Frauenkleider für Männer nicht nur an Fasching
Frauenkleider für Männer sind keine Schnapsidee: Wenn man Internetforen durchforstet merkt man, dass eine große Zahl von Männern das Bedürfnis hat, hin und wieder oder dauerhaft in eine andere Rolle zu schlüpfen.

Dass das Thema Frauenkleider für Männer immer noch heikel ist, merkt man in einigen Foren im Internet. Es finden sich Berichte von verzweifelten Ehefrauen, die ihre Männer in ihren eigenen Kleidern erwischt haben. Sie wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen und bitten deshalb in der Anonymität des World Wide Web um Rat. Und den bekommen sie auch: Viele Menschen, die Erfahrungen mit dem Thema haben, scheinen darauf zu brennen, sich mit anderen auszutauschen. So finden sich Ratschläge für jede Lebenslage, für Männer wie für ihre Frauen. Offenbar ist es doch noch nicht so einfach, darüber zu reden, denn für viele Kommentatoren scheint es eine richtig befreiende Erfahrung zu sein, sich darüber austauschen zu können.
Dabei waren Frauenkleider für Männer nicht immer Tabu: Im mittelalterlichen Theater galt es als unanständig, Frauen auf die Bühne zu schicken; so wurden ihre Rollen von verkleideten Jungen und Männern gespielt. In anderen Kulturen gelten ganz andere Kategorien dafür, welche Kleidungsstücke von Frauen und welche von Männern getragen werden. Im Gegenzug waren Hosen für die Generation unserer Urgroßeltern noch reine Männerkleider. Heute tragen Frauen genauso wie Männer diese Beinkleider. Männer, die heute Frauenkleider tragen, tun es teilweise auch, um zu provozieren. Wer weiß, ob es nicht bald spezialisierte Kleiderläden für Männer in Röcken geben wird? Es wäre nicht das erste Mal, dass aus der heutigen Provokation die Mode der Zukunft wird.
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