Hi Mic,
irgendwann erwischt es auch den besten Börsianer....
Warren Buffett im Sog der Finanzkrise
Seine Anlagestrategie machte ihn zum zeitweise reichsten Mann der
Welt. Doch die Finanzkrise verschont auch eine Investment-Legende
nicht: Der Wert von Warren Buffetts Firma Berkshire Hathaway ist im
vergangenen Jahr um 32 Prozent eingebrochen. Schuld sind fallende
Kurse im Portfolio und
riskante Wetten.
DÜSSELDORF. "Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er
nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde", mit Weisheiten
wie dieser ist der US-Investor Warren Buffett, 78, mit seiner Firma
Berkshire Hathaway zum zeitweise reichsten Mann der Welt geworden.
Nun aber wirkt Buffetts Zitat wie ein unbeabsichtiger Appell an die
eigenen Aktionäre: Der Wert der ruhmreichen Investmentgesellschaft
ist im vergangenen Jahr um 32 Prozent eingebrochen -
der tiefste
Fall seit drei Jahrzehnten. Kostete eine Berkshire-Aktie Ende
2007 noch stolze 141 600 Dollar, bekam man sie am 31. Dezember 2008
für nur noch 96 600 Dollar. 2007 war der Wert noch um 29 Prozent
gestiegen.
Kleiner Trost für Buffett: Der Vergleichsindex Standard and Poor's
(S&P) 500 ist im selben Zeitraum um 38 Prozent und damit noch
stärker eingestürzt, der Dow Jones um 34 Prozent. Und so kann
Berkshire immerhin melden, den S&P zum 14. Mal in 20 Jahren
übertroffen zu haben. Die Finanzkrise schmälert neben Aktienkursen
eben auch die Ansprüche - selbst die von Investment-Legenden.
Den Großteil der Verluste hat Buffett laut der Nachrichtenagentur
Bloomberg im vergangenen Quartal eingefahren, als die Rezession
viel von dem Wert der Berkshire-Investments auffraß, die sich zum
30. September noch auf 76 Mrd. Dollar beliefen. Zwar sollen die
offiziellen Bilanzzahlen erst in ein paar Wochen veröffentlicht
werden. Doch angesichts der Tatsache, dass die meisten der
Top-Beteiligungen Buffetts in den vergangenen drei Monaten
zweistellig verloren haben, dürften die Berkshire-Aktionäre nicht
erfreut sein: Die Top-Anlage Coca-Cola fiel um 14 Prozent, die
Nummer zwei Wells Fargo um 21. ConocoPhilips brach gar um 29
Prozent ein.
Neben den bröckelnden Unternehmenswerten im Berkshire-Portfolio
dürften auch Buffetts milliardenschwere, langfristige Wetten auf
Aktienindizes auf den Kurs gedrückt haben. Der Investor hat
weltweit Wetten auf vier Indizes laufen,

etwa
auf den Standard & Poor's. Investoren gaben Buffett demnach
4,85 Mrd. Dollar dafür, dass er sie absichert, sollten die
Indexstände dramatisch fallen. In diesem Fall müsste er den
Geldgebern ab 2019 bis zu 36 Mrd. Dollar zurückzahlen. Sollten die
Märkte aber steigen, hat Buffett ein gutes Geschäft gemacht.
Solcherlei Wetten machen die Berkshire-Anleger zunehmend
nervös,

da in der Finanzkrise auch Unmögliches möglich werden
kann. Als warnendes Beispiel gilt der japanische Nikkei-Index, der
1989 noch 39 000 Punkte erreichte. Heute liegt er unter 9000
Punkten. Während Buffett im November besorgten Investoren
versprach, noch transparenter bei seinen Geschäften zu sein,
verdreifachte sich im vergangenen Quartal der Preis für
Absicherungen von Berkshire-Geschäften. Solche Credit Default Swaps
spiegeln das Vertrauen der Anleger wider - je höher der Preis,
desto niedriger die Zuversicht.
Anleger rechnen nun offenbar mit einem weiter sinkenden
Berkshire-Kurs. Die Zahl der Leerverkäufe jener Titeln war laut
Daten von Bloomberg zuletzt so hoch wie seit sechs Jahren nicht
mehr. Bei Leerverkäufen wetten Anleger auf fallende Kurse.
Optimistisch wie immer gibt sich freilich Buffett selbst. Die
allgemeinen Kurseinbrüche, sagte er im November bei "Fox Business
Network", machten "keinen Unterschied". So etwas sei ihm bereits
drei Mal zuvor passiert. "Ich hoffe, dass ich noch lange genug
lebe, damit es mir noch ein paar Mal mehr passiert", sagte er.
Schließlich ist der Berkshire-Kurs trotz der Rückschläge
seit
1965 jedes Jahr durchschnlittlich um 20 Prozent gestiegen.

Eine Anlage von 1000 Dollar zur damaligen Zeit wäre heute
gut sieben Mio. Dollar wert.
Mögliche Zweifel an seinem Geschäftssinn zertreute der Investor mit
seinem jüngsten Coup: Mit einer Wette auf die diesjährige
Hurrikan-Saison in Florida verdiente er 224 Mio. Dollar. Buffett
hatte dem Bundesstaat zugesichert, bei größeren Sturmschäden mit
Anleihen auszuhelfen. Glück für den Geschäftsmann: Die Stürme
blieben aus.

Die an
den Finanzmärkten allerdings wehen noch.
http://isht.comdirect.de/html/news/selector/main.html?sNewsI…
Ich wußte gar nicht, dass Warren Buffett auch ein Langfrist-Zocker
ist.
Gruss

Atze