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    Draegerwerk: Genussscheine mit Nachholbedarf

    eröffnet am 01.02.02 17:09:59 von
    Langfristinvestor

    neuester Beitrag 30.10.14 10:38:00 von
    Jakobus01
    Beiträge: 5.448
    ID: 544.433
    Aufrufe heute: 312
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    Langfristinvestor
    schrieb am 01.02.02 17:09:59
    Beitrag Nr. 1 (5.488.559)
    Zu den Drägerwerk-Aktien und dem Management ist in den Diskussionsbeiträgen alles gesagt: Ein Blick auf den langfristigen Aktienchart rundet das traurige Bild ab. Die Aktie notiert trotz jüngster Hausse auf dem Niveau Anfang der 80-er Jahre. Die in den letzten Jahrzehnten erzielte Ertragsmarge ist mit Unternehmen, die in der Medizintechnik angesiedelt sind, nicht zu vergleichen (eher mit einem Lebensmitteldiscounter) Und dies trotz anerkannter Produkt-qualität und Innovationskraft, was die Managementleistung nicht gerade verbessert.


    Zum Thema Genussscheine:

    Ist man der Überzeugung, dass die Restrukturierung greift, und die Ertragsqualität auf ein in dieser Branche "übliches" Niveau steigt, kann die Aktie möglicherweise noch ein Kauf sein. Eine attraktivere Variante unter Chance/Risikoabwägung wären in diesem konstruktiven Sze-nario meiner Meinung nach die Genussscheine , die immer noch auf extrem tiefen Niveau gehandelt werden und die jüngste Aktienaufwärtsentwicklung nicht mitgemacht haben

    Ausgestaltung der Genussscheine:

    Gesamtvolumen Genussscheine: ca. St. 1,25Mio. unterteilt in mehrere Serien
    Ausschüttung: 10-fache Dividende der Aktie.
    Laufzeit: unbegrenzt mit Gläubigerkündigungsmöglichkeit ab 2026 (uninteressant).
    Kündigung durch Emittent: jederzeit mit möglicher Abfindung 10 Aktien je Genussschein (zwar nicht beabsichtigt, aber schon interessanter als die Gläubigerkündigung)

    WKN: 555071: Genussschein, der noch am "liquidesten" ist. Liquide bedeutet, dass ein paar Hundert Stück am Tag umgehen (ca. 850000 Stück Gesamtvolumen)

    Beim Kurs der Aktie von aktuell ca. 13 Euro und einem GS-Kurs von 38 Euro stellt sich die berechtigte Frage, warum der Genussschein mit 10-facher Ausschüttung der Aktie auf einem Niveau von 38 Euro gehandelt wird und nicht näher an dem theoretischen "Ausschüttungsniveau" von 130 Euro (13 Euro * 10) notiert. Dies entspricht einem Niveau von ca. 30%. Am fehlenden Stimmrecht kann es nicht liegen. Die Dräger Vorzugsaktien haben bekanntlich auch keines. Der Dividendenausfall der Aktie und die entsprechende "Null"-Ausschüttung des Genussscheins in 2001 haben die GS-Entwicklung natürlich nicht gerade beflügelt. An der Börse werden aber Zukunftserwartungen gehandelt und der Aktienkursverlauf lässt bereits eine Wende zum Besseren und eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlung erahnen. Im übrigen besteht ein Nachzahlungsanspruch von jährlich 1,3 Euro und es ist unwahrscheinlich, dass es die Familie Dräger zulässt, dass das Stimmrecht der Vorzugsaktien wieder auflebt (bei 2-maligem Dividendenausfall). Vor dem Dividendenausfall wurde eine Dividende pro Aktie von 0,42 Euro bezahlt entsprechend Euro 4,2 pro Genussschein Da zunächst die Gewinnrücklagen/Genussscheinkapital wieder aufgefüllt werden müssen, dürfte eine künftige Dividendenzahlung deutlich unter 0,42 Euro liegen. Entscheidend für die Genussscheinentwicklung ist jedoch der zukünftige Ertragstrend. Bei den ambitionierten Zielen der Gesellschaft sollte spätestens in 3-4 Jahren eine deutlich höhere Dividende als 0,42 Euro entsprechen 4,2 Euro pro Genussschein im Bereich des Möglichen liegen.


    Fazit: Die Unterbewertung des Genussscheins ist zum Teil mit der mangelnden Liquidität zu begründen und auch berechtigt. Für institutionelle Anleger ist dieses Instrument völlig unge-eignet . Entsprechend wenig Beachtung finden die Genussscheine. Falls die Gesellschaft ihre ambitionierten Ziele auch nur annähernd einhält, sollte der GS allein aus Renditeüberlegungen wieder ein Niveau von 50-55 Euro erreichen. Hinzu kommt, dass das Genussscheinkapital zu gegenwärtigen Kursen zukünftig vielleicht wünschenswerte Kapitalerhöhungen blo-ckiert. Bei Kapitalerhöhungen müssen Genussscheine zu vergleichbaren Konditionen ausgegeben werden. Schwer vorstellbar, dass bei einer angenommenen Dividende von 0,42 Euro und einem Aktienausgabekurs von fiktiv 20% unter aktuellem Kursniveau neue Genussscheine mit einem Abschlag von 20% zu einem Kurs von ca. 30 Euro bei einer Ausschüttung von 4,2 Euro ausgegeben werden. Ein deutlich höherer Genussscheinkurs wäre aus Sicht der Gesellschaft durchaus wünschenswert, auch mit Blick auf das Mitarbeiter-Genussscheinprogramm. In diesem Zusammenhang abschließend noch ein Querverweis auf den Allianz Genussschein(WKN 840405), der sich durch vergleichbare GS-Bedingungen auszeichnet ,allerdings was die Bonität und Güte der Gesellschaft anbelangt in einer anderen Klasse spielt.
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    valueinvestor
    schrieb am 01.02.02 22:32:03
    Beitrag Nr. 2 (5.490.770)
    Du sprichst ein interesantes Thema an.
    Wegen des langjährigen Kursverlaufs finde ich den Titel eher uninteressant und glaube auch nicht daran, daß Dräger einen Katapultstart hinlegt.
    Ein schlagendes Argument für diesen Genussschein ist, daß die Kurse der Anleihen erster Bonität sicherlich bald das Ende der Fahnenstange erreicht heben sollten. Ich trenne mich derzeit von den Rentenfonds, die noch aus meiner Anfangszeit an der Börse übriggeblieben sind. Einen Teil habe ich in Unternehmensanleihen wie mg tech, Preussag und Heidelzement gesteckt, da diese Papiere vertretbare Renditen bringen und ich kaum mit einem Ausfall rechne.(ansonsten würde ich den Schröder losschicken ;) )

    Das Problem mit der Umwandlung der Vorzüge bei Dividendenausfall stellt sich einer Reihe von Unternehmen. Für die Genussscheine von Dräger würde selbst die Aufnahme einer minimalen Dividendenzahlung schon ganz akzeptable Verzinsung bringen.
    Auf Sicht von 3 bis 5 Jahren könnte ein Investment sogar manche Aktie outperformen. Ich werde wohl mal einen Blick in die letzte Bilanz werfen und dann entscheiden.
    Danke, daß du diese Idee bei mir aus dem Hinterkopf geholt hast. (nomine sunt omene, mein Lateinlehrer würde mich jetzt sicher steinigen...)
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    VERTRAUmir
    schrieb am 04.02.02 15:51:18
    Beitrag Nr. 3 (5.501.095)
    Die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung halte ich für wahrscheinlich.

    Falls es Dräger gelingt den Ertrag in 2002 wie angekündigt deutlich zu steigern, könnte nächstes Jahr bereits wieder eine normale Dividende drin sein. Der Drägerwerk Genussschein sollte davon stärker profitieren als die Aktie.


    Dräger - Ertragsswende geschafft - Optimistisch für 2002 <http://www.sharper.de/images/spacer.gif>

    Lübeck, 04. Feb (Reuters) - Die in den Sparten Medizin-, Sicherheits- und Luftfahrttechnik tätige Drägerwerk AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben die Ertragswende geschafft und rechnet für 2002 mit einer deutlichen Renditeverbesserung. Sowohl die positiv verlaufene Restrukturierung der Medizinsparte als auch die Sicherheitstechnik hätten dazu beigetragen, dass sich die Ertragslage entscheidend verbessert habe, teilte das Unternehmen am Montag in Lübeck mit. Die größte Spartengesellschaft, Dräger Medical, habe damit nach nur einem Jahr sowohl beim Ebit als auch beim Jahresergebnis wieder schwarze Zahlen geschrieben.

    Der Umsatz der Gruppe habe sich im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Euro erhöht, teilte Dräger weiter mit. Davon entfielen den Angaben zufolge 805 Millionen Euro (plus zehn Prozent) auf das Medizintechnikgeschäft und 420 Millionen Euro (plus elf Prozent) auf die Sicherheitstechnik. Für die Luftfahrttechnik wurden keine Zahlen genannt. Für 2002 rechne Dräger mit einem geringeren Umsatzplus von fünf Prozent, wobei sich die operative Rendite überproportional entwickele, teilte das Unternehmen mit.




    Montag, 04.02.2002, 14:57
    Dräger schreibt nach Millionenverlust wieder schwarze Zahlen

    LÜBECK (dpa-AFX) - Der Lübecker Dräger-Konzern, eines der größten Industrieunternehmen Schleswig-Holsteins, schreibt nach einem Verlustjahr wieder schwarze Zahlen. Der Umsatz der Gruppe habe im Jahr 2001 rund 1,3 Milliarden Euro betragen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das seien rund 10 Prozent mehr als im Jahr 2000. Auch das Geschäftsergebnis sei im Jahr 2001 "deutlich positiv" gewesen, sagte ein Unternehmenssprecher.

    Im Jahr 2000 hatte der Hersteller von Medizin-, Sicherheits- und Luftfahrttechnik mit einem Verlust von rund 58,6 Millionen Euro abgeschlossen. Für das Jahr 2002 erwartet das Unternehmen ein Umsatzplus von rund fünf Prozent.

    Die vorläufigen Zahlen ließen erkennen, das das Unternehmen seine Ertragslage entscheidend verbessert habe, sagte der Vorstandsvorsitzende Theo Dräger. Als Gründe nannte er die guten Ergebnisse der Sparte Sicherheitstechnik und die erfolgreiche Umstrukturierung der Sparte Medizintechnik.

    Mit der rund 38,5 Millionen Euro teuren Umstrukturierung hatte das Unternehmen auf Einbrüche im Umsatz dieses Geschäftsbereichs reagiert. So waren vor allem am Produktionsstandort Lübeck rund 300 Arbeitsplätze gestrichen worden. Die Medizintechnik ist mit einem Anteil von fast 65 Prozent am Konzernumsatz die größte Dräger-Sparte. Sie hat nach Angaben des Unternehmens ihren Umsatz 2001 gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent gesteigert; die Sicherheitstechnik hat danach beim Umsatz sogar um elf Prozent zugelegt.

    Der Dräger-Konzern beschäftigt weltweit knapp 11 000 Mitarbeiter, davon etwa 6000 in Deutschland./em/gi/DP/mur/

    info@dpa-AFX.de
    Avatar
    Langfristinvestor
    schrieb am 09.04.03 17:47:00
    Beitrag Nr. 4 (9.128.489)
    Aus gegebenem Anlass ein perspektivischer Blick auf die Genussscheine von Dräger.
    Bei einem Jahresüberschuß von 19,8 Mio Euro ergibt sich in 2002 ein Gewinn pro Aktie von 1,55 Euro pro Aktie (12,7 Mio Aktien im Umlauf) Bereinigt man die Einmalaufwendungen von Euro 15 Mio ergibt sich bei einem angenommenen Steuersatz von 35% ein bereinigtes Ergebnis von ca. 2,3 Euro pro Aktie und damit deutlich über den Schätzungen der Analysten.Selbst ohne übersteigerter Phantasie aus dem Siemens Joint Venture sind Gewinne pro Aktie im Bereich von 3 Euro auf Sicht von 2 Jahren realistisch. Was bedeutet das für den Genusschein?
    Bei einer aktuellen Ausschüttung von 3,5 Euro (10-fache Dividende der Aktie von 0,35 Euro) beträgt die laufende Verzinsung ca. 8,6%. Da die Bilanz mit Blick auf die niedrige EK-Quote (Katastrophenjahr 2000 mit ca. 60 Mio Euro Abschreibung) noch nicht völlig "gesundet" ist, sollte die Rücklagendotierung Priorität vor einer hohen Ausschüttungsrate haben. Eine Pay-out Ratio von moderaten 25-35% hätte auf Sicht von 2 Jahren bei den unterstellten 3 Euro pro Aktie eine Dividende von 0,75 Euro- 1,05 Euro zur Folge. Die Dividendenrendite wäre überschaubare 2,6-3,7%. Die Genusscheinrendite stellt sich bei diesem Szenario ein wenig attraktiver dar. Bei einem Kurs von 43 Euro und einer 10-fachen Ausschüttung auf die Genussscheine läge die laufende Verzinsung zwischen 17%-24%. Ein höhere Pay-Out Ratio würde zu abenteuerlichen Ergebnissen führen. Nur am Rande bemerkt: Mitte der 80-Jahre wurden die Genussscheine bei tendenziell schlechterer Ertragsqualität mit gut 6 Euro pro Genussschein bedient.
    Fazit: Die Bewertung der stimmrechtslosen Genussscheine im Vergleich zu den stimmrechtslosen Vorzugsaktien ist bei der aktuellen Gewinnperspektive von Draegerwerk ein absoluter Witz. Auch vor dem Hintergrund, daß marktenge Spezialpapiere vollständig vom Radar/Researchabdeckung institutioneller Anleger verschwunden sind,was in diesem Fall für den langfristig denkenden Privatinvestor von Vorteil ist.
    Avatar
    se2707
    schrieb am 09.04.03 18:43:51
    Beitrag Nr. 5 (9.129.266)
    Die Drägerwerk Aktie profitiert von der Aufnahme in den Tec-Dax. Indexfonds kaufen die Aktie.

    Die Genussscheine sind in keinem Index vertreten. Manchmal werden in Zeitungen und Zeitschriften Übersichten über Genussscheine veröffentlicht. Da fehlt Drägerwerk auch, z.B. weil das Emissionsvolumen zu gering ist.

    Ich denke die Preise der Genussscheine werden dann etwas anziehen, wenn die Ausschüttung erfolgt ist. Wenn in den Kursblättern neben dem Genusschein die ausgezahlten 3,5 Euro stehen und die Rendite, dann werden einige Anleger aufmerksam.


    Ist ein Szenario denkbar, daß die Genusscheine abgefunden werden oder in Vorzugsaktien getauscht werden (muessen)?
    Avatar
    griechischerHeld
    schrieb am 09.04.03 18:44:59
    Beitrag Nr. 6 (9.129.278)
    Ich beobachte die Genußscheine schon seit einiger Zeit. Vor einem Jahr hatte man aber eindeutig besser die Vorzugsaktien im Depot... aber bei dem heutigen Kursverhältnis Vorzüge/Genußscheine? Wie sieht es mit dem Risiko der Genußscheine aus?

    griechischerHeld
    Avatar
    se2707
    schrieb am 09.04.03 19:38:28
    Beitrag Nr. 7 (9.129.852)
    @ griechischer Held

    Auf der Homepage von Dräger findest Du PDF Files mit den Genusscheinbedingungen

    www.draeger.com/de/Ag/Investor_Relations/ genussscheine/Genb…

    Meines Erachtens hat der Genussschein die gleichen Risiken wie die Aktie.

    Ein weiterer Grund für den niedrigen Genussschein Kurs koennte darin liegen, daß er kein Rating hat und ihn dann institutionelle Anleger nicht kaufen koennen oder dürfen.
    Avatar
    zomby
    schrieb am 09.04.03 21:03:16
    Beitrag Nr. 8 (9.130.850)
    Auf der Invest-Messe in Stuttgart gab es einen Vortrag zum Thema Genussscheine von einem Analysten der LBBW. Ich habe ihn nachher zum Thema Draeger-GS gefragt. Er sagte mir, er habe sich nicht näher damit beschäftigt, das Volumen sei vielzu gering. Es fertige Studien an, die an die Berater in den Zweigstellen gehen. Diese generieren dann über ihre Kundenkontakte Umsätze und Provisionen für die Bank. Bei solchen Scheinen wie Dräger, sei das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag viel zu schlecht. Ich denke in Dräger-Scheinen tummeln sich nur Private, die sich selbst informieren und Mitarbeiter von Dräger. grüße zomby
    Avatar
    tofu1
    schrieb am 09.04.03 21:42:52
    Beitrag Nr. 9 (9.131.396)
    Hallo Zomby,
    bedenke, dass bei Draeger die Mitarbeiter statt mit Aktien mit Genusscheinen beglueckt werden.
    Ich denke, dass daher genug Leute auch im Aufsichtsrat (Arbeitnehmervertreter) ein Interesse haben, dass eine angemessene Dividende gezahlt wird.
    Vermute mal dass naechstes Jahr wieder die Dividende um 13 cent erhoeht wird. Das waeren dann rund 12%
    Avatar
    pantarhei
    schrieb am 10.04.03 11:50:03
    Beitrag Nr. 10 (9.135.710)
    Vergleich Genussschein D zur Vorzugsaktie:


    Ich habe den Genussschein seit 2 Jahren und wäre damit zufrieden, wenn nicht die VZ so verdammt gut gelaufen wären. :rolleyes:
    ciao
    panta rhei