Mit dem Stromaggregat kommt man besser über die Runden
Wer ein Stromaggregat sein eigen nennen darf, kann dem nächsten Elbhochwasser vielleicht ein wenig gelassener entgegensehen als die lieben Nachbarn.
Ein Stromaggregat ist ein elektrischer Generator, also eine elektrische Maschine, die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Es arbeitet praktisch umgekehrt zum elektrischen Motor, der Bewegungsenergie erzeugt. Kleine Aggregate zur Stromerzeugung liefern eine Leistung um ein Kilowatt herum, große Geräte schaffen mehrere hundert Kilowatt. Trotz alledem sind diese Stromaggregate nicht zur ständigen Stromerzeugung und somit zur permanenten Versorgung mit elektrischer Energie geeignet. Kleinere Stromaggregate werden oftmals per Benzinmotor angetrieben, größere dagegen mit Dieselmotoren. Neuere Verbrennungsmotoren können schon mit Biodiesel, also auch Rapsölprodukten angetrieben werden. Ausgestattet können sie mit Seilzug oder auch mit elektrischem Anlasser sein.
In Feuerwehrfahrzeugen zum Beispiel werden mitunter etwas größere Generatoren fest eingebaut und mit dem Nebenabtrieb des Fahrzeuggetriebes betrieben. Kleinere, mobile Geräte sind tragbar oder können auf Anhänger montiert werden. Diese Stromaggregate können dann vielseitig im Katastrophenschutz von KHD, THW, Rotem Kreuz oder auch Feuerwehr eingesetzt werden. Nicht nur der Stromausfall, der einen Fahrstuhl zum Beispiel zum stehen bringt – natürlich zwischen den Stockwerken, so wie sich das gehört – zählt zu den Einsatzmöglichkeiten. Auch dort, wo es keine Stromversorgung gibt, werden solche Aggregate für mobile Wasseraufbereitungsanlagen genutzt.
Gerade in Krankenhausbauten und bestimmten Industrieanlagen werden stationäre Notstromaggregate verwendet, die dann sofort einsetzen müssen, wenn der Strom tatsächlich ausfällt. Vielleicht kann nicht der ganze Komplex mit Strom versorgt werden, aber zumindest Bereiche wie Notbeleuchtung, Aufzüge oder andere kritische Anlagen müssen mit Notstrom gespeist werden. Was soll denn sonst aus den Patienten auf der Intensivstation oder auf dem OP-Tisch werden? Für eine Vollversorgung sind solche Anlagen wohl zu schwach. Daher haben die professionellen Stromversorger große Aggregate, die dann eingesetzt werden, wenn an den eigentlichen Transformatorstationen Reparaturen durchgeführt werden müssen.
Zur Jahrtausendwende gab es einen großen Run auf Stromaggregate, weil die Menschen an einen Kollaps aller computergesteuerten Anlagen, somit auch der Stromversorgung, geglaubt haben. Nichts dergleichen ist geschehen, Aber bei dem Elbhochwasser waren die Menschen froh, wenn sie ein solches Gerät hatten, so die Wasserpumpen im Keller betreiben konnten und nicht bei Kerzenschein ausharren mussten. Da war jedes Stromaggregat herzlich willkommen.
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