kalibern vergrößert
um eine noch höhere Anfangsgeschwindigkeit der unterkalibrigen
KE-Geschosse zu erreichen.
Das Rohr der Kanone ist erzeugt aus vakuumgeschmolzenem Stahl der
eine optimale Streckgrenze besitzt. Das kaltgereckte Rohr ist
dadurch in der Lage einem Gasinnendruck beim Abschuss von etwa 7100
kp/cm2 standzuhalten. Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der
Materialspannungen im Rohr zu erreichen, was für eine geringe
Streuung bedeutsam ist, wird zusätzlich das Verfahren der
Autofrettage angewendet. Bei diesem Verfahren werden durch gezielte
Belastung des Rohres im letzten Herstellungsabschnitt
vorherbestimmte Eigenspannungen erzeugt. Abschließend wird das Rohr
von innen hartverchromt um den Verschleiß herabzusetzen und die
Lebensdauer zu verlängern. Neu im Panzerbau war der Einsatz von
glasfaserverstärktem Kunststoff für die Wärmeschutzhüllen und den
Rauchabsauger in der Mitte des Rohres. Neben der Wartungsfreiheit
und relativen Robustheit waren auch Gründe der optimalen
Schwerpunktverteilung mit Zentrum in den Schildzapfen
ausschlaggebend. Hier wurden Grundlagen für eine hohe
Stabilisierungsgüte während des Schießens aus der Bewegung
gelegt.
Das Bodenstück, rechts im Bild, ist mit der Rücklaufeinrichtung
fest verbunden und mit dem Rohr über einen Bajonettverschluß
verschraubt. Das erlaubt ein schnelles Auswechseln der Rohres auch
unter Bedingungen der Feldinstandsetzung. Zum Öffnen des
Fallkeilverschlusses muß ein separater Öffnerhebel an der linken
Seite des Bodenstückes angesetzt werden. Zum Schließen des
Verschlusses muß eine gleichfalls separate Schließhilfe gegen die
Auswerferkralle gedrückt werden bis diese den Verschlußkeil
freigeben. Durch umlegen eines Hebels an der Auflauframpe der
Halbautomatik kann verhindert werden das der Verschluß nach dem
Schuß selbständig öffnet und den Hülsenstummel auswirft. So
beispielsweise bei Aufenthalt in radioaktiv verseuchtem oder
vergifteten Gelände, wenn die Hermetisierung des Kampfraumes nicht
gefährdet werden soll. Alternativ kann natürlich auch sofort eine
neue Patrone geladen werden. Im Verschlußkeil befindet sich die
Kontakteinrichtung für das elektrische Zünden der Treibladung der
Patronen. Nach dem Auswerfen des Treibladungsstummels fällt dieser
beim Leopard 2 gegen eine Prallfläche und wird nach unten in einen
Hülsenkasten umgelenkt. Die Prallfläche ist ein bewegliches,
federnd gelagertes Teil dessen obere Fläche beim Laden der Patronen
als Ladehilfe dient. Ähnlich ist dies auch beim Kampfpanzer M1 der
Fall.
Die Munition befindet sich im Turm in einem abgetrennten Raum
hinter einem Panzerschott das nur zum Entnehmen der Patrone
geöffnet und sofort danach wieder geschlossen wird. Der Schalter
zum elektromechanischen Betätigen des Schotts befindet sich hinter
der halbkugelförmigen Klappe, im Bild rechts unten zu erkennen.
Nach dem Öffnen des Schotts kann der Ladeschütze mittig beginnend
Patronen aus den vorhandenen 15 Munitionsaufnahmen entnehmen, dabei
werden durch Federn die folgenden patronen zur Mitte nachgeschoben.
Der dunkelgrüne Kasten ist der Anschluß der Bordsprechanlage beim
Ladeschützen. Im Falle eines Treffers in die Munitionskammer kann
sich der Explosionsdruck über Sollbruchstellen an der Turmoberseite
nach oben entspannen und dringt nicht durch das Schott in den
Kampfraum ein. Zum Laden kann der Ladeschütze an seinem Bedienpult
einen individuellen Rohrerhöhungswinkel einstellen in den die
Kanone nach jedem Schuß selbständig einrastet bis der Ladeschütze
die Feuertaste an seinem Bedienpult betätigt..
Die Rücklaufeinrichtung hat einen ähnlichen Aufbau wie beim Leopard
1 und setzt sich zusammen aus zwei symetrisch angeordneten
exzentrischen Rücklaufbremsen und einem einseitig exzentrisch
angeordneten Rohrvorholer. Dabei ist es gelungen die Konstruktion
so auszuführen, das der Rücklauf trotz erheblich größerer Kräfte
nur geringfügig größer als bei der 105 mm L7 ist.
schrieb am 03.10.03 21:49:24
Vorsicht, Experten.
03.10.2003
Rheinmetall halten
Fuchsbriefe
Die Experten von "Fuchsbriefe" stufen die Aktie von Rheinmetall
(ISIN DE0007030033/ WKN
703003) mit "halten" ein.
Der Konzernumbau bei Rheinmetall sei weiter vorangeschritten. Das
Unternehmen habe seine
Mehrheitsbeteiligung bei Jagenberg mittlerweile komplett veräußert.
Nach Erachten der Experten
rücke somit das Ziel, die Stärkung der Ertrags- und Finanzkraft,
näher. Die Halbjahreszahlen des
Unternehmens seien zudem besser als erwartet ausgefallen. Der
Umsatz habe sich zwar um 2%
verringert, dennoch habe sich der Gewinn auf 20 Mio. EUR
verzehnfacht. Auftragsbestand und
-eingang seien ebenfalls wieder deutlich angewachsen. Zu einer
besonders starken Entwicklung sei
es im Bereich Automotive gekommen. Auch die gestärkte
Verteidigungssparte könne weiter
zulegen.
Fundamental sei der defensiv eingestellte Titel noch nicht
ausgereizt. Der Kurs der Aktie liege gerade
so über dem Buchwert, auch wenn die drastische Unterbewertung vom
Mai inzwischen abgebaut
worden sei. Charttechnisch gebe es noch Spielraum bis zum
Allzeithoch bei rund 28 EUR.
Die Experten von "Fuchsbriefe" bewerten die Rheinmetall-Aktie mit
"halten". Kursrückschläge bis 20
EUR könnten dabei für Neuengage
schrieb am 03.10.03 21:56:40
Schlankheitskur für Rheinmetall
Konzernchef Eberhardt über die neue Struktur, Zukäufe und
Renditeziele
DIE WELT: Herr Eberhardt, was gab den Ausschlag für die
Entscheidung,
sich von der Sparte Electronics zu trennen und die Rheinmetall AG
auf die
zwei Säulen Wehrtechnik und Automobilzulieferung zu
konzentrieren?
Klaus Eberhardt: Automotive und Defence sind die beiden großen
Kernbereiche von Rheinmetall. Sie bestimmen die Identität von
Rheinmetall
und machen letztlich den Wert des Unternehmens aus. Wir haben
entschieden, unsere Kräfte für die strategische Weiterentwicklung
von
Rheinmetall dort zu konzentrieren, weil wir in beiden Bereichen
schon
heute führende Marktpositionen haben und in Zukunft die größten
Potenziale für Rheinmetall insgesamt sehen - das gilt im Hinblick
auf
Profitabilität, Finanzkraft und Wertsteigerung.
DIE WELT: Sie haben angekündigt, neben der jetzt veräußerten
Preh-Gruppe auch die verbliebenen Hirschmann-Teile zu verkaufen.
Gibt
es dafür bereits einen konkreten Termin?
Eberhardt: Den gibt es nicht. Hirschmann arbeitet erfolgreich
und
profitabel. Hirschmann hat sich in den vergangenen Jahren eine
hervorragende Marktposition erarbeitet und den Technologiewandel
von
der Elektromechanik zur Elektronik professionell vollzogen. Aber
wir wollen
den Verkauf auch nicht auf die lange Bank schieben. Es ist unser
Ziel, ins
Geschäftsjahr 2004 mit der klar auf Automotive und Defence
ausgerichteten Struktur zu starten. Daran arbeiten wir.
DIE WELT: Welche finanziellen Auswirkungen wird die Konzentration
auf
zwei Säulen im aktuellen und im nächsten Geschäftsjahr haben?
Eberhardt: Wie die genauen Auswirkungen sind und wie sie sich über
die
Zeit verteilen hängt natürlich davon ab, wie wir im weiteren
Desinvestitionsprozess vorankommen und mit welchen konkreten
Ergebnissen wir ihn abschließen. In jedem Fall, werden wir am Ende
so
ausgestattet sein, dass wir eine sehr solide finanzielle Basis
zur
strategischen Weiterentwicklung von Rheinmetall haben. Und was
die
Profitabilität und unsere Finanzstruktur angeht, rechnen wir
ebenfalls mit
weiteren Verbesserungen.
DIE WELT: Wie werden die frei werdenden Mittel, die nicht mehr für
den
Bereich Electronics verwendet werden, genutzt?
Eberhardt: Sie werden uns zusätzliche Kapitalkraft geben, die
beiden
Kerngeschäftsfelder Automotive und Defence zu stärken. Hier
liegen
unsere Ambitionen für die Zukunft. Dort geht es um den Zugewinn
an
Marktanteilen und um die weitere Internationalisierung unseres
Geschäfts.
Innovation und Internationalisierung sind und bleiben die
wesentlichen
Triebfedern für unser Wachstum.
DIE WELT: In welche Größenordnung sollen Umsatz und Ergebnis in
der
Wehrtechnik sowie in der Automobilzulieferung wachsen?
Eberhardt: Beide Bereiche zusammengenommen stehen heute für rund
3,5
Milliarden Euro Umsatz. Für dieses Kerngeschäft sehen wir ein
Umsatzwachstum von fünf Prozent pro Jahr. Beim Ergebnis vor
Zinsen
und Steuern haben wir die Zielmarke für die Rendite bezogen auf
den
Umsatz bei sieben Prozent festgelegt. Im vergangenen Jahr lagen wir
ohne
positive Sondereinflüsse bei knapp unter fünf Prozent. Für die
Gesamtkapitalrendite liegt unser Ziel bei 15 Prozent. Dort haben
wir 2002
rund elf Prozent erreicht.
DIE WELT: Soll dieses Wachstum ausschließlich organisch
geschehen
oder auch durch Zukäufe?
Eberhardt: Priorität hat das organische Wachstum, weil wir dazu
noch
deutliches Potenzial und gute Chancen sehen. Aber natürlich
schließen
wir Zukäufe nicht aus. Diese müsse mit einer deutlichen
Wertsteigerung
für das heutige Geschäft verbunden sein, so wie beim Erwerb des
Mazda-Kolbenwerks in Japan, den wir Anfang dieses Jahres
vollzogen
haben. Dort haben wir einen Markt und Kunden gewonnen, die wir
ohne
die Akquisition nicht hätten gewinnen können.
DIE WELT: Was bedeutet die neue Struktur für die Beschäftigten?
Eberhardt: Wenn wir die Zielstruktur erreicht haben, werden wir
etwa
18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigten. In der Zahl
der
Standorte bei Kolbenschmidt Pierburg und der Rheinmetall DeTec wird
es
keine Veränderungen geben.
Die Fragen stellte Marco Dalan
Artikel erscheint am 4. Okt 2003
schrieb am 06.10.03 09:41:48
HANDELSBLATT, Montag, 06. Oktober 2003
Mit dem vollständigen Verkauf der Elektroniksparte vollzieht der
Konzern einen Strategiewechsel
Rheinmetall wird schlanker
Von Thomas Wiede, Handelsblatt
Der Technologie- und Rüstungskonzern Rheinmetall AG ändert
seine
Strategie. Das Düsseldorfer Unternehmen will sich vollständig von
seiner
Elektroniksparte (Aditron) trennen und sich auf die
Geschäftsbereiche
Rüstung und Automobilzulieferung konzentrieren. Im Zuge dessen
verkauft
der Konzern die Preh-Werke GmbH an die Deutsche Beteiligungs
AG.
DÜSSELDORF. Die in Bad Neustadt ansässige Rheinmetall-Tochter
produziert mit
1 700 Mitarbeitern hauptsächlich Automobil- und Industrieelektronik
und erzielte
im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 219 Mill. Euro ein Gewinn
vor
Steuern von 9 Mill. Euro. Zum Kaufpreis wollten die Unternehmen
keine Angaben
machen. Analysten schätzen die Summe auf bis zu 80 Mill. Euro.
Die ebenfalls zur Rheinmetall- Elektroniksparte gehörende
Hirschmann Electronics
soll nach Rheinmetall-Angaben ebenfalls veräußert werden.
Hirschmann solle bis
zum Jahresende in eine neue Partnerschaft eingebracht werden.
Die
verbleibenden Geschäftsbereiche Rüstung und Autozulieferung hatten
im
vergangenen Jahr ein Geschäftsvolumen von 3,5 Mrd. Euro.
Der Ausstieg aus der Elektronik-Sparte war ein Abschied auf Raten:
2002 hatte
Rheinmetall Heimann Systems, den hoch profitablen Hersteller
von
Sicherheitstechnik und den Kern des Elektronik-Geschäfts nach
Großbritannien
verkauft. Offen war bisher immer, wie der Konzern diese Lücke
strategisch
schließen würde. „Der vollständige Ausstieg ist konsequent und
mutig“, sagt
Richard Schramm, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Zweigleisig zu fahren, mache Sinn: „Vor allem weil es im
Rüstungsgeschäft die
Abhängigkeit von der Politik gibt“, sagt Schramm. Rheinmetall habe
seine
Schulden abbauen können und nun wieder Raum für Akquisitionen.
Wo und wann das Unternehmen auf Einkaufstour geht, ist noch
offen.
Branchenkenner sehen einige Lücken im verbleibenden Portfolio. Da
sich das
Rheinmetall nun vor allem auf die Zulieferung für Motoren
konzentriert, sei es
denkbar auch Teile wie Dichtungen oder Ventile in eigener Regie
produziert
würden. Konzernchef Klaus Eberhardt möchte das Unternehmen, das
mehrheitlich zur Röchling-Gruppe gehört, vor allem internationaler
machen. Heute
erzielt der Konzern rund 20 % seines Umsatzes außerhalb Europas,
mittelfristig
soll sich dieser Anteil aber verdoppeln.
Dabei gehe vor allem darum, neue Märkte für die klassischen
Rheinmetall-Produkte wie Kolben oder Motorblöcke zu finden, sagte
ein
Konzernsprecher. Akquisitionen seien aber nicht ausgeschlossen.
Erste Schritte
dazu hat das Management bereits unternommen. Anfang des Jahres
hat
Rheinmetall in Japan das Kolbenwerk von Mazda gekauft.
Auch das internationale Verteidigungsgeschäft soll wachsen. Neben
einem
Großauftrag aus Griechenland für den Leopard II Kampfpanzer, den
Rheinmetall
mit Krauss Maffei Wegmann (KMW) produziert, liefert der Konzern
heute
hauptsächlich an die europäischen Nato-Staaten und die Schweiz: Zum
Beispiel
Bergepanzer für die Eidgenossen oder Flugabwehrsysteme nach
Finnland.
In der Branche wird immer wieder über eine Fusion mit KMW
spekuliert. Siemens
hält an dem Münchner Familienunternehmen 49 % und will sich davon
trennen.
Neben einer deutschen Konsolidierung gäbe es noch die europäische
Variante:
Frankreich will den Rüstungskonzern Giat privatisieren, der gut zu
den deutschen
Wettbewerbern passen würde. Pläne habe man bei Rheinmetall dazu
aber nicht,
sagte der Konzernsprecher.
In diesem Jahr will Rheinmetall-Chef Eberhardt nun alles daran
setzen, seine Ziele
zu erreichen und Gewinn und Umsatz zu steigern. Mit dem
Kerngeschäft strebt
Eberhardt ein jährliches Umsatzwachstum von 5 %. Das Ziel für
die
Gesamtkapitalrendite liegt bei 15 %. Im vergangenen Jahr erreichte
das
Unternehmen nach eigenen Angaben 11 %.
schrieb am 06.10.03 14:44:06
Rheinmetall: Kaufen
06.10.2003
In ihrer aktuellen Analyse bewerten die Analysten von Independent
Research die Aktie von Rheinmetall mit „Kaufen“.
Der Konzern wolle sich künftig auf die beiden umsatz- und
ertragstärksten Unternehmensbereiche Automotive und
Verteidigung konzentrieren. Damit einher gehe der Rückzug aus dem
Bereich Electronics. Die Fokussierung auf die beiden
Bereiche finde aus Portfoliogesichtspunkten die Zustimmung der
Analysten. Sie gehen von einer weiter positiven
Kursentwicklung aus. Bei einem KGV von deutlich unter 10 sei die
Aktie weiterhin preiswert.
-mik-
© www.finanzen.net
schrieb am 06.10.03 14:45:46
HSBC TuB erhöht Rheinmetall-Kursziel auf 26 (24) EUR
Einstufung: Bestätigt mit "Buy"
Kursziel: Erhöht auf 26 (24) EUR
Schätzung EBIT: 2004: Gesenkt um zehn Mio EUR auf 220 Mio EUR
2005: Gesenkt um zehn Mio EUR auf 230 Mio EUR
Der geplante Verkauf der Elektronikaktivitäten sei ein konsequenter
Schritt
zur Verbesserung der Profitabilität und der Finanzkennzahlen.
Diese
Entscheidung eröffne außerdem mehr Spielraum für Wachstum in
den
Kernbereichen, schreiben die Analysten von HSBC Trinkaus &
Burkhardt
(HSBC TuB) weiter. Bei anhaltend positiven Nachrichten sollten die
Aktien
sich besser als der Markt entwickeln. +++ Evelyn Sauerwald
vwd/6.10.2003/esw/ves/tw
06.10.2003
schrieb am 06.10.03 23:41:18
Nicht mehr ganz frisch. Aber Rheinmetall.
Quelle: DIE WELT online vom 20. Jan. 2003
Tödliche Mikrowellen aus dem Aktenkoffer
Starke elektromagnetische Pulse könnten die Computerzentren der
Industrieländer zerstören – Schutzmaßnahmen sind möglich
von Manuela Stabaty
Berlin - Wer das elektromagnetische Spektrum beherrscht, wird im
Krieg der Zukunft siegreich sein, sagen die Militärexperten.
Tatsächlich ist die Bedeutung der unsichtbaren Wellen mit ihren
sehr unterschiedlichen Frequenzen für den Verlauf von Kriegen
immer bedeutender geworden.
Im Ersten Weltkrieg wurden bereits Funkwellen zur Kommunikation
eingesetzt. Mit Radarwellen ließen sich dann im Zweiten
Weltkrieg Schiffe und Flugzeuge aus der Ferne orten. Heute
herrschen die Militärs über ungezählte Wellenlängenbereiche:
Mit
Sensoren für Infrarotlicht lassen sich Schlachtfelder selbst bei
absoluter Dunkelheit im Blick behalten – auch von Satelliten
aus.
Mit Laserstrahlen können die Augen gegnerischer Soldaten geblendet
und mit so genannten E-Bomben oder Mikrowellen
elektronische Systeme wie von Geisterhand zerstört werden.
Im Kosovo-Konflikt war es wahrscheinlich der Einsatz
elektromagnetischer Bomben, der den Krieg beendete. Bei
Luftangriffen
auf die Kraftwerke von Pristina und Belgrad gab es nur kurze, sehr
helle orangefarbene Lichtblitze – und zerstört war das
elektrische Innenleben der Stationen. Die serbische
Kommandozentrale war fortan ohne Strom und damit blind.
Nicht nur die USA und Russland verfügen über E-Bomben, sondern
wahrscheinlich auch China. Sie zählen zu den modernsten
Waffensystemen, mit denen sich – ohne Menschen zu verletzen –
wichtige Systeme der Infrastruktur ausschalten lassen. Die
starken elektromagnetischen Felder induzieren kurzzeitig in allen
metallischen Gegenständen so hohe Ströme, dass
Leiterbahnen in Mikrochips verschmoren und empfindliche
elektronische Bauteile zerstört werden – ähnlich wie bei einem
gewaltigen Blitzeinschlag in der Nähe.
Das Brisante an der E-Bomben-Technologie ist, dass sie in der Hand
von Terroristen mit wenig Aufwand unermessliche
Schäden verursachen könnte. Die Kosten für eine E-Bombe sollen bei
nur wenigen Tausend Euro liegen. Nach einer Studie des
Pentagon soll der technologische Stand von vor 50 Jahren
ausreichen, um eine elektromagnetische Bombe zu konstruieren.
Umso mehr gilt es, die technischen Details geheim zu halten und
eine Weiterverbreitung dieser Waffen auf jeden Fall zu
verhindern.
Produktionsanlagen aller Art, Finanzzentren, Datenbanken,
Militäreinrichtungen und selbst viele
Dienstleistungsunternehmen
könnten durch den kurzen intensiven Puls einer E-Bombe schlagartig
lahm gelegt werden. Denn praktisch überall sind heute
Computersysteme das technische Rückgrat, ohne das wirklich nichts
mehr geht.
Die Gegenstrategie zum Schutz vor terroristischen oder feindlichen
Attacken mit E-Waffen besteht darin, wichtige elektronische
Systeme so auszulegen, dass sie auch starke elektromagnetische
Pulse unbeschadet überstehen können. Experten sprechen
hier vom „Härten“ eines Systems.
Neben den elektronischen Bomben, die ihre Energie aus einer
chemischen Reaktion beziehen, stehen den Militärs auch
High-Tech-Systeme von der Größe eines Aktenkoffers zur Verfügung,
die aus elektrisch gespeicherter Energie intensive Pulse
von Mikrowellenstrahlung erzeugen können. Die ultrakurzen
Strahlungsimpulse solcher Mikrowellenwaffen können Leistungen
von mehreren Hundert Millionen Watt besitzen. Damit zerschmoren sie
im weiten Umkreis nicht nur Drähte und Transistoren in
Chips, sondern haben auch biologische Wirkungen.
Die Pulse einer Mikrowellenwaffe können bei Menschen epileptische
Anfälle, Erbrechen, Fieberanfälle und Bewusstlosigkeit
auslösen. In einem Umkreis von rund 200 Metern kann die Wirkung der
Strahlung gar tödlich sein. Es ist also keine Frage, dass
ein Zugriff von Terroristen auf solche Waffen unterbunden werden
muss.
Auch Laser lassen sich zu Waffen entwickeln, mit denen Menschen
getötet werden können. Zum einen ist dies mit hinreichend
großen Strahlungsintensitäten möglich. Eine raffinierte Variante
besteht darin, mit dem Laser zunächst durch die Luft einen
elektrisch leitenden Ionenkanal zu erzeugen, über den dann ein
lähmender oder tödlicher Stromschlag auf das Ziel übertragen
wird.
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