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Traktorreifen haben heute Riesenausmaße wie nie zuvor

Traktorreifen sind in den letzten Jahrzehnten mit den Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen immer mehr gewachsen und haben heute Größen erreicht, die man vor einigen Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte.

Als in Deutschland Anfang des letzten Jahrhunderts die ersten Traktoren auf den Markt kamen, waren diese überwiegend mit Eisenbereifung ausgestattet. Die Reifenpioniere brüteten über neuen Entwicklungen, die bald Traktorreifen in Vollgummi hervorbrachten. Diese wurden dann in den zwanziger und dreißiger Jahren verwendet. Danach kam es durch Firmen wie Deutz, Fahr, Kramer, Güldner oder Eicher schon zu einer großen Zahl von Schleppern auf dem deutschen Markt. Durch diesen Umstand kam auch die Reifenentwicklung stark voran, so dass noch kurz vor den zweiten Weltkrieg der noch heute gebräuchliche Luftreifen schon auf viele neue Schlepper montiert werden konnte.

Der große Durchbruch sowohl der Schlepper als auch der Schlepperluftreifen kam dann allerdings erst nach dem Krieg. In den fünfziger Jahren entwickelte sich der Schlepperindustrie in rasantem Maße fort, so dass auch für die Reifenhersteller ein sehr gutes Geschäft daraus wurde. In dieser Zeit, in der die Traktoren noch Motorstärken ab11 PS hatten, waren auch die Reifen entsprechend klein dimensioniert. Die Größen fingen bei Deutz mit 8.00 – 20 auf den Hinterrädern beim 15er Deutz von 1950 an.

Mit den Jahren wurden die Schlepper dann immer leistungsstärker und so auch die Räder stetig größer. Die Größe 11 - 28 war beispielweise Anfang der 60er Jahre beim D 30 von Deutz der Standart. Da in den 60er Jahren auch die Allradschlepper immer beliebter wurden, wurden auch die vorderen Traktorreifen diesem Trend angepasst und im Profil den Hinterradreifen angeglichen. Der DEUTZ D 6005 von 1967 besaß in der Allradausführung vorne die Reifengröße 10.5 - 20, was gegenüber 6.00 -19 in der Standartausführung eine erhebliche Vergrößerung bedeutete. Leider gingen die rasanten Weiterentwicklungen und Verkaufserfolge in der Landwirtschaft auch mit einer gewissen Marktsättigung einher, so dass die Schlepperstückzahlen, die in den fünfziger Jahren verkauft wurden dann allmählich nicht mehr erreicht wurden. Das führte natürlich auch dazu, dass die Reifenhersteller keine so großen Stückzahlen an Traktorreifen mehr produzieren konnten. Allerdings konnten diese Verluste im Gegensatz zur Schlepperindustrie mit Mehrverkäufen an die Automobilbranche ausgeglichen werden.

Die heutigen Schlepperreifen bewegen sich beispielweise bei CASE-IH in der Größenklasse von 13/6 28 bis 710/70 42 auf der Hinterachse, was vor einigen Jahrzehnten selbst die kühnsten Konstrukteure nicht für möglich gehalten hätten.

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