Der wirtschaftliche Aspekt beim KFZ Reimport
Der KFZ Reimport wird von vielen Händlern und Privatpersonen praktiziert, um bei der Anschaffung von Fahrzeugen Kostenvorteile zu erzielen.
Der klassische Ablauf beim KFZ Reimport ist so, dass Fahrzeuge von deutschen Herstellern zuerst ins Ausland exportiert werden. In einigen Ländern werden die Fahrzeuge zu deutlich günstigeren Konditionen verkauft, als das im Herstellerland selbst der Fall ist. Also kauft der beauftragte Händler oder der Interessent selbst das Fahrzeug bei einem ausländischen Händler und bringt es als Importfahrzeug wieder ins Land.
Das beim KFZ Reimport auftretende Problem ist einerseits, dass die vom Hersteller zielgerichtet aufgebauten Vertriebswege zielgerichtet umgangen werden. Durch die günstigeren Verkaufspreise erzielt auch der Hersteller geringere Gewinne, weil die Fahrzeuge auch zu niedrigeren Preisen ins Ausland abgegeben werden.
Andererseits profitiert der Kunde oft auch davon, dass der Steueranteil beim KFZ Reimport in dem Land niedriger ist, wo er das Fahrzeug kauft. Allerdings verzeichnet der deutsche Fiskus dadurch weniger Einnahmen. Ihm geht nicht nur die Differenz zwischen dem normalen deutschen Angabepreis und dem für das Ausland ausgewiesenen Abgabepreis bei der Umsatzsteuer verloren, die fällig werden würde, wenn dass Fahrzeug nicht als KFZ Reimport, sondern auf dem üblichen Vertriebsweg über einen deutschen Händler gekauft werden würde. Auch die auf die Provision des deutschen Händlers entfallende Einkommenssteuer sowie die darauf zu entrichtenden Sozialabgaben fehlen in der Haushaltskasse des Bundes und der Sozialkassen.
Das heißt, dass der Kunde zwar für sich persönlich einen finanziellen Vorteil beim KFZ Reimport erzielt, dieser aber volkswirtschaftlich betrachtet einen Schaden anrichtet. Einige europäische Länder haben auf dieses Problem bereits reagiert und den KFZ Reimport und auch die sogenannten Parallelimporte verboten, die nicht nur im Bereich der motorisierten Fahrzeuge, sondern auch für Produkte der pharmazeutischen Industrie praktiziert wird und bei denen der Kunde einen Kostenvorteil von teilweise bis zu fünfzig Prozent gegenüber einem direkten Kauf in Deutschland erzielen kann.
Ein weiteres Problem beim KFZ Reimport ist die Gewährleistung, die in der Regel über den Händler geltend gemacht werden muss. Dort kommen dann lange bürokratische Wege und dadurch lange Wartzeiten für die Behebung der Mängel zustande, was einen eindeutigen Nachteil auf Seiten des Kunden bedeutet.
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