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Asset Allocation - Meinungen (Seite 183)

eröffnet am 29.09.10 11:15:17 von
4711en

neuester Beitrag 30.06.14 18:11:22 von
qayxswe
Beiträge: 2.550
ID: 1.160.184
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Der Tag im Überblick


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schrieb am 20.04.12 09:26:26
Beitrag Nr. 1.821 (43.064.268)
lesenswert ...

Warum der Dax auf 16.800 Punkte steigt

Die (Finanz-)Welt gerät aus den Fugen und der Begriff der „Krise“ ist ein ständiger Begleiter in den Medien und der Öffentlichkeitsbeschallung. Dabei sollten selbst finanzmarktunkundige Bürger inzwischen das Feindbild Bank so intensiviert haben, dass Occupy Bewegungen als liebenswerte Zeltlager angesehen werden. Kritiker sind kritisch und deshalb gut für das System!

Ohne die gravierenden Mängel des Finanzsystems hier schön reden zu wollen, so fehlt doch den Kritikern in jeglicher Hinsicht eine klare alternative Vorstellung. Wohlgemerkt eine funktionierende alternative Vorstellung und keine heile Welt Transfergesellschaft. Der permanente Schrei nach Staatshilfen führt nicht zu einer Verbesserung der Situation, sondern verschlimmert sie stetig. Wer maroden Firmen à la Schlecker hilft, der bestraft die Unternehmen, die anständig mit ihren Mitarbeitern und Kunden umgehen und daher erfolgreicher sind und treibt diese womöglich auch noch in die Insolvenz.

Subventionen und Staatshilfen führen regelmäßig zu Fehlallokationen von Mensch und Ressourcen. Bestens zu beobachten bei den Solarförderungen, die Innovationen nur hindern und letztlich, siehe Q-Cells, Firmen in die Insolvenz bringen. Und wenn der Staat noch anfängt die Benzinpreise zu regulieren, dann sind wir nicht mehr weit davon entfernt, dass künftig jede Art von Produktpreis staatlich reguliert werden sollte, wenn er uns nicht mehr passt.

Der Normalbürger weiß nicht mehr, dass Preise eines der wichtigsten Regulative einer freien Marktwirtschaft sind. Glaubt denn irgendjemand, dass Alternative Energien erschwinglich werden, wenn man sie subventioniert? Nein, sie werden erschwinglich, wenn die herkömmlichen Energien wie Benzin und Kohle zu teuer werden, nur dann erfolgt Innovation und Entwicklung in diesem Sektor, denn nur dann können sich die Marktkräfte regulieren.

Der Anleger ist dumm und muss dumm bleiben!

Dies gilt ebenso für die Finanzmärkte, die man andauernd zähmen will, um zu kaschieren, dass das vorgeschobene Gutmenschentum nur eine hohle Fassade ist. Die viel gescholtenen bösen Finanzmärkte machen genau das, was sie sollen, sie bereinigen sich. Eine der wertvollsten Errungenschaften der freien Märkte. Genau in solchen Zeiten sind zwei extreme Phänomene zu beobachten: Erstens die permanente Beschallung der Öffentlichkeit mit Krisen- und Horrorszenarien und zweitens die völlige Verweigerung von Investoren risikobehaftete Investments zu tätigen. Ersteres legt die Tatkraft lahm, letzteres die Funktionalität von Finanzmärkten. Beides können Sie derzeit live miterleben!

Wie reagiert der Staat: Finanz TÜV für alle Finanzprodukte! Aus irgendeinem Grund wird an die Finanzbranche ein besonders hoher moralischer Ansatz gestellt. Kein Bäcker, kein Modeverkäufer und kein Autohändler wird derartig gegängelt und muss seitenlange Beipackzettel zu seinem Produkt aushändigen: „Achtung, der Gebrauch dieses Autos kann zu Unfällen führen. Wenn Ihr Wagen unter einen LKW gerät, ist er womöglich kaputt. Fahrradfahren wäre ohnehin gesünder!“ Aber nicht nur das, er muss auch alle Provisionen offen legen, denn der Finanzberater verdient doch tatsächlich am Verkauf eines Finanzproduktes. Skandal, tönt es aus allen Ecken und Enden der Verbraucherschützer! Wie einfältig muss man eigentlich sein, um das Gegenteil zu glauben. Nein, es braucht den Finanz TÜV. Warum soll man Bürger auch selbst den gesunden Menschenverstand gebrauchen lassen – ein Gütesiegel und die Welt ist in Ordnung.

Und wer vergibt das Gütesiegel? Verbraucherschützer natürlich, ein Gewerbe, welches so gut wie keiner Regulierung unterliegt. Ausgeschlossen, dass es unter diesen oft selbsternannten Wohltätern welche gibt, die auf Ruhm, Geld, Karriere oder einfach nur Krawall aus sind. Verbraucherschützer darf sich übrigens jeder nennen, es gibt weder Ausbildung noch Examen noch ein Amt, welches Zulassungen vergibt.

Dennoch ist die Glaubwürdigkeit der Beschützer kaum zu erschüttern, auch wenn sie seinerzeit Anleger massenhaft zu Kaupthing Bank Tagesgeldkonten oder offenen Immobilienfonds geraten haben. Wenn sie so schwachsinnige Meinungen, wie „Aktien taugen nicht für die Altersvorsorge“, vertreten oder schonungslos die Wahrheit verkünden, die kaum jemand für möglich hielt: „Josef Ackermann ist nicht Chef der Heilsarmee.“

Weniger Staat, statt mehr Staat

Das letzte Mal, als wir derartige Zustände hatten, war in den 70er Jahren. Die damaligen Ölschocks haben zu einem völligen Umdenken in der Bevölkerung geführt und wahnsinnige Zukunftsängste verursacht, der Club of Rom prognostizierte die Endlichkeit der globalen Ressourcen und die Presse verbreitete ein Krisenszenario nach dem anderen. Die Folge: An den Börsen erlebten wir starke Volatilitäten und ein ganzes verlorenes Jahrzehnt. Über 10 Jahre auf und ab an den Kapitalmärkten und überwiegend Verluste in den Anlegerdepots.


Die Parallelen zu heute sind kaum zu übersehen. Anfang der 80er Jahre glaubte kaum noch einer daran, dass man mit der Investition in Unternehmen an der Börse Geld verdienen kann. Die Staaten hatten zu kämpfen mit den Nachwehen der Ölkrisen und den hohen Inflationszahlen. Zinssätze wurden angehoben und den Staaten blieb immer weniger Spielraum, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen.

In dieser Zeit der knappen Budgets wurden die Staatsquoten massiv zurückgenommen, um anderen Verpflichtungen nachzukommen. Besser bekannt unter den Namen der agierenden Politiker, haben Reagonomics und Thatcherismus die private Wirtschaft und den individuellen Bürger mehr in die Verantwortung genommen. Wenngleich damals die Gründe durchaus anders waren als heute, so haben doch die künftigen politischen Akteure der Industriestaaten keine andere Möglichkeit, als zu sparen, um ihre Staatshaushalte zu sanieren. Transferleistungen, Subventionen und Staatsinvestitionen sind daher erst einmal auf dem Rückzug.

So hart dies klingen mag, dies ist eine gewaltige Wachstumschance für den privaten Sektor. Damals wie heute steht die Wirtschaft nach der Krise vor der gewaltigen Chance, gestärkt aus dieser herauszugehen. Auch wenn dies aktuell nicht der Mainstream ist und wenig populär klingt, so darf man nicht vergessen, dass auch Anfang der Achtziger Jahre kaum jemand einen derart starken Aufschwung an den Kapitalmärkten für möglich gehalten hat, wie er dann folgte. Von 1982 bis Ende 1986 hat beispielsweise der Deutsche Aktienindex Dax eine regelrechte „Raketenhausse“ hingelegt und sich verdreifacht! Wohlgemerkt nach einem ganzen Jahrzehnt der Stagnation und starker Volatilität.

Krise in Echtzeit

Auch jetzt ist die Zahl der Optimisten den Heerscharen des Untergangs und Krisenexperten deutlich unterlegen. Allenfalls eine handvoll Contrarians denken bereits über die Post-Krisen-Ära nach. Alle anderen schmieden Pläne für den Zerfall des Finanzsystems. Wie so häufig wird die Masse auf dem falschen Fuß erwischt werden und wieder einmal eine historische Chance für einen Einstieg an den Kapitalmärkten verpassen. Wir leben in einer Zeit der starken Umbrüche und Neuordnungen. Diese Zeiten klingen in Geschichtsbüchern oft gewaltig und wie im Zeitraffer dargestellt. In der aktuellen Lage, also in einer „Krise in Echtzeit“, kommt vieles alltäglicher daher, wenn auch öffentlich dramatisiert und in Talkshows von einer Kakophonie der Experten begleitet.

Übertragen wir die Situation der 70er und 80er Jahre auf heute, dann steht uns eine ordentliche Börsenhausse ins Haus, die analog zu den Achtzigern den Dax bis auf 16.800 Punkte schieben kann. Alleine schon der Sachwertcharakter der Aktien und deren günstige Bewertung rechtfertigen dies, doch erst die Auflösung des europäischen Dilemmas und das Platzen des Investitionsstaus werden die Aktie zur populärsten Anlagegattung in den kommenden zehn Jahren machen. Den Mut und die Nerven werden die Wenigsten aufbringen, aber der Markt belohnt eben nicht die Masse.

www.dasinvestment.com/nc/investments/maerkte/news/datum/2012…
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NoBrainNoPain
schrieb am 20.04.12 15:07:02
Beitrag Nr. 1.822 (43.066.216)
Hmm, ein bißchen reißerisch, und interessanterweise bekommt man solche Artikel der einschlägigen Presse ja auch nicht etwa im März 2009 oder September 2012 zu lesen (sondern deren Gegenteil), aber die Aussage des letzten Absatzes und die bereits gepostete historische Betrachtung der DAX- und Bundesanleihenbewertungen führt zu einer weiteren Graphik, die man im Hinterkopf behalten sollte:



to be continued ...

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NoBrainNoPain
schrieb am 20.04.12 21:39:30
Beitrag Nr. 1.823 (43.068.359)
Interessant übrigens:

Die 10-Jahresperiode von 1929-39 brachte im "S&P" einen Realwertverlust von gerade mal 1,82% p.a., 1999-2009 dagegen 5,93% p.a. :eek:

Das war der Allzeitrekord der letzten 130 Jahre ...

Doch "Cave Ursum": Die rollierenden 10-Jahresperioden ausgerechnet der 70er, die ja im Artikel als historischer Vergleich herangezogen werden, tauchten real gleich mal acht Jahre in Folge zwischen 0 und minus 4% ...



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frank05
schrieb am 21.04.12 13:29:49
Beitrag Nr. 1.824 (43.069.699)
Zitat von 50667baikani und andere buy-and-hold-Anleger könnten zurzeit eigentlich blind zugreifen z.B. bei Novartis, einer stinknormalen soliden Schweizer Pharmaaktie mit Dividendenzahlung in SFR:

KGV 2013e 9,6
Div-Rendite 2013e 4,77%, heuer 4,49%

warum da noch in Bundesanleihen investieren, und inflationsbereinigt und nach Steuern Geld verlieren (mit bundesdeutscher Sicherheit Geld verlieren :laugh: )

(einziger Wermutstropfen: Schweizer Quellensteuer)


http://www.onvista.de/aktien/kennzahlen/fundamental.html?ID_…



aber charttechnisch uneindeutig (und das interessiert mich eben mehr als baikani):

für mich zurzeit weder ein SELL noch ein BUY




Macht der gleitende Durchschnitt bei einem Einzelunternehmen aufgrund der oft höheren Volatilität Sinn, oder sollte man ihn nicht besser nur für Aktienindizes verwenden?

Aber auch bei Aktienindizes sollte man sich nicht sklavisch an die gleitenden Durchschnitte (200) halten, sondern noch gleichzeitig die Bewertung der Aktienmärkte beachten. Bei hoher Bewertung der Aktienmärkte, wie z.B. im Jahr 2000 mit KGVs von 25 bis 30 und Extremsituationen wie in Japan 1989 mit KGVs von 70 sollte man den gleitenden Durchschnitten mehr Beachtung schenken als z.B im letzten Sommer bei eher niedrigen Aktienmarktbewertungen. Das Gleiche gilt für niedrige bewertete Aktienmärkte, wie im Jahr 2003 oder 2009 mit KGVs von ca. 8. Bei Trendbrüchen, wie im letzten Sommer, kann man auch einmal das Risiko eingehen, weniger oder gar nicht abzusichern und die "Delle" auszusitzen.
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frank05
schrieb am 21.04.12 13:55:00
Beitrag Nr. 1.825 (43.069.757)
Zitat von 50667Asset Allocation der Deutschen:

10 Billionen Vermögen vs. 1,5 Billionen Kreditschulden,

4,7 Billionen davon sind Geldvermögen, über 5 Billionen Immobilienvermögen (!)

von den 4,7 Billionen Geldvermögen sind über 2/3 Bargeld + Spareinlagen + Festgeld, nur 5 % sind in Aktien

aktuelle Renditen neubegebener Staatsanleihen in D:

1,77 %




http://orf.at/stories/2115053/2115125/




noch Fragen?

Wer von Euch könnte sich eine bessere und strategisch sinnvollere Gewichtung in seiner asset allocation vorstellen? :D


Die Lehre der Wirtschaftsgeschichte ist doch die, dass man an den Finanzmärkten das Gegenteil der "Masse" tun sollte, obwohl das eigentlich keine neue Erkenntnis ist, aber nur von wenigen befolgt wird. Im Jahr 2000 wollten "Hinz und Kunz" Aktien kaufen, jetzt ist es umgekehrt. In den USA, Irland, Spanien und einigen anderen Staaten haben sich vor 6 Jahren viele auf Immobilien gestürzt. Vor über 20 Jahren waren japanische Immobilien und Aktien begehrt. Jetzt will jeder - auch aus dem Ausland - in deutschen Großstädten wie München und Hamburg unbedingt eine Immobilie kaufen und zahlt dafür Kaufpreisfaktoren (KGVs) von teilweise 30 bis 40. Institutionelle Investoren kaufen jetzt deutsche Bundesanleihen und zahlen KGVs von 50. Vor zehn Jahren wollte kaum jemand Gold kaufen, der britische Schatzkanzler Gordon Brown verkaufte damals größere Teile der britischen Goldreserven zu Tiefspreisen, weil "man" annahm, dass das Zeitalter des Goldes abgelaufen sei und ausländische Staatsanleihen als Währungsreserve sinnvoller seien. Haben die Briten für den Verkaufserlös auch südeuropäische Staatsanleihen gekauft? Oder die von Dir erwähnten Tulpen in den Niederlanden vor etwa 400 Jahren, die jeder haben wollte und dafür sogar Haus und Hof verpfändete und später alles verlor.

Immer wieder wiederholt sich das gleiche "Spiel", wer der Euphorie der Masse oder dem Pessimismus der Masse folgt, der verliert oder dem entgehen die besten Chancen. Eigentlich könnte Geldanlage so einfach sein, wäre da nicht die Psychologie, durch die sich die meisten von der Masse anstecken lassen.
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Kohlehalde
schrieb am 21.04.12 20:02:34
Beitrag Nr. 1.826 (43.070.505)
Hallo

Dass Bundesanleihen, oder sagen wir Anleihen von AAA Ländern nicht wegen der Zinsen gekauft werden sollte wohl jedem klar sein.
Wenn ich mich recht erinnere hat Dänemark eine oder zwei Tranchen im Dezember 2011 mit Minus-Zinsen auf den Markt gebracht.

Anleihen dieser Länder kauft man, weil man davon aus geht, dass der Markt wieder mal baden geht um jede Chance zum Kapitalerhalt genutzt wird.

Gold hätte hier eher eine höhere Gewichtung in einem Inflationsszenario, aber die institutionellen sehen das anders. So langsam muss ja auch jedem klar werden, dass die westlichen Länder gerne eine höhere Inflation hätten, aber sie kriegen es nicht hin.
In der ersten 3 Monaten 2012 haben wir in Deutschland eine Inflationrate von 2,2%

So scheint der Trend bei den Großanlegern zu einem korrigierenden Markt mit deflatorischen Tendenzen zu gehen.

Das ist aber keine "Massenphänomen". Es wird zwar viel Geld in Bundesanleihen geparkt, aber die Masse der Anleger folgt diesem Szenario nicht.

Die große Mehrheit geht von einem weiteren Wirtschaftswachstum aus.

Aber warum?

Der Euro krieselt, USA, Japan und Europa haben Schulden bis zur Halskrause, das rasante Wirtschaftswachstum der EM Länder kühlt sich langsam auf ein normales Niveau ab und die Krise Europas kommt so langsam wieder aus den Löchern.

Für mich ist die Haltung der Institutionellen nachvollziehbarer als die "Aufwärts gehts" Beschwörungen der einschlägigen Presse.

Die Sache mit den Tulpen und Immobilien war aus purer Gier geboren. Wie kann man bei Staatsanleihen von Gier reden ??

Machmal verstehe ich euch nicht.

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50667
schrieb am 21.04.12 22:06:36
Beitrag Nr. 1.827 (43.070.872)
Machmal verstehe ich euch nicht.

ich glaube, dass wir uns in unserem "Verständnis" alle näher sind, als Du glaubst.

Auch Du redest wie wir von Sicherheitsdenken, ob nun übertrieben oder nicht, Sicherheitsdenken also, dass zu Überbewertungen im historischen Vergleich bei vermeintlich(!) sicheren Assets geführt hat und zu attraktiven Bewertungen (auch wieder im historischen Vergleich) bei vermeintlich(!) "unsicheren" Assets.

Von "Gier" kann ohnehin bei der ganz breiten Anlegermasse seit spätestens 2008 gar keine Rede mehr sein. Aber von einer interessanten Attraktivität antizyklischen Verhaltens, das haben NBNP und frank05 aus meiner Sicht sehr richtig herausgestellt, eine Attraktivität, die die allermeisten Anleger noch gar nicht im Visier haben.

Interessanterweise meint baikani, der die Kurssteigerungen der Aktien in den letzten Monaten herausarbeitet, sogar schon, dass der Aktienmarkt bereits "fair" bewertet ist. Kann schon sein, ich selbst sehe langfristig noch viel Potential.

Und dass die Inflation tot ist, sehe ich auch nicht. Die Lohnabschlüsse sind deutlich höher als in der vergangenen Dekade - da kann schon noch was kommen an Preissteigerungen im Bereich 3 - 5 %, was nicht unerheblich ist. Das dauert halt auch seine Zeit.

Das Dow-Gold-Ratio ist übrigens auch an einer unteren Kehrtwende, wie ich das zurzeit deute. Ich halte die Wahrscheinlichkeit für nicht gering, dass in den nächsten Jahren Aktien stärker steigen als Gold.

Schaun mer mal, dann sehn mer scho.

@frank05:

Deine "Gewichtung" der 200-Tage-Linien-Strategie mit dem KGV des Gesamtmarktes halte ich für sehr interessant. Hast Du Dir da weitere Gedanken gemacht und das in einer eigenen Strategie (zahlenmäßig) eingearbeitet? Wenn ja, wie sieht das genau bei Dir aus? Ich selbst bin ja in den Siebzigern und Achtzigern mit der 200-Tage-Linie für "konservatives" (also im wahrsten Sinne des Wortes "bewahrendes") Anlegen groß geworden. Die Strategie hat mir viele Verluste zwar nicht ersparen können, aber eben doch die großen schmerzhaften. Hast Du in modellhaften Rückrechnungen mal durchexerziert, ob eine KGV-Gewichtung bei der Frage, ob ein nachhaltiges Unterschreiten zu Ausstieg/Absicherung führen muss, was gebracht hätte?
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50667
schrieb am 21.04.12 22:25:42
Beitrag Nr. 1.828 (43.070.894)
hier mal der ganz ganz lange Chart des Dow-Gold-Ratios:








irgendwann kommt die Wende, vielleicht schon jetzt, und dann steigen Aktien mehr als Gold.





Meine Strategie: Sollte Gold in den nächsten Wochen weiter unter die 200-Tage-Linie fallen (1550 bis 1500 US-$), verabschiede ich mich konsequent von all meinem Papiergold und behalte nur noch die "Physische Versicherung". (Momentan hoffe ich weiter auf Rückkehr in den Aufwärtstrend).












zu baikanis These, der Markt sei bereits fair bewertet, einige Graphiken:








Dax-KGV vom 21.04.2012: 9,79





ist doch für Langfristanleger(!) nicht uninteressant, oder?
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frank05
schrieb am 22.04.12 23:24:11
Beitrag Nr. 1.829 (43.072.987)
Zitat von 50667Deine "Gewichtung" der 200-Tage-Linien-Strategie mit dem KGV des Gesamtmarktes halte ich für sehr interessant. Hast Du Dir da weitere Gedanken gemacht und das in einer eigenen Strategie (zahlenmäßig) eingearbeitet? Wenn ja, wie sieht das genau bei Dir aus? Ich selbst bin ja in den Siebzigern und Achtzigern mit der 200-Tage-Linie für "konservatives" (also im wahrsten Sinne des Wortes "bewahrendes") Anlegen groß geworden. Die Strategie hat mir viele Verluste zwar nicht ersparen können, aber eben doch die großen schmerzhaften. Hast Du in modellhaften Rückrechnungen mal durchexerziert, ob eine KGV-Gewichtung bei der Frage, ob ein nachhaltiges Unterschreiten zu Ausstieg/Absicherung führen muss, was gebracht hätte?


Ich habe bis jetzt weder Modellrechnungen vorgenommen noch eine eigene Strategie entwickelt, sondern einfach eine Überlegung angestellt. Die grundsätzliche Überlegung ist die, wie man die 200 Tage-Linie optimieren kann, indem Fehlsignale minimiert werden?

Im letzten Jahrzehnt hat die 200-Tage-Linie gut funktioniert, da es ausgeprägte Markttrends gab, mit großen Gewinnen und Verlusten innerhalb dieser Markttrends. Was ist aber, wenn eine Phase mit einer volatilen Seitwärtsbewegung kommt, in der die 200-Tage-Linie sehr oft geschnitten wird, wie z.B. beim S&P 500 in den Jahren 1976 bis 1982? Wie kann man verhindern, innerhalb einer solchen Phase zu oft zu reagieren? In den Jahren 1976 bis 1982 gab es ein weit unterdurchschnittliches KGV von 7 bis 10. Die Wahrscheinlichkeit von größeren Verlusten dürfte geringer als in Phasen mit weit überdurchschnittlichen KGVs wie in den Jahren 1929 oder 2000 sein. Möglicherweise ist aber die Datenbasis zu gering, um hier einen aussagekräftigen Nachweis zu erbringen.

@Kohlehalde,

nicht nur die Institutionellen sondern auch die Privatanleger in Deutschland legen ihr Geld zur Zeit überwiegend in Zinspapieren/Renten an. Die Institutionellen in Bundesanleihen, die Privatanleger in Tagesgeld, Sparbriefen u.s.w. Beide Gruppen sind gegenüber Aktien sehr skeptisch eingestellt.
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Kohlehalde
schrieb am 23.04.12 20:43:20
Beitrag Nr. 1.830 (43.077.597)
Hallo Frank

Die Vorsicht gegenüber Aktien scheint ja auch berechtigt, wenn man sich die aktuellen Bewegungen ansieht.

Mir gehts mit meinen Anleihen und Shorts gut. Auch wenn die Shorts die Verluste der Aktien nicht komplett aufwiegen.

Die nächsten Tage werden zeigen, in welche Richtung es erstmal weitergeht.

Gold und Öl halten sich noch verhältnismäßig gut, und Silber scheint auch irgendwie einen Boden gefunden zu haben.

Ich bleib mal weiter ruhig und warte ab.

Wenn Hollande gewinnt wirds für den europäischen Gedanken schwieriger, und wenn dann auch noch die Kommunisten in Griechenland dazukommen ... Gott bewahre.

Dann wird euer Katastrophenszenario doch noch real und wir sollten uns aus dem Euro verabschieden.

Gruß




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