Scheibenbremse - einfach und effektiv zugleich
Kaum ein Teil im Auto, Fahrrad oder in Maschinen ist so hohen Belastungen ausgesetzt wie die Bremse. Die Scheibenbremse spielt hier ihre Stärken aus.
Es gibt viele Arten von Bremsen, wie zum Beispiel Felgenbremsen für Fahrräder und Motorräder, Scheibenbremsen oder auch verschleißfreie Wirbelstrombremsen. Am häufigsten kommt heutzutage die Scheibenbremse zum Einsatz. Sie ist, wie der Name schon sagt, eine Metallscheibe, die am Rad montiert ist und sich zwangsweise mitdreht. Will man die Bremswirkung erzeugen, werden zwei oder mehr Bremsklötze von links und rechts über eine Hydraulik, Pneumatik oder ein Zugseil auf die rotierende Metallscheibe gedrückt. Es entsteht Reibung und die Bewegungsenergie wird in Wärme umgewandelt. Scheibenbremsen kommen zunehmend auch bei nicht-PKWs, wie zum Beispiel Fahrrädern zum Einsatz.
Und das nicht zuletzt deswegen, weil sie einfach zu bauen sind und eine gute Bremswirkung haben. Das Material, aus dem die Bremsscheibe besteht, dient nur einem Zweck und kann deshalb vollständig dafür optimiert werden, also besonders widerstandsfähig für Wärme und hohe Kräfte konzipiert werden. Ferner ist sie durch besondere Kanäle, die in der Bremsscheibe eingelassen sind, gekühlt, was das Material jedoch nicht daran hindert, Temperaturen von mehreren hundert Grad Celcius zu entwickeln. Dies erkennt man zum Beispiel an der farblichen Veränderung des Stahls.
Für die Bremsscheiben- und Klötze stehen verschiedene Materialien zur Auswahl. Bei den meisten Anwendungen kommt Stahl beziehungsweise Edelstahl zum Einsatz, obwohl auch High-End-Lösungen aus Kohlenstoff oder gar Keramik-Verbundwerkstoffen auf dem Markt sind, weil oft spezielle Anforderungen an die Temperaturbeständigkeit oder das Gewicht bestehen. Keramik wird besonders dann verwendet, wenn schon bei der Verbauung der Bremsen bekannt ist, dass hier sehr hohe Temperaturen und große Kräfte auftreten werden.
Ein altbekanntes Leid der Scheibenbremsen ist die Verglasung. Wird die Bremse beziehungsweise die Bremsbeläge zu heiß, bildet sich eine harte Schicht auf den Bremsklötzen. Das stellt eine Gefahr dar, da der Bremsbelag nicht mehr abgerieben werden kann und so die Bremswirkung erheblich verringert oder sogar auf Null reduziert wird. Dies tritt oft bei Bergabfahrten auf, da hier selten die Motorbremse eingesetzt wird und dafür die Bremsbeläge ununterbrochen an der Bremsscheibe anliegen. So kann sich die Scheibe nicht mehr abkühlen und die Hitze überträgt sich auf die Bremsklötze.
Die bekannteste Alternative zur Scheibenbremse ist die Trommelbremse.
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