Es wäre prima für den schönen thread die Esoteriksch***e (sorry
aber ist so) rauszulassen, diese wären hier besser plaziert:
http://www.esoterik-forum.at
Ich persönlich glaube nicht an die Krisenszenarien, dazu sitzen
wir weltweit zu sehr in einem Boot.
Das Problem erscheint mir eher politisch (knechtendes
Freimaurerprinzip: Teile und herrsche): wer beherrscht die
USA über die Dollarreserven? Russland? China? Arabien? Alles
wohl nicht unsere Wunschkandidaten.
Ich glaube eher an ein soft landing, Dollar runter, Silber
hoch.
Über dem ganzen darf man ja nicht den Akteur Sonne
vergessen: in der Geschichte gab es immer wirtschaftliche Blüten,
wenn die Sonnenaktivität stark war. Dies ist derzeit auch der Fall
(Stichwort Klima).
Danke!
Viel eher ist der Hang zu Verschwörungstheorien ein Ausdruck von
Verzweiflung und politischer Naivität. Nennenswerte politische
Energien können aus derart blühendem Unsinn nicht erwachsen. Das
wäre fast so, als würde man hinter einem Verrückten, der an einer
Straßenecke laut vor sich hin schimpft, einen großen Redner
vermuten. Das alles erinnert verdammt an die Hysterie wegen der
fliegenden Untertassen vor 50 Jahren, die auf die Angst vor einem
Atomkrieg zurückzuführen ist.
In seinem Buch über die britischen Geheimdienste zitiert Richard
Aldrich einen Bericht für das Pentagon.(4) Der enthielt die
Anregung, interessante geheime Dokumente, etwa Informationen über
den Kennedy-Mord, freizugeben und sogar ins Internet zu stellen -
und zwar mit dem Ziel der "Ablenkung", genauer: "um den
ungezügelten Appetit der Öffentlichkeit auf ,Geheimnisse' zu
dämpfen, indem man sie mit echtem Ablenkungsmaterial versorgt".
Aldrich meint dazu: "Wenn sich die investigativen Journalisten und
Zeithistoriker in überflüssigen Diskussion über die Bedeutung des
grasbewachsenen Hügels in Dallas erschöpfen würden, fänden sie
keine Zeit, in Bereiche vorzudringen, in denen ihre Recherchen
nicht willkommen sind."
So gesehen bin ich mir ziemlich sicher, dass die Bush-Bande - und
alle konspirativen Kräfte auf Seiten des Kapitals - über die fixen
Ideen der 9/11-Verschwörungstheoretiker höchst erfreut sind. Denn
sie lenken die Menschen von ihren 1 001 realen Machenschaften ab,
die aufgedeckt und politisch bekämpft werden müssten.
In seinen "Minima Moralia" hat Theodor Adorno geschrieben: "Die
Neigung zum Okkultismus ist ein Symptom der Rückbildung des
Bewusstseins Die verschleierte Unheilstendenz der Gesellschaft
narrt ihre Opfer in falscher Offenbarung, im halluzinierten
Phänomen. Umsonst hoffen sie, in dessen fragmentarischer
Sinnfälligkeit dem totalen Verhängnis ins Auge zu blicken und
standzuhalten."(5) Adorno sieht im Okkultismus ein "erkranktes
Bewusstsein" am Werke, das den "Abhub der Erscheinungswelt" mit dem
Mundus intelligibilis, der erkennbaren Welt, verwechselt. Seine
treffende Diagnose lautet, in Anlehnung an den oben zitierten Satz
Bebels über den Antisemitismus: "Okkultismus ist die Metaphysik der
dummen Kerle."(6)
(5) Theodor W. Adorno, "Thesen gegen den Okkultismus", in: "Minima
Moralia - Reflexionen aus dem beschädigten Leben", Frankfurt am
Main (Suhrkamp) 1986, S. 321.
(6) Ebd., S. 323 und 325.
Aus dem Englischen von Niels Kadritzke
Alexander Cockburn ist Mitherausgeber der politischen Website
CounterPunch und Kolumnist u. a. für "The Nation. Er schrieb u. a.
das Buch "Corruptions of Empire", London/New York (Verso) 1999.
Le Monde diplomatique Nr. 8152 vom 15.12.2006