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Aktien „Rechne Dich reich, aber rechne richtig!“

Gastautor: Thomas Hellener
31.10.2016, 07:27  |  5078   |   |   

Es ist mittlerweile ein alter Hut: Wer sich allein auf die staatliche Rente verlässt, der wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Armut sterben. Legt man die jüngsten Berechnungen der Bundesregierung zu Grunde, so stimmt das auch. Dazu passt ein Spruch aus der Satiresendung „quer“ des Bayerischen Rundfunks, der das Ganze auf den Punkt bringt: „Die Bundesregierung gibt sachdienliche Hinweise: Wenn Sie schon jetzt nix haben, müssen Sie davon mehr weglegen, sonst droht Ihnen Altersarmut!“ 

Die private Altersvorsorge ist ein Muss – mittlerweile auch ein alter Hut.

Nun sind aber die Deutschen kein Volk von Aktionären, denn die Angst vor kurzfristigen Verlusten ist zumeist größer als der Blick aufs Ganze. Hinzu kommt noch die Angst vor Inflation, die den Deutschen wohl schon in die Wiege gelegt wurde. Wenn man sich die historischen Realzinsen anschaut - also was man auf seine Ersparnisse bekommt, bereinigt um die tatsächliche Inflationsrate -, dann wird auch klar, warum die Deutschen wirklich besorgt sein sollten. So hat die Nachrichtenagentur Bloomberg jüngst darauf hingewiesen: Seit September 1968, als die entsprechende Datenreihe der Bundesbank begann, waren die Realzinsen in Deutschland in 309 Monaten negativ, in 209 Monaten positiv und in 58 Monaten lagen sie bei null. In anderen Worten: Deutsche Sparer haben in den vergangenen 48 Jahren größtenteils Geld verloren. Der durchschnittliche reale Zinssatz über den gesamten Zeitraum hinweg war in der Tat negativ mit minus 0,16 Prozent. Das Vermögen ist also um genau diesen Prozentsatz geschrumpft – Jahr für Jahr.

„Leute, setzt auf Aktien, aber rechnet richtig!“

Die allgemeine Antwort ist da klar: Deutsche, setzt auf Aktien. Damit werdet ihr reich! In Zeiten von Nullzinsen und einer langsam, aber stetig steigenden Inflation ist das auch richtig. Aber auch dieses Postulat sollte man genau nachrechnen. So ergibt sich aus dem Renditerechner des Deutschen Aktieninstituts für den vergleichbaren Zeitraum seit Ende 1968 zwar eine imposante jährliche Rendite für den DAX von rund 7,5 Prozent. Und für den Euro Stoxx 50 sind es seit 1986 rund 7,3 Prozent (länger geht die Zahlenreihe nicht zurück). Das sind beachtliche Werte, die einen klaren Vorsprung gegenüber dem klassischen Sparbuch bieten. Schon wieder ein alter Hut.

Aber das alte Klagelied bleibt: Die Deutschen sind nun mal kein Volk von Aktionären. Ihre Bereitschaft, in Aktien von BMW, SAP, Bayer & Co. zu investieren, ist und bleibt gering. Doch dazu muss man sagen: Auch bei Aktienanlagen wird oft falsch gerechnet. So sind die Zahlen für den DAX von 7,5 Prozent zwar schön und imposant – aber eben auch nur die halbe Wahrheit. Im negativen Zinssatz von 0,16 Prozent über die letzten 48 Jahre wurde die jährliche Inflation eingerechnet. In den 7,5 Prozent des Deutschen Aktieninstituts aber noch nicht. Berücksichtigt man die durchschnittliche jährliche Inflationsrate von rund 2,8 Prozent seit 1968, dann werden aus den 7,5 Prozent schnell weniger als 5 Prozent. Und zieht man davon noch die seit 2009 erhobene  Kapitalertragsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 % der Kapitalertragsteuer) und ggf. Kirchensteuer (8 oder 9 % der Kapitalertragsteuer) ab, wird ein realistischer Wert von rund 3,5 Prozent netto dabei herausspringen. Das ist ein guter und solider Wert, der sich über die Jahre und mit Geduld erzielen lassen kann. Und nicht vergessen: Es dürfen Freistellungsaufträge (801 € / 1602 € bei Verheirateten) in Anspruch genommen werden, die den Wert wiederum noch verbessern.

Home Bias ist nicht zielführend

Trotzdem sind wir keine Verfechter einer Anlage in einen Index wie den DAX. Zum einen schleppt man dann auch Negativperformer wie beispielsweise E.ON, RWE, die Deutsche Bank oder eine Commerzbank jahrelang mit sich herum. Und außerdem sind die Frankfurter Börse und ihr Leitindex nicht der Nabel der Finanzwelt. So machen deutsche Aktien im Weltaktienindex MSCI World gerade mal ein Gesamtgewicht von 3,5 Prozent aus. Ein nicht gerade bedeutender Anteil. Hinzu kommt ein Home Bias, also die Tendenz, Geldanlagen auf dem Heimatmarkt stark über zu gewichten, der unserer Meinung nach nicht zielführend sein kann.

Wir setzen mit unserem PRIMA – Globale Werte auf einen global ausgerichteten, vermögensverwaltenden Ansatz, der in diesem Jahr schon knapp 6 Prozent erwirtschaftet hat. Im Gegensatz dazu befindet sich der DAX seit Jahresbeginn noch knapp im Minus. Unser Fondsberater Frank Fischer mischt dabei Large-, Mid- und Smallcaps in einem ausgewogenen Portfolio, in dem auch deutsche Aktien wie die SOFTWARE AG oder auch eine STADA vertreten sind. Dazu wird die Marktpsychologie mit einbezogen, um größere Schwankungen und Verluste zu verhindern. Aber, um auch hier richtig zu rechnen: Von den rund 6 Prozent Zugewinn (wenn es denn dabei bleiben sollte), müssen noch die Inflationsrate, die Kapitalertragssteuer unter Anrechnung von möglichen Steuerfreibeträgen, der Solidaritätszuschlag, und ggf. die Kirchensteuer  abgezogen werden. Wir wollen fair und richtig rechnen.

 

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Thomas Hellener ist Bankkaufmann und studierte an der Universität Stuttgart Betriebswirtschaftslehre. Der ausgewiesene Fondsspezialist ist Geschäftsführer der PRIMA Fonds Service GmbH. Seine Spezialgebiete sind die Analyse der internationalen, vor allem der europäischen Aktienmärkte, Anlagen in nachhaltige Investments und die aktive, dynamische Asset Allocation.

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