Windkraft - der große Bluff
Rot-Grün fördert Natur- und Landschaftsvernichtung
auch zugunsten der Atom-und Rüstungskonzerne
Trittin-Ministerium lügt in Pro-Windkraft-Kampagnen
doch der Widerstand wächst
Für viele Linksalternative ist es einfach schick, Windkraftwerke,
Windparks toll zu finden. Überall in den Szenekneipen Berlins und
anderer Großstädte liegen gleich bündelweise PR-Postkarten aus dem
Trittin-Ministerium herum, hängen gar Poster - und da steht es,
schwarz auf weiß: "Wir fördern erneuerbare Energien, die
ungefährlich für Mensch und Umwelt sind - damit die Visionen von
heute nicht die Altlasten von morgen werden." Mancher steckte sich
diese Postkarten gerne ein, zeigte sie anderen. Man mochte zwar an
Rot-Grün vieles auszusetzen haben - aber das mit der Windkraft ging
schon in Ordnung. Naturschützer griffen sich an den Kopf. Aber die
Szene akzeptiert schließlich bis heute auch, daß Rot-Grün im Inland
mit dem Ausstieg aus der Atomenergie punktet, aber auf
internationalem Parkett ganz anders argumentiert - im
Abschlußdokument der letzten New Yorker Überprüfungskonferenz zum
Atomwaffensperrvertrag ohne Wenn und Aber, oder mögliche Gegenvoten
Joseph Fischers, folgendes unterzeichnete: "Die Konferenz erkennt
die Vorteile der friedlichen Atomenergie-Nutzung und nuklearer
Techniken an", heißt es da, "und ihren Beitrag, um in den
Entwicklungsländern nachhaltige Entwicklung zu erreichen sowie um
generell das Wohlergehen und die Lebensqualität der Menschheit zu
verbessern." Atomenergie sei daher überall auf dem Erdball zu
fördern.
Als Professor Michael Succow, Träger des Alternativen Nobelpreises,
Initiator des ostdeutschen Nationalparkprogramms, erstmals den
Windkraftkurs der neoliberalen Bundesregierung als überspannt und
unverantwortlich anprangert, die enormen Schäden für die Ost-Natur
beschreibt, denken manche, er sei durchgeknallt, habe sich auf die
Seite der Fortschrittsverhinderer, Ewiggestrigen geschlagen. Andere
werden stutzig, weil Succows Windkraft-Kritik fast durchweg der
Medienzensur zum Opfer fällt. Denn nicht nur in Redaktionen, auch
in Umweltorganisationen haben die Windkraftkonzerne clever ihre
Funktionäre postiert, sponsern sie nach Kräften, damit
Windkraftwerke wider besseres Wissen mit Umweltschutz gleichgesetzt
werden.
Hatte man Angst, weil ausgerechnet ein renommierter Wissenschaftler
wie Succow klarstellt, daß es bei der Windkraftnutzung nicht um
Ökologie, sondern nur um den Profit bestimmter Gruppen geht, und
die Regierung da mit drinhängt, mitkungelt? Succow sieht, wie
selbst seine Heimat Brandenburg zunehmend durch die Windmonster
zerstört wird. "Aus einer Kulturlandschaft ist eine
Produktionslandschaft geworden, die nur noch ein Ziel hat -
Maximalprofite. Industriemäßig genutzte Standorte sind
lebensfeindliche Räume. Wahnsinnige Erträge, die Bodenfruchtbarkeit
vernichtet - riesige Flächen, wo kein Hase mehr leben kann, das
Leben flieht. Und dann kommt noch die Windkraftanlage dazu - in
ökologisch hochwertigen Räumen für mich ein Fluch! Diese
Verschandelung der Landschaft kann man nicht akzeptieren."
Succow hat, anders als manche machtarroganten Grünen-Politiker,
engsten, täglichen Kontakt zu den Ost-Naturschützern, zu den Leuten
seiner Uckermark, spürt, wie immer mehr unruhig werden, sich fragen
- ist dies wirklich der Fortschritt? Und inzwischen betonen immer
mehr Umweltexperten, daß der Windkraftausbau sogar mit viel
Korruption vorangetrieben wird, Ermittlungsverfahren laufen.
Doch Pseudo-Umweltschützer tun weiter so, als grabe man mit
Windkraftwerken der bösen Atomindustrie, den Betreibern
konventioneller Großkraftwerke das Wasser ab, tue also ein gutes
Werk. Und bestreiten erbittert selbst öffentlich in
Umweltblättchen, daß just die Rüstungsindustrie, der
Atomkraftwerksbauer Siemens-KWU von Anfang an beim Windkraft-Deal
mit dabei sind - als Produzenten, Planer, Vermarkter hohe Profite
erwirtschaften. Es reicht, im Internet die entsprechenden
Firmen-Websites anzuklicken. Und - wenn man einmal dabei ist, die
Argumente auf den Windkraftgegner-Websites zu studieren - über
fünfhundert Bürgerinitiativen Deutschlands sind inzwischen
vernetzt. Mancher bislang Blauäugige müßte sich zwangsläufig mit
einigen physikalisch-technischen Details befassen: Windanlagen
können keine konventionellen Kraftwerke ersetzen, brauchen diese
sogar, um überhaupt zu laufen. Und im häufigen Fall einer Flaute,
damit abnehmender Windanlagenleistung, müssen die konventionellen
Kraftwerke sofort einspringen, deshalb schon vorher Reserveleistung
vorhalten. Und dafür, was die Windbranche und ihr Anhang gerne
verschweigen, eben reichlich fossile Brennstoffe verbrauchen.
--"ungefährliche" Windkraftwerke vernichten extrem bedrohte
Tierarten--
Trittin und die Grünen verbreiten weiterhin, nur erneuerbare
Energien zu fördern, die für die Umwelt ungefährlich sind. Doch
dummerweise merken immer mehr, daß es sich dabei um eine glatte
Lüge handelt - ärgerlich für den Minister. In den USA werden sogar
Golden Eagles zu Hunderten durch Windkraftwerksrotoren
zerschmettert, im spanischen Gibraltar seltenste, vom Aussterben
bedrohte Geier, andere Greifvögel. Und in Deutschland Seeadler,
Fledermäuse, Schwarzstörche - alles Tiere mit höchstem
EU-Schutzstatus. Der Wilhelmshavener Artenexperte Dr. Klaus-Michael
Exo warnt, daß laut Studien durch Windkraftwerke an Land-Standorten
jährlich bis zu fünfzig Vögel pro Anlage getötet werden, an
exponierten Standorten sogar bis zu neunhundert. Und trotzdem, in
voller Kenntnis von Succows, Exos Kritik überreicht Bundespräsident
Johannes Rau (SPD) im Oktober 2000 den Deutschen Umweltpreis
ausgerechnet an den Windanlagenfabrikanten Aloys Wobben. Trittin
und Fischer hofieren, umwarben die letzten Jahre selbst
zwielichtigste Vertreter der brasilianischen
Mitte-Rechts-Regierung, damit Deutschlands wichtigster
Wirtschaftspartner in der Dritten Welt möglichst kräftig ins
Windkraftgeschäft einsteigt, deutschen Produzenten möglichst viele
Anlagen abkauft. Einst warb SPD-Kanzler Schmidt bei den
Foltergenerälen der Militärdikatur für deutsche
Siemens-Atomkraftwerke - eins ist fertig, das zweite im Bau - jetzt
macht Trittin kräftige PR für Windkraftprojekte an der
brasilianischen Atlantikküste. Und siehe da - wieder ist Siemens
mit von der Partie, und Wobbens Windkraftunternehmen Enercon hat
bei Sao Paulo bereits ein Zweigwerk in Betrieb. Das Dumme nur - die
Marktchancen sind in Brasilien doch nicht so enorm wie erwartet:
Die noch bis Jahresende amtierende Mitte-Rechts-Regierung hielt
politisch nicht durchsetzbar, die Abnahme von ineffizient und teuer
erzeugtem Windkraftstrom per Zwangsgesetz wie in Deutschland zu
regeln, brasilianischen Windkraftbetreibern ebenfalls absurd
überhöhte Einspeisevergütungen zu garantieren. Denn derzeit hat
Brasilien gerade Strom im Überfluß, direkt spottbillig aus
Wasserkraftwerken. Keiner kauft deshalb Wobbens Enercon-Filiale
Windräder ab - notgedrungen wird dort für den Export - vor allem
nach Deutschland, produziert.
--Grüne gegen grünen Windkraftkurs-starker Widerstand in
Sachsen--
Indessen - auch in Trittins eigener Bundestagsfraktion werden
Windkraft-Plattitüden nicht mehr hingenommen, bricht eine
Ostdeutsche, die naturschutzpolitische Grünen-Sprecherin Sylvia
Voß, als erste aus, distanziert sich von konzernfreundlichen
Fraktionstraktaten, öffnet ihre Website(www.voss-naturschutz.de)
der Windkraftkritik: Es sei unlauter, politisch wenig hilfreich,
derart über Windkraftprobleme hinwegzusehen und zu -schreiben. "Als
Ärztin ziehe ich aber auch die Aussagen zu Diskoeffekt,
Schattenwurf, Schallentwicklung und Infraschall ernsthaft in
Zweifel. "Abwiegeln und verharmlosen" nennt Sylvia Voß nicht nur
unseriös, auch gefährlich. Absurd sei, Windkraft als
Touristenattraktion hinzustellen, der Widerstand in
Tourismusregionen wachse ständig, bestes Bauland nahe
Windkraftwerken könne kaum noch vermarktet werden.
Man kennt das - Minister wie Trittin kassieren pro Monat
Spitzengehälter um die dreißigtausend Mark, pflegen entsprechende
Lebensstile, finanziert auch von jenen Steuerzahlern, die in
übelsten Problemregionen wohnen müssen, darunter in von
Windkraftwerken zerstörten Landschaften. Doch in Hör- und
Sichtweite kreisender Rotoren schlägt die rot-grüne Politprominenz
ihre Domizile lieber nicht auf. Ursula Voss aus der
Nachwende-Problemregion Brandenburg, mit hoher Arbeitslosigkeit,
bewußt und absichtlich zerstörter Industrie und Landwirtschaft,
desillusionierten Menschen, zeigt auch auf dieses Grünen-Tabu: "Im
Übrigen sollte sich jeder und jede dabei ehrlich die Frage
beantworten, ob man selbst an betroffenen Orten leben wollen und
können würde."
Inzwischen ist die Brandenburgerin eine sehr gute Adresse für
zahllose windkraftkritische Bürgerinitiativen nicht nur im Osten,
sondern auch im Westen. Doch der stärkste Widerstand kommt - aus
Sachsen. Gerade im Erzgebirge machen naturliebende Bewohner,
Umweltschützer und Tourismusunternehmen soviel Druck, daß die
Behörden Bauanträge westdeutscher Investoren geradezu massenhaft
abweisen müssen. "Würden alle beantragten Anlagen errichtet, wäre
unsere schöne Heimat im Eimer", sagt ein Umweltaktivist, freut sich
wie verrückt, Sachsens NABU endlich komplett auf seiner Seite zu
haben.
Im Leipziger NABU-Büro von Geschäftsführer Bernd Heinitz steht
monatelang das Telefon nicht mehr still, gehen jeden Tag zahlreiche
Briefe und Mails ein - seit er mit einer Presseerklärung "Nutzlose
Monster verschandeln sächsische Landschaft - NABU verurteilt
gefährlichen Aktionismus in Sachen Windenergie" die Öffentlichkeit
aufhorchen ließ, enorme Resonanz erfuhr. Und was ihn besonders
freut - "deutschlandweit. Natürlich kommen auch Droh- und
Schimpfbriefe, doch durchweg ohne sachlich-fachliche Argumente
gegen unseren Positionen." Da müsse man gelegentlich an der
Intelligenz zweifeln, der Kenntnisstand sei ein großes Problem.
"Ich hatte hier Diskussionen mit Chefredakteuren von Wirtschafts-
und Technikzeitschriften - man staunt, wie naiv die Leute
sind."
Doch vor allem bekommt Heinitz Zustimmung: "Wir haben festgestellt
- viele denken so wie wir, es gibt Widerstand - hier in Sachsen
haben wir eine ziemlich gute Position."
Auch die Presse des Bundeslandes reagierte sachgerecht, sehr
ausführlich - was vermuten läßt, daß es in Sachsen weit weniger
korrumpierte Journalisten gibt, die vor Druck aus Wirtschaft und
Politik stets willfährig einknicken, Zensur akzeptieren - als
anderswo.
"Windenergie kann keine Alternative sein, rein technisch schon
nicht - die CO2-Reduktion ist minimal - man darf das nicht
totschweigen, wie ein Tabu behandeln - nur weil eine mächtige Lobby
existiert!"
Dabei gibts in Gemeinden und Landkreisen Sachsens größtenteils viel
Sensibilität für Natur, viel Sachverstand: "Windkraft-Bauanträge
werden sehr häufig abgelehnt - die Behörden haben wir eigentlich
auf unserer Seite - sachsenweit." Auch EU-Beschwerden sind für
Heinitz ein guter Weg.
"Windenergie für sich allein ist zwar emissionsfrei erzeugt, aber
auch schlicht unbrauchbar", schreibt in der Frankfurter Rundschau"
der Windkraftkritiker Werner Eisenkopf. "Sie schwankt von
Viertelstunde zu Viertelstunde und ist bei Schwachwind, Flaute und
auch bei Sturm wegen Sicherheitsabschaltung nicht verfügbar. Im
deutschen Schnitt des Jahres 2001 waren nur ca. 14 Prozent der
Nennleistung aller Windräder überhaupt und unregelmäßig nutzbar. In
der übrigen Zeit und immer wieder zwischendurch mußte durch
ständiges Zu- und Abschalten von Regelungsenergie dafür gesorgt
werden, daß die örtlichen Stromnetze nicht dauernd durch diese
unvermeidlichen und natürlichen Schwankungen des Windes abstürzen
und Computer täglich mehrmals zwangsweise neu booten müssen und
Daten verloren gehen. Diese Regelungsenergie (...) ist nicht
emissionsfrei erzeugt, sondern kommt von aus dem Teillastbetrieb
schnell hochgefahrenen Kohlekraftwerken und von Gasturbinen."
Nicht zufällig gilt bei Naturschützern Windkraft auch deshalb als
der größte Bluff.
--Trittin in Bredouille--
Im Ministerium am Alexanderplatz bringt derart Unerfreuliches
Jürgen Trittin zunehmend in die Bredouille,
Windkraft-Pressekonferenzen laufen aus dem Ruder. Auf eine Anfrage
zum Dissens mit der grünen Abgeordneten Sylvia Voß bestreitet er
gar den Konflikt - zum immer nachdrücklicher von
Naturschutzexperten verlangten Windanlagen-Abriß betont er allen
Ernstes, solche Forderungen gebe es nicht, wegen fehlender
fachlicher Gründe. Doch vor sich auf dem Tische hat Trittin zwei
ausführliche neue Dokumente seines Hauses, worin sogar mehrfach der
Anlagen-Abriß befürwortet wird - offenkundig wegen des Drucks der
windkraftkritischen Umweltschutzbewegung. Bestritten hatte Trittin,
daß überhaupt Windkraftwerke an umweltfeindlichen Standorten stehen
- in den Dokumenten liest man genau das Gegenteil.
Grünen-Fraktionsinsider erklärten dazu, Trittin interessiere sich
nicht für solche Fragen - gut möglich sei, daß ihn inkompetente
Berater mit ebensowenig Interesse an Natur- und Umweltschutz über
diese Passagen gar nicht unterrichtet hätten. " Naturschutz hat bei
Trittin nicht die nötige Priorität, das Thema überhaupt in Trittins
Bewußtsein hineinzubekommen, ist ein Problem", stöhnt ein
Ostberliner NABU-Funktionär," die Grünen haben andere Wurzeln als
wir, tun sich bis heute tierisch schwer mit Naturschutz!"
Trittin spricht von "Superakzeptanz" der Bevölkerung für
Windkraftwerke - in den beiden Dokumenten steht wiederum das
Gegenteil, ist ein Abschnitt ausdrücklich mit "Belastung der
Bevölkerung" überschrieben. Nach wie vor sorgten Belastungen, wie
Lärm- und Lichteffekte, für öffentliche Kritik. "Der Kreis der
potenziell Betroffenen ist sehr groß, so daß hier insgesamt ein
erhebliches Gesamtrisiko für das Image der Windenergienutzung
liegt."
--platter Windkraft-Agitprop sogar in Umweltblättern - und die
Fakten--
Die Lobby der Windkraftindustrie arbeitet hocheffizient - selbst in
Naturschutzzeitschriften läßt man ihre Propagandisten wider
besseres Wissen behaupten, die neue hochprofitable Technologie sei
umweltfreundlich, Symbol alternativer Energiegewinnung und sauberen
Stroms. Dabei steht endlich auch in Ministeriumsdokumenten, was der
Amtsinhaber nicht wahrhaben will: "Die Errichtung von
Windkraftanlagen muß immer als Eingriff in den Naturhaushalt
gesehen werden, da es zur Überbauung von Grund und Boden kommt, das
Landschaftsbild verändert wird und z.B. eine Beeinträchtigung der
Vogelwelt stattfindet." Das wird aufgeschlüsselt: "Vogelschlag,
also das Anfliegen von Vögeln gegen die Anlage. Die Tiere können
dadurch zu Tode kommen oder unterschiedlich schwer verletzt werden.
Beeinträchtigung des Vogelzuges durch Anlagen, die in der Flugroute
stehen. Verschiedene Beobachtungen belegen, daß Vögel durch
Windenergieanlagen in ihrer Wanderrichtung abgelenkt werden.
Verdrängung von angestammten Brut-, Rast- und Nahrungsflächen."
Beeinträchtigungen gerade in küstennahen Bereichen seien erheblich.
Vogelschlag könne unter ungünstigen Sichtbedingungen wie Nebel oder
Dunkelheit bzw. unter besonderen Bedingungen wie in
Verdichtungsräumen des Vogelzuges oder für frisch ausgeflogene
Jungvögel von Großvögeln wie Störchen eine wichtige Rolle spielen.
Also doch Gefahren - wenngleich die teure, auch noch vom
Steuerzahler finanzierte Trittin-Propaganda lächerlicherweise auf
dem Gegenteil besteht.
Brandenburgs Ex-Umweltminister Dr. Eberhard Henne, im Unterschied
zu seinem Nachfolger Wolfgang Birthler (SPD) und Trittin ein
hervorragender Ornithologe und renommierter Artenschützer aus
DDR-Zeiten, kann über die Regierungslinie nur den Kopf schütteln,
ist aus anderem Holz geschnitzt: "Wir kämpfen gegen eine von der
Windenergielobby geplante völlige Beherrschung der Landschaften
durch ihre Industrieanlagen - wenn alle Pläne verwirklicht werden,
können wir Naturschutz und Tourismus beispielsweise in
Nordostbrandenburg, der Uckermark, bald vergessen."
Greifvogelexperte Paul Sömmer von der Naturschutzstation Woblitz
stimmt ihm zu, weiß als Fachmann, wie der bis zu fünfhundert Meter
reichende Schattenwurf durch Rotoren die Tiere streßt.
--Zynische Windkraft-Sympathisanten--
Ironisch weist er auf den bemerkenswerten Zynismus der
Windkraftbefürworter, auf einen interessanten Widerspruch: Wegen
des Lärms, der auf- und abschwellenden Heultöne, der Lichtreflexe
und des Eiswurfs von den Rotorblättern müssen die Industrieanlagen
in deutlichem Abstand von menschlichen Siedlungen errichtet werden,
um die Menschen nicht zu stören oder zu gefährden. Aber der Natur,
den wildlebenden Tieren sind all diese negativen Effekte zuzumuten,
meinen die zynischen Windkraft-Sympathisanten. "Kein Mensch baut
die Anlagen", so Sömmer, "weil er den Strom braucht, sondern weil
er an der Förderung verdient." Der erfahrene Naturbeobachter ist
sicher, daß die Anlagen, "nachdem sich die Firmen dumm und dämlich
verdient haben, wohl wieder abgebaut werden - zu riesigen Kosten,
die dann die Allgemeinheit bezahlt."
Alle Welt beklagt nicht nur auf internationalen Konferenzen das
immer raschere Artensterben, auch in Deutschland. Und immer noch
ist auch bei den Fachleuten unbestritten, daß man den ökologischen
Zustand einer Region, eines Landes an der Artenvielfalt ablesen
kann. Windkraftwerke, längst bewiesen, sind ein neues
Vernichtungspotential, verstoßen bereits in mehreren deutschen
Regionen eindeutig nicht nur gegen deutsche Naturschutzgesetze,
sondern auch gegen EU-Umweltrecht. Doch wie einst bei den von
SPD-Kanzler Schmidt geförderten Atommeilern, kümmert derartiges
Rot-Grün heute nicht einen Deut: Im ostfriesischen Wybelsumer
Polder ging 2002 ein großer Windpark in Betrieb, obwohl Brüssel von
Anfang an klarstellte, daß Niedersachsen damit EU-Recht verletzt,
mit einer Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof rechnen
muß. 21.10.02 - Klaus Hart, Text in Onlinezeitung erschienen.
Quelle:
http://huegelland.tripod.com/hart5.htm