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    Rheinmetall

    eröffnet am 02.10.03 23:56:52 von
    GRUENDERKRACH

    neuester Beitrag 31.10.14 11:24:54 von
    Zimtzicke
    Beiträge: 1.254
    ID: 782.387
    Aufrufe heute: 22
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    GRUENDERKRACH
    schrieb am 02.10.03 23:56:52
    Beitrag Nr. 1 (10.915.612)
    Das Geschäftsfeld.


    HANDELSBLATT, Donnerstag, 02. Oktober 2003

    Was geschieht mit der Wehrpflicht?

    Schrumpfkur für die Bundeswehr

    Die Zahl deutscher Soldaten wird im Rahmen der Bundeswehr-Reform bis 2010 um rund 30 000 auf 250 000 verringert. Das hat Bundesverteidigungsminister Peter Struck heute bekannt gegeben.

    HB BERLIN. Die Zahl des zivilen Personals solle auf 75 000 verkleinert werden, kündigte Struck in einem Schreiben an die Soldaten an. Die Verkleinerung sei Teil der Weiterentwicklung der Bundeswehr, die 2004 begonnen und bis 2010 abgeschlossen sein solle. Die gestiegenen Anforderungen durch die Einsätze und die internationalen Verpflichtungen machten eine über das bisherige Maß hinausgehende Umgestaltung der Bundeswehr notwendig. Struck, der seine Pläne am Donnerstag vormittag der Presse erläuterte, bezeichnete die Wehrpflicht von neun Monaten als weiterhin bestimmenden Faktor der Planung. „Der Wehrdienst wird jedoch neu ausgestaltet.“ Details dazu wurden zunächst nicht mitgeteilt. Struck hatte angekündigt, angesichts des knappen Etats und der neuen Sicherheitslage die Bundeswehr-Größe und ihre Rüstungsprojekte zu überprüfen.

    Die Bundeswehr wird in den nächsten Jahren noch viel mehr Standorte auflösen als ursprünglich vorgesehen. Die geplante Reduzierung von jetzt 530 auf 462 Standorte bis zum Jahr 2006 sei nicht haltbar, sagte Struck. „Wir werden deutlich darunter gehen.“ Das neue Stationierungskonzept soll Ende nächsten Jahres fertig sein. Die Einsparungen durch die weitere Verkleinerung des Truppenumfangs um rund 12 % bezifferte Struck auf mehrere 100 Mill. €.

    Ziel sei eine neugestaltete Bundeswehr, die fähig sei, die veränderten Aufgaben zu meistern. „Es wird kein leichter Weg, aber wir werden dieses Ziel gemeinsam erreichen. Die Bundeswehr muss auf eine solide Basis gestellt werden, von der die mit den verteidigungspolitischen Richtlinien neu gewichteten Aufgaben verantwortbar umgesetzt werden können,“ heißt es in Strucks Brief. „Nur so erhalten alle Angehörigen der Bundeswehr eine überzeugende Zukunftsperspektive.“ Es gebe keine tragfähige Alternative.

    Unter Experten hatte es geheißen, eine Verkleinerung deutlich unter die jetzige Truppenstärke von rund 280 000 Mann könne zu Problemen mit der Wehrpflicht führen, da unterhalb einer - allerdings umstrittenen Zahl - die Wehrgerechtigkeit kaum gewährleistet wäre. Die Grünen fordern das Ende der Wehrpflicht. Im Entwurf ihres Leitantrags für den Parteitag im November lässt die SPD-Führung die Zukunft der Wehrpflicht offen.
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    GRUENDERKRACH
    schrieb am 02.10.03 23:58:57
    Beitrag Nr. 2 (10.915.628)
    Der Lieferant.


    02.10.2003

    Rheinmetall konzentriert sich auf Automotive und Defence
    Preh an Deutsche Beteiligungs AG verkauft

    Die Rheinmetall AG, Düsseldorf, wird sich künftig auf ihre beiden umsatz- und
    ertragstärksten Unternehmensbereiche Automotive (Kolbenschmidt Pierburg AG) und
    Defence (Rheinmetall DeTec AG) konzentrieren und sich aus dem Bereich Electronics
    (Aditron AG) zurückziehen. Im Zuge dieser Entscheidung ist die Preh-Werke
    GmbH & Co. KG, Bad Neustadt, an die Deutsche Beteiligungs AG, Frankfurt am Main,
    veräußert worden. Die Preh-Werke erzielten im Geschäftsjahr 2002 mit rund 1650
    Mitarbeitern einen Umsatz von 219 Mio EUR. Über die Modalitäten der Transaktion
    wurde zwischen den Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart. Der Vollzug des
    Kaufvertrages steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des
    Bundeskartellamtes.

    Zuvor war bereits die Hirschmann Austria GmbH (Rankweil/Vorarlberg), bisher eine
    100%ige Tochtergesellschaft der Hirschmann Electronics-Gruppe, Neckartenzlingen,
    mit Wirkung zum
    1. Januar 2003 verkauft worden. Die in Neckartenzlingen ansässige Hirschmann
    Electronics GmbH & Co. KG, die zusammen mit Preh den bisherigen
    Rheinmetall-Unternehmensbereich Electronics gebildet hat, soll ebenfalls in eine neue
    Partnerschaft eingebracht werden.

    Die beiden Kerngeschäftsfelder der Rheinmetall AG, Automotive und Defence,
    erwirtschaften zusammen genommen ein Geschäftsvolumen von rund 3,5 Mrd EUR
    und sind in den vergangenen Jahren zu profitablen und in ihrem Produktportfolio klar
    abgegrenzten Einheiten mit führenden Marktpositionen ausgebaut worden.

    Klaus Eberhardt, Vorsitzender des Vorstandes der Rheinmetall AG: „Wir werden
    unsere Kräfte auf die strategische Weiterentwicklung von Automotive und Defence
    konzentrieren und die Internationalisierung beider Kerngeschäftsfelder vorantreiben.
    Nach eingehender Prüfung verschiedener Optionen hat sich dies im Sinne unserer auf
    Profitabilität, Finanzkraft und Wertsteigerung ausgerichteten Strategie als der
    erfolgversprechendste Weg erwiesen.“

    © Rheinmetall AG
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    GRUENDERKRACH
    schrieb am 03.10.03 00:23:17
    Beitrag Nr. 3 (10.915.714)
    Bezugsquelle für Taschenbuchfreunde.


    Waffentechnisches Taschenbuch Rheinmetall
    deutsch or english
    ISBN 3-524-88037-1
    Hrsg. Rheinmetall
    Umschau & Braus Verlag
    Hebelstraße 10
    69115 Heidelberg (Ruf 06621 14080 Hr. Zebeck)
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    Koch, Ness, Oettinger & Co. Verlagsauslieferung GmbH
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    70506 Stuttgart
    (Schockenriedstr. 39, 70565 Stuttgart (Fax 0711.78991010))
    Waffentechnisches Taschenbuch wir von "Seip, Klaus - Dieter" <seip_k@rheinmetall-gmbh.de> Rheinmetall W&M GmbH betreut.
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    GRUENDERKRACH
    schrieb am 03.10.03 00:43:54
    Beitrag Nr. 4 (10.915.754)
    Aus der historischen Praxis. Autofrettage.


    Die 120 mm Kanone von Rheinmetall

    Spätestens nach dem Erscheinen des Kampfpanzers T-62 mit seiner 115 mm Glattrohrkanone wurde klar, das als Bewaffnung des Nachfolgers für den Leopard 1 nur eine erheblich stärkere Kanone in Betracht kommen konnte. Im Jahre 1965 stellte die Firma Rheinmetall nach grundsätzlichen Untersuchungen gesichert fest, das der geforderte Leistungssprung gleichfalls nur mit einer glattrohrigen Kanone zu erreichen sein würde. Deshalb wurde 1968 die Firma Rheinmetall beauftragt eine solche Panzerkanone mit glattem Rohr und die dazugehörige Munition zu entwickeln. Als Kaliber einigte man sich auf 120 mm um genügend Entwicklungsreserven für die Zukunft zu behalten.
    Die zahlreichen Erprobungen in den Jahren 1975 bis 1977 zeigten, das hier eine hervorragende Waffe entwickelt worden war. Bei Vergleichsschießen mit den Mustern der USA und Großbritanniens bewährte sich die neue Kanone eindrucksvoll. Das neue flügelstabilisierte KE-Geschoss übertraf zum damaligen Zeitpunkt alle Erwartungen und lag in Treffgenauigkeit und endballistischer Leistung wesentlich über den Werten der 105 mm Munition. Die USA entschlossen sich daraufhin im Jahr 1979 zum Nachbau dieser Kanone für den neuen Kampfpanzer M 1. Auch die niederländischen Streitkräfte waren schon früh zum Entschluß gekommen den neuen Leopard 2 mit der 120 mm Kanone zu kaufen. Weitere Armeen folgten.

    Ausgangspunkt der Überlegungen war die Forderung nach einem hohen ballistischen Leistungspotential, wobei die Ausmaße der Kanone und ihre Rücklauflänge nicht wesentlich über denen der britischen L7 des Leopard 1 liegen durfte. Das war vor allem durch Anwendung neuester Technologien möglich. In der bisher letzten Version des Leopard 2 wurde das Rohr auf eine Länge vom 55 Kalibern vergrößert um eine noch höhere Anfangsgeschwindigkeit der unterkalibrigen KE-Geschosse zu erreichen.

    Das Rohr der Kanone ist erzeugt aus vakuumgeschmolzenem Stahl der eine optimale Streckgrenze besitzt. Das kaltgereckte Rohr ist dadurch in der Lage einem Gasinnendruck beim Abschuss von etwa 7100 kp/cm2 standzuhalten. Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Materialspannungen im Rohr zu erreichen, was für eine geringe Streuung bedeutsam ist, wird zusätzlich das Verfahren der Autofrettage angewendet. Bei diesem Verfahren werden durch gezielte Belastung des Rohres im letzten Herstellungsabschnitt vorherbestimmte Eigenspannungen erzeugt. Abschließend wird das Rohr von innen hartverchromt um den Verschleiß herabzusetzen und die Lebensdauer zu verlängern. Neu im Panzerbau war der Einsatz von glasfaserverstärktem Kunststoff für die Wärmeschutzhüllen und den Rauchabsauger in der Mitte des Rohres. Neben der Wartungsfreiheit und relativen Robustheit waren auch Gründe der optimalen Schwerpunktverteilung mit Zentrum in den Schildzapfen ausschlaggebend. Hier wurden Grundlagen für eine hohe Stabilisierungsgüte während des Schießens aus der Bewegung gelegt.

    Das Bodenstück, rechts im Bild, ist mit der Rücklaufeinrichtung fest verbunden und mit dem Rohr über einen Bajonettverschluß verschraubt. Das erlaubt ein schnelles Auswechseln der Rohres auch unter Bedingungen der Feldinstandsetzung. Zum Öffnen des Fallkeilverschlusses muß ein separater Öffnerhebel an der linken Seite des Bodenstückes angesetzt werden. Zum Schließen des Verschlusses muß eine gleichfalls separate Schließhilfe gegen die Auswerferkralle gedrückt werden bis diese den Verschlußkeil freigeben. Durch umlegen eines Hebels an der Auflauframpe der Halbautomatik kann verhindert werden das der Verschluß nach dem Schuß selbständig öffnet und den Hülsenstummel auswirft. So beispielsweise bei Aufenthalt in radioaktiv verseuchtem oder vergifteten Gelände, wenn die Hermetisierung des Kampfraumes nicht gefährdet werden soll. Alternativ kann natürlich auch sofort eine neue Patrone geladen werden. Im Verschlußkeil befindet sich die Kontakteinrichtung für das elektrische Zünden der Treibladung der Patronen. Nach dem Auswerfen des Treibladungsstummels fällt dieser beim Leopard 2 gegen eine Prallfläche und wird nach unten in einen Hülsenkasten umgelenkt. Die Prallfläche ist ein bewegliches, federnd gelagertes Teil dessen obere Fläche beim Laden der Patronen als Ladehilfe dient. Ähnlich ist dies auch beim Kampfpanzer M1 der Fall.
    Die Munition befindet sich im Turm in einem abgetrennten Raum hinter einem Panzerschott das nur zum Entnehmen der Patrone geöffnet und sofort danach wieder geschlossen wird. Der Schalter zum elektromechanischen Betätigen des Schotts befindet sich hinter der halbkugelförmigen Klappe, im Bild rechts unten zu erkennen. Nach dem Öffnen des Schotts kann der Ladeschütze mittig beginnend Patronen aus den vorhandenen 15 Munitionsaufnahmen entnehmen, dabei werden durch Federn die folgenden patronen zur Mitte nachgeschoben. Der dunkelgrüne Kasten ist der Anschluß der Bordsprechanlage beim Ladeschützen. Im Falle eines Treffers in die Munitionskammer kann sich der Explosionsdruck über Sollbruchstellen an der Turmoberseite nach oben entspannen und dringt nicht durch das Schott in den Kampfraum ein. Zum Laden kann der Ladeschütze an seinem Bedienpult einen individuellen Rohrerhöhungswinkel einstellen in den die Kanone nach jedem Schuß selbständig einrastet bis der Ladeschütze die Feuertaste an seinem Bedienpult betätigt..

    Die Rücklaufeinrichtung hat einen ähnlichen Aufbau wie beim Leopard 1 und setzt sich zusammen aus zwei symetrisch angeordneten exzentrischen Rücklaufbremsen und einem einseitig exzentrisch angeordneten Rohrvorholer. Dabei ist es gelungen die Konstruktion so auszuführen, das der Rücklauf trotz erheblich größerer Kräfte nur geringfügig größer als bei der 105 mm L7 ist.
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    GRUENDERKRACH
    schrieb am 03.10.03 21:49:24
    Beitrag Nr. 5 (10.923.207)
    Vorsicht, Experten.


    03.10.2003
    Rheinmetall halten
    Fuchsbriefe

    Die Experten von "Fuchsbriefe" stufen die Aktie von Rheinmetall (ISIN DE0007030033/ WKN
    703003) mit "halten" ein.

    Der Konzernumbau bei Rheinmetall sei weiter vorangeschritten. Das Unternehmen habe seine
    Mehrheitsbeteiligung bei Jagenberg mittlerweile komplett veräußert. Nach Erachten der Experten
    rücke somit das Ziel, die Stärkung der Ertrags- und Finanzkraft, näher. Die Halbjahreszahlen des
    Unternehmens seien zudem besser als erwartet ausgefallen. Der Umsatz habe sich zwar um 2%
    verringert, dennoch habe sich der Gewinn auf 20 Mio. EUR verzehnfacht. Auftragsbestand und
    -eingang seien ebenfalls wieder deutlich angewachsen. Zu einer besonders starken Entwicklung sei
    es im Bereich Automotive gekommen. Auch die gestärkte Verteidigungssparte könne weiter
    zulegen.

    Fundamental sei der defensiv eingestellte Titel noch nicht ausgereizt. Der Kurs der Aktie liege gerade
    so über dem Buchwert, auch wenn die drastische Unterbewertung vom Mai inzwischen abgebaut
    worden sei. Charttechnisch gebe es noch Spielraum bis zum Allzeithoch bei rund 28 EUR.

    Die Experten von "Fuchsbriefe" bewerten die Rheinmetall-Aktie mit "halten". Kursrückschläge bis 20
    EUR könnten dabei für Neuengage
    Avatar
    GRUENDERKRACH
    schrieb am 03.10.03 21:56:40
    Beitrag Nr. 6 (10.923.276)
    Schlankheitskur für Rheinmetall

    Konzernchef Eberhardt über die neue Struktur, Zukäufe und
    Renditeziele

    DIE WELT: Herr Eberhardt, was gab den Ausschlag für die Entscheidung,
    sich von der Sparte Electronics zu trennen und die Rheinmetall AG auf die
    zwei Säulen Wehrtechnik und Automobilzulieferung zu konzentrieren?

    Klaus Eberhardt: Automotive und Defence sind die beiden großen
    Kernbereiche von Rheinmetall. Sie bestimmen die Identität von Rheinmetall
    und machen letztlich den Wert des Unternehmens aus. Wir haben
    entschieden, unsere Kräfte für die strategische Weiterentwicklung von
    Rheinmetall dort zu konzentrieren, weil wir in beiden Bereichen schon
    heute führende Marktpositionen haben und in Zukunft die größten
    Potenziale für Rheinmetall insgesamt sehen - das gilt im Hinblick auf
    Profitabilität, Finanzkraft und Wertsteigerung.

    DIE WELT: Sie haben angekündigt, neben der jetzt veräußerten
    Preh-Gruppe auch die verbliebenen Hirschmann-Teile zu verkaufen. Gibt
    es dafür bereits einen konkreten Termin?

    Eberhardt: Den gibt es nicht. Hirschmann arbeitet erfolgreich und
    profitabel. Hirschmann hat sich in den vergangenen Jahren eine
    hervorragende Marktposition erarbeitet und den Technologiewandel von
    der Elektromechanik zur Elektronik professionell vollzogen. Aber wir wollen
    den Verkauf auch nicht auf die lange Bank schieben. Es ist unser Ziel, ins
    Geschäftsjahr 2004 mit der klar auf Automotive und Defence
    ausgerichteten Struktur zu starten. Daran arbeiten wir.

    DIE WELT: Welche finanziellen Auswirkungen wird die Konzentration auf
    zwei Säulen im aktuellen und im nächsten Geschäftsjahr haben?

    Eberhardt: Wie die genauen Auswirkungen sind und wie sie sich über die
    Zeit verteilen hängt natürlich davon ab, wie wir im weiteren
    Desinvestitionsprozess vorankommen und mit welchen konkreten
    Ergebnissen wir ihn abschließen. In jedem Fall, werden wir am Ende so
    ausgestattet sein, dass wir eine sehr solide finanzielle Basis zur
    strategischen Weiterentwicklung von Rheinmetall haben. Und was die
    Profitabilität und unsere Finanzstruktur angeht, rechnen wir ebenfalls mit
    weiteren Verbesserungen.

    DIE WELT: Wie werden die frei werdenden Mittel, die nicht mehr für den
    Bereich Electronics verwendet werden, genutzt?

    Eberhardt: Sie werden uns zusätzliche Kapitalkraft geben, die beiden
    Kerngeschäftsfelder Automotive und Defence zu stärken. Hier liegen
    unsere Ambitionen für die Zukunft. Dort geht es um den Zugewinn an
    Marktanteilen und um die weitere Internationalisierung unseres Geschäfts.
    Innovation und Internationalisierung sind und bleiben die wesentlichen
    Triebfedern für unser Wachstum.

    DIE WELT: In welche Größenordnung sollen Umsatz und Ergebnis in der
    Wehrtechnik sowie in der Automobilzulieferung wachsen?

    Eberhardt: Beide Bereiche zusammengenommen stehen heute für rund 3,5
    Milliarden Euro Umsatz. Für dieses Kerngeschäft sehen wir ein
    Umsatzwachstum von fünf Prozent pro Jahr. Beim Ergebnis vor Zinsen
    und Steuern haben wir die Zielmarke für die Rendite bezogen auf den
    Umsatz bei sieben Prozent festgelegt. Im vergangenen Jahr lagen wir ohne
    positive Sondereinflüsse bei knapp unter fünf Prozent. Für die
    Gesamtkapitalrendite liegt unser Ziel bei 15 Prozent. Dort haben wir 2002
    rund elf Prozent erreicht.

    DIE WELT: Soll dieses Wachstum ausschließlich organisch geschehen
    oder auch durch Zukäufe?

    Eberhardt: Priorität hat das organische Wachstum, weil wir dazu noch
    deutliches Potenzial und gute Chancen sehen. Aber natürlich schließen
    wir Zukäufe nicht aus. Diese müsse mit einer deutlichen Wertsteigerung
    für das heutige Geschäft verbunden sein, so wie beim Erwerb des
    Mazda-Kolbenwerks in Japan, den wir Anfang dieses Jahres vollzogen
    haben. Dort haben wir einen Markt und Kunden gewonnen, die wir ohne
    die Akquisition nicht hätten gewinnen können.

    DIE WELT: Was bedeutet die neue Struktur für die Beschäftigten?

    Eberhardt: Wenn wir die Zielstruktur erreicht haben, werden wir etwa
    18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigten. In der Zahl der
    Standorte bei Kolbenschmidt Pierburg und der Rheinmetall DeTec wird es
    keine Veränderungen geben.

    Die Fragen stellte Marco Dalan

    Artikel erscheint am 4. Okt 2003
    Avatar
    GRUENDERKRACH
    schrieb am 06.10.03 09:41:48
    Beitrag Nr. 7 (10.934.067)
    HANDELSBLATT, Montag, 06. Oktober 2003

    Mit dem vollständigen Verkauf der Elektroniksparte vollzieht der Konzern einen Strategiewechsel

    Rheinmetall wird schlanker

    Von Thomas Wiede, Handelsblatt

    Der Technologie- und Rüstungskonzern Rheinmetall AG ändert seine
    Strategie. Das Düsseldorfer Unternehmen will sich vollständig von seiner
    Elektroniksparte (Aditron) trennen und sich auf die Geschäftsbereiche
    Rüstung und Automobilzulieferung konzentrieren. Im Zuge dessen verkauft
    der Konzern die Preh-Werke GmbH an die Deutsche Beteiligungs AG.

    DÜSSELDORF. Die in Bad Neustadt ansässige Rheinmetall-Tochter produziert mit
    1 700 Mitarbeitern hauptsächlich Automobil- und Industrieelektronik und erzielte
    im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 219 Mill. Euro ein Gewinn vor
    Steuern von 9 Mill. Euro. Zum Kaufpreis wollten die Unternehmen keine Angaben
    machen. Analysten schätzen die Summe auf bis zu 80 Mill. Euro.

    Die ebenfalls zur Rheinmetall- Elektroniksparte gehörende Hirschmann Electronics
    soll nach Rheinmetall-Angaben ebenfalls veräußert werden. Hirschmann solle bis
    zum Jahresende in eine neue Partnerschaft eingebracht werden. Die
    verbleibenden Geschäftsbereiche Rüstung und Autozulieferung hatten im
    vergangenen Jahr ein Geschäftsvolumen von 3,5 Mrd. Euro.

    Der Ausstieg aus der Elektronik-Sparte war ein Abschied auf Raten: 2002 hatte
    Rheinmetall Heimann Systems, den hoch profitablen Hersteller von
    Sicherheitstechnik und den Kern des Elektronik-Geschäfts nach Großbritannien
    verkauft. Offen war bisher immer, wie der Konzern diese Lücke strategisch
    schließen würde. „Der vollständige Ausstieg ist konsequent und mutig“, sagt
    Richard Schramm, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt.

    Zweigleisig zu fahren, mache Sinn: „Vor allem weil es im Rüstungsgeschäft die
    Abhängigkeit von der Politik gibt“, sagt Schramm. Rheinmetall habe seine
    Schulden abbauen können und nun wieder Raum für Akquisitionen.

    Wo und wann das Unternehmen auf Einkaufstour geht, ist noch offen.
    Branchenkenner sehen einige Lücken im verbleibenden Portfolio. Da sich das
    Rheinmetall nun vor allem auf die Zulieferung für Motoren konzentriert, sei es
    denkbar auch Teile wie Dichtungen oder Ventile in eigener Regie produziert
    würden. Konzernchef Klaus Eberhardt möchte das Unternehmen, das
    mehrheitlich zur Röchling-Gruppe gehört, vor allem internationaler machen. Heute
    erzielt der Konzern rund 20 % seines Umsatzes außerhalb Europas, mittelfristig
    soll sich dieser Anteil aber verdoppeln.

    Dabei gehe vor allem darum, neue Märkte für die klassischen
    Rheinmetall-Produkte wie Kolben oder Motorblöcke zu finden, sagte ein
    Konzernsprecher. Akquisitionen seien aber nicht ausgeschlossen. Erste Schritte
    dazu hat das Management bereits unternommen. Anfang des Jahres hat
    Rheinmetall in Japan das Kolbenwerk von Mazda gekauft.

    Auch das internationale Verteidigungsgeschäft soll wachsen. Neben einem
    Großauftrag aus Griechenland für den Leopard II Kampfpanzer, den Rheinmetall
    mit Krauss Maffei Wegmann (KMW) produziert, liefert der Konzern heute
    hauptsächlich an die europäischen Nato-Staaten und die Schweiz: Zum Beispiel
    Bergepanzer für die Eidgenossen oder Flugabwehrsysteme nach Finnland.

    In der Branche wird immer wieder über eine Fusion mit KMW spekuliert. Siemens
    hält an dem Münchner Familienunternehmen 49 % und will sich davon trennen.
    Neben einer deutschen Konsolidierung gäbe es noch die europäische Variante:
    Frankreich will den Rüstungskonzern Giat privatisieren, der gut zu den deutschen
    Wettbewerbern passen würde. Pläne habe man bei Rheinmetall dazu aber nicht,
    sagte der Konzernsprecher.

    In diesem Jahr will Rheinmetall-Chef Eberhardt nun alles daran setzen, seine Ziele
    zu erreichen und Gewinn und Umsatz zu steigern. Mit dem Kerngeschäft strebt
    Eberhardt ein jährliches Umsatzwachstum von 5 %. Das Ziel für die
    Gesamtkapitalrendite liegt bei 15 %. Im vergangenen Jahr erreichte das
    Unternehmen nach eigenen Angaben 11 %.
    Avatar
    GRUENDERKRACH
    schrieb am 06.10.03 14:44:06
    Beitrag Nr. 8 (10.936.928)
    Rheinmetall: Kaufen

    06.10.2003

    In ihrer aktuellen Analyse bewerten die Analysten von Independent Research die Aktie von Rheinmetall mit „Kaufen“.

    Der Konzern wolle sich künftig auf die beiden umsatz- und ertragstärksten Unternehmensbereiche Automotive und
    Verteidigung konzentrieren. Damit einher gehe der Rückzug aus dem Bereich Electronics. Die Fokussierung auf die beiden
    Bereiche finde aus Portfoliogesichtspunkten die Zustimmung der Analysten. Sie gehen von einer weiter positiven
    Kursentwicklung aus. Bei einem KGV von deutlich unter 10 sei die Aktie weiterhin preiswert.
    -mik-

    © www.finanzen.net
    Avatar
    GRUENDERKRACH
    schrieb am 06.10.03 14:45:46
    Beitrag Nr. 9 (10.936.942)
    HSBC TuB erhöht Rheinmetall-Kursziel auf 26 (24) EUR

    Einstufung: Bestätigt mit "Buy"
    Kursziel: Erhöht auf 26 (24) EUR
    Schätzung EBIT: 2004: Gesenkt um zehn Mio EUR auf 220 Mio EUR
    2005: Gesenkt um zehn Mio EUR auf 230 Mio EUR

    Der geplante Verkauf der Elektronikaktivitäten sei ein konsequenter Schritt
    zur Verbesserung der Profitabilität und der Finanzkennzahlen. Diese
    Entscheidung eröffne außerdem mehr Spielraum für Wachstum in den
    Kernbereichen, schreiben die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt
    (HSBC TuB) weiter. Bei anhaltend positiven Nachrichten sollten die Aktien
    sich besser als der Markt entwickeln. +++ Evelyn Sauerwald
    vwd/6.10.2003/esw/ves/tw

    06.10.2003
    Avatar
    GRUENDERKRACH
    schrieb am 06.10.03 23:41:18
    Beitrag Nr. 10 (10.942.967)
    Nicht mehr ganz frisch. Aber Rheinmetall.

    Quelle: DIE WELT online vom 20. Jan. 2003

    Tödliche Mikrowellen aus dem Aktenkoffer

    Starke elektromagnetische Pulse könnten die Computerzentren der Industrieländer zerstören – Schutzmaßnahmen sind möglich

    von Manuela Stabaty

    Berlin - Wer das elektromagnetische Spektrum beherrscht, wird im Krieg der Zukunft siegreich sein, sagen die Militärexperten.
    Tatsächlich ist die Bedeutung der unsichtbaren Wellen mit ihren sehr unterschiedlichen Frequenzen für den Verlauf von Kriegen
    immer bedeutender geworden.

    Im Ersten Weltkrieg wurden bereits Funkwellen zur Kommunikation eingesetzt. Mit Radarwellen ließen sich dann im Zweiten
    Weltkrieg Schiffe und Flugzeuge aus der Ferne orten. Heute herrschen die Militärs über ungezählte Wellenlängenbereiche: Mit
    Sensoren für Infrarotlicht lassen sich Schlachtfelder selbst bei absoluter Dunkelheit im Blick behalten – auch von Satelliten aus.
    Mit Laserstrahlen können die Augen gegnerischer Soldaten geblendet und mit so genannten E-Bomben oder Mikrowellen
    elektronische Systeme wie von Geisterhand zerstört werden.

    Im Kosovo-Konflikt war es wahrscheinlich der Einsatz elektromagnetischer Bomben, der den Krieg beendete. Bei Luftangriffen
    auf die Kraftwerke von Pristina und Belgrad gab es nur kurze, sehr helle orangefarbene Lichtblitze – und zerstört war das
    elektrische Innenleben der Stationen. Die serbische Kommandozentrale war fortan ohne Strom und damit blind.

    Nicht nur die USA und Russland verfügen über E-Bomben, sondern wahrscheinlich auch China. Sie zählen zu den modernsten
    Waffensystemen, mit denen sich – ohne Menschen zu verletzen – wichtige Systeme der Infrastruktur ausschalten lassen. Die
    starken elektromagnetischen Felder induzieren kurzzeitig in allen metallischen Gegenständen so hohe Ströme, dass
    Leiterbahnen in Mikrochips verschmoren und empfindliche elektronische Bauteile zerstört werden – ähnlich wie bei einem
    gewaltigen Blitzeinschlag in der Nähe.

    Das Brisante an der E-Bomben-Technologie ist, dass sie in der Hand von Terroristen mit wenig Aufwand unermessliche
    Schäden verursachen könnte. Die Kosten für eine E-Bombe sollen bei nur wenigen Tausend Euro liegen. Nach einer Studie des
    Pentagon soll der technologische Stand von vor 50 Jahren ausreichen, um eine elektromagnetische Bombe zu konstruieren.
    Umso mehr gilt es, die technischen Details geheim zu halten und eine Weiterverbreitung dieser Waffen auf jeden Fall zu
    verhindern.

    Produktionsanlagen aller Art, Finanzzentren, Datenbanken, Militäreinrichtungen und selbst viele Dienstleistungsunternehmen
    könnten durch den kurzen intensiven Puls einer E-Bombe schlagartig lahm gelegt werden. Denn praktisch überall sind heute
    Computersysteme das technische Rückgrat, ohne das wirklich nichts mehr geht.

    Die Gegenstrategie zum Schutz vor terroristischen oder feindlichen Attacken mit E-Waffen besteht darin, wichtige elektronische
    Systeme so auszulegen, dass sie auch starke elektromagnetische Pulse unbeschadet überstehen können. Experten sprechen
    hier vom „Härten“ eines Systems.

    Neben den elektronischen Bomben, die ihre Energie aus einer chemischen Reaktion beziehen, stehen den Militärs auch
    High-Tech-Systeme von der Größe eines Aktenkoffers zur Verfügung, die aus elektrisch gespeicherter Energie intensive Pulse
    von Mikrowellenstrahlung erzeugen können. Die ultrakurzen Strahlungsimpulse solcher Mikrowellenwaffen können Leistungen
    von mehreren Hundert Millionen Watt besitzen. Damit zerschmoren sie im weiten Umkreis nicht nur Drähte und Transistoren in
    Chips, sondern haben auch biologische Wirkungen.

    Die Pulse einer Mikrowellenwaffe können bei Menschen epileptische Anfälle, Erbrechen, Fieberanfälle und Bewusstlosigkeit
    auslösen. In einem Umkreis von rund 200 Metern kann die Wirkung der Strahlung gar tödlich sein. Es ist also keine Frage, dass
    ein Zugriff von Terroristen auf solche Waffen unterbunden werden muss.

    Auch Laser lassen sich zu Waffen entwickeln, mit denen Menschen getötet werden können. Zum einen ist dies mit hinreichend
    großen Strahlungsintensitäten möglich. Eine raffinierte Variante besteht darin, mit dem Laser zunächst durch die Luft einen
    elektrisch leitenden Ionenkanal zu erzeugen, über den dann ein lähmender oder tödlicher Stromschlag auf das Ziel übertragen
    wird.