*** Windräder bringen nichts für CO2-Ziel ***
Von Anselm Waldermann
Klimapolitik paradox: Trotz Solar- und Windenergie-Booms wird in
Europa
kein Gramm CO2 eingespart. Denn für jedes neue Windrad in
Deutschland
darf in Osteuropa mehr Kohle verfeuert werden.
usw. usw.
------------- soweit der SPIEGEL-Text --------------------
Nach der Darstellung des SPIEGEL gibt es zwei Möglichkeiten, wie
man den
CO2-Anstieg in der Atmosphäre bremsen kann. Entweder durch den Bau
von
Windrädern, Solaranlagen und anderen Anlagen der Erneuerbaren
Energien
oder durch Emissionshandel.
Der SPIEGEL-Beitrag entscheidet sich für den Emissionshandel und
gegen
das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Wir sehen das anders - und
unsere
Entscheidung ist leicht zu begründen. Dazu wägen wir die Vor-
und
Nachteile beider Verfahren gegeneinander ab:
Durch die Erneuerbaren Energien wird die Energiegewinnung
konsequent auf
eine neue, nämlich CO2-freie Technik umgestellt. Jede kWh, die
durch
Wind und Sonnnenergie erzeugt wurde, verdrängt somit SOFORT
fossilen und
atomaren Strom.
Durch Emissionshandel hingegen sollen die Betreiber von
fossilen
Energieanlagen gezwungen werden, die wirtschaftlich billigste
Möglichkeit, den CO2-Ausstoß zu vermindern, zu nutzen.
Der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument, mit
dem
eine vereinbarte Verminderung der CO2-Emissionen jeweils dort
vorgenommen werden soll, wo es wirtschaftlich am billigsten ist.
Die
Reduktionsquoten stellen keinen Zwang dar, eine grundlegend neue
und
CO2-freie Technik zu nutzen. Die Reduktionsquoten sind vielmehr
so
bemessen, dass sie durch neue fossile Anlagen mit einem
besseren
Wirkungsgrad, d.h. einem geringeren CO2-Ausstoß pro
bereitgestellter
Kilowattstunde erfüllt werden können. Das ist ein Kardinalfehler!
Die
derzeit billigste Methode zur Verminderung der CO2-Emissionen ist
somit
leider der Ersatz alter Kohlekraftwerke am Ende ihrer Laufzeit
durch
effizientere moderne Kohlekraftwerke.
Der große Nachteil des Emissionshandelsverfahrens liegt auf der
Hand:
Die neu erstellten fossilen Kraftwerke haben eine Lebensdauer von
etwa
40 Jahren. Jedes dieser neuen Kraftwerke würde also die
Beibehaltung der
fossilen Technik auf 4 weitere Jahrzehnte zementieren.
Dieser Zeitraum ist angesichts des galoppierenden Klimawandels viel
zu lang.
In erheblich kürzerer Zeit könnte die Wirtschaft mit Anlagen
der
Erneuerbaren Energien längst auf einen CO2-Ausstoß gekommen sein,
der
gegen Null geht. In erheblich kürzerer Zeit als 40 Jahre könnten
durch
Massennachfrage und Massenproduktion von Solaranlagen und
Windrädern
diese Techniken längst so billig geworden, dass weltweit niemand
mehr
wirtschaftliches Interesse am Bau von fossilen Kraftwerken haben
wird.
Emissionshandel verzögert somit die Energiewende um vier
Jahrzehnte.
** Marktwirtschaft ist wegen ihrer Gegenwartspräferenz
grundsätzlich
nicht in der Lage, Zukunftssicherung zu garantieren!
Der grundlegende Gedankenfehler beim Emissionshandel liegt darin,
dass
ein Handelssystem auf intelligente Art und Weise zwar immer nach
der
billigsten Ersatz-Möglichkeit sucht und sie auch findet. Wir
brauchen
aber nicht die derzeit billigste Lösung mit einigen Prozenten
weniger
CO2, sondern wir brauchen eine möglichst schnelle CO2-freie
Lösung.
In der Sprache des Ingenieurs ausgedrückt: Wir brauchen keine
stetige "Verbesserung" unseres gegenwärtigen
Energiebereitstellungssystems, sondern wir brauchen eine neue,
eine
andere, nämlich eine CO2-freie Bereitstellung von Energie, wie
sie
derzeit nur die Erneuerbaren Energien (mit Ausnahme der
Biomasse)
gewährleisten können. Diese neue Technik ist zunächst einmal teurer
als
die herkömmliche bereits lange etablierte Technik, die ihren
Betreibern
immense Gewinne beschert hat.
Hier ist Ordnungspolitik gefragt, keine Marktwirtschaft! Verfahren
und
Maßnahmen, die vorhersehbar zum Tode von Millionen (wahrscheinlich
sogar
von Milliarden) von Menschen führen werden, gehören verboten. Und
wenn
man sie nicht verbieten kann, dann muss zumindest Abhilfe durch
ein
staatlich verordnetes und staatlich energisch gestütztes neues
Energiebereitstellungssystem erfolgen.
Die Einführung einer CO2-freien Technik kann im Wettbewerb
gegenüber
einer etablierten und lang erprobten Technik natürlich im
Anfangsstadium
nicht billiger sein, sonst hätte sich die neue Technik schon von
alleine
eingeführt.
Glücklicherweise erfolgt die Markteinführung der Erneuerbaren
Energien
durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erheblich schneller,
als die
Fachleute vorher angenommen hatten. Das EEG hat sich besonders
bewährt.
Windenergie im Binnenland senkt bereits seit 2006 aufgrund des
Merit-Order-Effekts den Spotmarktpreis an der Leipziger Strombörse.
Hier
machen sich schon die finanziellen Vorleistungen aus den
Markteinführungsjahren seit 1990 finanziell bezahlt.
http://www.sfv.de/artikel/2008/windenergie_an_land_senkt_den…
Mit weiterem Ausbau der Windenergie an Land wird sich dieser Effekt
noch
verstärken.
Auf die hier angesprochene Problematik des Emissionshandels ist vom
SFV
schon mehrfach hingewiesen worden. Unter dem Anreiz des
Emissionshandels
plant die deutsche Energiewirtschaft den Bau von 17 neuen
Kohlekraftwerken. Der schlichte klimapolitische Wahnsinn!
Da der Emissionshandel einen Anreiz zum Bau neuer fossiler
Kraftwerke
darstellt, sollte er so rasch wie möglich abgeschafft werden.
Unterschriften gegen den Emissionshandel können Sie auf unserer
Internetseite einsehen und sich selber ebenfalls dort eintragen
lassen.
http://www.sfv.de/lokal/mails/wvf/e_unters.htm