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Wirtschaft: zirkulierendes und variables Kapital

Der Begriff Kapital wird sowohl in der Volks- als auch in der Betriebswirtschaftslehre verwendet. Während er sich im 1. Fall mit der Produktion eines ganzen Landes befasst, beschränkt es sich im 2. auf eine Firma.

Kapital ist ein Begriff, der hauptsächlich aus den Wirtschaftswissenschaften kommt und dort auch meist Verwendung findet. In der Betriebswirtschaftslehre findet es meist in bestimmten Bilanzierungen Anwendung. Hier wird das Kapital nach unterschiedlichen Gesichtspunkten eingeteilt. Eine Bilanzierung besteht aus der Aktiv- und Passivseite, der linken bzw. rechten Seite einer Tabelle. Auf beiden Seiten werden Kapitalbeträge eingetragen. Die einen stellen ein Soll und die anderen ein Haben dar. Die Aktivseite einer Bilanz stellt das Vermögen eines Unternehmens dar und wird meist in Umlauf- und Anlagevermögen aufgeteilt. Darin sind alle eingesetzten Geldwerte und Wirtschaftsgüter enthalten. Die Passivseite wird in Fremd- und Eigenkapital eingeteilt. Dies sind die finanziellen Mittel, die von den Kapitalgebern zur Verfügung gestellt werden. Das Eigenkapital stammt aus den jeweiligen Beteiligungen und das Fremdkapital von Gläubigern, z.B. Kreditgebern. Die ­ersten haben ein Mitspracherecht in der Firma und haften für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Fremdkapital ist meist befristet und nicht gewinnabhängig.

Das variable bzw. zirkulierende Kapital wird so genannt, da es in den Bilanzen mal als Passiva und dann wieder als Aktiva ausgewiesen wird. Dazu zählen Rohstoffe, Hilfsstoffe und die Arbeitskraft des einzelnen Mitarbeiters bzw. dessen Lohnwert. Um den Sachverhalt besser verstehen zu können, denkt man mal an die Rohstoffe. Diese werden vom Unternehmen eingekauft, stehen also auf der Aktivseite. Dann werden sie weiter verarbeitet und meist mit einer Wertsteigerung verkauft. Auf diese Weise wandern sie auf die Passivseite der Bilanz.

Dem gegenüber steht das konstante Kapital. Dieses wird noch einmal unterteilt in ursprünglich angelegtes, angelegtes, angewandtes und amortisiertes konstantes Kapital. Das Erste ist das Kapital, welches bei der Unternehmensgründung angelegt worden ist. Das angelegte Kapital ist weder abgeschrieben noch angewandt. Das angewandte Kapital wird gerade in der Produktion verwendet und das amortisierte konstante Kapital hat bereits seinen Wert auf die Waren übertragen und gilt deshalb als abgeschrieben.

Sämtliche Begriffe können auch auf die Volkswirtschaft angewendet werden. Hier unterscheidet man drei Produktionsfaktoren. Diese sind Arbeit, Boden und Kapital. Letzteres wird noch einmal in Real- und Geldkapital unterteilt. Während das Realkapital sich mit allen unmittelbar konsumierten Gütern befasst, spricht man bei allen finanziellen Mitteln, die zur Erneuerung und Erweiterung des Kapitalstocks benutzt werden, vom Geldkapital. Der Kapitalstock ist der Bestand aller Produktionsausrüstungen, wie Maschinen und Werkzeuge. Durch das Geldkapital wird also das Realkapital finanziert, dabei ist es für die Begrifflichkeit unerheblich, woher das Geld stammt. Neben Real- und Geldkapital existiert jedoch auch noch das sogenannte Humankapital. Dieses bezieht sich auf das Leistungspotenzial der Arbeitskräfte, welches von der Bildung und Erziehung der einzelnen Bewohner abhängig ist. Mit der Ausbildung der einzelnen Fähigkeiten werden hohe finanzielle Aufwendungen getätigt. Diese erhöhen das Humankapital. Außerdem kann es als sogenanntes "Nebenprodukt" im Produktionsprozess entstehen. Das variable Kapital umfasst in der Volkswirtschaft alle Arbeitslöhne des Landes.

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