Die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland stellt sich vor
Die Finanzagentur kann als Dienstleistungsunternehmen für die Kreditaufnahme und das Schuldenmanagement des Bundes gesehen werden. Die Gesellschaft wird durch das Bundesministerium für Finanzen vertreten.
Aus der früheren Berliner CVU Systemhaus Abwicklungsgesellschaft mbH wurde die Finanzagentur GmbH. Mit ihrem Hauptsitz in Frankfurt am Finanzplatz wurde sie am 19. September 2000 gegründet. Es handelt sich bei der Finanzagentur um eine Gesellschaft, dessen Gesellschafter die Bundesrepublik Deutschland ist. Diese wiederum wird durch das Bundesministerium für Finanzen vertreten. Die Leitung des Unternehmens obliegt Carl Heinz Daube sowie Carsten Lehr (Stand Mai 2011). Eine Zusammenlegung der Finanzagentur mit der früheren Verwaltung der Bundeswertpapiere fand am 1. August 2006 statt. Seitdem können auch private Anleger bei der Finanzagentur gebührenfrei Bundeswertpapiere erwerben sowie eine kostenlose Depotverwaltung in Anspruch nehmen.
Grundsätzlich bewältigt die Finanzagentur Aufgaben, die die Haushalts- und Klassenfinanzierung des Bundes betreffen. Vor der Gründung der Finanzagentur oblagen diese Aufgaben dem Bundesministerium für Finanzen, der Deutschen Bundesbank sowie der Bundeswertpapierverwaltung. Zu den Aufgaben der Finanzagentur gehören die Kreditaufnahme mithilfe von Schuldscheindarlehen, der Ausgleich des Kontos der Bundesrepublik Deutschland bei der Deutschen Bank mittels verschiedener Geldmarktgeschäfte (Aufnahme und Anlagen) sowie Dienstleistungen, die die Bundeswertpapiere betreffen, wie beispielsweise deren Ausgabe und Platzierung am Geld- oder Kapitalmarkt. Mit der Auflösung der Bundeswertpapierverwaltung übernahm die Finanzagentur außerdem das Geschäft mit Bundeswertpapieren für private Anleger sowie das Führen des Bundesschuldbuchs. Des Weiteren erarbeitet die Finanzagentur Marktanalysen für die Bundesrepublik Deutschland. Außerdem übernimmt sie die Steuerung der Liquidität, die Überwachung des Risikos und die Werbung, die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Bundeswertpapiere.
Die Struktur der Finanzagentur, sowohl die organisatorische als auch die personelle, ist so angelegt, dass rapide wechselnde Anforderungen der Kapitalmärkte schnell umgesetzt werden können. Daraus ergeben sich die Voraussetzungen zur nachhaltigen Verbesserung der Bedingungen zur Finanzierung des Bundes, die Optimierung der Risikostrukturen im Schuldenportfolio des Bundes sowie die mittelfristige Senkung der Zinskostenbelastung. Die Finanzagentur bildet mit ihren Aufgaben und Tätigkeitsschwerpunkten eine Verbindung zwischen Politik und Markt.
Wie bereits erwähnt, bietet die Finanzagentur seit der Zusammenlegung mit der Bundeswertpapierverwaltung auch privaten Anlegern die Möglichkeit, eine Vermögensanlage oder einen Vermögensaufbau vorzunehmen. Auch hier bieten sich dem Kunden verschiedene Varianten, so zum Beispiel die Tagesanleihe, die ein flexibles Produkt des Bundes ist. Diese wird täglich durch die Erhöhung des Tagespreises verzinst. Des Weiteren bietet die Finanzagentur Finanzierungsschätze an, die sich für diejenigen eignen, die in kurzer Zeit mehr aus ihrem Geld machen möchten. Sie umfassen eine einjährige bis zweijährige Laufzeit sowie eine Mindestanlage von 500 Euro. Verwahrt werden diese auf dem Schuldenbuchkonto der Finanzagentur oder in einem Depotkonto eines anderen Kreditinstituts. Zu den Klassikern unter den Bundeswertpapieren gehören die Bundesschatzbriefe, deren Vorteile eine angemessene Rendite sowie ein jährlicher Zinszuwachs sind.
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