Antwort auf Beitrag Nr.:
32.730.087 von yliano am 11.12.07
18:53:16FRANKFURT (AWP International) - Die
schweizerische Grossbank UBS erwartet auch im kommenden Jahr eine
solide Entwicklung bei Unternehmenszusammenschlüssen und
-übernahmen (M&A). Vor allem im ersten Halbjahr werde zwar die
Krise an den Finanzmärkten die Aktivitäten dämpfen, doch dürften im
zweiten Halbjahr des kommenden Jahres wieder mehr und
wahrscheinlich auch grössere Transaktionen zu sehen sein, sagte
Piero Novelli, Global Head of M&A der UBS-Tochter UBS
Investment Bank am Donnerstag in Frankfurt.
Transaktionen mit einem Volumen zwischen 500 Mio und 1 Mrd EUR
werden der UBS zufolge den Grossteil ausmachen, während es
schwierig werde, grössere Transaktionen durchzuführen. Angesichts
der anhaltenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten werde es vor
allem im ersten Halbjahr schwierig sein, Übernahmen mit einem
Volumen von mehr als 1 Mrd EUR finanziert zu bekommen.
Ausschliessen wollte Novelli dies aber nicht: hier werde die
Qualität der beteiligten Akteure ausschlaggebend sein.
Die derzeitige Finanz- und Liquiditätskrise belastet dabei der UBS
zufolge vor allem Private-Equity-Investoren, die Schwierigkeiten
haben, für grössere Transaktionen ausreichend Fremdkapital zu
erhalten. Daher erwartet die UBS im kommenden Jahr hauptsächlich
Transaktionen zwischen Unternehmen selbst.
Durch den zeitweiligen Wegfall der Konkurrenz Private Equity haben
die Unternehmen der UBS zufolge weniger Konkurrenz. In den
vergangenen zwei Jahren konnten die Finanzinvestoren Unternehmen
dank des guten Finanzumfeldes häufig überbieten.
Nun stelle sich die Situation für die Unternehmen besser dar.
Angesichts unverändert solider Marktbewertungen und einer guten
Ertragslage seien viele Unternehmen in der Lage, als Akteur
aufzutreten.
Zudem beobachtet die UBS eine Änderung in der deutschen
Unternehmenskultur. Unternehmen aus Deutschland stünden
M&A-Transaktionen zunehmend positiv gegenüber, zudem sei das
Know-how in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Daher gehen
Novelli und sein Kollege Alexander Gehrt, der Leiter des
M&A-Geschäfts von UBS in Deutschland, davon aus, dass deutsche
Unternehmen künftig vermehrt als Käufer auftreten werden.
Zielrichtung dabei seien vor allem grenzüberschreitende
Transaktionen innerhalb von Europa und auch über den Atlantik
hinweg. Zudem erwarten die UBS-Banker eine grössere Anzahl von so
genannten Club-Deals - also Transaktionen, bei denen ein
Unternehmen von mehreren anderen übernommen wird.
Der M&A-Markt profitiert dabei auch von erhöhten Aktivitäten
von Staatsfonds. Diese kommen zum einen vor allem aus dem
arabischen und südostasiatischen Raum, zum anderen aus Russland.
Die UBS schätzt das Gesamtvolumen der 13 grössten Staatsfonds auf
derzeit 2,1 Bill USD.
Für eine anhaltende robuste M&A-Tätigkeit spricht der UBS
zufolge auch die gute Situation vieler Unternehmen. Vor allem bei
Rohstoffen, Energie und Infrastruktur sowie Telekommunikation sieht
die UBS gute Chancen für eine hohe M&A-Aktivität.
Eine Besonderheit stellt dagegen die Finanzbranche dar. Hier
müssten zunächst die <<Gewinner und Verlierer>> der
Kreditkrise ermittelt werden. Zwar erwartet die UBS sowohl national
wie auch international eine Konsolidierung in der Bankenbranche,
doch werde man in den kommenden sechs bis neun Monaten wohl wenig
Aktivitäten sehen. Die Konsolidierung werde erst im zweiten
Halbjahr 2008 und 2009 wieder Fahrt aufnehmen.
DJG/mim/nas