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    Anleihen - Das sollten Sie vor dem Kauf wissen!

    Was sind Anleihen und warum werden sie begeben?

    Anleihen oder Renten sind so genannte Forderungspapiere, durch die ihr Herausgeber (Emittent) einen Kredit am Kapitalmarkt aufnimmt. Die Kreditkonditionen (Anleihebedingungen) sind dabei fest definiert wie z.B. die Verzinsung, die Laufzeit oder die Tilgung. Bei festverzinslichen Anleihen bleibt die Verzinsung während der gesamten Laufzeit konstant, bei variabel verzinslichen Anleihen wird sie periodisch gemäß den Anleihebedingungen angepasst. Am Ende der Laufzeit werden die Anleihen in der Regel zu 100 % zurückgezahlt. Während der Laufzeit kann es zu Kursschwankungen kommen, weil sich das Wertpapier über den Kurs der jeweiligen Zinssituation am Markt anpasst.

    Anleihen werden an der Börse in Prozent gehandelt (Prozentnotiz). Man kauft nicht eine bestimmte Stückzahl einer Anleihe, sondern einen bestimmten Nominalbetrag und bezahlt ihren Kurs in Prozent.

    Für den Emittent ist die Begebung einer Anleihe eine Alternative zum normalen Bankkredit. Er hat hier den Vorteil, dass er Liquidität erhält, ohne zusätzliche Sicherheiten stellen zu müssen.

    • Recht auf Verzinsung in Höhe des Coupons (gemäß den Anleihebedingungen)
    • Recht auf Rückzahlung (in der Regel zu 100 %)
    • Vorrangige Rückzahlung gegenüber Aktionären im Insolvenzfall.

    Im Gegensatz zur Aktie hat der Anleger jedoch keine Stimm- oder Teilhaberrechte. Bei entsprechender Bonität des Schuldners (ausgedrückt im so genannten Rating, siehe Unternehmensanleihen) handelt es sich bei “gut gerateten” Anleihen um eine sehr sichere Form der Geldanlage.

    Neben den regelmäßigen Zinseinnahmen erhält man am Ende der Laufzeit sein eingesetztes Kapital zurück. Daraus ergibt sich eine gute Kalkulationsbasis für spätere Investitionsvorhaben.

    Bond Rendite in verschiedenen Währungen''

    Foto: unsplash

    Wo kann ich Anleihen kaufen?

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    Anleihen - Ratings

    Das Rating stellt die Bonitätsbewertung des Emittenten durch ein externes Unternehmen dar. Ratings lassen sich in Emittenten- und Emissionsratings untergliedern. Bei Ratings im Handelssegment Bondm handelt es sich prinzipiell um Emittentenratings, es sei denn im Factsheet wird explizit auf ein Anleiherating verwiesen. In der folgenden Aufstellung sind die Rating-Symbole bekannter Ratingagenturen und ihre Abstufungen aufgeführt.

    Anleihen Ratingagenturen und Ratingklassen

    Anleihen - Chancen und Risiken

    Chancen

    Der Anleger hat bei Anleihen neben der Zinszahlung die Möglichkeit, durch Kursgewinne die Rendite zu steigern. Kauft er während der Laufzeit zu einem Kurs unter 100% und wartet bis zur Tilgung (Rückzahlung zu 100%) oder verkauft während der Laufzeit zu einem höheren Kurs als dem Kaufkurs, so kann er die Differenz als Gewinn verbuchen.

    Risiken

    Bei der Auswahl der Anleihen muss die Bonität des Schuldners beachtet werden. Bei ihrer Einschätzung helfen so genannte Ratings von Ratingagenturen, welche eine allgemeine Aussage über die Kreditwürdigkeit des Emittenten treffen. Verschlechtert sich die Bonität eines Anleiheschuldners während der Laufzeit, fällt in der Regel der Kurs der Anleihe. Des Weiteren ist die Anleihe einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt, das sich aus der Ungewissheit über die zukünftige Zinsentwicklung am Markt ergibt.

    Marktzinsniveau

    Das Marktzinsniveau wird z.B. durch die Haushaltspolitik des Staates, die Politik der Notenbank oder die Entwicklung der Konjunktur beeinflusst. Da sich der Kurs der Anleihe dem aktuellen Marktzinsniveau anpasst, bedeuten fallende Zinsen in der Regel einen Anstieg der Anleihekurse. Wird die Anleihe am Ende ihrer Laufzeit aber zu ihrem Nominalbetrag zurückgezahlt, bestehen diese Risiken nur beim Verkauf der Anleihe während der Laufzeit. Sollte der Emittent Konkurs anmelden, ist die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals jedoch unter Umständen nicht möglich.

    Was sind die meistgehandelten Anleihen in Deutschland?

    Meistgehandelte Anleihen sind in verschiedene Kategorien unterteilt, basierend auf Umsatzvolumen und Performance: Bundesanleihen zeichnen sich durch hohes Umsatzvolumen und stabile Performance mit geringer Volatilität aus. Staatsanleihen variieren im Umsatzvolumen je nach Emittentenland und sind abhängig von der wirtschaftlichen Lage des Landes. Unternehmensanleihen großer Firmen weisen hohes Umsatzvolumen und attraktive Renditen bei höherem Risiko auf. Jumbo-Pfandbriefe bieten signifikantes Umsatzvolumen mit sicherer, aber moderater Ertragsperformance. Die meistgehandelten Anleihen in den jeweiligen Kategorien finden Sie unten.

    AnleiheUmsatzKursPerf. %
    145.371.870118,248%-0,57 %
    131.740.00050,00%-39,76 %
    125.866.200124,62%+4,80 %
    98.657.81097,664%+0,01 %
    98.186.44087,269%-0,55 %
    95.414.70090,52%-1,63 %
    85.497.6759,25%+0,54 %
    82.993.1652,21%-32,95 %
    78.503.61997,78%+0,01 %
    77.992.768357,50%+0,17 %

    Anleihen - Zinszahlung und Rendite

    Die Zinszahlung erfolgt für die Zeit vom Kauf der Anleihe bis zu deren Rückzahlung, bzw. dem Verkauf der Anleihe. Der Zinsertrag errechnet sich aus dem jeweiligen Nennwert der Anleihe. Dem Besitzer der Anleihe steht für jeden Tag (Stückzinstag), den er im Besitz der Anleihe ist, der anteilige Zinsbetrag zu. Diesen bekommt er beim Verkauf der Anleihe vor dem eigentlichen Zinstermin vom Käufer vergütet. Diese Stückzinsregelung dient der Abrechnung der aufgelaufenen Zinsen zwischen Käufer und Verkäufer zwischen den Zinsterminen. Zu welchem Termin die Zinsen gezahlt werden, ist von Emission zu Emission verschieden. Bei längeren Laufzeiten erfolgt die Zinszahlung meist jährlich.

    Berechnungsbeispiel 1

    Kupon: 5,00%
    Nominalwert: 1.000 Euro
    Zinstermin: 23.03.2009
    Zinskonvention: act/360
    Kaufzeitpunkt: 25.08.2009
    Kaufvaluta: 27.08.2009
    Kaufkurs: 101,75%

    Stückzinsberechnung:
    5 % x 1000 Euro = 50,00 Euro (jährlicher Zinsbetrag)
    50,00 Euro x (157/360) = 21,80 Euro Stückzins
    Kaufpreis inkl. Stückzinsen: 1000 Euro x 101,75% + 21,80 Euro = 1039,30 Euro

    (Das Transaktionsentgelt, die Provision der Bank und sonstige Gebühren sind hier nicht berücksichtigt. Die Stückzinsen in Höhe von 20,97 Euro stehen dem Verkäufer der Anleihe zu).

    • Valuta bedeutet Kauf- bzw. Verkaufsdatum + 2 Bankarbeitstage (bei Lagerung der Anleihen im Ausland sind es 3 Bankarbeitstage)
    • Zinstage: Gezählt werden die Tage vom Beginn des Zinslaufes und dem Tag vor dem Zinstermin bzw. Fälligkeitstag.

    Die gängigsten Zinszahlungsmethoden (Zinskonvention):

    Act/act: Die Anzahl der Zinstage dividiert durch die tatsächliche Anzahl von Tagen im Jahr

    Act/360: D.h. Monat tagegenau, das Jahr mit 360 Tagen gerechnet

    Bei Anleihen ist zwischen den Begriffen Nominalzins und Rendite zu unterscheiden. Die Höhe des Nominalzinses wird meistens im Voraus festgelegt. Die Rendite ist der Gesamtertrag, den man aus seiner Anlage erwirtschaftet. Bei Anleihen, die über 100% notieren, ist die Rendite geringer als der festgelegte Zinssatz. Notiert eine Anleihe hingegen unter 100%, fällt sie höher aus. Die Berechnung der Rendite erfolgt generell auf Jahresbasis. Zur Berechnung der Rendite ist es erforderlich zu wissen, in welcher Höhe die Rückzahlung erfolgt. Bei einem Kauf der Anleihe zu 100% und einem Verkauf bzw. der Rückgabe an den Emittenten zu 100% entspricht die Rendite genau dem Zinssatz.

    Berechnungsbeispiel 2

    Kupon: 3,50%
    Nominalwert: 1.000 Euro
    Kaufkurs: 100,45%
    Rückzahlungswert: 100,00%
    Laufzeit: 1 Jahr

    Anleihe mit einer einmaligen Zinszahlung am Ende der Laufzeit ohne Zinseszinseffekt:
    Zinsbetrag + (Rückzahlungswert – Kurswert) / Kurswert x 365 / Laufzeit in Tagen x 100
    35 Euro + (1.000,00 Euro – 1.004,50 Euro) / 1.004,50 Euro x 365 / 365 x 100 = 3,04%

    Anleihen - Anleihetypen

    Anleihetypen

    Es existieren zahlreiche verschiedene Anleihentypen, die unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen diese Anleihentypen vor und zeigen Vor- und Nachteile auf. Um die Informationen abzurufen, klicken Sie einfach auf den entsprechenden Link.

    • Bundesanleihen / Staatsanleihen
    • Anleihen des Bundes
    • Euro-Staatsanleihen (Euro Bonds)
    • Emerging Market Bonds
    • Sonstige Staatsanleihen
    • Länderanleihen / Agencies
    • Anleihen mit Staatsgarantie
    • Corporate Bonds / Unternehmensanleihen
    • Corporate Bonds
    • Hybridanleihen
    • Inhaberschuldverschreibungen / Pfandbriefe
    • Bankschuldverschreibungen
    • Gedeckte Anleihen
    • Ungedeckte Anleihen
    • Eurojumbos / Jumbo-Pfandbriefe
    • Strukturierte Anleihen
    • Tier-Anleihen
    • Tier 1-Anleihen
    • Upper Tier 2-Anleihen
    • Lower Tier 2-Anleihen
    • Tier 3-Anleihen
    • Weitere Anleihentypen
    • Null-Kupon-Anleihen (Zerobonds)
    • Variabel verzinsliche Anleihen (Floating Rate Notes)
    • Wandelanleihen (Convertible Bonds)
    • Fremdwährungsanleihen

    Bundesanleihen / Staatsanleihen

    Die öffentliche Hand bedient sich zur Finanzierung ihres Kapitalbedarfs einer Reihe von Kapitalmarktinstrumenten. Dazu zählen die öffentlichen Anleihen des Bundes (d.h. der Bundesrepublik Deutschland), seiner Sondervermögen (z.B. Deutsche Bahn) sowie die von den Gebietskörperschaften (Bundesländer, Städte und Gemeinden) begebenen Anleihen.

    Der Bund begibt neben Bundesanleihen (Laufzeit 10 bis 30 Jahre), Bundesobligationen (Laufzeit ca. 5 Jahre) und Bundesschatzanweisungen (Laufzeit bis ca. 2 Jahre) auch Bundesschatzbriefe sowie Finanzierungsschätze. Die beiden letztgenannten Anleiheformen werden nicht an der Börse gehandelt.

    Die Bundesbank interveniert einmal täglich zwischen 11.00 und 13.00 Uhr während des Fixings (Feststellung des Kassakurs). Durch die Markt- bzw. Kurspflege der Bundesbank wird eine höchstmögliche Liquidität dieser Anleihen gewährleistet.

    Vorteile:

    • Länder-Rating AAA
    • Bonität des Staates (Bundesrepublik Deutschland)
    • Gesamtes Steuervermögen als Sicherheit

    Nachteile:

    • Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit

    Euro-Staatsanleihen (Euro Bonds)

    Euro-Staatsanleihen werden von Ländern innerhalb der Euro-Zone ausgegeben.

    Vorteile:

    • Grundsätzlich kein Währungsrisiko (Ausnahme: Fremdwährungsanleihen)
    • Gläubiger sind EU-Mitgliedsstaaten

    Nachteile:

    • Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit
    • Achtung: unterschiedliche Qualität der Schuldner

    Emerging Market Bonds

    Bei Emerging Market Bonds handelt es sich um Anleihen aus den sogenannten “Schwellenländern”. Diese Anleihen zeichnen sich durch ihre hohen Coupons und die hohen Renditen aus. Das niedrigere Rating der Emittenten ist ausschlaggebend für die hohen Renditen. Sie sind nur etwas für spekulative Anleger, da sie u.U. starken Kursschwankungen unterliegen.

    Diese Papiere werden an der Börse Stuttgart ausschließlich in Euro gehandelt, so dass sie kein Währungsrisiko beinhalten. Selbstverständlich erfolgt die Abrechnung von in DM notierten Anleihen in Euro.

    Vorteile:

    • Chance auf sehr hohe Renditen
    • Anleihen in Stuttgart nur in Euro
    • Kein Währungsrisiko

    Nachteile:

    • Schlechte Bonität des Schuldnerlandes
    • Bonitätsverschlechterung führt zu fallenden Kursen
    • Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners dadurch keine Erfüllung von Zins- und/oder Tilgungsverpflichtungen (Ausfallrisiko)

    Sonstige Staatsanleihen

    Sonstige Staatsanleihen sind Anleiheemissionen der Länder, die sich außerhalb der Euro Zone befinden, aber in Euro begeben werden und keine Schwellenländer sind. Trotz der guten Bonität dieser Staatanleihen kann meistens eine höher Rendite als bei Euro-Staatsanleihen erzielt werden, da bei diesen emittierenden Staaten die Landeswährung nicht Euro ist.

    Vorteile:

    • Länder mit guter Bonität
    • Chance auf höher Rendite, da Landeswährung nicht Euro
    • Kein Währungsrisiko, da Emissionen in Euro

    Nachteile:

    • Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit

    Länderanleihen/Agencies

    Länderanleihe ist die Bezeichnung für eine Großanleihe eines einzelnen Bundeslandes oder mehrerer Bundesländer mit einem Emissionsvolumen von mindestens 500 Mio. Euro. Sind mehrere Bundesländer beteiligt, stellt die Länderanleihe eine Sammelanleihe dar, bei der die beteiligten Bundesländer die Verpflichtungen aus dem Schuldendienst (Zins- und Tilgungsleistungen) entsprechend ihrer jeweiligen Quote am Gesamtvolumen übernehmen.

    Vorteile:

    • Hohe Liquidität ab der kleinsten handelbaren Einheit
    • Sichere Anlageform
    • Gute Bonität
    • Hohe Rating-Stabilität

    Nachteile:

    • Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit

    Anleihen mit Staatsgarantie

    Bei Anleihen mit Staatsgarantie gewährt der Staat bzw. ein zur Finanzmarktstabilisierung gegründeter Sonderfonds Garantien. Für Deutsche Antragsteller ist dies der Finanzmarktstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland, SoFFIN. Der Garant beabsichtigt mit dieser Garantie die ordnungsgemäße Zahlung von Kapital und Zinsen sowie von allen sonstigen Beträgen, die von der Emittentin auf Grund der Schuldverschreibung zu zahlen sind, zu garantieren.

    Vorteile:

    • Hohe Liquidität ab der kleinsten handelbaren Einheit
    • Sichere Anlageform
    • Gute Bonität

    Nachteile:

    • Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit
    • Schlechtere Rendite als bei Anleihen ohne Garantie

    Corporate Bonds / Unternehmensanleihen

    Corporate Bonds

    Werden Anleihen von deutschen bzw. internationalen Firmen oder ausländischen Töchtern deutscher Unternehmen begeben, so spricht man von “Corporates” bzw. von “Corporate Bonds”. Industrieunternehmen begeben häufig Schuldverschreibungen als Alternative zur herkömmlichen Kreditaufnahme bei den Banken. Dabei sind Corporate Bonds in der Regel nicht durch zusätzliche Sicherheiten wie z.B. bei den Pfandbriefen unterlegt.

    Die Bonität der einzelnen Unternehmen beeinflusst den zu zahlenden Zinssatz für die emittierte Anleihe. Das Rating, das einem Emittenten bzw. dessen Anleihen zugemessen wird, wirkt sich auf die Konditionengestaltung noch zu begebender Anleihen aus – insbesondere auf die Höhe der Rendite. Eine Anleihe mit erstklassigem Rating weist eine niedrigere Rendite auf als Anleihen mit einem schlechten Rating. Einige Anleihen sind mit einem Step-up- oder Step-down-Coupon ausgestattet, d.h. je nach Emissionsbedingungen wird der Nominalzins bei Veränderung des Ratings erhöht oder gesenkt.

    Die Bonität der Unternehmen wird von Ratingagenturen wie Moody’s, Standard & Poor’s oder Fitch bewertet. (siehe Glossar Rating). Das Rating der Anleihen hilft dem Anleger dabei, das eingegangene Risiko zu qualifizieren und fortlaufend zu beobachten.

    Unternehmensanleihen gibt es in Deutschland vorwiegend aus den Branchen Automobile, Bau- und Bauzulieferer, Finanzen (Versicherungen), Versorger, Telekom, Tabak und Nahrungsmittel. Weitere Bereiche kommen demnächst hinzu, da immer mehr Unternehmen die Vorteile einer Anleihe für sich entdecken.

    Vorteile:

    • Bonität durch Ratings erkennbar
    • Kurssteigerungen bei Rating-Verbesserungen
    • Nur Anleihen mit hoher Liquidität in Stuttgart handelbar
    • Unternehmensstory und Renditeaufschlag wird in einer Anleihe kombiniert

    Nachteile:

    • Zahlungsschwierigkeiten bzw. Konkurs des Unternehmens
    • Verschlechterung des Ratings während der Laufzeit der Anleihe kann zu fallenden Kursen

    Hybridanleihen

    Hybridanleihen sind Unternehmensanleihen mit einer unendlichen oder einer extrem langen Laufzeit. Die Rendite dieser meist nachrangigen Anleihen ist deutlich höher als bei traditionellen Unternehmensanleihen. Der Emittent hat frühestens nach zehn Jahren das Recht die Anleihe zu kündigen und zum Nennwert zu tilgen. Verzichtet er auf dieses Recht, wird die feste Verzinsung der ersten Jahre in der Folgezeit in eine variable Verzinsung gewandelt.( Beispielsweise 3-Monats-Euribor plus einem Aufschlag). Wenn die Anleihen bestimmte Merkmale aufweisen, wie beispielsweise die Aussetzung der Zinszahlung im Falle eines Dividendenausfalls, werden sie von den Ratingagenturen dem Eigenkapital zugerechnet.

    Vorteile:

    • Höhere Rendite als Senior-Anleihen (erstrangige Anleihen)
    • Kündigungsmodalitäten sind festgelegt
    • im Falle einer späteren variablen Verzinsung können Anleger an einem Renditeanstieg partizipieren

    Nachteile:

    • Geringerer Gläubigerschutz als Senior-Anleihen
    • Kein fester Rückzahlungstermin, nur durch Kündigung des Emittenten

    Inhaberschuldverschreibungen / Pfandbriefe

    Bankschuldverschreibungen

    Werden Anleihen von Kreditinstituten begeben, spricht man von Bankschuldverschreibungen. In diesem Zusammenhang unterscheidet man zwischen so genannten gedeckten und ungedeckten Anleihen.

    Gedeckte Anleihen

    Kommunalobligationen, Pfandbriefe. Die Emission richtet sich nach dem Hypothekenbankgesetz und dem Pfandbriefgesetz. Während ihrer Laufzeit müssen die Anleihen jederzeit in voller Höhe durch Grundpfandrechte bzw. Kredite an öffentliche Schuldner besichert, d.h. gedeckt sein. Im Konkursfall des Anleiheschuldners steht dem Pfandgläubiger an diesen Deckungswerten ein Vorrecht zur Befriedigung seiner Forderungen vor allen anderen Gläubigern zu.

    Ungedeckte Anleihen

    Inhaberschuldverschreibungen. Anleihen, die nur durch die Finanzkraft des Emittenten gesichert sind.

    Vorteile:

    • Hohe Sicherheit bei gedeckten Anleihen
    • Höhere Rendite als bei Bundesanleihen

    Nachteile:

    • Bonität der Bank bei ungedeckten Anleihen
    • Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit

    Eurojumbos / Jumbo-Pfandbriefe

    Bei Jumbo-Pfandbriefen handelt es sich um Inhaberschuldverschreibungen, die auf Basis des Pfandbriefgesetzes begeben werden. “Jumbos” stellen eine Sonderform des Pfandbriefes dar, da sie unter anderem folgenden standardisierten Emissionsbedingungen unterliegen:

    • Mindestemissionsvolumen von 1 Mrd. Euro.
    • Mindestens drei verschiedene Market Maker stellen den institutionellen Marktteilnehmern auf Anfrage verbindliche Geld- und Briefkurse innerhalb festgelegter Spreads.

    Nach Wegfall des Spezialbankenprinzips und Inkrafttreten des Pfandbriefgesetzes kann nun seit dem 19. Juli 2005 jedes Institut Pfandbriefe begeben, sofern es über ein Kernkapital von mindestens 25 Mio. Euro verfügt und die im PfandBG aufgeführten Anforderungen hinsichtlich Steuerung, Überwachung und Kontrolle von Risiken erfüllt. Zuvor war die Emission dieser Wertpapiere nur Real-Kreditinstituten wie Hypothekenbanken oder Landesbanken möglich.

    Vorteile:

    • Hohe Liquidität ab der kleinsten handelbaren Einheit
    • Gute Bonität der Anleihen durch sichere Deckungsmasse
    • standardisierte Handelsspreads durch Market Maker Verpflichtung

    Nachteile:

    • Zinsänderungsrisiko bei Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit

    Seit 1999 werden auch im europäischen Ausland pfandbriefähnliche Produkte in Benchmarkgroesse emittiert, die grundsätzlich den gleichen standardisierten Emissionsbedingungen unterliegen wie der Jumbo-Pfandbrief. Diese Anleihen werden unter dem Begriff Eurojumbo/ Covered Bonds zusammengefasst und auf unserer Internetseite ebenfalls unter Eurojumbo/Jumbo-Pfandbriefe geführt.

    Strukturierte Anleihen

    Strukturierte Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die sich durch individuelle Zusatzbedingungen auszeichnen. Diese Bedingungen können die Rückzahlung oder auch die Zinszahlung der Anleihen beeinflussen. Beispiele hierfür sind Credit Linked Notes, Zinsstruktur Anleihen, Anleihen mit Bonuszahlung und Aktienanleihen. (Aktienanleihen werden an der Börse Stuttgart im Euwax Handelssegment geführt. Hier finden Sie detaillierte Informationen zu dieser Produktart.)

    Credit Linked Notes sind Wertpapiere, deren Rückzahlungsprofil zum Beispiel abhängig vom Eintritt sogenannter Kreditereignisse bei einem oder mehreren Referenzschuldnern ist. Kann also der Referenzschuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, wird dieser Ausfall auf den Anleihegläubiger übertragen. Tritt kein Kreditereignis ein, kommt der Anleger in den Genuss einer attraktiven Rendite.

    Zinsstruktur-Anleihen sind Wertpapiere bei denen die Berechnung des Zinssatzes für jede Anleihe einzeln festgelegt wird. Der Zinssatz kann z.B ein Step-up, Step-down sein oder sich aus diversen Formeln von variablen und/oder fixen Zinssätzen zusammen setzen. Bonusanleihen sind eine abgeänderte Form der Credit Linked Notes, die während der Laufzeit über keine Zins und Stückzinsverrechnung verfügen. Am Ende der Laufzeit wird dann die Anleihe, wenn kein Kreditereignis eingetreten ist, zum Rückzahlungskurs von 100 Prozent zuzüglich eines vorher festgelegten Bonus zurückbezahlt.

    (Soweit möglich sind die jeweiligen Emissionsbedingungen im pdf-Format im Internet ersichtlich)

    Vorteile:

    • attraktive Renditeaufschläge

    Nachteile:

    • höheres Risiko durch Zusatzbedingungen
    • Anleihen sind individuell ausgestattet, d.h. der Anleger muss die Emissionsbedingungen erfragen

    Tier-Anleihen

    Es wird zwischen mehreren Arten von Tier–Anleihen unterschieden:

    Tier 1-Anleihen

    Tier 1-Anleihen sind ein bestimmter Typ nachrangiger Anleihen, die von Kreditinstituten begeben werden. Im Liquidationsfall sind sie nachrangig zu Senior-Anleihen (erstrangige Anleihen), nachrangigen Anleihen, Genussscheinen und stillen Beteiligungen. Ihre Ansprüche rangieren jedoch vor denen der Aktionäre. Tier 1-Anleihen werden in der Bilanz des Emittenten dem Kernkapital zugeordnet. Hierfür müssen noch folgende Ausstattungsmerkmale erfüllt werden:

    • Unendliche Laufzeit, jedoch Kündigungsrecht des Emittenten frühestens nach fünf Jahren, dann zu jedem Kupontermin
    • Kündigung kann nur erfolgen, wenn genügend Mittel für eine Rückzahlung vorhanden sind (aufsichtsrechtliche Zustimmung erforderlich)
    • Zinszahlung darf nur geleistet werden, wenn genug verteilbarer Gewinn vorhanden ist, ausgefallene Zinszahlungen dürfen nicht nachgezahlt werden
    • Zinszahlung kann fest oder variabel sein
    • Keine Besicherungen oder Garantien der Anleihe

    Upper Tier 2-Anleihen

    Upper Tier 2-Anleihen sind auch unter dem Begriff Genussscheine bekannt. Diese sind beim Unternehmen dem Ergänzungskapital zuzuordnen und haben überwiegend eine befristete Laufzeit . Es gibt wenig unendliche (perpetual) Emissionen. Die Produktbeschreibung finden Sie unter Genussscheine.

    Lower Tier 2-Anleihen

    Bei Lower Tier 2-Anleihen ist die Laufzeit fest, mindestens aber 5 Jahre und die Zinszahlung darf nur im Konkursfall ausgesetzt werden. Diese Anleiheart wird ebenfalls dem Ergänzungskapital zugeordnet.

    Tier 3-Anleihen

    Tier 3-Anleihen sind im Liquidationsfall mit den Lower Tier 2-Anleihen gleichgestellt. Zins- und Tilgungszahlungen werden aber ausgesetzt, wenn das Eigenkapital unter die gesetzlichen Mindestanforderungen sinkt. Die Laufzeit dieser kurzfristigen nachrangigen Verbindlichkeiten ist zwischen 3 und 5 Jahren.

    Vorteile:

    • Höhere Rendite als Senior-Anleihen
    • Kündigungsmodalitäten sind festgelegt

    Nachteile:

    • Kein Gläubigerschutz
    • Kein fester Rückzahlungstermin, nur durch Kündigung des Emittenten
    • Höhere Kursschwankungen durch höheres Ausfallrisiko

    Weitere Anleihentypen

    Null-Kupon-Anleihen (Zerobonds)

    Zerobonds stellen eine spezielle Anleihenart dar. Bei einer solchen Anlage erfolgen während der Laufzeit keine Zinszahlungen. Null-Kupon-Anleihen werden bei Emission abgezinst, d.h. bei einem hohem Abschlag begeben und am Ende der allgemein sehr langen Laufzeit zum Nennwert eingelöst.

    Vorteile:

    • Keine Stückzinszahlung beim Erwerb

    Nachteile:

    • Keine regelmäßigen Zinszahlungen

    Variabel verzinsliche Anleihen (Floating Rate Notes)

    Floating Rate Notes (kurz „Floater“) gewähren keinen festen, sondern einen variablen Zinsertrag. Nach jeder Zinsperiode, zum Beispiel nach Ablauf von 3, 6 oder 12 Monaten, zahlt der Emittent der Anleihe die Zinsen; gleichzeitig gibt er den Zinssatz für die neue Periode bekannt. Dieser Zinssatz (Referenzzinssatz) orientiert sich meist an Geldmarktsätzen wie EURIBOR (European Interbank Offered Rate) oder LIBOR (London Interbank Offered Rate).

    Die Geldmarktsätze EURIBOR und LIBOR sind die Zinssätze, zu denen Banken in Ländern der Europäischen Währungsunion bzw. in London bereit sind, Gelder bei anderen Banken kurzfristig anzulegen.

    Vorteile:

    • Geringere Kursschwankungen
    • Zinszahlungen in kurzen Intervallen

    Nachteile:

    • Geringere Chance auf Kursgewinne

    Wandelanleihen (Convertible Bonds)

    Bei Wandelanleihen handelt es sich um festverzinsliche Anleihen, die von einer Aktiengesellschaft begeben werden. Sie verbriefen, neben dem Recht auf feste Verzinsung, ein Wandlungsrecht für ihren Besitzer. Er kann während der Laufzeit die Wandelanleihe in eine bestimmte Anzahl von Aktien der emittierenden AG umtauschen. Mit dem Umtausch in Aktien geht die Wandelanleihe unter. Der Anleger erhält dann keine feste Verzinsung mehr, sondern Dividende für die Aktien.

    Vorteile:

    • Umtauschverhältnis schon im Voraus festgelegt
    • Dadurch eventuellen Profit an steigenden Aktienkursen
    • Wahlrecht zur Wandlung
    • Bei Nichtausübung des Wandlungsrecht bleibt die Anleihe bestehen

    Nachteile:

    • Wandlung nicht lohnenswert bei fallenden Aktienkursen
    • Niedriger Coupon

    Fremdwährungsanleihen

    Fremdwährungsanleihen sind festverzinsliche Anleihen, die nicht in Euro bzw. DM notieren. Alle Anleihetypen (wie z.B. Corporate Bonds, Emerging Market Bonds) können in verschiedenen Währungen notieren. Da die Wechselkurse stärkeren Schwankungen unterliegen können, sollte das Währungsrisiko bei diesen Anlagen unbedingt beachtet und einkalkuliert werden.

    An der Stuttgarter Wertpapierbörse werden alle Aufträge in Fremdwährungsanleihen zu den aktuellen Devisenmittelkursen abgerechnet.

    Vorteile:

    • Aufwertung der Fremdwährung gegenüber dem Euro führt zu Währungsgewinnen
    • Renditechance des jeweiligen Anleihetyps
    • Nutzung von Renditevorteilen in anderen Währungen

    Nachteile:

    • Währungsverluste bei Abwertung der Fremdwährung gegenüber dem Euro
    • Risiko des jeweiligen Anleihetyps

    Anleihen - FAQ

    Was sind Anleihen?

    Anleihen sind Schuldtitel, die von Unternehmen oder Regierungen ausgegeben werden, um Kapital zu beschaffen. Der Käufer einer Anleihe leiht dem Emittenten Geld und erhält im Gegenzug regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts der Anleihe bei Fälligkeit.

    Wie funktionieren Anleihen?

    Beim Kauf einer Anleihe leihen Sie dem Emittenten (z.B. einer Regierung oder einem Unternehmen) Geld. Im Gegenzug verpflichtet sich der Emittent, Ihnen regelmäßige Zinsen zu zahlen und den Nennwert der Anleihe am Fälligkeitstag zurückzuzahlen.

    Welche Arten von Anleihen gibt es?

    Es gibt verschiedene Arten von Anleihen, darunter Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Kommunalanleihen, inflationsgeschützte Anleihen, Wandelanleihen und Hochzinsanleihen.

    Was ist der Unterschied zwischen festverzinslichen und variabel verzinslichen Anleihen?

    Festverzinsliche Anleihen zahlen einen festen Zinssatz über die Laufzeit der Anleihe, während variabel verzinsliche Anleihen einen Zinssatz zahlen, der sich regelmäßig anpasst, meist basierend auf einem Referenzzinssatz wie dem LIBOR oder EURIBOR.

    Was bedeutet das Rating einer Anleihe?

    Das Rating einer Anleihe gibt die Kreditwürdigkeit des Emittenten an und wird von Ratingagenturen wie Moody’s, S&P und Fitch vergeben. Ein höheres Rating (z.B. AAA) bedeutet geringeres Risiko, während ein niedrigeres Rating (z.B. BB oder darunter) höheres Risiko signalisiert.

    Wie werden Anleihen gehandelt?

    Anleihen können über Börsen oder außerbörslich (OTC) gehandelt werden. Der Preis einer Anleihe kann während ihrer Laufzeit schwanken, basierend auf Zinssatzänderungen und der Bonität des Emittenten.

    Was ist der Nennwert einer Anleihe?

    Der Nennwert einer Anleihe ist der Betrag, den der Emittent bei Fälligkeit zurückzahlen muss. Er ist auch die Basis für die Berechnung der Zinszahlungen.

    Was ist eine Anleihenlaufzeit?

    Die Laufzeit einer Anleihe ist die Zeitspanne von der Ausgabe der Anleihe bis zu ihrem Fälligkeitstag, an dem der Nennwert zurückgezahlt wird. Laufzeiten können von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahrzehnten reichen.

    Was ist eine Rendite bei Anleihen?

    Die Rendite einer Anleihe ist die Gesamtrendite, die der Anleger aus der Anleihe erhält, basierend auf den Zinszahlungen und eventuellen Kursgewinnen oder -verlusten. Sie wird oft als jährlicher Prozentsatz des aktuellen Marktpreises der Anleihe angegeben.

    Welche Risiken sind mit dem Kauf von Anleihen verbunden?

    Zu den Risiken beim Kauf von Anleihen gehören Kreditrisiko (Ausfall des Emittenten), Zinsrisiko (Veränderungen der Marktzinsen), Inflationsrisiko (Kaufkraftverlust der Zinszahlungen) und Liquiditätsrisiko (Schwierigkeiten beim Verkauf der Anleihe vor Fälligkeit).