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Rolls Royce - britische Tradition aus deutscher Hand

Der Rolls Royce ist zweifellos eine der traditionellen britischen Luxus-Karossen. Seine Produktion erfolgt zwar in Großbritannien, aber nicht mehr unter britischem Management.

Die Produktion von Autos war schon seit langer Zeit nur ein Bereich der unternehmerischen Aktivitäten des britischen Konzerns Rolls Royce, zwar der ursprüngliche und der berühmteste, aber inzwischen auch der kleinste Unternehmenszweig. Die Gründung des Unternehmens geht auf das Jahr 1906 zurück. Seinerzeit schlossen sich in Manchester der Ingenieur Henry Royce und er Kaufmann Charles Rolls zusammen mit dem Ziel, qualitativ hochwertige Autos zu bauen. Dieses Ziel erreichten sie bereits mit ihrem ersten Modell, das sie der Öffentlichkeit vorstellten. Der 40/50 HP galt als das beste Auto der Welt. Es hatte einen Langstreckenrekord aufgestellt und war innerhalb kürzester Zeit als robustes und zuverlässiges Militärfahrzeug bekannt.

Ab 1907 erfolgte die Herstellung dieses Fahrzeugtyps unter der Bezeichnung Silver Ghost. Die berühmte, im deutschen Sprachraum als Emily bekannte Kühlerfigur erhielt der Rolls Royce erst 1911. Tatsächlich trägt sie den Namen Spirit of Ecstasy. Sie wurde von dem Bildhauer Charles Sykes geschaffen, der sie nach dem Modell von Miss Eleanor Velasco Thornton entwarf.

Da der Rolls Royce in seinem Einsatz als Militärfahrzeug seine Zuverlässigkeit bewies, expandierte das Unternehmen innerhalb weniger Jahre und übernahm 1931 das in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Konkurrenzunternehmen Bentley. Deren Modelle wurden allerdings parallel weiter produziert.

Neben dem Autobau widmete man sich schon seit 1914 der Produktion von Flugzeugmotoren mit dem Ergebnis, dass auch diese außergewöhnlich zuverlässig waren. Technische Innovationen und kaufmännisches Geschick führten dazu, dass militärische Flugzeuge im Zweiten Weltkrieg zum größten Teil mit Rolls Royce Triebwerken ausgestattet waren. Die Produktion der Flugzeugmotoren und Schiffsantriebe nahm im Laufe der Zeit den größten Anteil der Tätigkeiten von Rolls Royce ein. In den 1970er Jahren musste das Unternehmen Konkurs anmelden und wurde verstaatlicht.

Die Autoproduktion des britischen Traditions-Unternehmens gab man im Jahr 2000 zum deutschen BMW-Konzern ab. Die aktuellen, bereits von BMW entwickelten Modelle sind der Phantom als Limousine, Coupé und Cabriolet sowie die Ghost Limousine. Sie werden von Zwölfzylinder-Motoren mit einem Hubraum von 6,75 Litern angetrieben. Die Karosserie wird nach wie vor in Handarbeit zusammengeschweißt. Das über 300 000 Euro teure Fahrzeug ist mit allem denkbaren Komfort ausgestattet, der sich nach den individuellen Wünschen seiner Käufer richtet.

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