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Umsatz- und Gewinnplus bei MTU erwartet
Der Triebwerkshersteller MTU hat das vergangene Jahr nach
Analysteneinschätzung mit einem Zuwachs bei Umsatz und Gewinn
abgeschlossen. Dazu beigetragen haben insbesondere die neuen
Antriebe für den Bestseller Airbus A320neo. Nun schaut sich der
Vorstand nach Übernahmezielen um.
Der Münchner Triebwerksbauer MTU hat das Jahr 2011 voraussichtlich
mit einem Umsatz- und Gewinnsprung abgeschlossen. Die Bestellflut
für den auf Spritsparen getrimmten neuen Airbus A320neo beschert
auch den Antriebsspezialisten zusätzliche Aufträge und höhere
Erlöse. Bei der Bilanzvorlage am Donnerstag (23. Februar) erwarten
Analysten, dass Vorstandschef Egon Behle etwas zu den
Übernahmeplänen des MDax-Unternehmens sagt. Spekuliert wird, dass
MTU die Triebwerkssparte des Lastwagenbauers Volvo kaufen
könnte.
Für das abgelaufene Jahr erwarten die neun von dpa-AFX befragten
Analysten, dass MTU den Umsatz wie vom Vorstand geplant um acht
Prozent auf 2,9 Milliarden Euro steigern konnte. Der um
Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT), in
den nun erstmals auch Minderheitsbeteiligungen an anderen
Unternehmen eingehen, dürfte um fünf Prozent auf 325 Millionen Euro
zugelegt haben. Beim Überschuss erwarten die Experten ein Plus von
15 Prozent auf 164 Millionen Euro.
Der bereinigte Überschuss sollte um sechs Prozent um 194 Millionen
Euro gestiegen sein. Bei dieser Kennziffer rechnet MTU unter
anderem Effekte aus der Kaufpreisallokation und die
Stichtagsbewertung der Dollar-Bestände heraus. Außerdem legt das
Unternehmen eine normalisierte Steuerquote zugrunde. Im vierten
Quartal dürfte MTU hier trotz kräftig gestiegener Umsätze
allerdings weniger rentabel abgeschnitten haben als ein Jahr zuvor.
Dennoch hätte das Unternehmen damit seine Jahresziele erfüllt.
Analysten halten es für möglich, dass das Unternehmen zudem seine
Dividende anhebt: Im Schnitt rechnen sie mit einer Steigerung von
1,10 auf 1,18 Euro je Anteilsschein.
MTU sah sich zuletzt auf einem deutlichen Wachstumskurs. Erst im
November kündigte Vorstandschef Behle für 2012 zweistellige
Zuwachsraten bei den Antrieben für Verkehrsflugzeuge an. Der Umsatz
soll um 10 bis 15 Prozent zulegen. Im Ersatzteilgeschäft und der
Triebwerkswartung steht ein Plus von 5 bis 10 Prozent auf dem
Zettel. Das derzeit darbende Geschäft mit den Antrieben für
Militärmaschinen soll nach einer Stagnation 2012 ab dem kommenden
Jahr wieder zulegen. Bis 2020 will der Vorstand die jährlichen
Erlöse des Konzerns auf insgesamt sechs Milliarden Euro steigern -
gut doppelt so viel wie für 2011 angepeilt.
Ihr Umsatzziel von sechs Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 will MTU
alleine mit den bisherigen Triebwerksmodellen erreichen. Dazu
dürfte auch beitragen, dass das Unternehmen sich noch stärker beim
Triebwerk V2500 einbringt als bislang. Von der Turbine, die den
langjährigen Airbus-Kassenschlager A320 antreibt, verspricht sich
die MTU-Spitze auch in den kommenden Jahrzehnten noch hohe Umsätze.
Auch an dem Triebwerk für die neue, spritsparende Variante A320neo
sind die Münchner beteiligt. Erst auf der Luftfahrtmesse in
Singapur in den vergangenen Tagen sammelte MTU Aufträge im Wert von
450 Millionen Euro ein - darunter auch 40 Antriebe für den Airbus
A380.
Unterdessen schaut sich der Vorstand nach Übernahmezielen um. Dabei
blieb bislang offen, ob MTU die Triebwerkssparte von Volvo kaufen
will, wie die "Financial Times" im Dezember berichtet hatte. Es
wäre der dritte Anlauf für MTU. Schon 2007 und 2009 seien erste
Versuche fehlgeschlagen. Analyst Markus Turnwald von der DZ Bank
schätzt, dass MTU bis zu 800 Millionen Euro für das Unternehmen
ausgeben müsste."
http://www.airliners.de/wirtschaft/kennzahlen/umsatz--und-ge…