Antwort auf Beitrag Nr.:
26.827.985 von jk-skipper am 11.01.07
11:46:07Mal was zur allgemeinen
Markteinschätzung
11.01.2007 08:05:03 (dpa-AFX)
HINTERGRUND: Weiter Aufwind für deutsche Börsengänge - Höhere
Erlöse in 2007
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Ansturm auf die Börse hält in Deutschland
an: Experten gehen für 2007 erneut von einer Vielzahl von
Börsengängen aus. Mit rund 70 Neuemissionen rechnet das Gros der
Marktkenner. Das zu erlösende Volumen könnte ihrer Meinung nach
noch höher ausfallen als 2006. Dies wundert nicht, stehen nicht
zuletzt dank verstärkter Aktivitäten von Finanzinvestoren mit
Unternehmen wie der Deutschen Annington, dem RAG-Konzern oder
Wacker Construction \'große Brocken\' auf der Liste.
\'Das Interesse an Börsengängen hat massiv zugenommen\',
konstatiert Konrad Bösl, Emissionsberater bei der
Unternehmensberatung Schlecht & Partner. Angesichts der
anziehenden Konjunktur stießen Unternehmen auf Kapitallücken, etwa
für neue Fabriken und Produkte oder für die Auslandsexpansion.
\'Das gilt für viele, vom kleinen Unternehmen bis zum
Weltmarktführer\', sagt Bösl. Der Strauß der Kandidaten ist bunt:
Dazu gehören etwa der Glasverpackungshersteller Gerresheimer, Pfaff
Industrie Maschinen, der Flugzeugbauzulieferer PFW Aerospace, der
Holzdämmplattenhersteller Steico und die Schokoldenfabrik Halloren.
Aus dem Portfolio des SAP-Gründers Dietmar Hopp stehen Heidelberg
Pharma und das Biotechunternehmen Curacite auf der Liste.
BANKEN FÜR DAS ERSTE HALBJAHR SCHON ZIEMLICH AUSGEBUCHT
Wer noch vor dem Sommer Börsenluft schnuppern will, muss sich nach
Ansicht Bösls beeilen: \'Die Banken sind für das erste Halbjahr
bereits ziemlich ausgebucht\', sagt er. Entsprechend zuversichtlich
geben sich die Finanzinstitute: Die Deutsche Bank rechnet für 2007
mit mehr Börsengängen als im Vorjahr - vorausgesetzt, die
Aktienmärkte entwickeln sich weiter positiv. Die UBS erwartet ein
Emissionsvolumen von 10 bis 12 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus
von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu 2006.
Mark Pohlmann, Leiter des Aktienkapitalmarktgeschäfts bei der UBS,
geht von etwa acht Neuemissionen mit einem Volumen von mehr als 500
Millionen Euro aus. In dieser Größenordnung lagen 2006 nur der
Dufthersteller Symrise , Wacker Chemie und das
Immobilienunternehmen Gagfah . \'Die Börsengänge mit Beteiligung
von Private-Equity-Gesellschaften führen dazu, dass die Emissionen
größer werden. Die Finanzinvestoren haben viele börsenreife
Unternehmen in ihren Portfolios\', sagt Pohlmann. Vor allem
Immobilienwerte wie die Deutsche Annington gehörten dazu.
FINANZINVESTOREN ALS MOTOR FÜR BÖRSENGÄNGE
Finanzinvestoren, die sich über das \'Ausstiegsvehikel Börse\' von
ihren Beteiligungen trennen, gelten in diesem Jahr als einer der
Motoren für Neuemissionen. Einer Umfrage der Beratungsgesellschaft
Haubrok Investor Relations unter 46 deutschen
Kapitalbeteiligungsfirmen zufolge planen drei Viertel mindestens
einen Börsengang.
\'Die Privat-Equity-Gesellschaften überlegen nicht lange. Wenn das
Börsenumfeld stimmt und die Erlöse auch, dann ist der Börsengang
für sie der Schritt der ersten Wahl\', sagt Jürgen Kurz von der
Deutschen Schutzvereinigung Wertpapierbesitz (DSW). Indem sich
Finanzinvestoren in den vergangenen Jahren massiv in den
Mittelstand einbrachten, hätten sie einen Wandel ausgelöst: \'Der
Mittelstand hat sich früher eher zurückhaltend gegenüber der Börse
verhalten. Somit gehen heute Unternehmen diesen Schritt, für die
das vor 10-15 Jahren noch undenkbar gewesen wäre.\'/sc/mur/sk
--- Von Nadine Schwede, dpa-AFX ---