Radkappen fertigt die Automobilindustrie schon seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals begann man langsam von den Speichenfelgen auf Stahlfelgen umzustellen. Die ersten Radkappen waren noch bunt und meist in der Wagenfarbe lackiert. Die große Massenproduktion der Radabdeckungen begann allerdings erst nach dem Krieg mit dem VW Käfer und dem Opel Rekord. Damals ging man zum Verchromen über.
Millionen von Fahrzeugen der Wirtschaftswunderzeit, seien es Volkswagen, Opel, Ford oder auch die aufkommenden ausländischen Marken trugen allesamt verchromte Radkappen auf den Rädern. Als Sonderausstattung boten die Händler für manche Modelle sogar verchromte Radzierringe an, die sich allerdings nur einige Jahre auf dem Markt halten konnten. Radkappen trugen meist das Firmenlogo des jeweiligen Herstellers und auch die spezielle Handschrift des jeweiligen Fahrzeugmodells.
Erst in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als auch viele andere Teile an den Autos aus Kunststoff waren, begann man auch die Radabdeckungen aus Kunststoff zu produzieren. Man ging ebenfalls dazu über nicht mehr die gesamte Felge mit den Kunststoffteilen abzudecken, sondern oft nur noch Naben und Radschrauben.
In den achtziger Jahren begann man damit, Fahrzeuge schon ab Werk mit Alufelgen auszustatten. Auch der Zubehörmarkt erkannte dieses Marktsegment und verkaufte den vielen tuningbegeisterten jungen Leuten Alufelgen. Für diese Art Felgen wurden dann meist keine Radabdeckungen gebraucht. Allerdings wurde in dieser Zeit auch damit begonnen, die Fahrzeuge mit einem zweiten Satz Räder für den Winter auszustatten, um sich das zeitraubende und teure Ummontieren der Reifen auf die Felgen zu ersparen. Dadurch wurden auch, vor allem von Besitzern der Aluminiumfelgen, wieder Radkappen benötigt.
Als in den neunziger Jahren das Originalzubehör für Autos immer teurer wurde, kam die Zubehörindustrie auf den Gedanken sogenannte Billigradkappen auf den Markt zu bringen. Diese waren und sind vor allem für Leute interessant, die im Sommer teure Alufelgen fahren und im Winter ihre Stahlefelgen günstig schützen möchten, ohne dabei auf ein Abdeckung ihres Fahrzeugherstellers zurückgreifen zu müssen. Diese Produkte gibt es mittlerweile in verschiedenen Größen und unendlich vielen Mustern und Modellen. Wer also seine Stahlfelgen in den Wintermonaten vor Schnee, Streusalz und andern Gefahren schützen möchte, kann beruhigt auf ein solches Produkt aus dem Zubehörhandel zurückgreifen.