TopStory Rohstoffe: Rezessionsgefahr in Italiens
metallverarbeitender Industrie - Financial.de, TopStory -
Oct 9, 2008
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"Nach einem zweijährigen Aufschwung droht der metallverarbeitenden
Industrie in Italien die Rezession. Seit dem letzten Quartal 2007
hat sich die Produktion in der Branche schlechter entwickelt als im
Durchschnitt der verarbeitenden Industrie. Nur in einzelnen
Bereichen, wie bei Apparaten für die Luft- und Raumfahrtindustrie
und den Telekombereich ist eine leichte Belebung festzustellen. Die
allgemein trübe Situation wird durch den erstmals seit Jahresmitte
verzeichneten Exportrückgang belastet. Die überdurchschnittlich
wachsenden Lohnkosten von 3,6% im ersten Halbjahr 2008 drohen die
Konkurrenzfähigkeit weiter zu verschlechtern.
Zusätzlich belastet die Verteuerung der Kreditzinsen viele
Unternehmen. Die italienischen Firmen, die sich in der
Oberflächenbehandlung von Metallen engagieren, dürften 2008 einen
leichten Umsatzrückgang von 1,5% auf insgesamt knapp über 2 Mrd EUR
verbuchen. Oberflächenbehandlung von Metallen ist ein wichtiger
Teil der Zulieferindustrie und macht knapp ein Fünftel der gesamten
Branche Metallbearbeitung aus. Wichtigstes Kundensegment ist die
Automobilindustrie gefolgt von der Bauwirtschaft und den Elektro-
und Elektronikbetrieben. Alle drei Sparten melden 2008 erhebliche
Produktionsrückgänge.
Positiv entwickelt sich hingegen der Absatz bei der Luft- und
Raumfahrt sowie bei Teilen der Konsumgüterindustrie. Im
Konsumgüterbereich konzentriert sich die Oberflächenbehandlung
primär auf die Luxusbranche, in denen Metallteile zur Anwendung
kommen. Wichtiger Abnehmer sind die Hersteller von Brillen und
Sonnenbrillen, von Schmuck und Accessoires im Modebereich wie etwa
Gürtelschnallen, Koffer- und Taschenverschlüsse. Zu den schwachen
Punkten zählen die durch die kleine Unternehmensdimension bedingten
geringen Innovationsinvestitionen. Im vergangenen Jahr wurden knapp
über 1% des Umsatzes in Forschung- und Entwicklung investiert.
Deutschland ist sowohl der wichtigste ausländische Lieferant wie
auch der wichtigste Abnehmer der Branche. Rund 14% aller Exporte
werden in Deutschland abgesetzt und deutsche Firmen liefern knapp
24% des italienischen Importbedarfs. Der bilaterale Handel schließt
in der Regel mit einem kräftigen Überschuss zugunsten Deutschlands
ab. Italiens metallverarbeitende Industrie hat in den letzten
Jahren am Weltmarkt Marktanteile verloren. Der
Produktivitätsverlust machte seit dem Jahr 2000 rund 10% aus.
Manche Sparten, wie etwa die Büromaschinenindustrie mit einem
Produktionsminus von 40% im ersten Halbjahr haben kaum
Überlebenschancen. Laut einer Untersuchung des Institutes für
Außenhandel ICE machte der Anteil am Weltmarkt bei Metallen und
Metallprodukten 2007 rund 4,6%, bei Maschinen und Apparaten für die
metallverarbeitende Industrie 9,1%, bei Elektromaschinen und
Apparaten 1,6%, bei Pkw 3,2% und bei anderen Transportmitteln
ebenfalls 3,2% aus."