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Wellenenergie, Schwung für\'s Depot, oder ein langer Weg. [Thread-Nr: 1086180]

Diskussionsstatistik
eröffnet am 28.09.07 22:45:02
von
neuster Beitrag 17.01.12 20:44:20
von

Anzahl Beiträge: 365
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Diskussionsnr.: 1.133.389

Ocean Power Tech

WKN: A0MQW2
ISIN: US6748703088
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Frankfurt (EUR), 09.02.12 | 15:30
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schrieb am 28.09.07 22:45:02
Beitrag Nr.1 
(31.783.540)
Antwort
Zitat
Thread-Nr: 1086180
-------------------------------------------------------------------

Artikel vom 22.09.07
Ocean Power Technologies Inc.
-
Die Wellenreiter aus New Jersey


Ölschock - Der Preis für 1Barrel (159Liter) Erdöl kletterte in diesem Monat an der New Yorker Terminbörse NYMEX gleich mehrmals über die 80USD Marke und markierte damit ein neues Rekordhoch. Die aktuelle Preisentwicklung beim Öl macht es einmal mehr als deutlich - der weltweite Hunger nach Energie wird immer stärker und die Ressourcen an fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas werden immer knapper. Die US Energy Information Administration (EIA) hat in einer aktuellen Studie errechnet, das der weltweite Bedarf an Elektrizität sich bis 2030 mit über 30Billionen Kilowatt mehr als verdoppeln wird. Als Folge dieser Entwicklung erwartet die US-Behörde innerhalb der nächsten 25Jahre ein Investitionsvolumen von über 4Billionen USD in den Ausbau neuer Energiekapazitäten und der entsprechenden Infrastruktur. Knapp die Hälfte dieser gigantischen Investitionen werde dabei in den Alternativen Energiesektor fließen. Die aktuelle Diskussion rund um den drohenden Klimawandel gibt der Alternativen Energiebranche zudem zusätzlichen Auftrieb. Vor allem die Solar- und Windenergiebranche beeindrucken seit geraumer Zeit mit traumhaften Wachstumsraten und haben Wertpapiere aus diesen beiden Branchen innerhalb kürzester Zeit mit zu den gefragtesten Investments gemacht.

Im Zuge dieses weltweiten Solar- und Windkraftbooms zeichnet sich mit der Energiegewinnung aus Wasserwellen eine weitere, interessante Alternative im Grünen Energiesektor ab. Der im Dezember 2004 über Asien wütende Tsunami, der Zerstörungen und Verwüstungen in einem bis dato unbekannten Ausmaß hinterlassen hatte, zeigte welche gewaltigen Energien Wasserwellen freisetzen können. Zahlreiche Wissenschaftler und Forscher auf der Welt beschäftigen sich seit den 80er Jahren mit der Frage, wie man diese Energie in den Wasserwellen nutzbar machen könnte. Einer der Pioniere auf diesem noch jungen Gebiet ist die im April 1984 gegründete Ocean Power Technologies Inc. (NASDAQ: OPTT) aus New Jersey, die zu einer Handvoll von Unternehmen gehören, die heute in der Lage sind bereits bei einem relativ geringen Wellenenergielevel nutzbare elektrische Energie zu gewinnen. Das es sich bei solchen Wellenkraftwerken in Zukunft um keine Nischentechnologie mehr handeln muss, zeigt eine aktuelle Studie des internationalen Weltenergierates in London, der davon ausgeht, das man mit Hilfe von Wellen- und Gezeitenkraftwerken in Zukunft bis zu 15 Prozent des weltweiten Strombedarfs abdecken kann. Die Gründe für diese optimistische Aussage liegen klar auf de Hand, da die Wasserwellen-Technologie enorme Vorteile gegenüber der Photovoltaik und Windkraftenergie für sich verbuchen kann. Neben einem konstanten und damit berechenbaren Energiefluss, ist man mit Wellenkraftwerken in der Lage, an ausgewählten Stellen im Meer, über das Jahr gerechnet, knapp 23Stunden pro Tag elektrische Energie zu erzeugen und damit einen deutlichen höheren Nutzungszeitraum erzielt als bei Photovoltaikanwendungen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil von Wellenkraftwerken ist die fast unsichtbare Einbindung in die Naturlandschaft. So hinterlassen z.Bsp Windkraftparkanlagen sichtbare und hörbare Spuren, so das diese auch nur in relativ unbewohnten Gebieten realisierbar sind.


Die Grafik zeigt, die Wellenstärke in KW je Meter Küstenlinie. Bereits bei unter 20KW/m ist Ocean Power Technologies in der Lage nutzbare Energie aus Wasserwellen zu gewinnen.

Ocean Power Technologies haben mit ihrer "PowerBuoy" eine Technologie entwickelt, mit der man in der Lage ist, Wellenbewegungen von unter 20KW je Meter Küstenlinie in nutzbare elektrische Energie umzuwandeln. Die mehrere Meter hohe und am Meeresgrund befestigte Boje erzeugt mit Hilfe eines eingebauten Generators durch die ständigen Auf- und Ab- Bewegungen den elektrischen Strom, der dann über ein Unterseekabel in ein bestehendes Stromnetz eingebunden werden kann. Das von Ocean Power Technologies patentierte Verfahren wurde bereits 1997 in einem 1jährigen Demonstrationsversuch im Atlantischen Ozean erfolgreich getestet und überstand dabei sogar Hurrikan- und Winterstürme. Im Laufe der letzten Jahre konnte das Unternehmen die Leistung einer einzelnen PowerBuoy immer weiter nach oben schrauben. Zur Zeit arbeitet man mit Hochdruck an der Fertigstellung der neuesten Generation der PowerBuoy, mit der bereits eine maximale Leistung von 150KW je Boje erzielt werden soll. Das große Ziel von Ocean Power Technologies ist es jedoch, bis 2010 eine kommerzielle PowerBuoy mit einer Leistung von 500KW auf den Markt zu bringen und damit den endgültigen Durchbruch für Wellenkraftwerke zu besiegeln.

Noch befinden sich die schwimmenden Kraftwerke von Ocean Power Technologies in der Versuchs- und Demonstrationsphase, wobei das Interesse an der neuen Technologie in den letzten 2Jahren so stark angestiegen ist, das sich inzwischen erste kleinere, kommerzielle Projekte in der Planung befinden. So arbeitet das Unternehmen seit diesem Jahr an der spanischen Nordküste in der Nähe von Santoña am Aufbau einer Wellen-Wasserkraftanlage mit einer Leistung von bis zu 1,39MW. Das von dem spanischen Energiekonzern Iberdrola in Auftrag gegebene Projekt befindet sich zur Zeit in Phase 1, in der die ersten Unterseeleitungen und Verteilerstationen verlegt werden, sowie eine erste PowerBuoy für Messungen installiert wird. Bis Ende Juni 2008 soll das Wellenkraftwerk mit seiner vollen Kapazität in Betrieb gehen. Neben diesem Projekt, plant der Iberdrola Konzern, der zu einem der weltweit führenden Produzenten von erneuerbaren Energien zählt, zusammen mit dem Französischen Energiekonzern Total ein weiteres Ocean Power Technologies Wellenkraftwerk mit einer Kapazität von 5MW an der Französischen Küste. Ein weiterer lukrativer Markt für die „PowerBuoy" sind die Britischen Inseln, die zu den Wellenstärksten Regionen auf der Welt zählen. Bereits im Februar 2006 erteilte die Südenglische Entwicklungsbehörde für Erneuerbare Energie ihre Zustimmung für den Bau einer 5MW Wellenkraftanlage vor der Küste von Cornwall / England, mit der Ocean Power Technologies die Funktionsweise und Wirtschaftlichkeit des Systems demonstrieren will. In diesem Projekt will das Unternehmen als unabhängiger Energie Produzent seine elektrische Energie weiterverkaufen und damit den Bau zu refinanzieren und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Systems zu demonstrieren. Noch befindet sich dieses, ausschließlich von Ocean Power Technologies finanziertes Vorhaben in der Planungs- und Entwicklungsphase. Im Gegensatz zum Cornwall-Projekt, konnte man dagegen im März 2007 einen Auftrag für ein Demonstrationskraftwerk vor der Küste von Orkney / Schottland mit einer Leistung von 150KW von der Forschungsabteilung des Schottischen Energieministeriums an Land ziehen. Neben den Aktivitäten in Europa arbeit Ocean Power Technologies auch im eigenen Land an viel versprechenden Projekten. Einer der Hauptauftraggeber des Unternehmens ist dabei die US. Navy, für die man seit geraumer Zeit einen Demonstrationsversuch mit 3Power Bojen auf dem Marine Corps Stützpunkt auf Oahu / Hawaii durchführt. Sollten die Tests für die US. Navy zufrieden stellend verlaufen, könnte nach Ablauf des Abkommens im April 2008 ein Folgeauftrag für eine Wellenkraftanlage mit einer Leistung von 1MW erfolgen. Einen weiteren, 1,7Mio. USD schweren US Navy Auftrag konnte man zudem vor 4Monaten an Land ziehen. In einer 18Monate dauernden Testphase soll die PowerBuoy Technologie die nötige Energie für ein neues Akustisches Tiefsee-Abfragesystem der Navy liefern. Aber auch auf kommerzieller Ebene hat Ocean Power Technologies in seinem Heimatland erste Fortschritte erzielen können. So gab die US-Bundesenergie Aufsichtsbehörde Anfang des Jahres grünes Licht für den Bau einer 50MW Wasserkraftanlage vor der Küste von Reedsport / Oregon. In einem ersten Schritt will Ocean Power Technologies ein 5MW System installieren und die gewonnene Energie an regionale Stromversorger verkaufen. In einem 2. Schritt soll dann die Kapazität mit Hilfe eines potenziellen Kunden um 45MW erhöht. Mit Hilfe eines Joint- Venture mit dem US- Energiedienstleistungsunternehmen PNGC Power soll die ersten Phase des Reedsport -Projektes so schnell wie möglich umgesetzt werden. Zwei weitere Anträge für den Bau von 2Wellenkraftwerken mit einer Gesamtleitung von 100MW im Bundesstaat Oregon (der Küste von Coos Bay und Newport) reichte man Anfang des Jahres bei der US-Energiebehörde ein. Neben Europa und Nord Amerika verspricht sich Ocean Power Technologies in Zukunft auch für den Japanischen und Australischen Markt große Absatzchancen.


In Zukunft will Ocean Power Technologies mit einer 500KW PowerBuoy den Produktionspreis auf unter 5Cent je 1KW Strom drücken um
damit auf dem Niveau der fossilen Energieerzeugung liegt.


Noch befindet sich Ocean Power Technologies in der klassischen StartUp Phase, so das man im kürzlich abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 lediglich einen Umsatz in Höhe von 2,5Mio. USD generierte und dabei einen Nettoverlust von 9,7Mio. USD (1,83/Aktie) ausweisen musste. Das sich diese wirtschaftliche Entwicklung zunächst auch im neuen Geschäftsjahr 2008 fortsetzen wird, ist angesichts der Entwicklungs- und Projektionsphase keine große Überraschung. In den ersten 3Monate des neuen Geschäftsjahres 2008 legte man bei einem Umsatz von 556T USD einen Nettoverlust in Höhe von 2,4Mio. USD (0,24/Aktie) vor. Zwar lösen diese Zahlen auf den ersten Blick alles andere als Euphorie aus, dennoch zeigt der stark, auf 6,9Mio. USD angestiegene Auftragsbestand, das wachsende Interesse an der neuen Wellenkrafttechnologie. Dank des NASDAQ-Börsenganges im April diesen Jahres, wo Ocean Power Technologies 5Mio. Aktien zu je 20USD platzierte, steht das schuldenfreie Unternehmen mit einem Bargeldvermögen von über 112Mio. USD jedoch Fundamental auf sehr sicheren Beinen. Mit diesen starken finanziellen Mitteln im Rücken, ist Ocean Power Technologies in der Lage, seine ehrgeizigen Wellenkraftwerksprojekte auch ohne große Investoren umzusetzen. Neben dem Listing an der NASDAQ notiert man zudem seit Oktober 2003 auch an der Londoner Aktienbörse.

Fazit: Bisher haben Anleger bei ihren Investments im Alternativen Energiesektor ihren Fokus auf Solar- und Windenergieaktien gelegt, und die Bewertungen einzelner Unternehmen dabei bereits in schwindelerregende Höhen getrieben. Mit der bis heute noch relativ unbekannten Ocean Power Technologies bietet sich für spekulativ langfristig orientierte Anleger eine interessante Alternative in diesem boomenden Sektor. Vor allem an dicht besiedelten Küstenregionen könnte sich die neuen Wellentechnologie gegenüber On- und Offshore Windkraftanlagen durchsetzten. Zahlreiche Experten sehen in der Wellenkrafttechnologie eine wesentlich effizientere Energiegewinnung, als bei der bisher favorisierten Wind- und Solarenergie. Ocean Power Technologies geht davon aus, das man in Zukunft mit einer 500KW PowerBuoy in der Lage sein wird, einen Produktionspreis für 1KW Strom auf unter 5Cent zu drücken und damit auf einem Niveau mit der fossilen Energieerzeugung liegt. Die viel versprechenden Demonstrationsprojekte und das stetig wachsende Interesse seitens der Energiekonzerne an den neuen Wellenkraftwerken, könnte bereits in 2-3 Jahren zum kommerziellen Durchbruch der Technologie führen. Neben den glänzenden Wachstumsperspektiven ist es vor allem der starke finanzielle Background (Cash: $10,98/Aktie) von Ocean Power Technologies, der ein Investment auf aktuellen Niveau so interessant macht. Wir empfehlen spekulativ, langfristig orientierten Anlegern, bei Kursen von unter 14USD klar zum Kauf und taxieren für die nächsten 12Monate erstmal ein Kursziel von 20USD.

http://www.nasdaq-stocks.de/html/ocean_power_technologies.ht…
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Willi Grün
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schrieb am 28.09.07 22:50:23
Beitrag Nr.2 
(31.783.563)
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Energie: Die Entwicklung steht erst am Anfang

Wellenkraft erzeugt Strom


VDI nachrichten, Düsseldorf, 28. 9. 07, mg - Europa schöpft zunehmend Wellenenergie aus dem Meer. Insgesamt sind dafür nicht weniger als neun unterschiedliche technische Systeme im Rennen. Experten schätzen, dass das weltweit nutzbare Energiepotenzial rund 1400 konventionellen Kraftwerksblöcken entspricht.

Beim baskischen Mutriku in Nordspanien entsteht jetzt das erste kommerziell betriebene Wellenkraftwerk der Welt, welches in eine Hafenmole integriert ist. Das vom baskischen Energieversorger Ente Vasco de Energia in Auftrag gegebene 300-kW-Kraftwerk wird von Voith Siemens Hydro (VSH) gebaut und soll im Winter 2008/2009 in Betrieb gehen.

"Das Projekt rechnet sich zwar in der jetzigen Pionierphase noch nicht, aber das ist mit Photovoltaik nicht anders", meint Jochen Weilepp, Abteilungsleiter für Meeresenergie-Technologien bei Voith Siemens Hydro. Mittelfristig sei an geeigneten Standorten ein Preis von 10 Cent/kWh bis 15 Cent/kWh erreichbar - rund doppelt so viel wie bei der Windenergie. "Aber nicht etwa Turbinen oder Komponenten machen derartige Projekte teuer, sondern in erster Linie der Aufwand für die notwendige Infrastruktur der Anlage", erklärt Weilepp.

Um die Investitionen gering zu halten, entsteht die Infrastruktur in der neuen Hafenmole von Mutriku, die ohnehin neu errichtet werden muss. Dort werden 16 Kavernen errichtet, die zum Meer hin so weit offen sind, das Wellen hineinschwappen können. Nach dem Prinzip der oszillierenden Wassersäule verdrängen sie im Auf und Ab die Luft in der Kaverne, die durch eine so genannte Wells-Turbine mit einem angebauten Generator gepresst wird.

Das neue Wellenkraftwerk basiert auf der 500-kW-Testanlage Limpet der VSH-Tochter Wavegen, die seit dem Jahr 2000 auf der schottischen Insel Islay in Betrieb ist. "Die Weiterentwicklung der Technologie soll zeigen, dass ein Betrieb unter realen Marktbedingungen bereits jetzt möglich ist", sagt David Gibb, Geschäftsführer von Wavegen. Auch in Niedersachsen wird über die Entwicklung und den Bau eines ersten Wellenkraftwerkes auf Basis der Wavegen-Technologie bis 2010 nachgedacht. Partner des Projekts "Energie aus Nordseewellen" mit einer Leistung von 250 kW und einer Stromerzeugung von 400 MWh im Jahr wird der Energieversorger EnBW sein.

Gegenüber der Windkraft hat die Wellenkraft vor allem den Vorteil, dass sie konstanter ist. Laut Siemens schätzen Experten das nutzbare Energiepotenzial der Ressource auf 1 Terawatt - das entspricht etwa der Leistung von rund 1400 konventionellen Kraftwerksblöcken. Weltweit hält Voith Siemens Hydro sogar den Bau von tausenden Wellen- und Gezeitenkraftwerken in den nächsten zwei Jahrzehnten für durchaus realistisch. Besonders Küstenstaaten wie Portugal, Spanien, Norwegen und Großbritannien könnten einmal gut die Hälfte ihres Strombedarfs mit Wellen- und Gezeitenkraftwerken erzeugen. "Alleine Schottland besitzt das Potenzial, ein Viertel der europäischen maritimen Energie zu produzieren", schätzt Simon McMillan von Scottish Power.

Außer in Schottland wird aber auch andernorts daran gearbeitet, die Energie des Meeres nutzbar zu machen: Insgesamt sind nicht weniger als neun unterschiedliche technische Systeme im Rennen: An der schwedischen Westküste bei Lysekil wird derzeit ein Wellenkraftkonzept getestet, bei dem auf der Meeresoberfläche schwimmende Bojen mit einem auf dem Meeresboden verankerten Generator verbunden sind. Bei der so genannten Pelamis-Technologie schwimmen bis zu 8 m lange, röhrenförmige Segmente schlangenähnlich auf der Meeresoberfläche und produzieren Strom, indem sie sich im Takt der Meereswellen auf und ab bewegen.

Hydraulische Motoren, die sich nahe der Scharniergelenke befinden, setzen die Bewegungsenergie in elektrische um. Die Schlangen-Technologie von Ocean Power Delivery Limited wird bereits seit 2004 vor den Orkney-Inseln getestet und soll an der Nordküste Portugals noch in diesem Jahr mit insgesamt 28 Pelamis-Maschinen bis zu 22,5 MW Leistung erbringen. Auch die Orkney-Anlage wird ab 2008 aufgerüstet, um genug Strom für etwa 2000 Haushalte zu liefern. Der Vorteil: Pelamis kann bis zu 80 % der aufgenommenen Wellenenergie in elektrische Energie umwandeln.

Beim dänischen Wave Dragon laufen anrollende Meereswellen über eine schräg stehende Rampe hinauf in ein Bassin. In etwa 1 m Höhe stürzen sie in eine Wanne mit der Strom erzeugenden Turbine und durch diese dann wieder nach unten ins Meer zurück. Üblicherweise stehen Wave-Dragon-Kraftwerke nach dem Überschwappprinzip nicht an der Küste, sondern schwimmen - am Boden verankert - im Meer.

Aber auch Meeresströmungen unter Wasser können Energie liefern: Marine Current Turbines hat im Jahr 2003 die Unterwasserturbine Seaflow vor der britischen Atlantikküste südlich von Wales als erstes Pilotprojekt errichtet. Das Folgeprojekt "Seagen" soll mit einer doppelflügeligen Rotorentechnik am nordirischen Standort Strangford Lough ans Netz gehen. Inzwischen planen die Betreiber sogar zehn weitere Unterwasseranlagen mit insgesamt 10 MW Leistung.

"Im Vergleich mit anderen erneuerbaren Energien, wie der Solar- oder Windkraft, liegen die Wellenkraftwerke in ihrer Entwicklung allerdings noch etwa 30 Jahre zurück", sagt der Energieforscher Hermann-Josef Wagner vom Institut für Energietechnik der Ruhr-Universität Bochum. In Küstennähe sei das Raumangebot für Wellenkraftwerke zudem stark begrenzt. "Trotzdem besitzt die Wellenenergie ein großes Potenzial", glaubt Wagner.

EDGAR LANGE

Meeresströmungen unter dem Wasserspiegel können Energie liefern
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schrieb am 29.09.07 12:52:20
Beitrag Nr.3 
(31.785.227)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 31.783.540 von teecee1 am 28.09.07 22:45:02Leider gibt es viel zu wenig qualifizierte Informationen über diese Technik.

Die einen sagen: völliger Schrott. Die anderen loben sie in den höchsten Tönen.

Ich halte mich da im Zweifel lieber an Siemens, die mit ihrer Tochter Wavegen über die wohl überlegenste Techologie was die Generierung von Energie aus Wellenbewegungen verfügen.

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schrieb am 30.10.07 18:51:35
Beitrag Nr.4 
(32.208.150)
Antwort
Zitat
30.10.07 Ocean Power Technologies haben mit Converteam, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Systemintegration, Entwicklung und Herstellung von Antrieben und Antriebssystemen sowie von Motoren und Generatoren ein exklusiven Abkommen für die gemeinsame Entwicklung eines auf Hochtemperatursupraleitungen (HTS) basierenden Generators für die zukünftigen PowerBuoy Generation abgeschlossen. Ziel ist es, die Effizienz bei der Energiegewinnung und Weiterleitung deutlich zu erhöhen und damit den Einsatz von Wellenkraftwerken noch kostengünstiger zu machen.
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schrieb am 17.11.07 16:36:03
Beitrag Nr.5 
(32.463.841)
Antwort
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Die Suche nach der perfekten Wellentechnik
von Ralf Köpke

Forscher entwickeln Systeme, die Meeresenergie nutzen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann das erste kommerzielle Wellenkraftwerk seinen Betrieb aufnehmen wird. Planungen laufen in ganz Europa.

Wann und wo es in Betrieb geht, will Jochen Bard nicht prognostizieren. "Der Zeitpunkt ist aber absehbar, da bis zum Jahr 2010 europaweit mehrere Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 300 Mio. Euro angekündigt sind", sagt der Fachmann für Meeresströmungsturbinen vom Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) in Kassel.

Die Stromgewinnung im Meer beschränkt sich derzeit vor allem auf Offshore-Windparks, also auf Mühlen, die auf See installiert sind. Wie der Wind weisen auch Meereswellen zwei große Pluspunkte auf: Der "Brennstoff" ist kostenlos und fast überall vorhanden.

Das Potenzial ist groß: Ein Gutachten für den "Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen" kam zum Schluss, dass die Meeresenergienutzung in etwa ein gleich großes Potenzial wie die traditionelle Wasserkraft zur Stromerzeugung bietet.

Potenzial für ein Drittel des Weltbedarfs

Ein Drittel des Weltstrombedarfs lasse sich mit den Meereswellen decken. Das wird aber nur mit ausgereifter Technik möglich sein. "Zurzeit gibt es an die 100 Konzepte für die Wellenenergienutzung", sagt ISET-Experte Bard, "deshalb wird es Zeit, dass wir mit den ersten Projekten eine marktfähige Technik bekommen."

Ähnlich formuliert es Hubert Lienhard, Chef der Voith Siemens Hydro Power Generation in Heidenheim: "Bei der Nutzung der Meeresenergie sind wir heute etwa an dem Punkt, an dem sich die Windkraft in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre befand."

Dass Voith Siemens Hydro hier investiert, habe strategische Gründe: "Ich bin davon überzeugt, dass die Meeresenergienutzung in einigen Jahren die gleiche Bedeutung wie die Windkraft als erneuerbare Energiequelle haben wird."

Vorbereitungen in Nordspanien

Die Heidenheimer könnten das erste größere kommerzielle Wellenkraftwerk an den Start bringen. Im nordspanischen Mutriku hat der Energieversorger Ente Vasco de Energía eine Anlage bei Voith Siemens Hydro nach dem sogenannten OWC-Prinzip der schwingenden Wassersäule (Oscillating Water Column) bestellt. Die 16 eigens dafür entwickelten Turbinen mit jeweils 18,5 Kilowatt kommen auf eine Gesamtleistung von 300 Kilowatt.

Dem Energieversorger kommt zugute, dass die lokalen Behörden die Hafenschutzanlagen neu bauen. In diese Mole werden Einlauftrichter und die Hohlkörper für die Turbinen integriert. Jede an die Mole anrollende Welle drückt das in die Trichter eindringende Wasser nach oben und saugt es bei einem Wellental wieder heraus.

Durch die schwingende Wassersäule wird die Luft in den Zylindern komprimiert und wieder angesaugt. Am oberen Ende der Betonröhren sind die Turbinen angebracht, die, von der Luft angetrieben, dann den Strom erzeugen.

Auch mit der britischen RWE-Tochtergesellschaft N-Power Renewables hat Voith Siemens Hydro ein Projekt im Auge. "Mit Hochdruck laufen die Planungen zum Bau eines Wellenkraftwerks mit 3,6 Megawatt Leistung auf der Hebrideninsel Lewis vor der Nordwestküste Schottlands", sagt Lienhard.

Kleiner ist das Projekt, das der portugiesische Versorger Enersis verfolgt. Die Anlage ist vor der Nordküste des Landes geplant - auch ein Kandidat für das weltweit erste Meereswellenkraftwerk. Dort sind drei Meereswellenkraftwerke vom Typ Pelamis vom britischen Hersteller Ocean Power Delivery mit je 750 Kilowatt vorgesehen.

Selbst in Deutschland soll die Wellenenergie genutzt werden. An der Nordseeküste will der Energiekonzern Energie Baden-Württemberg mit der Technik von Voith Siemens Hydro ein Projekt mit 250 Kilowatt Leistung starten.

Bei den ersten Projekten wird die erzeugte Kilowattstunde um die 20 Cent kosten, sagt Bard vom ISET: "Wir werden mit den zunehmenden Projekten erleben, dass sich die Kosten mit marktreifen Anlagen sicherlich halbieren lassen."

http://www.ftd.de/forschung_bildung/forschung/:Energie%20Die%20Suche%20Wellentechnik/277913.html
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schrieb am 18.11.07 10:59:33
Beitrag Nr.6 
(32.468.654)
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25. September 2007, 00:00 Uhr Von Carsten Dierig
Ebbe und Flut, Wellen, unterschiedlicher Salzgehalt: Wie Wasser Energie liefern kann

Unerschöpfliches Potenzial

Die Begeisterung für erneuerbare Energien hat mittlerweile auch die Weltmeere erreicht. Nach Sonnen- und Windenergie steht Strom aus Wellenkraft ganz oben auf der Agenda von Energieversorgern und Anlagenbauern. Dutzende Projekte haben die Unternehmen weltweit gestartet. Schließlich verspricht sich die Wirtschaft viel von der umweltfreundlichen Energieform.

Der Anlagenbauer Voith Siemens Hydro Power zum Beispiel schätzt das Potenzial der Wellenenergie auf rund 1,8 Terrawatt. Umgerechnet sind das 1000 Gigawatt, ausgeschrieben handelt es sich um eine Zahl mit zwölf Nullen. Damit hat die Wellenkraft im Reigen der Meeresenergien zwar das mit Abstand größte Potenzial. Der Pionier der Energiegewinnung aus dem Ozean ist sie deshalb aber nicht. Schon seit 1966 wird das Meer angezapft. Seitdem steht westlich von St. Malo an der Nordküste der Bretagne ein Gezeitenkraftwerk mit 24 Kaplanturbinen.

Die Leistung der Anlage, die vom sogenannten Tidenhub - das ist der Unterschied zwischen Hochwasser und dem untersten Pegelstand einer Ebbe - gespeist wird, liegt bei 240 Megawatt. Und St. Malo, wo der Tidenhub bis zu 18 Meter erreicht, ist kein Einzelfall. Weltweit produzieren heute rund ein Dutzend Tidenkraftwerke Meeresstrom. Ideal dafür sind Meerengen oder Orte zwischen Inseln, durch die sich die Gezeitenströmung hindurchzwängen muss und somit noch beschleunigt wird.

Auch Voith Siemens investiert nun in Gezeitenenergie. Gemeinsam mit dem koreanischen Unternehmen Renetec wollen die Schwaben bis 2009 vor der koreanischen Küste am Meeresgrund einen Turbinenpark mit einer Nennleistung von 600 Megawatt installieren. Dazu werden Turbinen an einer brückenartigen Konstruktion montiert. Der Querbalken ist horizontal drehbar und ermöglicht den Turbinen, der alle sechs Stunden wechselnden Strömungsrichtung zu folgen. Außer durch Strömung und Tidenhub können die Gezeiten über einen Staudamm genutzt werden. Dabei fließt Meerwasser durch die Gezeitenströmung in ein natürliches Bassin wie etwa eine Bucht. Der Weg des Wassers ist allerdings vorgezeichnet und führt sowohl nach innen als auch nach außen durch eine Turbine.

Und auch der nächste Schritt nach Wellen - und Gezeitenenergie ist bereits in Planung. Bei sogenannten Salzgradient-Anlagen soll der osmotische Druck von Salzwasser zu Süßwasser an ins Meer mündenden Flüssen ausgenutzt werden. Denn der erreicht Experten zufolge eine Stärke von bis zu 26 bar.Carsten Dierig
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schrieb am 18.11.07 11:11:39
Beitrag Nr.7 
(32.468.713)
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25. September 2007, 00:00 Uhr Von Carsten Dierig

Wellenenergie soll eines Tages den gleichen Stellenwert haben wie Windkraft. Auf der schottischen Insel Islay steht eine Anlage, die bereits Strom ins Netz einspeist. Viele weitere Projekte sind in der Planung

Die Kraft aus dem Meer
Von Carsten Dierig

Die schottische Insel Islay ist vor allem Whisky-Kennern ein Begriff. In den acht Destillerien des 500 Quadratkilometer kleinen Eilands werden besonders charaktervolle Maltwhiskys hergestellt. Denn auf Islay wird für das Feuer zum Trocknen des Malzes der inseleigene Torf verwandt. Und der hat durch den Dung vieler Schafe eine besondere Beschaffenheit.

Whisky ist allerdings nicht mehr die einzige Attraktion der ruhigen Insel im britischen Westen. Dort, wo die Brandung mit Wucht auf die Küste trifft, steht das weltweit einzige Wellenkraftwerk, das bereits Energie ins Stromnetz einspeist. Entwickelt wurde es von einer Tochtergesellschaft des deutschen Gemeinschaftsunternehmens Voith Siemens Hydro Power. Die Anlage ist über den Status eines Versuchsprojekts hinaus, die ersten Bestellungen von Interessenten treffen ein.

Wellenenergie gilt als Energieform der Zukunft. Im Konzert der erneuerbaren Energien soll sie einen ähnlichen Stellenwert bekommen, wie Windkraft und Photovoltaik heute schon haben. Sind doch die Wogen der Weltmeere riesige Energiespeicher - und kostenlos dazu. Untersuchungen haben ergeben, dass die an Steilküsten aufbrandenden Wellen eine Leistung von bis zu 30 Kilowatt pro Meter freisetzen können.

Dem Internationalen Energierat in London zufolge kann die Wellenenergie 15 Prozent des weltweiten Energiebedarfs decken. In Küstenstaaten wie Portugal, Spanien, Großbritannien oder Norwegen könnte sogar die Hälfte des Strombedarfs aus Wellenkraft stammen. Und so setzen sowohl Energieversorger als auch Anlagenbauer zunehmend auf die neue Technik. Entsprechend prominent ist die Liste der Investoren: Sie reicht von General Electric und Norsk Hydro über Endesa, Total und Chevron bis hin zu den deutschen Energiekonzernen RWE, E.on und EnBW."

Die Zeit der Energie aus dem Ozean ist gekommen", schwärmte jüngst Jason Bak vor einem Ausschuss des US-Kongresses. "Das sind keine Luftschlösser", versprach der Chef der in Kanada börsennotierten Energiefirma Finavera. Schon bald könne die saubere Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen hergestellt werden. Diese Vision vor Augen, hat sein Unternehmen gerade einen britischen Konkurrenten für rund vier Millionen Dollar übernommen.

Noch gibt es nicht viele Übernahmeziele. Der Hersteller Voith Siemens gehört mit seiner schottischen Tochter Wavegen zu einer Gruppe von weltweit rund zehn seriösen Anlagenbauern, die um Investorengeld buhlen und sich einen Wettlauf um die beste Wellenenergietechnik liefern.

Derzeit gibt es drei unterschiedliche Technologien im Markt, mit denen Wellen in nutzbare Energie umgewandelt werden können. Voith Siemens nutzt das Verfahren der sogenannten oszillierenden Wassersäulen (siehe Kasten). Dabei wird über die Wellenbewegung das Luftvolumen in einer Betonkammer komprimiert und entspannt. Die Luft entweicht aus der Kammer durch einen Schacht, in dem eine Luftturbine installiert ist, die dann den Strom erzeugt.

Mit der Anlage in Schottland werden derzeit 50 Haushalte auf Islay mit Strom versorgt. "Das ist nicht viel", gibt Wavegen-Chef David Gibb zu. "Aber Windkraft hat auch mal klein angefangen und sich dann zu einem enormen Industriezweig entwickelt." Darauf hofft Gibb nun auch. Und der Anfang ist gemacht. Erst vor wenigen Wochen hat Voith Siemens Hydro Power einen Millionenauftrag des spanischen Energieversorgers Ente Vasco de Energia bekommen. In der Hafenstadt Mutriku an der baskischen Küste werden 16 Turbinen mit einer Leistung von insgesamt 300 Kilowatt installiert. Das Kraftwerk wird dabei in die Hafenmole integriert. Damit muss nicht extra ein Betonklotz an die Küste gebaut werden.

Auf den Färöer-Inseln soll die Technik gar in ein in die Felsen gesprengtes Tunnelsystem integriert werden und damit nahezu unsichtbar und lautlos arbeiten. Durch die Wellenenergie, gepaart mit Wind- und Wasserkraftanlagen, soll die gesamte Inselgruppe bereits mittelfristig von fossiler Energie unabhängig werden.

Nur mit Wellenenergie allein würde das allerdings nicht klappen. "Wie Windenergie oder Solarstrom kann sie immer nur ein Teil der Gesamtversorgung sein - wenngleich ein großer Teil", sagt Jochen Weilepp, Leiter der Sparte Ocean Energies bei Voith Siemens. Das Unternehmen rechnet sich in diesem noch jungen Industriezweig einiges aus und hat das Thema Meeresenergien dementsprechend zu einem strategischen Geschäftsfeld gemacht. "Wir denken langfristig und sind entsprechend risikobereit", so Weilepp.

Tatsächlich werden nahezu wöchentlich neue Projekte gestartet, zumal der Strom aus Wellenkraft wie andere regenerative Energien finanziell bezuschusst wird. Vor allem in Großbritannien und Spanien gibt es üppige Vergütungen. Kaum verwunderlich, dass sich an den Küsten dieser beiden Länder derzeit besonders viel tut. Aber auch in den USA, in Südafrika, Mexiko, Australien und auf den Kanarischen Inseln sind mittlerweile Projekte gestartet worden.

Sogar an der wegen Ebbe und Flut vergleichsweise wellenarmen deutschen Nordseeküste steht bald das erste Wellenkraftwerk. Gebaut wird es vom baden-württembergischen Energieversorger EnBW. 250 Kilowatt soll die Anlage liefern - das reicht für 120 Haushalte. In Betrieb geht das Kraftwerk noch 2007. Dabei ist die Standortsuche, in die die niedersächsische Landesregierung involviert ist, noch gar nicht abgeschlossen. Jochen Weilepp zufolge sind noch fünf Orte in der Auswahl. Während EnBW in Deutschland investiert, engagiert sich Konkurrent RWE fernab der Heimat unter anderem in Australien. Über eine britische Tochter unterstützen die Essener das dortige Unternehmen Oceanlinx, das wie Voith Siemens auf oszillierende Wassersäulen setzt.

Neben der Wassersäulen-Technik gibt es noch zwei weitere Verfahren zum Ausnutzen der Wellenkraft: einerseits das System der welleninduzierten Fallhöhe, auch Wellendrache genannt. Und andererseits das System der hydrodynamischen Bewegung, auch Seeschlange genannt. Beides sind im Gegensatz zu den Küstenwerken von Voith Siemens Offshore-Konzepte. Der Vorteil: Auf See sind die Wellen noch weit stärker. Der Nachteil: Mit dem höheren Wellengang steigt auch das Ausfallrisiko, weil die im Meeresboden verankerten Anlagen deutlich höherer Wucht ausgesetzt sind.

Beim Wellendrachen treibt die Wellenbewegung das Wasser eine künstliche Rampe empor, von wo das Wasser in ein Reservoir fällt. Diese künstlich erschaffene Fallhöhe wird zum Antrieb für die Turbine. Obwohl eine Testanlage vor der dänischen Nordseeküste bereits von den Ankerketten gerissen wurde, ist derzeit ein 17 Millionen Euro teurer Monsterdrache in Planung. Der 300 mal 150 Meter große Koloss aus 30 000 Tonnen Stahl soll vor der walisischen Küste Wellen einfangen und in Strom umwandeln. Die Betreiber planen mit einer Leistung von 20 Gigawattstunden pro Jahr.

Die Seeschlange schließlich ist eine Bojen-Konstruktion. Die Anlage besteht aus vier mit Gelenken verbundenen Elementen, die schlangenähnlich auf der Meeresoberfläche schwimmen. Der Wellengang führt zu Ausgleichsbewe-gungen der Gelenke, an denen Kolbenpumpen angebracht sind. Diese werden bei jedem Einknicken betätigt, setzen Hydrauliköl unter Druck und treiben so einen Generator an. Entwickelt wurde die Anlage vom Privatunternehmen Ocean Power Delivery aus dem schottischen Edinburgh, hinter dem potente Geldgeber wie General Electric und der norwegische Ölriese Norsk Hydro stehen.

Bis Ende des Jahres soll die Anlage so weit ausgebaut sein, dass sie vollwertig kommerziell nutzbar ist. Und weitere Projekte werden folgen: So prüft der amerikanische Ölmulti Chevron ein Werk vor der kalifornischen Küste. E.on finanziert ein Fünf-Megawatt-Projekt vor der Küste von Cornwall mit. Und der portugiesische Energieversorger Enersis installiert derzeit in Portugals Norden drei rund 150 Meter lange Seeschlangen. Jede Anlage soll eine Leistung von 750 Kilowatt bringen.

Welches dieser drei Methoden das System der Zukunft ist, ist noch unklar. Die Ansicht von Jason Bak, demzufolge sich derjenige durchsetzt, dessen System am schnellsten die größte Marktreife erreicht, teilt Jochen Weilepp nicht. "Alle haben ihre Berechtigung. Nicht jede Technik ist für jeden Standort geeignet", sagt der Physiker, der mit einem Nebeneinander von Technologien rechnet. Bis diese endgültig ausgereift sind, werde es aber noch rund zehn Jahre dauern."

Trotz der enormen Fortschritte - die Wellenkraft steht noch am Anfang ihrer Entwicklung", sagt Wavegen-Chef Gibb. Noch müsse die Effizienz verbessert werden. Auch das aggressive Salzwasser macht den Ingenieuren noch zu schaffen. "Noch sind die Anlagen sehr wartungsintensiv. Aber wir kriegen das schnell in den Griff", sagt Weilepp selbstbewusst. Und nach getaner Arbeit wartet ein edler Whisky auf die Techniker.

:lick:
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schrieb am 18.11.07 11:37:33
Beitrag Nr.8 
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19. Oktober 2007, 17:05 Uhr

Schutz
Nordseeküste mit riesigem Aufwand sturmfest gemacht


Rechtzeitig vor den Herbststürmen sind die Vorbereitungen zum Küstenschutz in Schleswig-Holstein weitgehend abgeschlossen. Insgesamt flossen 2007 bisher mehr als 50 Millionen Euro aus verschiedenen Etats, teilte am Freitag das Umweltministerium in Kiel mit.


Foto: DPAMöwen fliegen bei schwerer See vor Helgoland. Zum Schutz der Insel wurden 2,1 Millionen Euro investiert. Das Geld floss in die Verstärkung der Ostmole

„Angesichts dieser Investitionen wird deutlich, dass das Land Schleswig-Holstein auch in Zeiten knapper öffentlicher Gelder im Bereich des Küstenschutzes einen klaren Schwerpunkt des Handelns setzt“, berichtete Sprecher Christian Seyfert. Weiterführende links
Sturm raubt Helgoland den Badestrand Hamburger Hafencity erstmals geräumt Bilderstrecke: Sturmflut an der deutschen Küste Helgoland schwer von Sturmflut getroffen Küstenschutz an der deutschen Nordseeküste

Sylt verschlang bereits 150 Millionen

Auf Sylt kosteten allein die Stürme zu Jahresbeginn den Staat fast fünf Millionen Euro Sonderausgaben. Dort wurden 1,4 Millionen Kubikmeter Sand an den Stränden von List, Kampen, Westerland und Hörnum aufgespült. „Nach wie vor haben sich aufgrund der hohen Wellenenergie vor Sylt die flexiblen Sandvorspülungen als die effektivsten Schutzmaßnahmen erwiesen.“ Seit den 70er Jahren wurden dort 150 Millionen Euro investiert.

http://www.welt.de/hamburg/article1280922/Nordseekueste_mit_…

... :rolleyes: ... welche Summen kommen demnächst auf Sylt (Steuerzahler) zu ... :rolleyes:

(...) Kiel/Hannover - Rechtzeitig vor den Herbststürmen sind die Vorbereitungen zum Küstenschutz in Schleswig-Holstein weitgehend abgeschlossen. Insgesamt flossen 2007 bisher mehr als 50 Millionen Euro aus verschiedenen Etats, teilte am Freitag das Umweltministerium in Kiel mit. "Angesichts dieser Investitionen wird deutlich, dass das Land Schleswig-Holstein auch in Zeiten knapper öffentlicher Gelder im Bereich des Küstenschutzes einen klaren Schwerpunkt des Handelns setzt", berichtete Sprecher Christian Seyfert. (...)

(...) Für das kommende Jahr stehen laut Ministerium landesweit voraussichtlich rund 50 Millionen Euro für Neubau und Instandhaltung der Küstenschutzanlagen in Schleswig-Holstein zur Verfügung. (...)

Niedersachsen

(...)nInsgesamt stehen dem Küstenschutz nach Angaben des NLWKN in jedem Jahr rund 45 Millionen Euro zur Verfügung. Im kommenden Jahr werde der Betrag auf 60 Millionen Euro aufgestockt.

- NLWKN: Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Meckerburg-Vorpomeranze ... :rolleyes:

... :rolleyes: ... Wieviele Anlagen könnte man damit finanzieren, und könnte man diese so bauen das gleichzeitig die Küste geschützt wird. (als Wellenbrechreiz))
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schrieb am 18.11.07 11:44:19
Beitrag Nr.9 
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7. November 2007, 04:00 Uhr Von Jürgen Bröker

Strom aus der Strömung

Vor der britischen Atlantikküste wird mit dem Projekt "Seaflow" Energie durch die Meeresströmung gewonnen. Der Werkstoff Stahl ließ die Anlage erst Wirklichkeit werden

Der Werkstoff Stahl spielt eine zunehmend wichtige Rolle, wenn es um das Thema Energiegewinnung geht. Manche Energiequellen wären ohne den Werkstoff kaum zu erschließen. So ermöglicht die Festigkeit neuer Stähle u. a. den Bau immer höherer Windräder. Laut Bundesverband WindEnergie e.V. verbraucht die deutsche Windkraftindustrie jedes Jahr rund 750 000 Tonnen Stahl und damit dreimal mehr als der Schiffsbau.

Ein aufsehenerregendes Energieprojekt vor der britischen Atlantikküste wäre ohne den Werkstoff nicht denkbar gewesen. "Seaflow" heißt es und gewinnt aus der Meeresströmung Energie. Dabei wurde ein Rotor, ähnlich wie bei einem Windrad, im Wasser installiert, der durch die Strömung des Wassers angetrieben wird. "Ein zentrales Element für das Projekt ist der Turm, an dem der Rotor befestigt ist", sagt Jochen Bard, vom Institut für Solare Energieversorgungstechnik an der Universität Kassel. Die Uni war maßgeblich in das Projekt involviert. Der Turm müsse die Strömung des Wassers abbremsen und enorme Kräfte aushalten. "Außerdem ist das Kriterium der Haltbarkeit ein ganz wichtiger Aspekt. Damit sich solch eine Anlage lohnt, muss sie 20 Jahre stehen", sagt Bard. Eigenschaften, die Stahl mitbringt.

Der Turm ist knapp 50 Meter hoch und 2,50 Meter im Durchmesser. Fast 15 Meter tief wurde er im Meeresboden verankert. Weil die Dichte des Wassers deutlich größer ist als die der Luft, erzeugt ein vergleichsweise kleiner Rotor eine große Leistung. Bei einer Windkraftanlage erzeugt ein Rotor mit einem Durchmesser von 55 Metern eine Leistung von einem Megawatt. Bei der "Seaflow"-Anlage reicht für diese Leistung ein im Durchmesser 20 Meter großer Rotor. 20 Prozent des gesamten britischen Energiebedarfs könnten Anlagen aus Strömungs- und Wellenenergie erzeugen, sagt Bard. Dabei gibt es einen besonderen Vorteil: Während der Wind unregelmäßig weht, kann man sich auf das Meer und die Strömung verlassen.

Inzwischen gibt es bereits ein Nachfolgeprojekt. Beim "Seagen" drehen sich zwei kleinere Rotoren. Dadurch kann man die Strömungsumkehrung leichter nutzen. Das Wasser strömt sowohl zur Küste hin als auch wieder von ihr weg. Damit beide Richtungen der Energiegewinnung dienen, sind die Rotorblätter drehbar. Auch bei dieser Anlage setzen Erbauer und Betreiber auf Stahl. Insgesamt fast 300 Tonnen werden eingesetzt.

Stahl macht die bestehende Energiegewinnung auch effizienter. Beispiel: das Braunkohlenkraftwerk der RWE Rheinbraun AG in Niederaußem. Dort wurde ein 1000-Megawatt-Block installiert. Das Kraftwerk gilt als das größte und modernste seiner Art, zudem mit dem höchsten Wirkungsgrad. Das liegt an einem neu entwickelten Stahl. Die verbauten Rohre sind aufgrund der speziellen Beschaffenheit des Werkstoffs 25 Millimeter dünner als üblich. Das erleichtert die Verarbeitung beim Bau der Kraftwerke und senkt die Kosten. Im Herzen des Kraftwerks wurden ebenfalls neue Stähle eingesetzt. Ihre Eigenschaften führen dazu, dass dort höhere Temperaturen und Drücke ausgehalten werden können. Dadurch konnte der Kraftwerkswirkungsgrad um mehr als 25 Prozent auf über 43 Prozent gesteigert werden. Das sogenannte Braunkohlenkraftwerk mit optimierter Anlagentechnik spart beispielsweise 30 Prozent beim Brennstoffeinsatz. Da die neue alte Anlagen ersetzt, können zudem die Emissionen von Schwefeldioxid, Stickoxid und Staub deutlich gesenkt werden. Auch bei der Kohlendioxidbilanz lässt das neue Kraftwerk aufhorchen: Es spart 2,5 Millionen Tonnen des Gases jährlich ein. In Zukunft sollen zwei weitere Braunkohlenkraftwerksblöcke mit der Technik ans Netz gehen. Bis 2010 sollen sie in Grevenbroich fertiggestellt sein. Dann werden alte Anlagen abgeschaltet oder mit reduzierter Leistung gefahren.

http://www.welt.de/archiv/?se=&search.execute=true&lucyStemm…
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schrieb am 18.11.07 11:50:45
Beitrag Nr.10 
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16. November 2006, 00:00 Uhr Von wsa

Wellen entsalzen ihr eigenes Wasser

Energie ist der größte Kostenfaktor bei der Gewinnung von Trinkwasser aus salzigem Meerwasser. Britische Ingenieure sind auf eine naheliegende Idee gekommen: Das Ganze funktioniert natürlich auch mit Wellenenergie.

Sie entwickelten eine stromerzeugende Boje, die als Pumpsystem und schwimmende Entsalzungsanlage dient. Druckveränderungen durch die Wellenbewegung liefern die Energie, um Meerwasser zu destillieren. Derzeit arbeiten Prototypen des Geräts, das 20 Meter Länge und 10 Meter Durchmesser haben soll. Damit könnte es rund 2000 Kubikmeter Süßwasser am Tag produzieren, berichten die Forscher. Das reicht für 20.000 Menschen. Grundlage der Entwicklung ist die "Edinburgh-Ente", eine stromerzeugende Boje, in den 1970er-Jahren entwickelt von Stephen Salter. Der Professor für Ingenieurwesen an der Edinburgh University hatte dem Schwimmkörper an einer Seite Zylinder verpasst, die wie ein Entenschnabel wirkten. Jetzt entwickelten Salter und Kollegen das Gerät zur Entsalzungsanlage weiter: Das Innere jeder "Ente" wird zur Hälfte mit Süßwasser gefüllt, das als Ballast dient und Korrosion verhindern soll. Der Luftraum darüber ist in zwei Kammern geteilt. Während die Vorrichtung nun auf den Wellen tanzt, fungiert das Ballastwasser wie ein Kolben und erhöht den Luftdruck auf der einen Seite der Trennwand, während auf der anderen Unterdruck entsteht.

Die Forscher berichten im Fachblatt "Journal of Engineering for the Maritime Environment". Zum Entsalzen muss das Ballastwasser auf rund 100 Grad Celsius vorgeheizt werden. Ein Wärmetauscher im System erhitzt nun Salzwasser in einer Sammelkammer. Der Unterdruck lässt das Wasser schon bei Temperaturen unterhalb des eigentlichen Siedepunktes verdunsten und hilft, den Dampf aus der Kammer zu ziehen. Der kondensierte Dampf, das Süßwasser, kann dann an Land gepumpt werden.

... :rolleyes: ... könnte man doch eigentlich noch Wasserstoff mit herstellen??? ... :rolleyes:

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