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Warum der Dax auf 16.800 Punkte steigt
Die (Finanz-)Welt gerät aus den Fugen und der Begriff der „Krise“
ist ein ständiger Begleiter in den Medien und der
Öffentlichkeitsbeschallung. Dabei sollten selbst
finanzmarktunkundige Bürger inzwischen das Feindbild Bank so
intensiviert haben, dass Occupy Bewegungen als liebenswerte
Zeltlager angesehen werden. Kritiker sind kritisch und deshalb gut
für das System!
Ohne die gravierenden Mängel des Finanzsystems hier schön reden zu
wollen, so fehlt doch den Kritikern in jeglicher Hinsicht eine
klare alternative Vorstellung. Wohlgemerkt eine funktionierende
alternative Vorstellung und keine heile Welt Transfergesellschaft.
Der permanente Schrei nach Staatshilfen führt nicht zu einer
Verbesserung der Situation, sondern verschlimmert sie stetig. Wer
maroden Firmen à la Schlecker hilft, der bestraft die Unternehmen,
die anständig mit ihren Mitarbeitern und Kunden umgehen und daher
erfolgreicher sind und treibt diese womöglich auch noch in die
Insolvenz.
Subventionen und Staatshilfen führen regelmäßig zu Fehlallokationen
von Mensch und Ressourcen. Bestens zu beobachten bei den
Solarförderungen, die Innovationen nur hindern und letztlich, siehe
Q-Cells, Firmen in die Insolvenz bringen. Und wenn der Staat noch
anfängt die Benzinpreise zu regulieren, dann sind wir nicht mehr
weit davon entfernt, dass künftig jede Art von Produktpreis
staatlich reguliert werden sollte, wenn er uns nicht mehr
passt.
Der Normalbürger weiß nicht mehr, dass Preise eines der wichtigsten
Regulative einer freien Marktwirtschaft sind. Glaubt denn
irgendjemand, dass Alternative Energien erschwinglich werden, wenn
man sie subventioniert? Nein, sie werden erschwinglich, wenn die
herkömmlichen Energien wie Benzin und Kohle zu teuer werden, nur
dann erfolgt Innovation und Entwicklung in diesem Sektor, denn nur
dann können sich die Marktkräfte regulieren.
Der Anleger ist dumm und muss dumm bleiben!
Dies gilt ebenso für die Finanzmärkte, die man andauernd zähmen
will, um zu kaschieren, dass das vorgeschobene Gutmenschentum nur
eine hohle Fassade ist. Die viel gescholtenen bösen Finanzmärkte
machen genau das, was sie sollen, sie bereinigen sich. Eine der
wertvollsten Errungenschaften der freien Märkte. Genau in solchen
Zeiten sind zwei extreme Phänomene zu beobachten: Erstens die
permanente Beschallung der Öffentlichkeit mit Krisen- und
Horrorszenarien und zweitens die völlige Verweigerung von
Investoren risikobehaftete Investments zu tätigen. Ersteres legt
die Tatkraft lahm, letzteres die Funktionalität von Finanzmärkten.
Beides können Sie derzeit live miterleben!
Wie reagiert der Staat: Finanz TÜV für alle Finanzprodukte! Aus
irgendeinem Grund wird an die Finanzbranche ein besonders hoher
moralischer Ansatz gestellt. Kein Bäcker, kein Modeverkäufer und
kein Autohändler wird derartig gegängelt und muss seitenlange
Beipackzettel zu seinem Produkt aushändigen: „Achtung, der Gebrauch
dieses Autos kann zu Unfällen führen. Wenn Ihr Wagen unter einen
LKW gerät, ist er womöglich kaputt. Fahrradfahren wäre ohnehin
gesünder!“ Aber nicht nur das, er muss auch alle Provisionen offen
legen, denn der Finanzberater verdient doch tatsächlich am Verkauf
eines Finanzproduktes. Skandal, tönt es aus allen Ecken und Enden
der Verbraucherschützer! Wie einfältig muss man eigentlich sein, um
das Gegenteil zu glauben. Nein, es braucht den Finanz TÜV. Warum
soll man Bürger auch selbst den gesunden Menschenverstand
gebrauchen lassen – ein Gütesiegel und die Welt ist in Ordnung.
Und wer vergibt das Gütesiegel? Verbraucherschützer natürlich, ein
Gewerbe, welches so gut wie keiner Regulierung unterliegt.
Ausgeschlossen, dass es unter diesen oft selbsternannten Wohltätern
welche gibt, die auf Ruhm, Geld, Karriere oder einfach nur Krawall
aus sind. Verbraucherschützer darf sich übrigens jeder nennen, es
gibt weder Ausbildung noch Examen noch ein Amt, welches Zulassungen
vergibt.
Dennoch ist die Glaubwürdigkeit der Beschützer kaum zu erschüttern,
auch wenn sie seinerzeit Anleger massenhaft zu Kaupthing Bank
Tagesgeldkonten oder offenen Immobilienfonds geraten haben. Wenn
sie so schwachsinnige Meinungen, wie „Aktien taugen nicht für die
Altersvorsorge“, vertreten oder schonungslos die Wahrheit
verkünden, die kaum jemand für möglich hielt: „Josef Ackermann ist
nicht Chef der Heilsarmee.“
Weniger Staat, statt mehr Staat
Das letzte Mal, als wir derartige Zustände hatten, war in den 70er
Jahren. Die damaligen Ölschocks haben zu einem völligen Umdenken in
der Bevölkerung geführt und wahnsinnige Zukunftsängste verursacht,
der Club of Rom prognostizierte die Endlichkeit der globalen
Ressourcen und die Presse verbreitete ein Krisenszenario nach dem
anderen. Die Folge: An den Börsen erlebten wir starke Volatilitäten
und ein ganzes verlorenes Jahrzehnt. Über 10 Jahre auf und ab an
den Kapitalmärkten und überwiegend Verluste in den
Anlegerdepots.
Die Parallelen zu heute sind kaum zu übersehen. Anfang der 80er
Jahre glaubte kaum noch einer daran, dass man mit der Investition
in Unternehmen an der Börse Geld verdienen kann. Die Staaten hatten
zu kämpfen mit den Nachwehen der Ölkrisen und den hohen
Inflationszahlen. Zinssätze wurden angehoben und den Staaten blieb
immer weniger Spielraum, um die Wirtschaft in Schwung zu
bringen.
In dieser Zeit der knappen Budgets wurden die Staatsquoten massiv
zurückgenommen, um anderen Verpflichtungen nachzukommen. Besser
bekannt unter den Namen der agierenden Politiker, haben Reagonomics
und Thatcherismus die private Wirtschaft und den individuellen
Bürger mehr in die Verantwortung genommen. Wenngleich damals die
Gründe durchaus anders waren als heute, so haben doch die künftigen
politischen Akteure der Industriestaaten keine andere Möglichkeit,
als zu sparen, um ihre Staatshaushalte zu sanieren.
Transferleistungen, Subventionen und Staatsinvestitionen sind daher
erst einmal auf dem Rückzug.
So hart dies klingen mag, dies ist eine gewaltige Wachstumschance
für den privaten Sektor. Damals wie heute steht die Wirtschaft nach
der Krise vor der gewaltigen Chance, gestärkt aus dieser
herauszugehen. Auch wenn dies aktuell nicht der Mainstream ist und
wenig populär klingt, so darf man nicht vergessen, dass auch Anfang
der Achtziger Jahre kaum jemand einen derart starken Aufschwung an
den Kapitalmärkten für möglich gehalten hat, wie er dann folgte.
Von 1982 bis Ende 1986 hat beispielsweise der Deutsche Aktienindex
Dax eine regelrechte „Raketenhausse“ hingelegt und sich
verdreifacht! Wohlgemerkt nach einem ganzen Jahrzehnt der
Stagnation und starker Volatilität.
Krise in Echtzeit
Auch jetzt ist die Zahl der Optimisten den Heerscharen des
Untergangs und Krisenexperten deutlich unterlegen. Allenfalls eine
handvoll Contrarians denken bereits über die Post-Krisen-Ära nach.
Alle anderen schmieden Pläne für den Zerfall des Finanzsystems. Wie
so häufig wird die Masse auf dem falschen Fuß erwischt werden und
wieder einmal eine historische Chance für einen Einstieg an den
Kapitalmärkten verpassen. Wir leben in einer Zeit der starken
Umbrüche und Neuordnungen. Diese Zeiten klingen in
Geschichtsbüchern oft gewaltig und wie im Zeitraffer dargestellt.
In der aktuellen Lage, also in einer „Krise in Echtzeit“, kommt
vieles alltäglicher daher, wenn auch öffentlich dramatisiert und in
Talkshows von einer Kakophonie der Experten begleitet.
Übertragen wir die Situation der 70er und 80er Jahre auf heute,
dann steht uns eine ordentliche Börsenhausse ins Haus, die analog
zu den Achtzigern den Dax bis auf 16.800 Punkte schieben kann.
Alleine schon der Sachwertcharakter der Aktien und deren günstige
Bewertung rechtfertigen dies, doch erst die Auflösung des
europäischen Dilemmas und das Platzen des Investitionsstaus werden
die Aktie zur populärsten Anlagegattung in den kommenden zehn
Jahren machen. Den Mut und die Nerven werden die Wenigsten
aufbringen, aber der Markt belohnt eben nicht die Masse.
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