Antwort auf Beitrag Nr.:
34.800.860 von hansjoachimmueller am
21.08.08 21:21:40Nach einem Pressebericht haben
Übernahme- und Zerschlagungsfantasien die HOCHTIEF-Aktie am Freitag
an die MDAX-Spitze geschoben. Gegen 10.10 Uhr gewann das Papier des
Baukonzerns 9,18 Prozent auf 54,70 Euro, nachdem es bereits am
Vorabend kurz vor Börsenschluss positiv auf den Bericht reagiert
hatte. Der Index der mittelgroßen Werte stieg zeitgleich um 1,16
Prozent auf 8.323,54 Zähler.
Dem HOCHTIEF-Konzern droht laut 'manager magazin' (Freitag) eine
Zerschlagung durch seine Großaktionäre. Der Anstoß für eine
Übernahme und eine Zerschlagung könnte vom größten spanischen
Baukonzern ACS kommen. Das klassische europäische Baugeschäft von
HOCHTIEF soll wohl an den zweiten Großaktionär Oleg Deripaska
gehen. Eine Sprecherin in Essen sagte: 'Wir haben keinerlei
Anzeichen, dass uns ACS zerschlagen will. Solche Gerüchte kommen
aber immer wieder mal hoch.' Experten zeigten sich angesichts einer
günstigen Bewertung der Aktie nicht überrascht von den
Spekulationen und wollten insbesondere wegen der wertvollen
Beteiligung an der australischen Leighton eine Zerschlagung des
Konzerns nicht ausschließen.
'Die Aussagen des Unternehmens dürften die Übernahmespekulationen
nicht dämpfen', meinte ein Händler. Der Pressebericht klinge
plausibel, insbesondere weil HOCHTIEF als unterbewertet gelte.
Zudem könnte ACS insbesondere durch die Übernahme der US-Sparte
Turner und den Anteil an der australischen Tochter Leighton die
eigenen Überkapazitäten auf dem spanischen Markt reduzieren.
'Die Aktie ist grundsätzlich fundamental unterbewertet, weshalb es
nicht überrascht, dass solche Gerüchte immer wieder aufkommen',
sagte Analyst Ralf Dibbern von M.M. Warburg. Da ACS bereits mehr
als 25 Prozent an HOCHTIEF halte, wäre es für die Spanier leicht,
ihre Beteiligung auf über 30 Prozent zu erhöhen und eine
Übernahmeofferte zu machen. Bisher habe die hohe Verschuldung von
ACS gegen einen solchen Schritt gesprochen. Doch könnte ACS
wertvolle Teile des deutschen Baukonzerns verkaufen - etwa den
Leighton-Anteil, dessen Wert derzeit vom Markt höher angesetzt
werde als der des Gesamtkonzerns. Dibbern beließ die HOCHTIEF-Aktie
auf 'Kaufen' mit einem Kursziel von 82 Euro.
Es sei schwierig, die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme und
Zerschlagung von HOCHTIEF abzuschätzen, schrieb Analyst Ingbert
Faust von equinet. Tatsache sei jedoch, dass ACS seine Abhängigkeit
vom spanischen Markt reduzieren wolle, HOCHTIEF niedrig bewertet
sei und die Weitergabe von dessen Nichtbauaktivitäten an einen
anderen Investor die Finanzierung einer Übernahme erleichtern
würde. Der Bericht im 'manager magazin' sollte zumindest
vorübergehend die Bewertung der HOCHTIEF-Aktie nach vorn bringen.
Faust bestätigte seine 'Buy'-Empfehlung mit einem Kursziel von 78
Euro. Ohne den Konglomeratsabschlag liege der Wert der Aktie bei 81
Euro, heißt es weiter.