Dienstag, 11. Januar 2011, 9:18 Uhr | Eingetragen von
Goldreporter
Geheimpapier über Goldverkäufe Australiens
aufgetaucht
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Goldmünze Känguru: Australier wissen den Wert des Goldes zu
schätzen
(Foto: Goldreporter).
Genau wie Großbritannien um die Jahrtausendwende, verkaufte die
Australische Zentralbank vor 23 Jahren große Teile ihrer
Goldreserven.
Ein nun aufgetauchtes Papier verrät mehr über die
Hintergründe.
„Die Entscheidung 167 Tonnen Gold der Zentralbank-Reserven zu
verkaufen kostete die Nation rund 5 Milliarden Dollar“, schreibt
The Australian in der Montagsausgabe.
Die australische Zeitung berichtet über ein nun aufgetauchtes
Papier der Reserve Bank of Australia (RBA).
Der Zentralbankvorstand empfahl im Jahr 1997 den Verkauf des
Goldes.
Zwar gebe man in dem Schreiben zu, dass das Gold als Versicherung
gegen den Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems
diene.
Gleichzeitig stritt man aber die Notwendigkeit ab, die Goldreserven
weiter halten zu müssen.
Das Gold habe keine gute Performance gebracht und Australien müsse
in einer wirtschaftlichen Krise nicht um den Zugang zu den
Finanzmärkten fürchten.
Wörtlich heißt es in dem RBA-Papier: „Zentralbanken halten
traditionell Gold, weil es im Fall einer Krise des internationalen
Finanzsystems genutzt werden kann; es ist die einzige Reserve, die
kein Zahlungsversprechen einer anderen Regierung, einer
internationalen Institution oder Bank darstellt.
Im Verlauf der letzten zwei oder drei Dekaden hat die Welt eine
Reihe von Wirtschaftskrisen durchlebt, Gold spielte aber keine
Rolle bei deren Bewältigung.“
Mit dem Verkauf von 167 Tonnen Gold reduzierte die RBA die
damaligen Goldreserven Australiens um zwei Drittel auf lediglich 80
Tonnen.
Wie The Australian weiter berichtet, habe der über einen Zeitraum
von sechs Monaten vollzogene Goldverkauf seinerzeit dazu
beigetragen, den Goldpreis auf ein 11-Jahres-Tief zu drücken.
Die gesamte Goldmenge sei damals ohne Auktion über einen einzigen
Händler veräußert worden.
Der Erlös: Rund 2,4 Milliarden US-Dollar.
Heutiger Gegenwert: rund 7,4 Milliarden Dollar.
Zugang zum RBA-Papier hat die Zeitung über den sogenannten Freedom
of Information Act erlangt.
Er gewährt Bürgern eines Landes bei bestimmten Voraussetzungen und
nach einem gewissen Zeitraum Zugang zu Regierungspapieren.
In Großbritannien wird der ehemalige Premier Gordon Brown von
Kritikern heute noch verachtet.
Als Schatzkanzler verantwortete er zwischen 1999 und 2002
umfangreiche Goldverkäufe aus den britischen
Zentralbankbeständen.
Damals notierte der Goldpreis auf dem niedrigem Niveau nach Ende
der letzten Goldhausse.
Die Briten sprechen auch gerne vom Brown-Bottom.
Goldreporter