Handelsblatt: Credit Suisse - Hilfe beim Verkauf von
Lehman-Zertifikaten
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Besitzer momentan illiquider Zertifikate der US-Bank Lehman
Brothers sollen diese Papiere mit Hilfe der Credit Suisse verkaufen
können. Dieses Angebot gelte für Kunden der Schweizer Bank in
Deutschland, der Schweiz sowie einigen anderen Ländern in Europa
und Asien, sagte ein Sprecher der Schweizer Großbank am Montag.
Als die US-Bank Lehman Brothers im September 2008 insolvent wurde,
verfielen zahlreiche Zertifikate dieser Emittentin wertlos. Die
Credit Suisse hatte in großem Stil Lehman-Zertifikate vertrieben.
Daher muss sie sich seit der Pleite der US-Bank immer wieder mit
Klagen, Schadenersatzforderungen und Protesten verärgerter Anleger
auseinandersetzen. 4000 Kunden entschädigte die Bank bisher mit
rund 150 Millionen Franken (rund 123 Millionen Euro).
Während Lehman-Zertifikate für Kleinanleger momentan illiquide und
dadurch praktisch wertlos sind, gibt es unter großen Investoren
Abnehmer dafür. Diese spekulieren darauf, dass am Ende des
vermutlich mehrjährigen Insolvenzverfahrens eine Konkursdividende
auf Lehman-Zertifikate gezahlt wird. Kleinanleger haben zu diesem
Markt keinen Zugang.
Daher bietet die Credit Suisse ihren Kunden an, Lehman-Zertifikate
zu bündeln und an Hedgefonds oder spezialisierte Investmentbanken
zu verkaufen. Die Bank bestätigte einen entsprechenden Bericht der
Zeitung „Tages-Anzeiger“ (Samstagsausgabe). In den nächsten Tagen
will das Institut alle betreffenden Kunden per Brief über die
Verkaufsaktion informieren. Kunden hätten bis zum 10. August 2011
Zeit, Aufträge zu erteilen. Die Bank will auf dabei auf eine
Provision verzichten.
Nach Einschätzung der Credit Suisse liegen die
gegenwärtig
erzielbaren Verkaufspreise für Lehman-Zertifikate zwischen 20 und
30 Prozent der Nennwerte. Wer die Papiere dafür nicht verkaufen
will, muss warten, bis das Insolvenzverfahren gegen Lehman Brothers
beendet ist.
Nach einer gegenwärtig laufenden Anhörung sollen sich die Gläubiger
für einen Restrukturierungsplan entscheiden. Darin wird festgelegt,
in welcher Rangfolge und zu welchen Anteilen die unterschiedlichen
Gläubiger aus der Insolvenzmasse bedient werden. Mit der Auszahlung
kann Lehman beginnen, sobald die Gesellschaft den Gläubigerschutz
verlassen hat. Normalerweise können Unternehmen dies kurz nach der
Billigung des Insolvenzplans tun.Der Insolvenzantrag der einst
viertgrößten US-Investmentbank gilt als Höhepunkt der Finanzkrise.
Es ist die bei weitem größte Firmenpleite in der US-Geschichte. Das
Institut war sehr stark in Immobilien, Hypothekenpapieren und
komplexen Kreditverbriefungen engagiert. Dramatische Wertverluste
bei diesen Anlagen brachen Lehman das Genick.