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Unbegrenzte Deckungssumme bei Versicherungspolicen

Immer wieder sieht man Werbungen für KFZ- oder andere Haftpflicht-Versicherungspolicen, die damit angeben, eine unendlich hohe Schadenssumme zu decken. Ist das wirklich ein Vorteil?

Die Vorstellung von etwas Unendlichem, Unbegrenztem ist faszinierend. Das wissen auch Werbestrategen bei Versicherungen. Wenn man mit unendlich großen Zahlen rechnet, kommt man nicht zu rationalen Ergebnissen. Wenn man also eine Versicherungspolice mit einer Deckungssumme von 100 Millionen Euro mit einer mit einer unbegrenzten Deckungssumme vergleicht, wird Letztere immer besser abschneiden – zumindest mathematisch gesehen. Schließlich ist im Vergleich zu einer unendlich großen Deckung jeder monatliche Beitrag klein.

Wenn man es aus der Perspektive der Versicherung betrachtet, ist eine unendlich hohe Deckungssumme dennoch nicht zwangsläufig mit gigantischen Ausgaben verbunden. Nicht ohne Grund ist beispielsweise die gesetzlich vorgeschriebene Mindestdeckung bei der KFZ-Versicherung weniger als 10 Millionen Euro: Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Autounfall ein größerer Schaden auftritt, ist verschwindend gering. So können Versicherungen auch unbegrenzte Deckungssummen anbieten und damit Kunden gewinnen, ohne dabei ihr Geschäftsmodell zu gefährden.

Aus der Perspektive der Versicherten sieht es wieder anders aus: Versicherungen sind ja schließlich dazu da, bei den unwahrscheinlichen, größten anzunehmenden Unfällen als Rückendeckung für die Versicherten da zu sein. Damit bieten sie ihren Kunden Seelenruhe. So gesehen ist eine Deckungssumme, die nach oben nicht begrenzt ist, tatsächlich eine Mehrleistung.

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