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HILFE! Kurs-Gewinn-Verhältnis nutzen zum Vergleich von Branchen?


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Hallo,

wir stehen vor dem Problem Unternehmen aus der Pharmaindustrie (nicht-zyklisch) und aus der Bauindustrie (zyklisch) miteinander vergleichen zu müssen. Wir sollen dafür das Kurs-Gewinn-Verhältnis als Vergleichskennzahl benutzen, wissen aber nicht wie.
Theoretisch dachten wir, dass bei nicht-zyklischen Unternehmen ein relativ gleichmäßiges KGV auftreten müsste, da solche Unternehmen ja konjunkturunabhängig sind (Wirtschaftskrise sollte demnach keinen Einfluss haben oder?) und bei zyklischen starke Schwankungen auftreten sollten. Allerdings ließen sich bei unseren Vergleichen bisher keine Regelmäßigkeit erkennen und Ereignisse wie die Wirtschaftskrise als Grund für starke konjunkturelle Schwankungen sind bei den zyklischen Unternehmen auch nicht extrem ins Gewicht gefallen.

Unser Frage daher: Nutzen wir das KGV bisher falsch, bzw. haben wir die Ergebnisse einfach nur falsch interpretiert? Wir haben schon versucht den jeweiligen Branchendurchschnitt als Hilfskennzahl zu berechnen, sind aber auch da auf Probleme gestoßen. Sehr viele deutsche, börsenorientierte Pharma- und Bauunternehmen gibt es nicht, deswegen haben wir auch internationale zur Berechnung des Durchschnitts verwendet. Kann man das?

Wir sind über jeden hilfreichen Rat dankbar!
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.020.812 von Marikka22 am 20.03.16 16:42:30
Zitat von Marikka22Allerdings ließen sich bei unseren Vergleichen bisher keine Regelmäßigkeit erkennen


Das ist doch auch ein Resultat einer wissenschaftlichen Arbeit.

Zitat von Marikka22Sehr viele deutsche, börsenorientierte Pharma- und Bauunternehmen gibt es nicht, deswegen haben wir auch internationale zur Berechnung des Durchschnitts verwendet. Kann man das?


Es kommt darauf an was ihr vordefiniert bekommt bzw. wir ihr es in Eure Arbeit formuliert.

PS: anbei mal zwei ETF

ComStage STOXX ® Europe 600 Health Care NR UCITS ETF
WKN: ETF068 / ISIN: LU0378435985

ComStage STOXX ® Europe 600 Construction & Materials NR UCITS ETF
WKN: ETF065 / ISIN: LU0378435639

Daraus könnt Ihr sicher noch die ein oder andere Unternehmung aus D, den DACH Staaten finden oder halt ganz Europa abbilden.
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.020.812 von Marikka22 am 20.03.16 16:42:30
Zitat von Marikka22Hallo,

wir stehen vor dem Problem Unternehmen aus der Pharmaindustrie (nicht-zyklisch) und aus der Bauindustrie (zyklisch) miteinander vergleichen zu müssen. Wir sollen dafür das Kurs-Gewinn-Verhältnis als Vergleichskennzahl benutzen, wissen aber nicht wie.
Theoretisch dachten wir, dass bei nicht-zyklischen Unternehmen ein relativ gleichmäßiges KGV auftreten müsste, da solche Unternehmen ja konjunkturunabhängig sind (Wirtschaftskrise sollte demnach keinen Einfluss haben oder?) und bei zyklischen starke Schwankungen auftreten sollten. Allerdings ließen sich bei unseren Vergleichen bisher keine Regelmäßigkeit erkennen und Ereignisse wie die Wirtschaftskrise als Grund für starke konjunkturelle Schwankungen sind bei den zyklischen Unternehmen auch nicht extrem ins Gewicht gefallen.

Unser Frage daher: Nutzen wir das KGV bisher falsch, bzw. haben wir die Ergebnisse einfach nur falsch interpretiert? Wir haben schon versucht den jeweiligen Branchendurchschnitt als Hilfskennzahl zu berechnen, sind aber auch da auf Probleme gestoßen. Sehr viele deutsche, börsenorientierte Pharma- und Bauunternehmen gibt es nicht, deswegen haben wir auch internationale zur Berechnung des Durchschnitts verwendet. Kann man das?

Wir sind über jeden hilfreichen Rat dankbar!


Wer ist "wir"? Das klingt nach einem Schulprojekt, bei dem der Lehrer mit der Aufgabenstellung überfordert war.

Schon die Branchenwahl ist schlecht, da es im Pharmabereich sowohl viele Big Player gibt, als auch jede Menge kleinerer Firmen und gerade die Kurse letzterer extrem schwanken. Damit schwankt dann auch das KGV, bzw. es gibt gar kein KGV, weil diese Firmen noch keine Gewinne machen.

Dann ist das Problem, dass es weder im Dax, noch im MDAX reine Pharmawerte gibt. Bayer erzielt nur einen Teil seines Gewinnes aus dem Pharmageschäft und Stada ist kein echter Pharmawert, sondern macht nur in Generika.

Nimmt man nun global die Big-Player, also Hoffroche, Pfizer, etc. sollte man dort aber schon ein geglättetes KGV finden, das deutlich weniger Schwankungen unterliegt als das einer zyklischen Industrie wie der Baubranche.
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.020.980 von Thoughtbreaker am 20.03.16 17:09:58Danke für die schnelle Antwort!

Es ist kein Schulprojekt sondern eine Hausarbeit im Fach Unternehmensbewertung... Viele Infos gibt der Dozent also nicht, außer den oben bereits genannten Angaben.

Wir haben leider selbst den Fehler gemacht die Pharmabranche zu wählen, weil wir dachten, dass die nicht-zyklisch wäre. Da gibts jetzt auch leider keinen Weg mehr zurück... Wir haben folgende Unternehmen für unseren Branchendurchschnitt verwenden:

BASF
Fresenius Medical Care
Beiersdorf
Johnson Johnson
Merck KGaA
Novartis
Roche Holding AG
Sanofi
Pfizer
AstraZeneca

Sind diese wenigsten geeignet genug, um einen einigermaßen guten Vergleich dazulegen?

Wie ist das bei der Baubranche? Um einen Branchendurchschnitt zu errechnen haben wir jetzt auch die größten internationalen Unternehmen genommen, sind uns aber nicht sicher in wie weit man das so machen kann, bezüglich unterschiedlichen Konjunkturschwankungen.
Antwort auf Beitrag Nr.: 52.021.301 von Marikka22 am 20.03.16 18:27:20
Zitat von Marikka22Danke für die schnelle Antwort!

Es ist kein Schulprojekt sondern eine Hausarbeit im Fach Unternehmensbewertung... Viele Infos gibt der Dozent also nicht, außer den oben bereits genannten Angaben.

Wir haben leider selbst den Fehler gemacht die Pharmabranche zu wählen, weil wir dachten, dass die nicht-zyklisch wäre. Da gibts jetzt auch leider keinen Weg mehr zurück... Wir haben folgende Unternehmen für unseren Branchendurchschnitt verwenden:

BASF
Fresenius Medical Care
Beiersdorf
Johnson Johnson
Merck KGaA
Novartis
Roche Holding AG
Sanofi
Pfizer
AstraZeneca

Sind diese wenigsten geeignet genug, um einen einigermaßen guten Vergleich dazulegen?

Wie ist das bei der Baubranche? Um einen Branchendurchschnitt zu errechnen haben wir jetzt auch die größten internationalen Unternehmen genommen, sind uns aber nicht sicher in wie weit man das so machen kann, bezüglich unterschiedlichen Konjunkturschwankungen.


Also BASF habt ihr sicher nicht genommen, sondern Bayer. Bayer ist aber kein reiner Pharmawert, daher nicht geeignet. Beiersdorf ist ein Konsumwert (u.a. Nivea oder Hansaplast) und hat mit Pharma überhaupt nichts zu tun. Johnson & Johnson ist ebenfalls kein reiner Pharmawert, sondern erwirtschaftet mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Konsumgütern. Merck ist auch diversifiziert und hat neben dem Pharmabereich noch eine bedeutende Chemiesparte und ist u.a. einer der weltgrößten Hersteller von Flüssigkristallen. Bleiben aus der Liste also nur FMC (wobei das auch ein Spezialfall im Bereich der Pharmabranche ist), Novartis, Roche und Sanofi.
Mit KGVs von Einzelwerten auf eine Branche zu schließen, ist Unsinn ;) Gerade auch wg. oben genannten Punkten, und weiteren.

Vergleicht lieber die Wertentwicklungen und die Ausschüttungen (und regel. Erhöhungen)...

ishares -> sektor http://www.ishares.com/de/individual/de/produkte/etf-product…
Werde mal noch ein bisschen mehr zur Verwirrung beitragen. Welche KGVs sollen denn genutzt werden? Zur Erläuterung: KGVs werden oft auf Basis von Gewinnschätzungen der Analysten also auf die Zukunft projiziert veröffentlicht. Diese sind somit von der Erwartungen der Finanzhäuser abhängig. Daneben gibt es KGVs, die auf den bisher veröffentlichten "realen" Daten errechnet werden. Dazu muss man dann natürlich den Stichtag der Berechnung (Gewinn pro Aktie und Kurs) einbeziehen.

Zudem haben singuläre und unternehmensspezifische Randbedingungen Einfluss auf die Berechnung. Beispiel Pfizer hat im November 2015 die Übernahme von Allergan nach einem Bieterkampf zu einem enormen Preis angekündigt. Solche Aktivitäten gehen auch in den Kurs ein und verändern dementsprechend das KGV ohne bis dato wirtschaftliche Veränderung für Pfizer, die erst mit der Fusion eintritt.

Ich habe keine Ahnung, welche Intention der Prof. mit der Hausarbeit verfolgt. Vlt. will er ja auch für die Problematik dieser Zahl sensibilisieren und freut sich über entsprechend kritische Anmerkungen.


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