Der Franken, die neue Fluchtwährung? (Seite 31)

    eröffnet am 16.11.07 17:49:10 von
    realex

    neuester Beitrag 26.02.13 13:03:26 von
    Sophisticated_Investor
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    Charly56
    schrieb am 29.04.10 22:04:22
    Beitrag Nr. 301 (39.429.097)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 39.427.680 von realex am 29.04.10 18:59:46und da auf einen stabilen Euro- Franken Kurs seitens der SNB geachtete wird, steigt der Dollar gegenüber dem Franken und dem Euro
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    Promethium
    schrieb am 29.04.10 22:18:40
    Beitrag Nr. 302 (39.429.217)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 39.429.077 von Charly56 am 29.04.10 22:02:08Die Schweiz handelt nicht nur mit der Eurozone, sondern auch mit dem Rest der Welt.
    Aus dieser Sicht ist es nicht sonderlich klug mit dem schwachen Euro mit in den Keller zu fahren.

    Die Schweiz hat im Krisenjahr 2009 einen Überschluss erwirtschaftet,
    die Arbeitslosigkeit ist mit 4 % weit niedriger
    sie haben gute Produkte, waren in der Immobilienkrise nicht verwickelt.
    Der Franbken hat sich seit 2002 nicht sonderlich gegenüber dem Euro erhöht.

    Meiner Meinung nach viele grüne, warum der CHF zum Euro stärker tendieren sollte.
    Wenn die SNB mit ihren Entscheidungen den Franken zu produzieren und gegen Euro zu verkaufen,
    macht sie das meiner Meinung nach zum Schaden von ihrem Land.
    Sie werden auch klüger werden, und den Franken steigen lassen, wie es der Markt derzeit aus fundamentalen Gründen will.
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    Charly56
    schrieb am 30.04.10 10:09:57
    Beitrag Nr. 303 (39.431.030)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 39.429.217 von Promethium am 29.04.10 22:18:40na wenn du glaubst. Ich kann niemand zum Glück zwingen. Die Indikatoren sind aber eindeutig.Unter 1,45 wird massiv ins Währungssystem eingegriffen.
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    Sophisticated_Investor
    schrieb am 03.05.10 15:20:12
    Beitrag Nr. 304 (39.445.236)
    Guter NZZ_Artikel und Interview mit Ex-SNB Mitarbeiter zu den Hintergründen und erwarteten Handlungen der SNB!

    http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/milliarden_in_euro_parkiert_1.5614528.html
    2. Mai 2010, NZZ am Sonntag
    Milliarden in Euro parkiert
    Franken unter grossem Aufwertungsdruck - Nationalbank ergreift Massnahmen


    Die Schweizer Nationalbank. (Bild: PD)
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    Der Euro ist in den letzten Wochen wegen der Griechenland-Krise wohl der härtesten Bewährungsprobe in seiner elfjährigen Geschichte ausgesetzt gewesen. Doch auf wundersame Weise klebt der Wert der Einheitswährung auf einem Kursniveau von rund Fr. 1.43. Gegenüber dem Dollar oder dem britischen Pfund hat die europäische Einheitswährung jedoch weiter nachgegeben. In den letzten sechs Monaten hat sich der Euro gegenüber dem Dollar um 10,4% verbilligt, gegenüber dem Franken aber nur um knapp 5%.


    Video: Die SNB im Euro-Dilemma

    Thomas Stucki, Hyposwiss, zu den Folgen der Schuldenkrise in Südeuropa für die Schweizer Geldpoltik.

    Dahinter stehen die Aktivitäten der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Sie hat nicht nur die grösste Last bei der Stabilisierung des Schweizer Finanzplatzes getragen, sondern kämpft auch mit aller Kraft gegen ein übermässiges Erstarken des Frankens. Ohne die Interventionen der SNB würden die Exporte und der Schweizer Tourismus massiv gebremst. «Der Wechselkurs des Frankens zum Euro wird gemanagt: Die Nationalbank begrenzt die Aufwertung des Frankens», erklärt Marcus Hettinger, Chef des Devisen-Research bei der Credit Suisse.

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    «Im ersten Quartal war die Nationalbank bereits sehr aktiv», so Hettinger. Die Devisenreserven der SNB sind um 30,2 Mrd. Fr. gestiegen, wie die offizielle Statistik ausweist. Zum grössten Teil hat die Nationalbank Euro gekauft – und Franken verkauft. Im April hat sich die Krise verschärft, mit explodierenden Schuldzinsen für griechische Staatsobligationen. «Eine Gefährdung der Währungsstabilität würde sich zwangsweise negativ auf die Schweiz auswirken, vor allem wenn sich der Franken in seiner Funktion als sicherer Hafen stark aufwerten sollte», sagte Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand am Freitag an der Generalversammlung der SNB in Bern.

    «Die Nationalbank wird aber nicht zulassen, dass über eine solche Entwicklung ein neues Deflationsrisiko für die Schweiz entsteht», bekennt Hildebrand. «Deshalb wirkt sie einer übermässigen Aufwertung des Frankens entschieden entgegen.» Den Worten folgen auch Taten: In den letzten Wochen hat die SNB mit grossem Einsatz den Wechselkurs stabilisiert. Die Nationalbank habe alleine im April rund 14 Mrd. Euro am Markt zugekauft, sagen gut unterrichtete Bankenkreise.

    In nur zwei Jahren hat sich der Bestand an Euro im Portefeuille der Nationalbank von 21,9 Mrd. Fr. auf 80,5 Mrd. Fr. vervierfacht, wie aus der offiziellen Statistik per Ende März hervorgeht (siehe Grafik). Inzwischen dürfte die Nationalbank über 70 Mrd. Euro (umgerechnet 100 Mrd. Fr.) halten.

    Das ist ein erhebliches Klumpenrisiko: Der Euro-Anteil an den gesamten Währungsreserven ist von 47 auf 65% angestiegen. «Die Nationalbank hat nicht aus Anlagegründen in grossem Stil Euro gekauft, sondern um die Aufwertung des Frankens zu bremsen – und um eine Deflation zu verhindern», erklärt Devisenfachmann Hettinger. «Aber es ist klar: Die Bilanz der SNB ist nun viel stärker dem Euro-Risiko ausgesetzt», so Hettinger weiter.

    Die Nationalbank hat deshalb beschlossen, ihre Eigenmittel zu stärken: Sie schüttet weniger Gewinn aus und lässt die Rückstellungen neu mit 3 Mrd. statt wie bisher mit 1,5 Mrd. Fr. wachsen. Diese Massnahme soll bis 2013 gelten. Bund und Kantone sollen aber weiterhin «aus heutiger Sicht» jährlich 2,5 Mrd. Fr. aus dem Nationalbank-Gewinn erhalten. «Ich betone dabei ausdrücklich den Vorbehalt <aus heutiger Sicht>», warnte am Freitag Hansueli Raggenbass, Präsident des Bankrats.

    Die Prognosen der Experten gehen davon aus, dass sich der Euro in den nächsten 12 Monaten weiter leicht abschwächen wird. Wie lange kann die SNB den Euro-Franken-Kurs halten? Theoretisch kann sie unbeschränkt Euro kaufen und Franken verkaufen, wenn sie entsprechende Inflationsrisiken in Kauf nimmt. Praktisch sind ihr Grenzen gesetzt, wenn sie wegen der wirtschaftlichen Erholung und des Inflationsdrucks die Zinsen erhöhen muss. «Eine Zinserhöhung würde den Kurs des Frankens zusätzlich nach oben drücken», sagt Hettinger. Angesichts der anziehenden Wirtschaftslage dürfte sich die SNB erstmals im Herbst gezwungen sehen, die Leitzinsen anzuheben. Mitarbeit: Birgit Voigt


    Impulse: SNB im Euro-Dilemma
    Dossier: Explodierende Staatsschulden
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    Promethium
    schrieb am 03.05.10 19:52:27
    Beitrag Nr. 305 (39.447.489)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 39.445.236 von Sophisticated_Investor am 03.05.10 15:20:12Guter Artikel!

    Ich wundere mich, warum die sonst so besonnene Schweiz ein derartiges Klumpenrisiko eingeht!
    Wir haben es ja nicht mit einer Frankenstärke, sondern einer ausgeprägten Euroschwäche zu tun.

    Zwar kann die SBN beliebig Franken drucken um damit Euros aufzukaufen -
    aber sie geht ja damit im Gleichklang mit dem Euro im Verhältnis zum Greenback, Loonie, Austral Dollar nach unten.
    Wenn die SNB mit den Stützungen des Euro auf den erwähnten Gründen aufhören muss,
    haben sie jede Menge teuer gekaufte Euros liegen...

    SSKM - Selber Schuld - kein Mitleid ;)
    Avatar
    Promethium
    schrieb am 03.05.10 19:56:56
    Beitrag Nr. 306 (39.447.527)
    Und überhaupt - gegen wirtschaftliche Wharheiten können sich nicht einmal die allmächtig erscheinenden Notenbanken stemmen!
    Das hat schon die Bank of England erkennen müssen.

    Eine möglicherweise teure Lektion für die SNB?
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    Charly56
    schrieb am 04.05.10 10:24:10
    Beitrag Nr. 307 (39.450.126)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 39.447.527 von Promethium am 03.05.10 19:56:56kannst du es nicht verstehen oder willst du es nicht verstehen. Kein Land der Welt kann sich eine starke Währung leisten. Weder China noch die kleine Schweiz. Es würde sonst die Wirtschaft abwürgen. Die Schweiz wertet mit dem Euro ab, da die Eurozone für die Schweiz mit Abstand der wichtigste Handelspartner ist und China bindet den Yuan an den Dollar, da für China die USA der wichtigste Handelspartner ist. Und alle Währungen der Welt werten gegenüber realen Werten ab z.B. und vorallem Gold.
    Um den Franken zu schwächen verkauft nun die SNB Franken und kauft Euro. klar.
    Die einzige Chance für Werterhalt ist also Gold.
    Avatar
    goodluck!
    schrieb am 04.05.10 15:48:24
    Beitrag Nr. 308 (39.452.938)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 39.447.527 von Promethium am 03.05.10 19:56:56Hallo Promethium,

    vielen Dank für den sehr guten Artikel aus der NZZ.
    Könnte in diesem Tagen spannend werden. Glaube auch nicht, dass der Damm der SNB grenzenlos hält. Vielleicht noch einmal ein vorerst letztes Aufbäumen? Rechne aber eher mit einem direkten Ansteigen des Franken.

    Hallo Charly,

    hoffe sehr, dass Dein Herz meine Zeilen übersteht.
    Sollte es drohen, still zu stehen, dann könnte hilfreich sein, wenn Du Dir vergegenwärtigst, dass es hier lediglich um den Austausch von (hoffentlich auch immer wieder unterschiedlichen) Meinungen geht, die, zumal sie meist prognostischen Aussagewert haben sollen, eh nicht von Gewissheit getragen sein können.
    Ergäbe eigentlich zwangsläufig gegenseitigen Respekt?!

    Grüße an alle
    - von googluck!
    Avatar
    Sophisticated_Investor
    schrieb am 04.05.10 17:21:43
    Beitrag Nr. 309 (39.454.108)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 39.450.126 von Charly56 am 04.05.10 10:24:10Neben Gold sind auch andere Sachwerte wie Aktien oder Immobilien sogar mehr als werterhaltend im Gegensatz zu Geldwerten wie Bankeinlagen oder Anleihen.
    War die kurzfrisitige Kursspitze um 16:07 Uhr bis 1,4349 eine kleine Intervention? Unmittelbar starker Abverkauf und Rückfall auf den Floor um 1,4325, d.h. weiterer Beweis, dass der Marktpreis deutlich tiefer wäre, wenn die SNB nicht intervenierte, bzw. die Marktteilnahmer nicht davon ausgingen, dass Sie dies auch b.a.W. tun wird.
    Der NZZ-Artikel aus meinem vorigen Link beunruhigt mich, ich bin unsicher, wie lange ich noch ca. 0,505 PIPs pro Tag Zinsvorteil vereinnahmen kann, um hiermit die sehr erhbeblichen Wechselkursverluste zumindest teilweise zu reduzieren ohne dass die SNB allzu zeitnah, d.h. deutlich vor der avisierte SNB.Zinserhöhung voraussichtlich im September, Ihre Interventionen entweder einstellt oder wie zuvor im Februar und März sukzessive tiefere Interventionslevels definiert.
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    realex
    schrieb am 04.05.10 17:27:50
    Beitrag Nr. 310 (39.454.180)
    Es ist mir momentan fast unerklärlich, wie sich der Franken über 1,43 halten kann :confused:




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